Erste Pleite im Test

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. FC Midtjylland 0:2

An einem wunderbar sonnigen Mittwoch Nachmittag trafen der SK Sturm Graz und der FC Midtjylland im Zuge der Vorbereitung zur Saison 2015/16 zu einem freundschaftlichen Testspiel aufeinander. Kurz nach 18 Uhr erfolgte der Anpfiff im immer noch sehr heißen Stadion des dortigen SV Wildon, in dem normalerweise Spiele der fünften Spielklasse stattfinden.

(c) SturmNetz.at

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1. Halbzeit
In der ersten Halbzeit schickte Franco Foda seine Mannschaft in einem 4-2-3-1 auf den Rasen: Esser; Ehrenreich, Madl, Kamavuaka, Klem; Hadzic, Offenbacher; Schloffer, Dobras, Avdijaj; Tadic.

Sturm brauchte ein paar Minuten um sich zu ordnen, ehe Donis Avdijaj zum ersten Mal den Torhüter der Dänen prüfte. Kurz darauf versuchte sich Josip Tadic an einer flachen, scharfen Hereingabe, diese wird zur ersten Ecke im Spiel abgewehrt, die aber nichts einbrachte.Wieder nur kurze Zeit später war es wieder Avdijaj, dessen Schuss aus gut 15 Metern wird aber pariert. Sturm in der Anfangsphase deutlich spielbestimmend, die Dänen nur mit Abwehrarbeit beschäftigt. Sollten sie sich mal in die Hälfte der Grazer kombinieren, so ist durch konsequentes Pressing der Ball schnell wieder weg. Nach einem Schuss von Kristijan Dobras, der das Gehäuse aber knapp verfehlte, gab es die erste kleine Möglichkeit für den Gegner, der Schussversuch geht aber meterweit über das Tor. Danach kommen die Dänen etwas besser ins Spiel. Nach einem Freistoß kann Michael Esser den Ball nur nach vorne abklatschen lassen. Kurz darauf die nächste gute Möglichkeit für den dänischen Meister, aber hier war Esser auf seinem Posten und konnte den Ball abwehren.
Nach einer halben Stunde dann die beste Möglichkeit der Grazer im ganzen Spiel. Nach einem Eckball kommt zuerst Tadic an den Ball, den wuchtigen Kopfball kann der Keeper aber zur Seite abwehren, die zweite Flanke findet den Kopf von Martin Ehrenreich und auch „Öhrli“ verlangte dem dänischen Schlussmann einiges ab. Danach ließ Daniel Offenbacher einen Hammer aus gut 25 Metern los, knallte den Ball an die Unterkante der Latte, der Ball sprang aber wohl vor und nicht hinter der Linie wieder ins Spiel. Sekunden später versuchte es Offenbacher erneut, diesmal aber deutlich drüber.
Kurz vor Schluss waren die Dänen nochmal mit einem Freistoß brandgefährlich, aber Esser streckte sich und kratzte den Ball gerade noch aus dem Winkel.

In der ersten Halbzeit war es oftmals Anel Hadzic, der die entscheidende Idee hatte und Avdijaj der für die nötige Gefahr sorgte konnte. Aber auch Tadic zeigte sich robust im Zweikampf und ließ oft geschickt für seine Mitspieler abtropfen. Gegen Ende der ersten Halbzeit spielte Sturm dann in einem 4-4-2 mit Tadic und Avdijaj in der Spitze. Sturm war deutlich spielbestimmend, Midtjylland konnte nur aus Standards gefährlich werden. Hier sind sie aber auch in der Liga einsame Spitze und sehr gefährlich.

2. Halbzeit
In der zweiten Halbzeit wechselte Foda fast vollständig durch und schickte folgende, ziemlich junge, Elf aufs Feld: Esser; Klem, Schoissengeyr, Spendlhofer, Potzmann; Piesinger, Müller; Schmerböck, Lovric, Schick; Gruber.

Eine sehr junge Mannschaft, die in dieser Konstelation noch nie zusammen gespielt hat, fand leider überhaupt nicht ins Spiel. Große Löcher in der Viererkette oder zwischen den Offensivketten brachten Midtjylland ins Spiel. So dauerte es nicht lange bis der eingewechselte Martin Pusic einen Abwehrfehler ausnutzte und cool zum 0:1 einschob. Esser war hierbei ohne große Chance im eins gegen eins. Die gesamte Abwehrreihe ließ sich billig auseinander ziehen und so stand Pusic völlig blank.
Nur kurze Zeit später konnte Esser wieder durch eine fantastische Parade nach einem Freistoß einen schnellen Doppelschlag verhindern. Es dauerte gut 10 Minuten bis Sturm mal zu einem Abschluss kam, Andi Grubers Schuss im Strafraum ging aber weit drüber. Nach gut einer Stunde feuerte Sandi Lovric mal einen Distanzschuss in Richtung gegnerisches Tor, aber ein Däne konnte mit seinen Weichteilen gerade noch klären. Ein empathisches Raunen ging durch die Menge. Kurz danach aber das 0:2, nach schöner Doppelpasskombination war die Viererkette von Sturm ausgespielt und Pusic musste Esser nur noch überheben.
Danach war die Luft etwas draussen, Midtjylland musste nicht mehr, Sturm konnte nicht. Die Abstimmungsschwierigkeiten waren heute einfach zu groß. Zum Schluss versuchte man noch einige Experimente: Marc Andre Schmerböck durfte sich als Linksverteidiger probieren, Simon Piesinger mutierte zum Zielstürmer. Schmerböck wurde kaum gefordert, Piesinger konnte zwar einige Kopfballduelle gewinnen, aber danach gingen fast alle zweiten Bälle an die Dänen.

Auch eine Flut an Eckbällen konnte Sturm in der zweiten Halbzeit nicht nutzen und so gewinnt der FC Midjylland durchaus verdient. Sturm war zwar in der ersten Halbzeit die bessere Mannschaft, konnte aber nicht zwingend genug vors Tor kommen. In der zweiten Halbzeit kam Sturm nie ins Spiel, wurde ausgekontert und kassierte zu billig seine beiden Tore. Aber alles kein Beinbruch, bei den Dänen geht die Meisterschaft schon bald wieder los, man merkte das hier einfach schon eine längere Vorbereitung absolviert wurde. Die erste Halbzeit machte viel Lust auf mehr, in der zweiten Halbzeit hat man gut gesehen woran es noch zu arbeiten gilt.
Nach dem Spiel konnte uns Trainer Franco Foda noch einige Fragen beantworten:

Das sagte Foda zum Testspiel: „Wir gehen natürlich in jedes Testspiel um es auch zu gewinnen, aber der Wert eines Testspieles liegt nicht in erster Linie im Ergebnis. Mit der ersten Halbzeit bin ich sehr zufrieden, in der zweiten Halbzeit hat man gesehen, dass die Mannschaft so noch nie zusammen gespielt hat. Da hat ein wenig die Abstimmung und der Zug zum Tor gefehlt, aber die erste Halbzeit war sehr gut von uns.“

Das sagte Foda zu Moneyball: „Das System ist uns bekannt, allerdings ist es nichts für uns, ich vertraue da lieber meiner eigenen Einschätzung. Statistiken spielen aber natürlich auch bei uns eine Rolle.“

Das sagte Foda zu Schmerböck als Linksverteidiger: „Heute war geplant, dass jeder Spieler 45 Minuten Spielzeit bekommt, nur bei Bright Edomwonyi waren nicht mehr als 30 Minuten möglich. Die letzten 25 Minuten hat dann Schmerböck hinten gespielt und seine Sache nicht so schlecht gemacht, aber er ist in Zukunft definitiv keine Option für diese Position.“

Das sagte Foda zur Kadersituation: „Wir wollen noch jemanden links hinten, hier haben wir nur Christian Klem und einen Stürmer, da Roman Kienast und Bright Edomwonyi lange verletzt waren. Die Personalien Miles Müller und Christian Schoissengeyr werden wir wie immer intern in aller Ruhe besprechen und danach eine Entscheidung bekannt geben.“

Spieldaten:
01. Juli 2015, 18:00 Uhr, Stadion Wildon,Tore: Martin Pusic (51., 61.)

Aufstellung Sturm 1.Hz.: Esser; Ehrenreich, Kamavuaka, Madl, Klem; Hadzic, Offenbacher; Schloffer, Dobras, Avdijaj; Tadic

Aufstellung Sturm 2.Hz.: Esser (75. Schützenauer); Potzmann, Schoissengeyr (Testspieler), Spendlhofer, Klem (62. Edomwonyi); Piesinger, Müller (Testspieler); Schick, Lovric, Schmerböck; Gruber

 

2 Kommentare

  1. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Wird mit Sharifi nicht mehr geplant, da man noch einen Lv sucht?
    Und einen brauchbaren Stürmer Wird man nur gegen eine Ablöse bekommen

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  2. lips sagt:

    Wenn man die Chancen genützt hätte, wäre es 5:2 ausgegangen.
    War aber ein guter Test

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