Entwicklungsschritt Richtung Meistergruppe

Spielvorschau: SK Sturm Graz vs. Wolfsberger AC

Nach einer doch deutlichen Niederlage in Pasching musste der SK Sturm Graz den dritten Tabellenplatz nach der 17. Runde der tipico Bundesliga an den LASK abgeben. Weder offensiv noch defensiv konnte man Dominik Thalhammers Team auf dem kleinen Platz des Waldstadions ausreichend Paroli bieten, es mangelte phasenweise einfach an Genauigkeit und vor allem auch an Durchschlagskraft. Will man den Anschluss an die Stockerlplätze nicht verlieren, muss am Sonntagnachmittag gegen den aktuell sechstplatzierten Wolfsberger AC, der vergangenen Mittwoch in Budapest noch eine doch zu erwartende „Heimpleite“ gegen Tottenham hinnehmen mussten, ein Sieg her. Ob die Kärntner angesichts ihres internationalen Auftritts am 18. Spieltag immer noch schwere Beine haben, wird sich weisen. Ob das zum Vorteil für die Hausherren gereicht, muss bezweifelt werden, denn die „Honeymoon-Phase“, die im Herbst noch für furiose Auftritte, geprägt von spielerischer Leichtigkeit, sorgte, ist vorbei. Jetzt ist der Alltag da.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie – Zuhause machten die Spiele gegen den WAC zuletzt wenig Spaß.

Intensität und Entwicklung

Der Blick auf die Statistiken dieser Paarung offenbart, dass die Kärntner die Nase im Packduell mittlerweile zumindest leicht vorne haben. Sie blieben in den letzten vier Begegnungen nicht nur ungeschlagen, sondern konnten drei davon sogar für sich entscheiden. Noch schlimmer: In den letzten drei Heimspielen setzte es für den SK Sturm auch ebenso viele Niederlagen gegen die Wolfsberger. „Diese Statistik muss Motivation genug sein. Wir brennen auf Sonntag!“, meint Trainer Christian Ilzer, der Zahlen aus der Vergangenheit in der Regel eher wenig Bedeutung beimisst. Verbesserungspotenzial sieht er vor allem in der Qualität des Spiels, etwa wenn es um die Passgenauigkeit geht, mit der man vor allem im Angriffsdrittel zuletzt viel Luft nach oben ließ. Die logische Folge sei ein Mangel an Großchancen gewesen, derer es vor allem auch gegen Mannschaften wie dem LASK in größerer Zahl bedürfe, so Ilzer, der außerdem folgenden Aspekt hervorhebt: „In intensiven Partien Lösungen zu finden, ist ein Entwicklungsschritt, den wir noch machen müssen!“

Gegen ein „Weltklasseteam“ ausgeschieden

Nach Abpfiff der Hinrunde im Europa League-Sechzehntelfinale in der Budapester Puskas Arena zeigte sich Ferdinand Feldhofer naturgemäß nicht zufrieden, lobte allerdings die Mentalität, welche die „Wölfe“ an den Tag gelegt hatten: „Nach dem 0:3 hat meine Mannschaft große Moral bewiesen und sich nicht gehen lassen.“ Immerhin kam man durch einen Elfmeter, der von Christopher Wernitznig herausgeholt (keine Seltenheit) und von Michael Liendl gegen Hugo Lloris schließlich verwertet wurde, zum Ehrentreffer. In weitere Folge fehlte bei einem Lattenpendler Wernitznigs auch nicht mehr viel auf den Anschlusstreffer.  Dennoch mussten Feldhofer und sein Team an diesem Tag nach einer 1:4-Niederlage auch einfach anerkennen, gegen ein „Weltklasseteam“ (O-Ton, Feldhofer) gespielt zu haben, das den Underdog nicht unterschätzte und keine Zweifel daran ließ, welcher Klub aus dieser Paarung ins Achtelfinale vorrücken wird. Dass sich die Lavanttaler am Sonntag wegen des Rückspiels schonen werden, ist natürlich ausgeschlossen, denn längst haben sie sich der oberen Tabellenhälfte angeschlossen und wollen den Abstand zur Wiener Austria und dem TSV Hartberg natürlich vergrößern. Der SK Sturm hingegen könnte sein Ticket für die Meistergruppe mit einem vollen Erfolg bereits frühzeitig lösen.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie – Die Qual der Wahl im Angriff.

Ist Jantscher fit?

Jakob Jantscher, der sich im Laufe der Woche mit einer Entzündung herumplagen musste, schien für einen Einsatz am Wochenende zunächst nicht in Frage zu kommen. Der Gesundheitszustand des Top-Scorers habe sich, so Christian Ilzer, allerdings verbessert, wodurch die realistische Chance besteht, ihn zumindest im Laufe der Partie als Joker einwechseln, wenn nicht sogar von Beginn weg spielen lassen zu können. Außerdem steht dem SK Sturm Abwehrchef Gregory Wüthrich nach seiner Gelbsperre wieder zur Verfügung, was natürlich einige Umstellung im Vergleich zur vergangenen Begegnung mit dem LASK bedeuten dürfte. Die Qual der Wahl hat Ilzer jedenfalls im Angriff, denn mit Bekim Balaj, Kevin Friesenbichler, Kelvin Yeboah und Francisco Mwepu stehen ihm gleich vier nominelle Stürmer zur Verfügung. Mit einem voll einsatzbereiten Jantscher, der diese Position bereits äußerst erfolgreich ausfüllte, sind es insgesamt sogar fünf Kaderspieler, die ganz vorne eingesetzt werden können. 

Spieldaten

SK Sturm vs. Wolfsberger AC

18. Runde der Österreichischen Bundesliga 2020/21
Sonntag, 21. Februar 2021, 14:30 Uhr, Merkur Arena, Graz-Liebenau

Mögliche Startaufstellung: Siebenhandl; Gazibegovic, Nemeth, Wüthrich, Dante; Gorenc Stankovic; Kiteishvili, Ljubic, Hierländer; Friesenbichler, Yeboah

Ersatz: Schützenauer, Ingolitsch, Jäger, Jantscher, Kuen, Shabanhaxaj, Balaj

Es fehlt: Trummer (rekonvaleszent)  

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7 Kommentare

  1. Gmeindlkantine sagt:

    Scheiß Geisterspiele.

    +5
  2. René sagt:

    Was is mit Huspek immer?

    0
    • Bernhard Pukl Bernhard Pukl sagt:

      Kann natürlich sein, dass er schon im Kader ist. Habe hier natürlich nur gemutmaßt.

      0
  3. Ennstaler sagt:

    Wäre super, wenn Sturm gleich gegen den WAC den Matchball zum definitiven Erreichen des oberen Playoffs verwandeln könnte! Das gäbe ordentliches Selbstvertrauen für das Spiel gegen die Bullen.

    +2
  4. Fanatiker sagt:

    Ich will den Teufel nicht an die Wand malen, aber Sturm ist dafür prädestiniert Mannschaften am Leben zu halten…

    0

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