Schwarz-Weiße Zahlen #11

Einmal und nie wieder

Einmal im Leben im schwarz-weißen Trikot in der Bundesliga aufzulaufen, ist für viele Nachwuchskicker ein erklärtes Ziel. Wir stellen heute Fußballer vor, die genau das geschafft haben. Genauer gesagt: Einmal und danach nie wieder. In der Bundesliga-Geschichte sind es deren 18 Spieler, die zumeist längst in Vergessenheit geraten sind und trotzdem auch Teil der langen Vereinshistorie des Sportklub Sturm sind. Auch wenn es mit der großen Karriere als Fußballer nicht geklappt hat, allen 18 eint doch eines: Jeder Einzelne hat einmal öfter für Sturm gespielt, als das gesamte SturmNetz-Team zusammen:

Manfred Fruhmann (1977 – 10 Minuten)
Am 10. Mai 1977 debütierte der damals 20-jährige Manfred Fruhmann im schwarz-weißen Durisoltrikot in der Bundesliga. Im Heimspiel gegen die Admira im alten Liebenauer Stadion wurde der Verteidiger zehn Minuten vor Schluss für Walter Gruber eingewechselt, Sturm führte zu diesem Zeitpunkt dank unter anderem zwei Treffer von Gernot Jurtin bereits mit 6:2. „Ich habe bei Sturm alle Nachwuchsteams durchlaufen, im Winter 1977 wurde mir aber klar, dass es für mich nicht für ganz oben reicht und bin zu Waagner/Biro gewechselt.“ Fruhmanns größter Erfolg war der österreichische Meistertitel mit dem U-21-Team, er war Teil der Generation rund um Hans Koller, Anton Ringert, Walter Saria und Rudi Schauss.

Anton Eder (1981 – 10 Minuten)
Ganze zehn Minuten Bundesligaluft durfte der Obersteirer im Mai 1981 schnuppern. Zwar stand er zwischen 1979 und 1981 im Sturm-Kader, hatte auf seiner Position aber mit Walter Hörmann zu starke Konkurrenz. Eder kam aus Stainach und wechselte im Sommer 1981 zum SC Liezen zurück in die Landesliga, musste dort aber aufgrund einer Verletzung seine aktive Fußballerkarriere frühzeitig beenden. Der langjährige Trainer beim Steirischen Fußballverband ist heute wieder Betreuer in seiner Heimat. An sein einziges Bundesligaspiel kann er sich noch allzu gut erinnern, befahl ihm doch Kapitän Manfred Steiner kurz nach seiner Einwechslung, einen Freistoß auszuführen. Seine einzige Siegesprämie belief sich damals auf „einige Tausend Schilling“. Eder hat heute noch guten Kontakt mit ehemaligen Kollegen wie Kurt Grössinger, Franz Feierer oder Peter Huberts. Sein einziges Spiel in der Bundesliga wäre beinahe eines der wichtigsten Spiele in der Klubgeschichte geworden, denn mit diesem Sieg und der zeitgleichen Niederlage der Austria beim LASK übernahm Sturm Graz nach 33 Runden die Tabellenführung und war wieder auf Meisterkurs. Dann aber kam die letzte Runde – und das tränenreiche Spiel gegen Rapid Wien im Liebenauer Stadion. Verblüfft war Eder damals über den Umstand, dass „auch als Ersatzspieler ständig Autogramme von mir verlangt wurden“. 

Günther Tauschmann (1982 – 10 Minuten)
Beim Heimspiel gegen Rapid Wien wurde Tauschmann für Vereins-Ikone Bozo Bakota eingewechselt, der Stürmer konnte an jenem Tag die 0:1-Niederlage gegen die Hütteldorfer aber auch nicht verhindern. Vorher gab es schon Chancen en masse durch Niederbacher, Jurtin und Bakota, sowie einen Lattenschuss von Walter Hörmann. Den einzigen Treffer in dieser Partie erzielte allerdings Rapids UdSSR-Legionär Sinitschenko in der 67. Minute. Tauschmann kam vom Dietersdorfer USV zu Sturm, und das, obwohl er schon mit der Wiener Austria einen Vorvertrag abgeschlossen hatte. Die Veilchen zeigten sich aber gnädig und verhinderten damit, dass der Spieler gesperrt worden wäre. Dem Dietersdorfer USV kostete Tauschmanns Sinneswandel einiges an Geld, da die Austria bereit gewesen, mehr zu zahlen als Sturm. „Der Konkurrenzkampf war zu dieser Zeit schon enorm. Beinahe hätte ich mein Bundesliga-Debüt schon früher gegeben. Bei einem Spiel gegen VOEST Linz stand ich schon auf der Seitenlinie, doch dann erzielten die Linzer das 2:0 und Baric verwarf wieder seinen ursprünglichen Plan. Ich war in diesem Jahr gerade beim Bundesheer, da waren die 5.000 Schilling monatlich schon sehr viel Geld für mich.“ Beim Spiel gegen Rapid war es dann doch so weit. Baric sagte zu seinem Co-Trainer, ihm fiele nichts mehr ein, jetzt probiert er es doch mit Tauschmann. Jurtin, Bakota und Niederbacher waren zu jener Zeit aber insgesamt eine unüberwindbare Hürde.

Reinhold Reiss (1988 – 15 Minuten)
1.000 Zuseher waren es, die am 26.11.1988 in der Gruabn den Stürmer gegen Austria Klagenfurt bei einem trostlosen 0:0 auf die Füsse sahen. Die einzige nennenswerte Chance hatte in diesem Spiel ausgerechnet jener Spieler, der fünfzehn Minuten vor Schluss für Haki Holzer eingewechselt wurde, aber Reiss scheiterte mit einem Kopfball knapp. Der Eigenbauspieler war von der U8 weg bei Sturm. Otto Baric hielt große Stücke auf ihn und machte ihn zum Kaderspieler. Als Baric ging und Starek kam, war die Karriere von Reiss auch schon wieder vorbei und er wechselte zu LUV Graz, der damals noch in der zweithöchsten Spielklasse tätig war. Für den ehemaligen Kooperationsklub erzielte er dabei sogar drei Treffer, war in Wetzelsdorf später auch noch als Trainer aktiv.

Peter Stern (1978 – 19 Minuten)
Der linke Außenverteidiger wurde am 20.10. 1978 beim 2:2 gegen VOEST Linz eingewechselt. Trotz Roter Karte für den Linzer Nikezic (37.) reichte es für Sturm nach einer 2:0-Führung nur zu einem Unentschieden. Im Sommer zuvor war der KFZ-Mechaniker von Polizei Klagenfurt nach Graz gekommen. Immerhin durfte Stern auch beim Erstrundenspiel im ÖFB-Cup gegen den Wolfsberger AC von Beginn an ran und war involviert in eines der aufregendsten Pokalspiele in der Historie des SK Sturm: Erst nach dem 20. Elfmeter konnten sich die Grazer den Aufstieg sichern. „Der Wechsel in die Bundesliga kam für mich zumindest ein Jahr zu früh. Ich hatte damals auch ein Angebot vom Zweitdivisionär St.Veit/Glan, aber ich ging aufs Ganze. Doch der Schritt von der Kärntner Unterliga zu Sturm war dann doch ein zu großer.“ Stern absolvierte seinen Präsenzdienst noch in Graz, ging dann aber wirklich zu St. Veit, wo er zu einem soliden Zweitligaspieler avancierte. Mittlerweile ist der ehemalige Postbote bereits in Pension, verfolgt aber noch immer die Spiele des SK Sturm und geht auch in das Stadion, wenn die Schwoazen in Wolfsberg oder Klagenfurt antreten. „Trotz allem war dieses eine Jahr eine wirklich tolle Zeit für mich, vor allem Trainer Günther Paulitsch war wohl der beste Trainer, den ich Zeit meiner Karriere erleben durfte.“

Andreas Fischer (2013 – 20 Minuten)

Im Sommer 2013 wechselte der Kärntner vom Landesligaverein FC St. Veit zu Sturm, erhielt in Graz einen Profivertrag, wurde aber primär für die Amateurmannschaft verpflichtet. Der Mittelstürmer traf in der Regionalliga fast nach Belieben und so wurde er auch für Trainer Darko Milanic zum Thema. Bereits im Oktober desselben Jahres bekam er beim Heimspiel gegen die Admira seine Chance: 20 Minuten vor dem Abpfiff wurde er für Anel Hadzic auf das Feld geschickt, allerdings in ein Spiel welches – unter anderem auch wegen eines fürchterlichen Pliquett-Patzers – bereits mehr oder weniger verloren war. „Ich war ja schon 22 Jahre alt, als ich nach Graz gekommen bin, daher hab ich mit einem Einsatz in der Bundesliga erst gar nicht gerechnet. Doch es ging dann recht schnell. Ich habe in der Amateur-Mannschaft gute Leistungen gezeigt und so war ich recht schnell im Profi-Kader. Das Spiel gegen die Admira fand am Nationalfeiertag statt, für mich war dieser Tag aber auch ein persönlicher Feiertag. Wie es im Sport oft so ist, ging es danach jedoch schnell in die andere Richtung. Aber ich denke, viele Fans würden mit mir tauschen und auch einmal gerne erleben, was es bedeutet, in Liebenau für Sturm auf dem Platz zu stehen.“ Nach zwei Saisonen und siebzehn Treffer für das Amateurteam, wechselte der Kärntner im Sommer 2015 in die Regionalliga. Für den SC Kalsdorf hat er seitdem in 46 Spielen unfassbare 36 Tore erzielt. „Ich bin stolz, dass ich nach meiner Zeit bei Sturm den Sprung in die Berufswelt geschafft habe und nebenbei weiterhin meine Leidenschaft am Fußballplatz ausleben darf.“

Wolfgang Wagenhofer (1980 – 27 Minuten)

Am 6.9.1980 wurde der Stürmer in einem Heimspiel gegen die Wiener Austria (2:2) in der 63. Minute eingewechselt. Warum die einstige Stümerhoffnung aus Hartberg – wo er immerhin zweimal Torschützenkönig in der Landesliga wurde – nicht öfter zum Einsatz kam, begründet Wagenhofer heute so: „Ich war damals bei der Gendarmarie und mir wurde im Zuge des Wechsels nach Graz zugesagt, dass ich in den Innendienst versetzt werde. Leider musste ich aber auch als Sturmspieler noch weiterhin Nachtdienste schieben und das war schon damals für eine Bundesliga-Karriere nicht förderlich.“ Als er beispielsweise gegen Rapid in Hütteldorf von Anfang an spielen sollte, versäumte er direkt vom Nachtdienst kommend den Mannschaftsbus. Wagenhofer fuhr daraufhin mit dem Auto privat nach Wien, doch Otto Baric`s Ärger war noch nicht verraucht und so lief Wagenhofer erneut nur für das U21-Team auf. Im Winter ging er wieder retour nach Hartberg. „Nichtsdestotrotz erinnere ich mich gerne an diese Zeit zurück. Mir wurde damals immer gesagt, ich sollte mehr Geduld haben, meine Zeit würde schon noch kommen. Aber die hab ich damals nicht gehabt und ich wollte nicht mehr auf einer Ersatzbank sitzen.“

Jürgen Prutsch (2008 – 32 Minuten)

Ganz passt der Grazer nicht in diese Aufzählung, da er zwar auch genau ein Bundesliga-Spiel für Sturm absolvierte, ein Jahr zuvor aber bei einem anderen Grazer Klub ebenfalls genau einmal ran durfte und somit zwei Einsätze in der höchsten österreichischen Liga auf der Habenseite stehen hat. Nach dem finanziellen Crash des einstigen Stadtrivalen wechselte er die Fronten, wurde aber auch unter Trainer Franco Foda bei Sturm nie so richtig glücklich. Beim 2:1-Auswärtssieg gegen Altach, wurde er jedoch für Klaus Salmutter eingewechselt, drei Minuten später gelang Marc Prettenthaler das Siegestor. Im Sommer wurde er nach Altach verliehen und absolvierte für die Vorarlberger 16 Zweitligaspiele. Im Winter 2009/2010 folgte der überraschende Wechsel zum AS Livorno in die Serie A. „Meine Leistungen für die Amateurmannschaft waren ja nicht so schlecht, mir wurde aber nie erklärt, warum es nicht zu mehr als einem Einsatz in der Kampfmannschaft gereicht hat“, sagte der Grazer später in einem Interview dem Online-Portal Sturm12. Immerhin reichte es in der Toskana zu sechs Spielen in der Serie-A, der AS Livorno stieg allerdings ab. 2013 wechselte er zu SS Barletta Calcio. Gastspiele bei Parndorf, Hartberg, Lupa Cast Rom und Racing Roma folgten. Nach einem halben Jahr Vereinslosigkeit, bekam er in diesem Winter einen Vertrag beim SV Allerheiligen in der Regionalliga-Mitte.

Wolfgang Winter (1980 – 45 Minuten)
Winter kam von Red Star Knittelfeld zu Sturm und galt zu jener Zeit als potentieller Nachfolger für Gernot Jurtin, dem man damals Abwanderungsgelüste Richtung PSV Eindhoven nachsagte. Aber Jurtin blieb den Blackies dann doch treu und so reichte es für den Obersteirer nur zu einer Halbzeit gegen den Wiener Sportklub in der letzen Bundesliga-Runde der Saison 1979/80. Winter, damals noch HTL-Schüler, wechselte zum KSV, wurde später als Inhaber einer Firma für Elektro- und Schaltanlagenbau in Knittelfeld erfolgreicher Unternehmer. Der Filigrantechniker – wie Jurtin ein „Linker“ – hat sogar eine Olympiateamnomierung in seiner Karrierelaufbahn stehen. Noch heute denkt er an seine kurze Sturmzeit gerne zurück :“Als junger Spieler wurde man bei Sturm sehr schnell integriert, das, was die „Sturmfamilie“ noch  heute ausmacht, war damals schon sehr intensiv zu spüren. Ich wollte in diesem halben Jahr in Graz Fuß fassen und hätte mir auch gewünscht, längerfristig für Sturm zu spielen. In meinem allerersten U-21 Spiel für die Blackies gelangen mir ja auch gleich vier Tore, aber aus der großen Karriere ist dann doch nichts geworden.“

Rene Seitner (1982 – 45 Minuten)
In der letzten Runde der Saison 1981/82 durfte Seitner gegen den LASK für eine Halbzeit Stammtorhüter Saria ersetzen, doch bereits nach zwei Minuten kassierte er dabei das Goldtor der Linzer durch den Deutschen Koczor. Seitner kann allerdings von sich behaupten, Sturm auch international vertreten zu haben. Beim Intertotospiel gegen den MSV Duisburg (1:1) durfte er ebenfalls eine Halbzeit ran. „Mir war klar, dass ich als eindeutige Nummer 2 geholt wurde. An Walter Saria gab es zu dieser Zeit einfach keinen Weg vorbei.“ Der Torhüter ging zurück nach Trofaiach. Seit 1986 ist er Gastwirt und führt in seiner Heimat das Gasthof zum Goldenen Ochsen.

Anel Kocijan (2013 – 47 Minuten)

Der Eigenbauspieler war schon in jungen Jahren ein echter Wandervogel, nach mehreren Zwischenstationen wurde er im Sommer 2012 vom SV Pachern heimgeholt, um die Sturm-Amateure zu stärken. In der letzten Runde der Bundesliga-Saison 2012/2013 wurde Kocijan beim Heimspiel gegen Wiener Neustadt zwei Minuten vor der Halbzeit für Martin Ehrenreich eingewechselt, Sturm verlor in einem im negativen Sinne denkwürdigen Spiel schlussendlich mit 0:3. Da zeitgleich Wacker Innsbruck in Wolfsberg ein 0:2 noch in einen 3:2-Sieg verwandelte, landete Sturm letztendlich dennoch auf dem vierten Platz, der zur Teilnahme am Europapokal berechtigte. Weitere Kuriosität an diesem Spiel war, dass alle drei Gegentreffer von Steirern (Rauter, Offenbacher, Pollhammer) erzielt wurden. Anel sorgte dafür, dass die Kocijans das dritte Vater-Sohn-Gespann wurden (nach Franco und Sandro Foda sowie Walter und Christian Peintinger), das für Sturm in der Bundesliga tätig war. Im Sommer 2014 wechselte Anel ohne weitere Einsatzminute zum ASK Voitsberg in die Landesliga. „Trotzdem war das damals für mich eine große Sache für meinen Herzensverein, für den schon mein Vater erfolgreich gespielt hatte, in der Bundesliga zu debütieren. Leider reichte es für mich nicht zu mehr Einsätzen. Woran das lag, ist schwierig zu erklären: Vielleicht fehlte mir der letzte Wille, vielleicht auch das Können, vielleicht auch etwas das Glück.“ Zwar ist Anel noch immer als Fußballer aktiv (derzeit beim ATV Irdning in der steirischen Landesliga), aber der Fußball steht für ihn nicht mehr an erster Stelle: „Ich möchte zwar in den nächsten Jahren mit meinem Verein in die Regionalliga aufsteigen, jedoch gilt mein Hauptaugenmerk derzeit meinem Job als Autoverkäufer bei Gady und in naher Zukunft eine Familie zu gründen.“

Karl Schalk (1994 – 67 Minuten)
Ebenfalls an einem 26.11., allerdings im Jahr 1994, durfte der Torhüter erst- und letztmalig Bundesligaluft schnuppern. Ersatzgoalie Gerald Pripfl (selbst für den angeschlagenen Roland Goriupp im Einsatz) verletzte sich und wurde beim Spielstand von 0:0 durch Schalk ersetzt, das Spiel gegen die Wiener Austria verlor man mit 1:4. Schalk, der vom ASV Gösting kam, stand ab der Saison 1992/93 im Kader von Sturm und durfte in dieser Saison auch beim Cupspiel in St. Florian ran. Erst wenige Sekunden im Spiel, musste Schalk damals nach einem Freistoß von Attila Sekerlioglu schon hinter sich greifen. Es war dies im Übrigen die überhaupt letzte Niederlage für Sturm im Laufe der gesamten Saison. Schalk hütete danach noch jahrelang das Tor des SC Wildon.

Ervin Bevab (2013 – 73 Minuten)
Der ehemalige österreichische U18-Nationalteamspieler kam wie Anel Kocijan bei der 0:3-Heimniederlage gegen Wiener Neustadt zu seinem bislang einzigen Bundesliga-Spiel, als er in der 17. Minute für den verletzten Christian Klem eingewechselt wurde. „Das war damals schon ein tolles Gefühl, auch wenn es mit einem Sieg wohl noch schöner geworden wäre.“ Bereits mit 16 gab er beim SV Bad Aussee sein Debüt in der Ersten Liga, später wurde er Stammkraft beim FC Lustenau. Er absolvierte einst Probetrainings bei Bayer Leverkusen und dem VfB Stuttgart und galt als eine heiße Aktie im österreichischen Fußball. Im Jänner 2013 kam er zu Sturm, wo er auch zwei Jahre lang blieb, ohne jedoch jemals den Durchbruch zu schaffen. 2015 wurde Bevab zur Austria nach Klagenfurt verliehen, dort schaffte der Mittelfeldspieler mit den Kärntnern den Aufstieg in die Sky-Go-Liga und wurde zudem am Wörthersee zum Spieler der Saison gewählt. Nach einem halben Jahr kam Bevab zurück nach Graz und spielt seitdem wieder für die Sturm-Amateure. Der 25-Jährige ist derzeit bei den Amas nicht nur ein Führungsspieler, sondern auch Kapitän. Bevab ist somit auch der Einzige in dieser Aufzählung, der seine Einsatzstatistik theoretisch noch verbessern könnte :“Ich bin hundertprozentig fit und wenn man mich braucht auch jederzeit bereit, mehr kann ich zu diesem Thema nicht sagen.“

Mario Karner (2005 – 78 Minuten) 

Die ganze Saison 2004/2005 war man einem Auswärtserfolg vergeblich nachgejagt, erst im letzten Auswärtsspiel mit einer der jüngsten Sturmmannschaften aller Zeiten bezwang man dann Mattersburg im Pappel-Stadion mit 3:1. Mit dabei damals auch ein gewisser Mario Karner, der in der Startelf stand und erst nach 78 Minuten Mario Kreimer Platz machen musste. Es blieb bei diesem einzigen Bundesligaspiel, da der Verteidiger bereits einen Monat später zum KSV in die Obersteiermark wechselte. Zwischen 2008 und 2010 war er noch für den ASK Voitsberg aktiv. Zusammen mit Günther Neukirchner absolvierte er noch als aktiver Kicker die Lehrerausbildung und unterrichtete danach an der Sportmittelschule Bruckner, wo er die Mädchen-Schulmannschaft betreute und wo auch der Plan ins Leben gerufen wurde, bei Sturm ein Frauenteam zu installieren, dessen erster Trainer er wurde. Heute leitet Karner bei den Blackies die gesamte Abteilung Damen-Fußball.

Eduard Pansi (1976 – 90 Minuten)

Gleich zum Saisonauftakt kam der im Sommer von Deutschlandsberg zu Sturm gewechselte Pansi auf der Linzer Gugl gegen den LASK zu seinem einzigen Bundesligaspiel. Durch gute Leistungen in der Landesliga wurde sowohl Sturm als auch der GAK auf den Mittelfeldspieler aufmerksam, Pansi entschied sich für die Blackies und galt damals als sogenannter Paragraph-Spieler, 60.000 Schilling wechselten ihren Besitzer. Die junge Sturm-Elf verlor zwar 0:5, doch Sir Karl Schlechta nahm seine Rookies in Schutz, sprach von unglücklichen Umständen. Trotzdem kam Pansi zu keinem weiteren Einsatz mehr. „Ich hab damals ein schönes Fixum erhalten, bekam auch als Ersatzspieler die volle Siegesprämie.“ Trotzdem ging der Mittelfeldspieler nach nur einer Saison wieder zurück in die Weststeiermark, wo er im Alter von 29 Jahren in Eibiswald seine Fußball-Karriere beendete. „Ich bekam eine Stelle in der Hausverwaltung im Bundesschulzentrum, zu Sturm allerdings riss der Kontakt völlig ab. Meine Liebe gilt heute dem Laufsport, ich bin auch einer der Mitorganisatoren des Ölspurmarathons und Obmann beim Laufclub Deutschlandsberg.“

Abiodun Baruwa (1998 – 90 Minuten)
Der Torhüter spielte in Steyr am 26.9.1998 90 Minuten und war maßgeblich am 1:0-Auswärtssieg gegen Vorwärts beteiligt. Zu dem Einsatz kam es, da sich Stammgoalie Kazimierz Sidorczuk beim Hinspiel gegen Steyr drei Tage vorher verletzte und in der 17. Minute durch Alexander Knezevic (damals dessen Debüt in der Bundesliga) ersetzt werden musste. Knezevic musste an diesem Tag zwei Gegentreffer hinnehmen, vielleicht ein Grund, warum sich Osim daraufhin in Steyr für Baruwa entschied. Der Nigerianer glänzte durch einige tolle Reflexe und die Trainerlegende konnte einige Tage später beruhigt zur Champions League-Begegnung nach Mailand fliegen, da nun klar war, dass mit Baruwa ein starker Ersatz für den angeschlagenen Sidourczuk vorhanden ist. Allerdings wurde der Pole rechtzeitig zum Spiel gegen Inter wieder fit. Baruwa kam 1998 vom FC Sion, ist dreimaliger Nationaltorhüter Nigerias und war auch bei der WM 1998 im Kader der Super-Eagles. „Die Zeit bei Sturm war die deprimierendste Phase in meiner Karriere. In Graz angekommen, bekam ich massive Knieprobleme. Während meiner drei Jahre in Österreich gingen diese eigentlich nie mehr weg. Mit Imre Szabics stehe ich auch heute noch in Kontakt, er ist ein wirklich guter Freund geworden.“ Baruwa lebt seit vier Jahren in London, wo er als Spielermanager tätig ist und seine eigene Firma hat. Besondere Erinnerungen an die steirische Landeshauptstadt hat er auch deswegen, da er erst hier das Sakrament der Taufe empfangen hat. Als Pate fungierte damals niemand geringerer als Andres Fleurquin. Baruwa ist neben Tobias Schützenauer (2 Bundesliga-Spiele) und Andreas Hammerl (1 Einsatz in der Nationalliga) einer der drei Sturmtorhüter mit blütenweißer Weste.

Stefan Stangl (2011 – 90 Minuten)

Schon im Alter von acht Jahren, kam der Verteidiger in die Jugendabteilung des SK Sturm. Zusammen mit Daniel Royer und Florian Kainz bildete er Jahre später das Herzstück der Sturm Amateure. In der Kampfmannschaft debütierte er in der UEFA Champions League-Qualifikation im Auswärtsspiel gegen den FC Sestaponi aus Georgien, als er in der 90. Minute für Florian Kainz eingewechselt wurde. Kurz darauf kam er auch zu Bundesliga-Ehren: Am 24. September 2011 steht er in der Generali Arena in der schwarz-weißen Startelf und leistet beim 1:0-Führungstreffer von Darko Bodul gleich den Assist. In Graz war man sich sicher, die Premiere eines jungen Spielers mit sehr viel Potential erlebt zu haben. Doch es kam ganz anders: Zwar kam er in der Europa-League gegen AEK Athen erneut zum Einsatz, das war es dann aber auch schon: Weder Foda, noch Hyballa, schienen vom linken Verteidiger überzeugt und so wechselte Stangl in der Winterpause 2012 zum SV Grödig. Weitere Gastspiele in Wiener Neustadt sowie beim SK Rapid Wien folgten. Im Sommer 2016 sicherte man sich in Salzburg um kolportierte 1,7 Millionen Euro die Dienste der ehemaligen schwarz-weißen Nachwuchshoffnung. Die Personalie Stefan Stangl gilt als eines der eher düsteren Kapitel in der Talentesichtung. Umso mehr in Anbetracht dessen und in bitterer Erinnerung, welche Nöte es justament auf der linken Abwehrsposition in den Folgejahren nach der Aussortierung des Südsteirers bei den Blackies gab.

Zjelko Balen (2013 – 90 Minuten)

Immerhin mit einem Einsatz in der Europa-Leauge-Quali für Slaven Belupo Koprivnica in den Beinen kam der Kroate Zjelko Balen 2013 aus Gleinstätten zu den Sturm-Amateuren und durfte wie Anel Kocijan und Ervin Behab in der letzten Runde der Bundesliga-Saison 2012/2013 bei der 0:3-Heimpleite gegen Wiener Neustadt in der Kampfmannschaft debütieren. „Ich habe für die Amateure sechs Monate lang gute Leistungen gezeigt und daher hat sich der damalige Trainer Markus Schopp – auch bedingt durch zahlreiche Verletzungen und Sperren der Stammkräfte – für mich entschieden.“ Doch das völlig neu formierte Team enttäuschte die ohnehin zu dieser Zeit nicht verwöhnten Sturmfans ebenfalls. Schopp, der große Stücke auf Balen hielt und bei Gerneral Manager Gerhard Goldbrich schon bezüglich eines Profivertrages für seinen Schützling vorsprach, trat wieder in das zweite Glied zurück, sein Nachfolger Darko Milanic bekam den Kroaten nie mehr zu Gesicht, denn aus dem Kontrakt wurde letztendlich nichts und der Innenverteidiger musste sich schon im Sommer arbeitslos melden. Erst ab Jänner 2014 kickte Balen wieder, zuerst für den SV Wildon, später noch in Bad Radkersburg, Kirchberg an der Raab und in Werndorf. „Ich habe zu jener Zeit meine Trainerausbildung gemacht, seit November 2016 bin ich als Trainer beim USV Grafendorf in der Unterliga tätig.“

 

 

1 Kommentar

  1. graz4ever sagt:

    Wahnsinn 🙂

    Echt geil SturmNetz was ihr euch immer für Artikel mit „schrägem“, aber hochinteressanten Hintergrund-Wissen, einfallen lässt..

    Besonders die oberen Spieler, waren zwar weit vor meiner Zeit, aber wieder mal n‘ richtig flashiger Artikel 🙂 🙂 🙂

    Weiter so!!!

    4+

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