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Spielercheck: FC Red Bull Salzburg vs. SK Sturm Graz

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der Begegnung FC Red Bull Salzburg vs. SK Sturm Graz sind abgeschlossen und alle Einsendungen ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Jörg Siebenhandl – Note: 2,20

Euer „Man of the Match” ist zum wiederholten Male der 29-jährige Keeper. Jörg Siebenhandl bestätigt Runde für Runde seine starke Form. Auch vergangenen Sonntag fungierte er für seine Hintermannschaft gegen die Salzburger mehrmals als letzte Rettung. Gegen die starke Offensivabteilung des Tabellenführers konnte in Halbzeit zwei auch er nichts ausrichten, bei jedem der drei Gegentreffer war er schuldfrei. Ganze 12 Schüsse wurden innerhalb des Strafraums auf sein Tor abgefeuert, da ergeben die drei Gegentreffer immr noch eine gute Quote für den gebürtigen Wiener.

Michael John Lema – Note: 2,31

Seit Beginn der Meistergruppe setzt Trainer Roman Mählich auf die Nachwuchshoffnung. Stets wurde der 19-Jährige in der Startaufstellung aufgeboten, die gezeigten Leistungen schlugen aber in Höhen und Tiefen aus. Keine besondere Überraschung bei einem Flügelspieler, der inmitten seiner Entwicklung steckt, sich insgesamt aber auf einem guten Weg befindet. Gegen Salzburg behielt er in der 40. Minute einen kühlen Kopf und verwertete seinen einzigen Torschuss im Spiel eiskalt.

Stefan Hierländer – Note: 2,42

Der Kapitän kämpfte über die vollen 90 Minuten, glänzte auch immer wieder in gelungenen Aktionen. Hierländer war es auch, der einen misslungenen Einwurf der Salzburger abfangen und infolgedessen blitzschnell das Tor der Blackys einleiten konnte. Der Kärntner bekleidet unter Mählich eine defensivere Rolle auf der rechten Außenseite, macht viele wichtige Meter und agiert mannschaftsdienlich. Über die Saison gesehen konnte er jedoch nur rund 50 % seiner Zweikämpfe gewinnen – ein Wert mit hohem Verbesserungspotenzial.

Sandi Lovric – Note: 2,43

Auch bei dem defensiven Mittelfeldspieler zeigt die Formkurve nach oben. Beim Sieg gegen die Wiener Austria konnte er den Siegestreffer erzielen, am Sonntag lieferte er den Assist zum zwischenzeitlichen Führungstreffer. Dennoch gibt es in jedem Spiel des Tirolers auch Unsicherheiten, die seit Jahren prognostizierte Leistungsexplosion lässt noch auf sich warten. Ob die ungewisse Zukunft bei den Blackys eine Rolle spielt, sei dahingestellt. Laut Geschäftsführer Sport Günter Kreissl hat Lovric die Vertragsverhandlungen zur Gänze seinem Berater übergeben, um sich auf das Sportliche konzentrieren zu können.

Juan Domínguez – Note: 2,83

Der routinierte Spanier wurde geholt, um Konstanz ins Mittelfeld zu bringen. Seit zwei Runden in der Meistergruppe darf er auch von Beginn an ran, jedoch resultierten daraus eher durchschnittliche Leistungen. Seine 84 Einsätze in LaLiga und 154 Spiele in Spaniens zweithöchster Spielklasse attestieren ihm zweifelsohne Qualität. Es sei dem Umstand geschuldet, dass für Juan Sturm Graz die erste Auslandsstation darstellt. Sprachbarrieren und kulturelle Unterschiede müssen zunächst überwunden werden, danach hat er die Fähigkeiten, zum Leistungsträger zu werden.

Lukas Spendlhofer – Note: 2,83

Eine Zweikampfquote von 100 % spricht für sich – Bestwert aller eingesetzten Akteure. Der Ersatzkapitän zeigte vor allem in Hälfte eins eine starke Leistung, in den zweiten 45 Minuten wackelte  die Defensivabteilung um Spendlhofer jedoch recht heftig. Auch bei dem Jungpapa gibt es noch Ungewissheit in Sachen Vertragsverlängerung. Günter Kreissl meinte im Sky-Interview aber, dass eine Entscheidung noch im Monat April erfolgen wird.

Anastasios Avlonitis – Note: 2,92

Wie auch bei seinen Kollegen in der Defensive verhielt es sich ähnlich beim Innengriechen. In den ersten 45 Minuten wurde hinten äußerst stabil gearbeitet, in Hälfte zwei wirkte man nicht mehr auf höchstem Level konzentriert. Möglicherweise ist das der hohen Intensität in Halbzeit eins geschuldet. In der zehnten Minute verschuldete Avlonitis beinahe einen Elfmeter, Schiedsrichter Weinberger sah aber das klare Foul an Gulbrandsen nicht, der Strafstoß hätte Sturm vermutlich früh in Rückstand gebracht.

Gideon Mensah – Note: 3,10

Der Leihspieler aus Salzburg konnte an die starken Leistungen aus den vergangenen Spielen nicht anschließen. Mensah bestritt die meisten (15) Zweikämpfe im Spiel, gewinnen konnte er jedoch nur wenige davon. Auch seine blitzschnellen Dribblings gelangen ihm am Sonntag weniger oft als zuvor. Man darf sich vom 20-jährigen Verteidiger noch einiges erhoffen, Kaufoption gibt es im Leihvertrag jedoch keine.

Jakob Jantscher – Note: 3,23

Der Flügelspieler läuft seit Monaten seiner Form hinterher. Nach der schweren Verletzung kann er sein volles Leistungspotenzial noch nicht abrufen. Jantscher wirkte durchaus bemüht, machte aber viele leere Meter und kam kaum zu Bällen. Bekam er die Chance sich zu beweisen, endeten diese Versuche meist mit einem erfolglosen Dribbling.

Fabian Koch – Note: 3,27

Eine Runde zuvor stand er nicht in der Startelf, gegen Salzburg durfte der erfahrene Abwehrspieler wieder von Beginn an ran. Schon länger hat er mit einem Formtief zu kämpfen, aber in Hälfte eins konnte auch er zur kollektiv positiven Defensivleistung seinen Teil beitragen.  Auch die starke Zweikampfquote von über 85 Prozent zeichnet ein positives Bild.

Lukas Grozurek – Note: 3,46

Der Ex-Admiraner ist kein gelernter Stürmer, bekommt jedoch trotzdem Woche für Woche das Vertrauen des Trainers geschenkt und bekleidet die Rolle des Stoßstürmers. Aufgrund der taktischen Ausrichtung war es von Minute eins an eine schwierige Partie für den 27-Jährigen, dennoch kam er in den ersten 45 Spielminuten mehrmals zu Bällen, konnte diese verteilen und die gegnerische Abwehr beschäftigen. Unterm Strich stand aber nur ein abgegebener Torschuss – zu wenig, für eine Neun.

Einwechslungen:

Philipp Huspek – Note: 2,86 (70.)

Kam für den glücklosen Jakob Jantscher ins Spiel, aber auch dem wiedergenesenen Flügelflitzer gelang nur wenig. Versuchte mit seiner Schnelligkeit nochmals das Offensivspiel zu beleben, die Abwehr der Salzburger machte hinten allerdings dicht und ließ keine Räume offen.

Tobias Koch – Note: 3,03 (74.)

Der Youngster arbeitete sich mit guten Trainingsleistungen zum wiederholten Male in den Spieltagskader der Profis, gegen die Salzburger durfte er nun sein Bundesligadebüt feiern. Der Mittelfeldspieler wollte auch gleich einen bleibenden Eindruck bei den Gegnern hinterlassen: Nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung senste er Xaver Schlager um und sah dafür völlig zu Recht die gelbe Karte. Es folgten für Koch schwierige Einsatzminuten gegen starke Gegner.

Emeka Friday Eze – Note: 3,31 (77.)

Der Stürmer kam noch für rund 15 Spielminuten in die Partie, einen bleibenden positiven Eindruck konnte auch er nicht hinterlassen. Mit seinem bulligen Körper tankte er sich gegen Ende des Spiels durch den Strafraum, sein Schuss ging jedoch neben das Tor.

Sonstige Bewertungen:

Roman Mählich – Note: 2,85

Der Trainer der Schwoazen überraschte mit der Tatsache, dass Maresic auf der Bank Platz nehmen musste. Die taktische Ausrichtung war in der ersten Hälfte gegen den Tabellenführer gut gewählt, die Mannschaft stand kompakt und war auch in der Offensive gefährlich. Schade, dass die Mannschaft seine Spielidee nach Wiederanpfiff nicht mehr umsetzen konnte.

Schiedsrichter-Team um Julian Weinberger – Note: 2,94

Julian Weinberger zeigte mit seinem Team eine gute Leistung, lag bei Entscheidungen nahezu immer richtig und pflegte auch die Kommunikation mit den Spielern. In der zehnten Minute übersah er ein klares Foulspiel von Avlonitis an Gulbrandsen innerhalb des Strafraums – Glück für Sturm.

Das SturmNetz – Team bedankt sich für 124 eingegangene Bewertungen und widmet dem Man of the Match, Jörg Siebenhandl, folgende Nummer:

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8 Kommentare

  1. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Es ist kein gutes Zeichen wenn der MOTM immer wieder der Mann im Kasten wird…
    Jörg kann nur MOTM werden wenn er viel zu tun bekommt und somit ist unsere Verteidigung in der Pflicht. Wir können es uns nicht leisten die Offensive komplett aufzugeben und hinten nun auch anfällig zu werden.

    2+
  2. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Offtopic:
    Ajax unter den besten 4 Europas. Ironie des Schicksals: Die Saison hat mit einen Patzer Jörgs begonnen und endet wahrscheinlich mit Jörg als besten Spieler.

    Aber auch ein großer Wandel: Bis zum 1. Gegentor gegen Ajax haben wir gegen die sogar mitgespielt, paar Monate später duellieren wir uns mit dem WAC und St. Pölten auf Augenhöhe…

    2+
    • goodoldtimes sagt:

      Ein paar Tage davor waren wir aber auch mit Siegendorf nur auf Augenhöhe, dazwischen waren wir mit Hartberg und danach mit Innsbruck gerade noch auf Augenhöhe und dann sind St. Pölten und Larnaca über uns drübergefahren…

      3+
    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Also gegen die komplett desolate Austria haben wir 3 Punkte nur wegen Pentz geholt. Hartberg und St. Pölten waren in einem Lauf, Larnaka auch (immerhin Gruppen 3. geworden).

      Im 1. Hartberg Spiel hat sogar der Hosiner getroffen, jetzt ist der im Niemandsland…ich bin sehr aufs WAC Spiel gespannt. Könnte schon eine erste kleine Vorentscheidung werden…

      1+
    • goodoldtimes sagt:

      Man kann sich jedes Spiel so erklären, wie es einem passt. Fakt ist, dass wir in diesem Meisterschaftsjahr seit der ersten Runde nicht besonders überragend gespielt haben… Deswegen denke ich mir, wir könnten die Mannschaft jetzt schon auf die nächste Saison vorbereiten…

      5+
  3. rio sagt:

    Man braucht nicht lange nach Erklärungen zu suchen, Fakt wird bleiben, die Abgänge waren nicht annähernd zu kompensieren und somit weder Spielsystem, noch Zielsetzungen aufrecht zu erhalten. Wie weit Realität und Träumerei auseinanderklaffen (bei Verantwortlichen, Spielern, Fans & Medien) zeigt alleine der Satz über Lema: “ Gegen Salzburg behielt er in der 40. Minute einen kühlen Kopf und verwertete seinen einzigen Torschuss im Spiel eiskalt.“ Ohne Salzburger Haxen wäre der „Schuss“ eine Marke Rückgabe für den Tormann geworden.
    Wir alle träumen davon erfolgreichen Fußball unseres Vereins zu erleben und übersehen dabei, dass mit diesem Team die Realität 1:1 dem Gebotenen entspricht. Auch wenn es weh tut, GK hat uns erfolgreich ins Mittelmaß des österreichischen Fußballs zurückgeführt. Da wieder heraus zu kommen wird viel Glück und (endlich) gezielter Planung bedürfen. Mit weiteren Leihen, Fehleinkäufen und großartigen Durchhalteparolen wird jedenfalls die Marke „Sturm“ Stück für Stück mehr entzaubert. Zu hoffen bleibt, dass Mählich seine Wunschspieler im Sommer „durchsetzen“ kann und so vielleicht der x-te Neustart ein Erfolgslauf wird.

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