Eine Liebe, die nie vergeht

Wir schreiben den 19. Juli 2006, es sollte ein Tag werden, der mein späteres Leben nachhaltig veränderte und umgestaltete. Dieses Datum markiert den Beginn von etwas Großem, es entfachte ein Gefühl in mir, welches ich zuvor noch nie spürte. In der Folge stimmte ich meine Freizeitpläne dahingehend ab, um am Wochenende bei ihr sein zu können, bei meiner großen Liebe.

An besagtem Datum stellte mein Vater mir meine spätere Geliebte vor, zu Beginn verhielt sie sich etwas eingeschnappt, sie schien nicht ganz glücklich, nicht ganz ausgeglichen zu sein. Ich kannte meine Liebe zuvor nur aus Erzählungen meines Vaters und meines Onkels, die beiden schwärmten oft von ihr, manchmal schimpften sie aber auch wutentbrannt über sie. Trotz allem schien sie etwas ganz Besonderes zu sein. Ich schickte mich an, mir ein eigenes Bild zu machen und mein Vater hatte nicht zu viel versprochen. Ich wurde sofort von ihrem Charme übermannt.

Trotz allem schien es damals so als würde sie etwas bedrücken, da ich zu jener Zeit noch recht jung war, verstand ich das nicht auf Anhieb. Diese Traurigkeit wurde, wie sich später herausstellte, von erheblichen finanziellen Schwierigkeiten hervorgerufen. Obwohl meine Liebe eine nervenaufreibende und schwierige Zeit durchlebte und einige Niederlagen einstecken musste, gab sie sich stets kämpferisch und dies imponierte mir. In der Folge besserte sich ihre prekäre wirtschaftliche Lage und wir konnten uns auf das Wesentliche konzentrieren.

Nachdem sie sich am 25. Jänner 2007 all ihrer finanziellen Sorgen entledigte, sprühte sie nur so vor Lebensfreude, zudem strahlte sie eine erfreuliche und unbeschwerte Jugendlichkeit aus. Sie präsentierte ihre Schönheit fast jedes Wochenende und versetzte ihre zahlreichen Verehrer in einen Zustand schier grenzenloser Euphorie. Akteure wie Christoph Leitgeb, Sebastian Prödl und Jürgen Säumel machten diesen Umstand erst möglich. Sie waren ausschlaggebend dafür, dass ich mit meiner Liebe heuer mein zehnjähriges Jubiläum feiern darf und noch immer nicht genug von ihr bekommen kann. Im Winter 2007 folgte das erste große Highlight unserer Beziehung, meine Geliebte krönte sich vor der Maximalanzahl der erlaubten Verehrer zur Winterkönig(in) und ich empfand schier grenzenloses Glück. Ich wagte mir nicht einmal zu Erträumen, dass dies noch übertroffen werden könnte.

Es ist das Jahr 2010 und man kann behaupten unsere Beziehung ist gereift und gewachsen. Mittlerweile ist mir nahezu alles über meine Liebe bekannt und ich versuchte sie nicht nur in Graz- Liebenau sondern auch in Wien, Salzburg oder Wiener Neustadt zu besuchen. Ein schöner Nebeneffekt, der zu dieser Zeit immer stärker in Erscheinung trat, war die Tatsache immer mehr Gleichgesinnte zu finden und mit ihnen über meine Geliebte zu debattieren und Lieder zu singen. An einem schönen Maitag machten wir uns auf nach Kärnten und was dort passieren sollte, schien mir irgendwie surreal. 28000 Verehrer verwandelten diesen tristen Ort in Klagenfurt in einen Hexenkessel. Zu Ehren meiner Liebe wurde ein schwarz-weißes Fahnenmeer kreiert und 90 Minuten später kürte sie sich zur österreichischen Cupsieger(in). Mein Jubel kannte keine Grenzen mehr und wieder einmal war es einer dieser magischen Momente, den nur sie erzeugen konnte.

Selbiges passierte ein Jahr später als sich meine Geliebte zur Österreichischen Meisterin kürte. Jedoch war mir in diesem Moment klar, dass es nicht mehr schöner werden konnte und auch wieder schwierigere Zeiten kommen. Leider sollte selbiges auch passieren, auf sechs wunderschöne Jahre folgten vier voller Leidenszeit. Zwar war ich stets an ihrer Seite, doch sie reagierte stets genervt und auch von ihrer einstigen Schönheit war wenig spürbar. Doch in diesem Jahr, im Sommer 2016 entfachte ein neues Feuer, stärker als jemals zuvor. Im Moment kann ich an nichts anderes mehr denken und ich glaube, dass uns noch sehr aufregende Zeiten bevorstehen.

Sturm Graz– Meine Liebe die nie vergeht

© Martin Hirtenfellner Fotografie

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Bisher in dieser Reihe erschienen:

Teil 1: Auf den Spuren der Sturm-Geschichte – Teil 2: Warum STURM? Gerade obgleich wohlweislich trotzdem ganz einfach DARUM! – Teil 3: Danke Örli für sieben Jahre schwarz-weißes Herzblut

 

9 Kommentare

  1. Ennstaler sagt:

    2006, als Du bekennender Fan von Sturm wurdest, gab es noch den GAK.
    Ein bißchen fehlte der Stadtrivale Sturm in den letzten Jahren, der Verein wurde träge.
    Die (finanzielle) Übermacht des „Dosenklubs“ bis zur letzten Saison hat auch nicht dazu beigetragen, alles für die Kampf um die Meisterschaft zu mobilisieren.
    Heuer ist die große Chance da, ganz vorne mitzumischen. Der 10. September kann so der Startschuss zum Meistergalopp werden.

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  2. Pizzo sagt:

    Wow. Toller, sehr emotionaler Artikel!!! Super zu lesen!

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  3. Schworza99 Schworza99 sagt:

    WTF Avlonitis is vereinslos? Zuerst will Piräus gefühlt 100m für ihn und dann lassen sie ihn gratis gehen?

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  4. Austria sagt:

    War es Absicht, dass der Artikel um 19:09 online ging?

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  5. jott1976 sagt:

    Muss ich etwa Eifersüchtig werden 🙂 Ich glaube wir reden von derselben Liebe. Ich habe sie zu Beginn der 80er Jahre kennen gelernt. Welches Spiel und welches Datum kann ich Euch nimmer genau sagen.

    Aber Ende der 90er-Jahre und zu Beginn der Jahrtausendwende war es am leichtesten zu der Liebe zu stehen. Sie war so verführerisch, dass sie uns Titel um Titel bescherte. Naja, wenn es um die große Liebe geht, steht man immer und ewig zu ihr und somit treffe ich sie nach wie vor Woche um Woche.

    Diese Liebe ist komischerweise viel einfacher als zu einer Frau :-))

    Sehr schöner Artikel – Gratulation.

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