Eine historische Chance

Spielvorschau: SK Sturm Graz vs. NS Mura

Der SK Sturm Graz ist ein Verein, der international schon gehörig für Furore gesorgt hat. Ende der 90er Jahre genoss dieser Klub in Europa und darüber hinaus durchaus ein hohes Ansehen und spielte stets im Konzert der Großen mit. Es folgten Misswirtschaft und schwierige Jahre für den Traditionsverein und so verschwand dieser zunehmend von der europäischen Fußballbühne. Außer einem kurzen Aufflackern mit zwei Teilnahmen an der UEFA Europa League, die eher unaufgeregt verliefen, war bei den Grazern nicht viel los. In den Qualifikationsspielen scheiterte man regelmäßig oder blamierte man sich gar gegen Mannschaften, die nicht gerade zur fußballerischen Elite zählen. Tristesse war in Graz eingekehrt, aber nun nimmt man allerorts das Gefühl wahr, alles sei nun anders und dieser Umstand gehöre endgültig der Vergangenheit an.

Die Mannschaft von Christian Ilzer präsentiert sich als homogene Truppe, der jederzeit etwas zuzutrauen ist. Sie glänzt mit einer modernen Spielanlage und ist dazu fähig, den Gegner stets vor erhebliche Schwierigkeiten zu stellen. Es macht Spaß, dieser Einheit auf den Platz zuzusehen. Das musste auch der slowenische Meister NS Mura vergangenen Donnerstag feststellen, denn auch dieser präsentierte sich über weite Strecken des Spiels bestenfalls als Zuseher, obwohl die Hausherren kurz nach Anpfiff nach einem Traumtor in Führung gegangen waren. Speziell Sturms Reaktion wusste zu gefallen, denn man spielte unbeirrt nach vorne und belohnte sich letztendlich für den betriebenen Aufwand. Dass man sich auswärts nach einer 3:1-Führung ein wenig zurückzieht, ist nachvollziehbar, doch die Grazer stellten das Spiel weitestgehend ein und liefen tatsächlich noch Gefahr, die Ausgangslage brisanter zu gestalten. Mit Fortdauer konnten auch die Slowenen zeigen, dass sie durchaus fußballerische Qualität besitzen und am Ende darf sich Sturm bei einem überragenden Siebenhandl bedanken, dass der komfortable Vorsprung über die Zeit gerettet werden konnte.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Mura glänzte vor allem durch gute Umschaltmomente, durch diese bleiben sie stets gefährlich. Es stellt sich diesmal jedoch die Frage, wie die Spielanlage des slowenischen Meisters aussehen wird, läuft man immerhin einem Rückstand nach. So viele Räume wie im Hinspiel dürfte es folglich nicht mehr geben. Es ist dennoch davon auszugehen, dass Sturm vor allem in der Anfangsphase versuchen wird, Druck aufzubauen und den Gegner früh anzupressen. Falls Mura deutlich offensiver auftritt, werden sich für die Grazer Räume ergeben, die man über kurz oder lang auch nutzen wird, so viel Qualität besitzt die Mannschaft bekanntlich. Es gilt also, die richtige Balance zu finden und so gefestigt, wie sich die Ilzer-Truppe präsentiert, erscheint das Weiterkommen überaus naheliegend. Zudem konnten am Wochenende einige Stammkräfte ein wenig geschont werden; der Fitnesszustand der Stammelf muss daher ebenfalls stimmen. Der Cheftrainer wird ebenjene auf den Platz schicken, um diesen historischen Triumph Wirklichkeit werden zu lassen.

Nichts anderes wäre der Einzug in die modifizierte Europa League mit nur mehr 32 Teams. Dort wäre man zwar Außenseiter, aber dieser Mannschaft ist durchaus so manches zuzutrauen. Zudem würde man auch als Drittplatzierter der Gruppenphase europäisch überwintern und in der Conference League weiterspielen. Unter Umständen könnte sich für Sturm somit ein durchaus lukratives Europacupabenteuer ergeben. Außerdem würde die Steirer in der Europa League ein Hammerlos erwarten. Eine Gruppe mit Napoli, Celtic und West Ham wäre ebenso möglich wie eine mit Lyon, Frankfurt und Real Sociedad, aber auch die Konstellation Lazio, Leicester und Marseille ist realistisch. Bevor man zu träumen beginnt, müssen morgen die Hausaufgaben erledigt und diese historische Chance wahrgenommen werden. Denn eine ganze Stadt brennt auf Spiele des SK Sturm Graz auf europäischer Bühne.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Spieldaten: 

SK Sturm Graz vs. NS Mura

Donnerstag, 25.08.2021, 21:00 Uhr, Merkur Arena, Graz

Schiedsrichter: José María Sánchez

Mögliche Aufstellung: 

Siebenhandl; Gazibegovic, Affengruber, Wüthrich, Dante; Stankovic, Hierländer, Kiteishvili, Ljubic; Yeboah, Jantscher

Ersatz: Schützenauer, Geyrhofer, Jäger, Kuen, Prass, Sarkaria, Niangbo

Es fehlen: Trummer, Ingolitsch, Mwepu (alle verletzt)

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1 Kommentar

  1. Melvinuss sagt:

    Gemma Schwoaze!!

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