Eine Brise Champions League in Lettland!

Unsere Schwoazen Damen wollen Geschichte wiederholen

Später Cup-Erfolg läutet Europa-Woche ein

Es sind ereignisreiche Tage für die Damen des SK Sturm, die derzeit vonstatten gehen. Am Sonntag startete man nach einigen Testspielen bei den Absteigerinnen aus Linz gegen Union Kleinmünchen, wo die erste ÖFB-Cuprunde ausgespielt wurde.

Die sehr, sehr motivierten Linzerinnen konnten das Spiel, trotz überbordernder Feldüberlegenheit unserer Schwoazen und verdienter Führung durch die neue, kanadische Top-Spielerin Bella Habuda, lange offen halten und erzwangen in der 81. Minute sogar noch den Ausgleich, der die Verlängerung bedeutete. Nachdem in der ersten Hälfte der Verlängerung dann sogar noch ein Elfmeter vergeben wurde, konnte Sturm durch Treffer von Neuzugang D’Angelo und Wagner doch letztendlich mit 3:1 das Ticket in die nächste Runde buchen.

Trainer Lang meinte nach dem Spiel: „Wir haben unsere Chancen nicht genutzt und in der Nachspielzeit das bittere 1:1 hinnehmen müssen. Das ist natürlich bitter für die bevorstehende, sehr spezielle Champions League-Qualifikation, die wohl auch zu den mentalen Unkonzentriertheiten geführt hat. Jetzt müssen wir das junge Team körperlich fit bekommen, damit wir unsere Bestleistung abrufen können.“

7 Tage in Riga

Diese sehr spezielle Champions League-Qualifikation findet bereits ab morgen in Riga statt und kommt für Lang zur richtigen Zeit. Unmittelbar vor dem Start der Bundesliga-Saison gibt es so die Möglichkeit innerhalb einer guten Woche (Cup am Sonntag, CL-Quali Spiel 1 am Mittwoch, Spiel 2 am Samstag, Spiel 3 am Dienstag) für hochkarätige Spiele auf Topniveau und nachhaltige Team- und Taktikeinheiten.

Die Sturm-Spielerinnen in Riga (c) Sturm Graz Frauen/Facebook

Lang: „Es ist natürlich schon das Ziel, wenn man so eine Chance hat, dass man da auch hinfährt um zu gewinnen und das will natürlich auch das Team, aber man muss realistisch sein und auch den Gegnerinnen Respekt zollen. Wenn nicht alles für uns zusammenläuft, wird das sehr, sehr schwer.“

Sehr, sehr schwer wird es, weil nicht nur der UEFA-Koeffizient die Topgesetzten Gegnerinnen aus Zypern von Apollon Limassol als klare Favoritinnen ausweist. Das Team ist gespickt mit tollen Legionärinnen und bereits Champions-League erprobt. Dass deswegen aber Platz zwei das Mindestziel sein muss, will der Trainer ebenfalls nicht gelten lassen, denn Sporting Braga ist zwar erst seit wenigen Jahren im Frauenfußball vertreten, hat es aber in der kurzen Zeit bereits zur Meisterschaft gebracht. Das Team hat außerdem gute argentinische Legionärinnen und ist auch budgetär nicht schlecht aufgestellt. Nur die Gegnerinnen aus Lettland, die auch ausschließlich lettische Spielerinnen im Kader aufweisen, sollten definitiv schlagbar sein.

Aufgrund der vielen regelmäßigen Veränderungen am Spielerinnenmarkt und dem wenigen Videomaterial zur Recherche, wagt Trainer Lang aber keine Prognose für das Auftaktspiel am Mittwoch. Passieren könne alles, die tatsächliche Form und Stärke der anderen Teams werde man erst in Riga fundiert einschätzen können.

Mit diesen Voraussetzungen ist der SK Sturm Graz heute nach Riga gereist. Neben den Spielerinnen sind sechs männliche Betreuer mit von der Partie, darunter Masseur, Trainer der Torfrauen und auch jemand von der Presseabteilung des Klubs, damit man auch etwas vom Damenteam mitbekommt, was ja in der Vergangenheit nicht immer der Fall war.

Wer von den SK Sturm Damen nichts verpassen möchte, kann am besten dem (warum auch immer) von den Herren getrennten Facebook-Channel folgen. Von der Reise hat das PR-Team heute zumindest zwei Postings in die Story auf Instagram hochgeladen. Das ist zwar vergleichsweise wenig, wenn man bedenkt, wie viel Content für die Herren produziert wird, aber immerhin ein Anfang.

Auch hier darf auf jeden Fall noch mehr erwartet werden, genauso wie bei der schriftlichen Bezeichnung der Frauenteams, die auf der Homepage noch immer als Mannschaften angeführt werden, deren Kader noch immer nicht aktualisiert wurden. Als Fan des Teams braucht man also auch in der neuen Saison ungleich mehr Geduld, um unkompliziert auf den neuesten Stand zu kommen. Für alle, die schon jetzt am neuen Kader interessiert sind, einfach hier auf den Kader klicken. Die Innsbruckerin Valentina Kröll und die bereits erwähnte Bella Habuda wurden vom Trainer namentlich hervorgehoben. Auf die derzeit angeschlagene Kanadierin Katrina Giantsopoulos darf man gespannt sein.

Die Kirsche auf dem Topping

Was den neuesten Stand in Sachen Champions-League-Quali angeht, steht heute nur noch ein Abschlusstraining an. In der lettischen Hauptstadt, wo die Damen auch für die Woche untergebracht sein werden, folgt auf jeden Trainingstag ein Spieltag. Ein Rhythmus, der es dem Trainerteam erlaubt, viel Zeit mit dem Team zu verbringen und sich taktisch besser vorzubereiten. Zur Erinnerung: Die meisten (U-)Nationalteam-Spielerinnen, verbringen üblicherweise die Woche in der Bundesakademie in St. Pölten und können nur die Abschlusstrainings mit ihrem Klubteam (sofern es nicht St. Pölten ist) abhalten.

Im Telefonat bestätigte Coach Lang, dass zwar niemand vom Verein vorab die lettische Infrastruktur überprüfen konnte, dass aber sowohl Mario Karner (sportlicher Leiter) als auch Helmut Degen (Assistent, Betreuer Sturm II) schon in der Vergangenheit bei den europäischen Gastspielen der Damen perfekte Bedingungen, was Unterkunft, Trainings- und Matchplätze anging, dank UEFA-Richtlinien vorgefunden haben. So gesehen steht ordentlicher Arbeit auf und abseits des Platzes nichts mehr im Wege.

Trainer Lang (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Die Daumen sind gedrückt und eine Champions-League-Quali wäre natürlich die Kirsche auf dem Topping jeder Sahnetorte, aber sollten unsere Kickerinnen ohne Ticket für die CL, dafür aber perfekt vorbereitet für die spannende Ligasaison, heimkehren, wäre das ebenfalls in Ordnung. Es regiert der gesunde Optimismus und die Hoffnung auf ein paar kleinere Überraschungen. Sturm hat es bei den Damen schon einmal in die Champions League geschafft, wieso also nicht auch ein zweites Mal… oder ist es verboten, zu träumen?

Naja, der Aufstieg in die Champions League… Das wären natürlich 100 Punkte.

Christian Lang

Spielplan der CL-Quali
Gruppe 7 in Riga

Mittwoch, 12:30
Sporting Braga gg SK Sturm Graz
Arkadija Stadium, Riga
Vorschau: Wenn alles gut läuft, das Team die Verlängerung gut wegsteckt und das Glück auf unserer Seite ist, werden hier die ersten drei Punkte geholt. Sturmnetz-Tipp: Ein knappes 2:1 für die Schwoazen.

Mittwoch 17:00
Apollon Limassol gg Rigas FS
Arkadija Stadium, Riga

Samstag, 12:30
SK Sturm Graz gg Rigas FS
Arkadija Stadium, Riga
Vorschau: Die lettischen Gastgeberinnen sollten keine große Hürde darstellen, vielleicht gelingt ihnen ein Ehrentor. Sturm wird sich aber nicht die Butter vom Brot nehmen lassen und sich ein tolles Finale erspielen. Sturmnetz-Tipp: 5:1 für die Schwoazen.

Samstag, 17:00
Apollon Limassol gg Sporting Braga
Arkadija Stadium, Riga

Dienstag, 17:00
Sporting Braga gg Rigas FS
Arkadija Stadium, Riga

Dienstag, 17:00
SK Sturm Graz gg Apollon Limassol
Zemgales Olympic Center, Jelgava
Vorschau: Im entscheidenden Spiel um einen Platz in der UEFA Women’s Champions League, wird sich das international erprobte Team aus Zypern als zu stark erweisen. Unser junges Team wird sich dennoch würdevoll und erhobenen Hauptes aus dem Bewerb verabschieden. Sturmnetz-Tipp: Leider eine 1:3-Niederlage.

Anzeige

2 Kommentare

  1. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Viel Glück den Damen!

    Btw. wäre so eine CL Nacht in Liebenau mal wieder fein…just saying.

    2+

Schreibe einen Kommentar