Ein Veilchen abgeholt

Spielbericht: FK Austria Wien vs. SK Sturm Graz (2:0)

Nix ist’s geworden mit Martin Ehrenreich im Ernst-Happel-Stadion. Charalampos Lykogiannis und Marvin Potzmann sind rechtzeitig fit geworden. Generell ist die Aufstellung der Gäste auf den ersten Blick nicht ungewohnt, einzig Christian Schoissengeyr steht am Geburtstag von Austria-Cheftrainer Thorsten Fink wieder anstelle des verletzten Kapitäns Christian Schulz in der Startformation. Vom Personal her also wie üblich, nur das System wurde geändert – zumindest auf dem Papier. Foda setzt ausnahmsweise auf ein 4-4-2, Deni Alar stürmt gemeinsam mit Bright Edomwonyi. Schiedsrichter Dominik Ouschan pfeift das abschließende Spiel der 13. Runde der Österreichischen Bundesliga vor den Augen zahlreicher mitgereister Sturm-Aficionados und laola1.tvs „Aushängeschild“ Le Schladdi pünktlich um 16:30 Uhr an. Schon vor dem Spiel geht es auf den Rängen heiß her, beide Seiten haben nicht mit Pyrotechnik-Artikel gespart und zündeln um die Wette.

© Martin Hirtenfellner

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Heiß auf den Rängen

Erstmals heiß am Feld wird es nach sieben gespielten Minuten, der flinke Olarenwaju Kayode wird im Loch freigespielt, scheitert jedoch an Sturms Nummer 1 Christian Gratzei. Felipe Pires versucht den Abpraller dann per Lupfer zu verwerten, Gratzei ist aber rechtzeitig auf den Beinen und wehrt den Ball über die Latte. Aber auch auf der anderen Seite wird es kurze Zeit später brandgefährlich. Die Grazer bekommen einen Freistoß nur unmittelbar an der Strafraumgrenze zugesprochen, Lykogiannis richtet sich die Kugel her und streichelt mit seinem Hammer das Lattenkreuz. Nach etwas mehr als 20 Minuten sind es die Violetten, die nach einem Freistoß gefährlich werden. Raphael Holzhauser versucht es aus der Ferne mit Gewalt, Gratzei ist aber im Kreuzeck. Dann ist eine halbe Stunde gespielt und die Gastgeber gehen beinahe in Führung: Holzhauser tritt einen Freistoß, der immer länger wird, Lukas Rotpuller bringt den Ball irgendwie zu Petar Filipovic und auch der schafft es nicht, mit einem nicht zu definierenden Körperteil den Ball am Schlussmann vorbei zu bringen. Vor dem Fanblock der Austria bedient Philipp Huspek Marc-André Schmerböck im Gegenzug ideal, doch der junge Flügelspieler scheitert kläglichst an Osman Hadzikic.

Fünf Minuten vor der Pause ist Sturm dann in einem recht ausgeglichenen Spiel kurze Zeit am Drücker, Huspek scheitert nach einem Eckball mit seinem Volley jedoch am Ersatzmann von Robert Almer. Kurz vor dem Pausentee zieht Tarkan Serbest vor der Strafraumgrenze ab, Gratzei lässt sich aber nicht in Verlegenheit bringen. Und auch die Gäste sollten noch zu einer Chance kommen, Alar setzt nach Zusammenspiel mit Uros Matic zum Volley an, das Leder landet aber direkt in den Armen von Osman Hadzikic. Zur Halbzeit hat die Austria im Ballbesitz klare Vorteile, viel mehr Chancen haben die Wiener dadurch nicht. Bei den Steirern wechseln Schmerböck und Huspek häufig die Seiten, das 4-4-2 macht sich vor allem in der Defensivbewegung bemerkbar. Gratzei hält die Schwarz-Weißen mit seinen Paraden bisher im Spiel und macht eine starke Partie.

© Martin Hirtenfellner

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Heiß am Feld

Und Halbzeit 2 geht dann blitzartig los! Zuerst hat Huspek nach fürchterlichem Fehlpass von Christoph Martschinko die Riesenmöglichkeit auf die Führung. Der flinke Offensivmann läuft auf Hadzikic zu, wird noch von hinten bedrängt und kann den Abschluss daher nicht mehr richtig platzieren. Sturm hat dann noch eine weiter Halbchance ehe Lykogiannis im eigenen Strafraum Larry Kayode in den Ellbogen gerannt bekommt und der Referee auf Strafstoß entscheidet. Gratzei ist beim Elfmeter von Holzhauser im richtigen Eck, kann die Kugel aber nicht parieren. Es steht 1:0 für die Gastgeber. Kurz darauf hat Pires die große Chance zu erhöhen, Lykogiannis grätscht jedoch im letzten Moment in den Schuss des Brasilianers. Franco Foda muss reagieren, ersetzt den schwachen Schmerböck durch Stefan Hierländer. Die erste Chance nach der Einwechslung hat aber Kayode – der Nigerianer bereitet ein königliches Geschenk und befördert einen Schuss Richtung Block Atzgersdorf. Sie wissen ja: Atzgersdorf ist das Königreich und rundherum liegt Österreich.

Und dann steht es 2:0. Holzhauser, wieder einmal am ruhenden Ball, bringt das Leder flach zur Mitte und Kayode grätscht den Ball zur komfortablen Führung in die Maschen. Für die letzten 20 Minuten nimmt Foda den unglücklich agierenden Edomwonyi vom Feld und ersetzt ihn durch Philipp Zulechner. Doch die Steirer laufen schon wieder in einen Konter, Jens Stryger Larsen macht einen auf Flash und zieht auf Außen vorbei, seine Hereingabe wird beinahe noch vom Verteidiger in den eigenen Kasten gelenkt, Gratzei ist wachsam. Dann gibt es wieder ein Lebenszeichen auf Seiten der Gäste, Ex-Veilchen Fabian Koch zieht aus der Distanz ab – drüber. Zehn Minuten vor Schluss kommt sogar noch Roman Kienast anstelle von James Jeggo.

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A bissl Oasch…

…würde man in den gepflegteren Teilen Wiens wohl sagen. Anders lässt sich diese Partie wohl nicht beschreiben. Das war leider wenig bis gar nichts. Vor allem nach dem mehr als unnötigen Elfer kam von den Gästen viel zu wenig im Offensivbereich. Das 4-4-2-Experiment ist fehlgeschlagen, allerdings wäre das Spiel im gewohnten 4-2-3-1 wohl nicht viel anders verlaufen. Nach Halloween kommt Cup-Schreckensgespenst St. Pölten nach Graz. In diesem Spiel wird den Steirern übrigens James Jeggo fehlen, der Australier hat sich heute seine fünfte Gelbe Karte abgeholt und darf rasten. Bis dahin bleibt der tröstende Blick auf die Tabelle. Allerdings hat auch die vor zwei Wochen noch besser ausgesehen.

 

Stimmen zum Spiel

Lukas Spendlhofer zur Elfer-Situation:

 

Spieldaten

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2016-10-30_fk-austria-wien-sk-sturm-graz-aufstellungen

 

Galerie

Die Spieler könnt ihr HIER bewerten.

 

9 Kommentare

  1. jott1976 sagt:

    Ja leider, immer wieder in den Spiele wo es um viel geht, spielen wir zu passiv und zu ängstlich. Ich glaube, dass wir Heute gewinnen hätten können, wenn wir mit breiter Brust aufgelaufen wären

    Die Austria hatte großen Respekt und auch Offensiv kaum etwas zu bieten. Die Tore sind ja auch durch 2 Standards gefallen.

    Aber leider war bei uns  in der Offensive nur Huspek und teilweise Matic bemüht. Edi und Alar sowie Schmerböck waren sehr schwach.

    Schade dass Lyko seinen Arm so ungeschickt rausgehalten hat und der Schiri auch noch auf die Schwalbe vom Kayode reingefallen ist. Vielleicht hätten wir trotzdem etwas mitgenommen. Aber alles in allem war der Sieg von der Austria auch verdient, weil sie diesen einfach mehr wollten.

    Was soll es. Nun muss ein Pflichtsieg gegen St. Pölten zu Hause her.

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  2. Schworza99 Schworza99 sagt:

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    Vlt. mal Defensive mit Offensive bekämpfen

    Wär vlt. was gegen St. Pölten…

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  3. Ennstaler sagt:

    Wanns laft, dann lafts – wenn der Faden einmal gerissen ist, dann wird’s schwierig. Und gerade jetzt wartet mit St. Pölten wieder ein sogenannten „Jausengegner“, gegen die sich Sturm bekanntermaßen immer schwer tut. Dazu kommt, dass sich die St. Pöltner professionelle psychologische Hilfe holen, die auch Werder Bremen im Vorjahr noch vor dem Abstieg gerettet hat. Nicht das heutige Spiel gegen die Austria, die jetzt einen guten Lauf hat, war der Knackpunkt, diesen erleben wir am nächsten Samstag.

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  4. Rene90 sagt:

    keine guten Nachrichten zum Frühstück:-(

    bei der Austria kann man verlieren, nächste Woche 3 Pkt gegen St. Pölten und die Verfolger spielen gegeneinander (Altach : Austria) und dann schaut die Tabelle wieder freundlicher aus 🙂

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    • Nock-74 sagt:

      Glaub du solltest schnell wieder retour von deiner Geschäftsreise! Kein gutes Omen wenn du nicht da bist! 😉

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  5. django sagt:

    man fällt wieder ins alte Schema zurück , beim Mediabriefung hört man die Mannschaft wird 90 min vollgas geben davon bin ich überzeugt , aber am Platz sieht man nichts davon , Leistung Sturm nicht würdig 🙁

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  6. jorge72 sagt:

    schwierige phasen sind nie umsonst, es gilt jedoch die richtigen schlüsse daraus zu ziehen. schoissengeyr ist wirklich ein versprechen für die zukunft. wie wichtig jeggo ist, hat man nach seiner auswechslung gesehen. sturm war danach kaum noch in der lage den gegner zu pressen. bei zulechner wird schon auch klar (auch wenn die zeit noch sehr kurz ist um dies objektiv zu beurteilen), weshalb er sich bis dato nie richtig durchsetzen konnte. wie wichtig horvath ist, weiß man nicht erst seit gestern. huspek rackert aber kann kaum akzente setze. seine flanken eine reine katastrophe, seine bewegungsabläufe, sein spielverständnis einfach nur schwach. die mannschaft war nach 75 minuten platt. das ist auch foda anzukreiden – im cupspiel gab es die möglichkeit, dem „zweiten anzug“ eine chance zu geben und leistungsträger zu schonen. aber positiv nach vorn schauen und nicht gleich den teufel an die wand malen – jetzt sind auch die fans gefordert!!!

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  7. brent_everett sagt:

    Riesenchance vergeben! Und den Elfer kriegt man auch nur in Wien! Aber insgesamt verdient eingeschaut: das war wieder typischer FF Angsthasenfussball. Das wollen wir nicht. Wir wollen wieder unseren Porno Sturm zurück! Vollgas gegen St. Pröllten!

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  8. MadMax sagt:

    Verdiente Niederlage gegen eine biedere Austria.

    Das war offensiv einfach viel zu wenig und zu harmlos. Erst nach dem 0:2 sind die Unsrigen ein wenig aufgewacht, was aber gestern viel zu spät war.

    Auf den Elfer alleine darf man sich nicht ausreden. Denn auch hier war der Fehler von Lyko zuvor schon entscheidend.

    Alles in Allem aber eine sehr schwache Leistung, dennoch ein vermeidbare Niederlage, da die Austria selbst auch nicht viel zu bieten hatte.

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