Ein Tiroler traf ins Herz der Innsbrucker

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. Wacker Innbruck 1:0 (0:0)

Nachdem der amtierende Meister aus Salzburg am vergangenen Wochenende mit 3:1 deklassiert wurde, durfte der SK Sturm am Dienstagabend im Cup den Zweiligisten Wacker Innsbruck empfangen. Trotz einer beinahe perfekten Performance in der Mozartstadt gebot Trainer Christian Ilzer Vorsicht vor den Gästen aus Tirol: „Wacker Innsbruck ist für mich eine Spitzenmannschaft in der zweiten Liga, die ein großes Wort um den Aufstieg mitsprechen wird.“ Personell agierten die Blackys gegenüber dem letzten Spiel auf zwei Positionen verändert. Links hinten startete Jusuf Gazibegovic anstelle von Amadou Dante und Bekim Balaj durfte statt Jantscher die zweite Spitze bilden.

Ausgeglichene Angelegenheit in Halbzeit eins

Bei eisigen Temperaturen versuchte Sturm von Beginn dem Spiel einzuheizen und das Spielgeschehen zu dirigieren. Ein Freistoß von Kevin Friesenbichler aus aussichtsreicher Distanz erwies sich aber als keine große Gefahr für Innsbruck-Keeper Knaller. Schließlich waren es die Gäste, die in Minute elf die erste Großchance des Spieles verbuchen konnten. Joao Luiz konnte die Unordnung in der Grazer Defensive jedoch nicht ausnutzen und verzog den Ball unbedrängt aus kurzer Distanz. Diese Aktion schien so etwas wie ein Weckruf für die Elf von 1860-München-Legende Daniel Bierofka gewesen zu sein. Die Tiroler agierten zunehmend mutiger und trauten sich vor allem im Offensiv-Pressing mehr zu. In Minute 13 hätte Kevin Friesenbichler diesem Aufbäumen ein schnelles Ende setzen können. Nach einem Kuen-Freistoß kam der 1,85 Meter große Stürmer völlig frei zum Kopfball, drückte den Ball aber links neben das Gehäuse. Im Fortlauf der Partie verstand es Sturm nur selten, den Ball schnell in den eigenen Reihen laufen zu lassen und so die Innsbrucker Mannschaft in Bewegung zu bringen. Mit vielen kleinen, taktischen Fouls gelang es den Gästen zudem immer wieder, den Spielfluss der Grazer zu unterbinden. In der Offensive suchten die Tiroler vor allem im Konterspiel ihr Heil. Bis auf ein paar Halbchancen brachte das in Halbzeit eins aber keine Gefahr. In Spielminute 42 wusste Sturm wieder einmal für Gefahr zu sorgen: Nach einer Ecke köpfte Balaj den Ball knapp übers Kreuzeck.

Kapitän Stefan Hierländer hatte auf dem teils schlecht bespielbaren Liebenauer Rasen viel zu rackern. © Martin Hirtenfellner Fotografie

Er kam, sah und legte auf

Zur Halbzeit blieb Abwehrchef Wüthrich wegen muskulären Problemen in der Kabine. Für ihn neu ins Spiel kam Amadou Dante, der sich auf der linken Halbposition positionierte. Andreas Kuen rückte dafür ins offensive Mittelfeld und Ivan Ljubic, aktuell Toptorjäger in den Reihen der Grazer, schob zurück ins defensive Mittelfeld, wo er die Position des in die Innenverteidigung geschobenen Gorenc-Stankovic übernahm. Wieder waren es die Gäste, die mit einer guten Chance in den zweiten Spielabschnitt starteten. Florian Jamning kam auf der rechten Seite beinahe ungestört zum Abschluss, konnte den Ball aber nicht im Tor von Siebenhandl unterbringen. In Minute 57 konnte das Gästeteam die nächste Großchance verbuchen. Nachdem sich die Innsbrucker über rechts zügig durchkombiniert hatten, vermochten gleich zwei Tiroler Angreifer nicht, den Ball im Tor unterzubringen. Zu diesem Zeitpunkt war die Ilzer-Elf mit dem 0:0 gut bedient. Nach 65 Spielminuten wechselte Ilzer gleich drei Mal. Huspek, Jäger und Jantscher kamen neu ins Spiel und sollten es aus Sturm-Sicht nun richten. Und einer dieses Trios sollte gleich für Furore im Innsbrucker Strafraum sorgen. Nach Zuspiel von Friesenbichler leitete Philipp Huspek den Ball per Ferserl-Pass auf den Tiroler Andreas Kuen weiter. Dieser machte es den Temperaturen in Liebenau an diesem Abend gleich und vollendete eiskalt.

Philipp Huspek legte den Siegestreffer sehenswert vor. © Martin Hirtenfellner Fotografie

Maue Schlussphase

Auch der eingewechselte Jantscher konnte in Minute 76 erste Akzente setzen. Sein mit Drall getretener Freistoß fand jedoch knapp nicht den Weg ins Tor von Knaller. Bedeutend besser wurde das Spiel trotz Führung dennoch nicht. Sturm hatte weiterhin Mühe, die Partie zu kontrollieren und gefährliche Offensiv-Momente zu kreieren. Erwärmend waren zu diesem Zeitpunkt des Spiels bloß die Schlachtgesänge des Stadionturm-Fans. Am Anfang der Nachspielzeit sollte es wieder ein Jantscher Freistoß sein, der für eine annähernd gefährliche Aktion sorgte. Die daraus entstandene Kopfballchance sollte den Schlusspunkt einer nicht nur wegen der Temperatur eher eisigen Partie darstellen. Der SK Sturm zieht mit einem 1:0-Erfolg, der in die Kategorie Arbeitssieg fällt, ins Viertelfinale des ÖFB Cups ein.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

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6 Kommentare

  1. Arch Stanton sagt:

    Der Rasen ist eine Frechheit. So in etwa stell ich mir die Leber von Boris Jelzin vor.

    +5
    • Adrian Pennino sagt:

      oder des Gewissn vom Bundeskanzler..

      +10
    • Arch Stanton sagt:

      Hehe, sehr gut. Oder die Kompetenz des Finanzministers. Die Liste scheint wohl so endlos zu sein, wie der Rasen schlecht.

      +8
    • Mar8ma sagt:

      Der Rasen ist eine Katastrophe. Warum wird die Rasenheizung nicht aktiviert? Es wird Zeit das Sturm ein eigenes Stadion hat…. Stadt GRAZ – sehr unprofessionell – gö Herr Nagl !!!!

      +7
    • fuchsrob sagt:

      Beim Frische Luft Schnappen heute Abend nach einem Homeoffice Tag hab ich auch eine Runde ums Stadion gedreht. Es wurde emsig am Rasen gearbeitet. Vor allem vor dem Südtor scheint der Rasen wohl grossflächig ersetzt zu werden, was ich von Aussen gesehen hab.

      +2
  2. black_aficionado sagt:

    Leckerbissen wars keiner, das ist aber auch wurscht! Der Entwicklung stimmt mich nach wie vor zuversichtlich, das hätte auch anders ausgehen können gestern und wäre es in der Vorsaison wohl auch…
    Es ist zT schon sehr effizient was wir da auf den Platz bringen, aber wir sterben nicht in Schönheit (oder wie unter NeM: Wir sterben nicht einfach nur) und sind teilweise wirklich schon sehr konkret im Spiel nach vorne!

    Traurig stimmt mich eigentlich nur, dass wir nach wie vor „Fußballer“ in unseren Reihen haben, die nicht nur keinen Qualitätsunterschied zu 2.Liga-Kickern ausweisen, sondern da auch noch tendenziell abfallen, das ist zwar sehr bitter, aber die Altlasten werden auch noch beseitigt werden…

    +4

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