Ein glücklicher Punkt in der Südstadt

Spielbericht: FC Flyeralarm Admira vs. SK Sturm Graz 1:1 (0:1)

Aktuell läuft es bei Sturm auf allen Ebenen wie geschmiert. Nach dem überaus guten Saisonstart mit zehn Zählern aus fünf Spielen konnte man zuletzt auch den Einzug in die Europa-League-Gruppenphase ausgelassen feiern. Die Auslosung bescherte Sturm bekanntlich eine absolute Hammer-Gruppe. Vor der großen europäischen Bühne war jedoch wieder Bundesliga-Hausmannskost angesagt. Im Auswärtsspiel gegen die Admira ging es um nicht weniger, als den zweiten Rang zu verteidigen. Gegen die Südstädter, die vor dem Spiel am vorletzten Tabellenplatz lagen, musste Christian Ilzer auf die beiden angeschlagenen Jusuf Gazibegovic und Otar Kiteishvili verzichten. Im Angriff rotierte der Cheftrainer und ließ Manprit Sarkaria neben Goalgetter Kelvin Yeboah stürmen, Ivan Ljubic sollte Kiteishvili ersetzen. Lukas Jäger durfte für Gazibegovic von Beginn an ran.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Maue erste Hälfte mit flottem Ende

In den gänzlich weißen Auswärtstrikots nahm der SK Sturm die Aufgabe Admira in Angriff. In den ersten Augenblicken der Partie machten die Schwoazen einen wachen Eindruck, ein erster Freistoßversuch von Kapitän Stefan Hierländer und einer Halbchance durch Sarkaria brachten jedoch nichts ein. Doch auch die Admira versteckte sich nicht, dem Tor von Jörg Siebenhandl konnten sie sich zumeist über ihre rechte Angriffsseite annähern. Mochte man zunächst erahnen, dass Sturm sich vermehrt in der gegnerischen Hälfte festsetzte, wirkte und war die Partie zerfahren. Die Spielminuten verstrichen, mangels Offensivszenen wird der Spielbericht in dieser Phase nicht länger. In der 34. Spielminute dann doch wieder ein Abschluss der Schwarz-Weißen: Sarkaria dribbelte sich in eine Schussposition, sein Versuch blieb aber harmlos. Und nur zwei Minuten später – wie aus dem Nichts – geschieht plötzlich das so wichtige 1:0 für den SK Sturm! Yeboah konnte sich mit einem schnellen Dribbling durch die rechte Strafraumseite spielen, den Stanglpass verwertete Sarkaria mit dem Ferserl wunderschön. Kurz vor der Pause sorgte David Affengruber noch für einen Schockmoment: Ein Laufduell mit Marlon Mustapha ging in letzter Sekunde verloren, Keeper Jörg konnte sich gerade noch und in ballergrößter Not den Ball vor dem Angreifer schnappen. Glück gehabt – das wäre fast daneben gegangen. Danach pfiff Schiedsrichter Dieter Muckenhammer zur Halbzeitpause.

Manprit Sarkaria sorgte mittels Ferse für die 1:0-Führung. | © Martin Hirtenfellner Fotografie

Man erntet, was man sät

Den besseren Start in die zweite Spielhälfte erwischte die Admira, die vermehrt in die Hälfte der Grazer vordrängte. Sturm bekam nicht mehr den wünschenswerten Zugriff auf den Ball, stand zu weit vom Gegner entfernt und agierte insgesamt viel zu passiv. Nach 65 gespielten Minuten zeigte sich noch dasselbe Bild: Die Admira war weiterhin am Drücker, der Gegentreffer lag förmlich in der Luft. Erst in der 70. Minute gelang die erste Offensivszene der Schwoazen in Halbzeit zwei: Yeboah tauchte alleine vor Leitner auf, konnte das Leder jedoch nicht über die Linie drücken. Dann kam es, wie es kommen musste und wie es sich unlängst abzeichnete: In Minute 72 glich die Admira verdient aus. Nach einer Ecke wurde Roman Kerschbaum im Strafraum völlig allein gelassen und hatte keine Mühe, den Ball im Tor von Siebenhandl unterzubringen. Eine unglückliche Szene ging dem Gegentreffer voraus: Der eingewechselte Prass rutschte unglücklich weg und ließ den Torschützen damit völlig allein im Strafraum. In der 78. Minute wurde ein mögliches Handspiel von Jon Gorenc Stankovic im Strafraum geprüft – völlig richtig ging die Partie jedoch ohne Strafelfmeter weiter. Dennoch drohte das Spiel den Blackys nun völlig zu entgleiten. In der 86. Minute kam es abermals beinahe zum Rückstand für Sturm, als sich Josef Ganda kurz vor dem Strafraum einen Schuss zutraute. Der Ball ging jedoch knapp am Tor vorbei. In der zweiten von insgesamt vier nachgespielten Minute hatte Sturm die riesige Chance auf die erneute Führung. Jon Gorenc Stankovic war nach einer Flanke alleine vor Leitner aufgetaucht, konnte den Ball aber nicht über die Linie befördern und begann anschließend ein Stürmerfoul. Kurze Zeit später kam es zu turbulenten Szenen am Feld, als sich mehrere Spieler beider Mannschaften in die Haare kamen. Hinzu kam dadurch eine gelbe Karte für Yeboah und deren zwei für die Hausherren. Danach war Schluss. Sturm muss durchaus von einem glücklichen 1:1 sprechen, speziell die Leistung der zweiten Halbzeit war unterdurchschnittlich.

Spieldaten

 

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8 Kommentare

  1. Maldini sagt:

    Innerhalb einer Woche VIER Punkte gegen zwei ganz schwache Gegner verspielt, obwohl die Doppelbelastung aufgrund der eklatanten Schwäche von Mura eigentlich überschaubar war – mein Optimismus für den Herbst ist leider jedenfalls dahin.

    • Moe sagt:

      Kopf hoch, der Klassenerhalt is noch in Reichweite! Und wenn nicht dann gibts nächstes Jahr zumindest wieder Derby!

  2. Marchanno Diaz Rabihou sagt:

    In einer wundervollen Europa League Gruppe und Tabellen Zweiter.
    Echt grausam….

  3. Melvinuss sagt:

    Es war eine durschnittliche Leistung von Sturm und am Ende eine für beide Mannschaften verdiente und gerechte Punkteteilung. Die Admira war giftig und aggressiv, mit jungen und talentierten Spielern und die haben heute unserer Mannschaft sicherlich das Leben schwer gemachtl.

    Ich kann weder nachvollziehen, wie man hier (@Sturmnetz) von einem glücklichen Punkt sprechen kann (wenn am Ende JGS den Tausender macht, dann hätten wir tatsächlich „glücklich“ gewonnen), noch wie man nach so einem Saisonstart nach lediglich 2 Unentschieden von verlorenem Optimismus sprechen kann.

    Dass einige Spieler noch nicht so weit sind bzw. noch brauchen, um konstant auf so einem Niveau (gut) zu spielen, ist nicht von der Hand zu weisen, aber damit werden wir speziell im Herbst (sicherlich des Öfteren unliebsam) leben müssen.

    Schicker, Ilzer & co machen einen richtig guten Job, gerade in solchen Phasen brauchen sie dann auch die Unterstützung von uns Fans und nicht, dass wir nach 2 Partien, die wir nicht mal verloren haben, bereits die Flinte ins Korn werfen…

    P.S.: Seriensieger bzw. Meister wird es in Österreich auch zukünftig nur in Salzburg geben, aber ich bin halt lieber Fan und kein Konsument…;)

    • Maldini sagt:

      Ich bin auch zu 100% davon überzeugt, dass Ilzer und Schicker sensationelle Arbeit leisten.

      Nichtsdestotrotz hätten uns diese vier Punkte einen ordentlichen Puffer für die richtig harten Wochen gebracht – und in beiden Spielen habe ich die letzte Überzeugung und Entschlossenheit vermisst, dass man sich in eine wirklich komfortable Situation bringt.

      Denn eines sollten wir nicht vergessen: Die Mannschaft ist extrem jung und nicht so stabil wie viele hier glauben…

  4. Schworza99 sagt:

    War kein gutes Spiel heute aber bisher noch unbesiegt, sollte auch beachtet werden. Jetzt hat man Zeit in der Pause bisschen an der Mentalität zu drehen da man jetzt schon öfters nicht 90 Minuten durchgehalten hat und frühzeitig das Spiel eingestellt hat.

    Die Verstärkung in der Defensive ist wohl bitter nötig da wir hinten schon sehr oft ruckelst unterwegs sind. Klare Schwachstelle bisher. Keine Ahnung ob eine Borkivic-Leihe sinnvoll ist oder nicht. Schicker wird schon wissen was finanziell gscheit ist und Ilzer was er braucht und dem Team helfen kann.

    Vergessen sollten wir auch nicht dass das hinten mit Ingolitsch und Trümmer im Laufe der Saison auch noch Optionen aufkommen könnten…also ruhig Blut wird schon werden.

    PS: Schön auch den Donis wieder in der Steiermark zu sehen…wer weiß wenn er bei Hartberg alles zerschießt holen wir ihn im Winter mit den Yeboah-Millionen 😉

    • Fanatiker sagt:

      Trainer Ilzer sprach im SKY-Interview Klartext: das tägliche Brot ist die Meisterschaft!

  5. Chris1909 sagt:

    Ja schade, dass man gestern viele Tugenden der letzten Spiele vermissen ließ. Aber dennoch braucht man jetzt nicht den Kopf hängen lassen! Wir sind immer noch die Besten der „Normalsterblichen“. Selbst Salzburg tat sich gegen die Admira sehr schwer und brachte das 1:0 nur mit Müh und Not über die Zeit. So what!

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