Edi on fire

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. SV Grödig

Nachdem der SK Sturm in den vergangenen Spielen wahrlich keine Meisterleistungen abliefern konnte, ging es gegen den SV Grödig um Wiedergutmachung sowie einen versöhnlichen Jahresabschluss. Man konnte nicht behaupten, dass alles für einen fußballerischen Leckerbissen angerichtet war, vor allem die eisigen Temperaturen schreckten wohl einige Sturmaficionados ab. Erfreuliches gab es vor dem Spiel dennoch zu berichten: Marko Stankovic feierte sein Startelfcomeback und durfte seine Mannschaft sogar als Kapitän auf das Feld führen. Weniger stimmungserwärmend war jedoch der Blick auf die Verletztenliste der Schwarz-Weißen. Neben Avdijaj, Kienast, Rosenberger, Tadic und Gratzei, verletzten sich im Abschlusstraining auch noch Horvath und Hadzic, zudem musste man auf Kapitän Madl und Potzmann verzichten, da beide eine Rot-Sperre abzusitzen hatten.

Frühe Führung für die Blackies

Der erste Fangesang gebührte dann auch schon dem Spieler, der es in der abgelaufenen Herbstsaison am Meisten verdient hatte – Michael Esser! Der SV Grödig begann in der Anfangsphase sehr druckvoll und attackierte die Grazer schon früh in der gegnerischen Hälfte. Welch schöne Geschichten der Fußball manchmal schreibt, erlebten wir in der siebenten Spielminute: Offenbacher (ja richtig Daniel Offenbacher) spielte einen Zuckerpass auf den oben angesprochenen Kapitän der Blackies, dieser lässt Strasser keine Chance und schießt gekonnt zur schnellen Führung der Gastgeber ein, dies wird zu Recht von den Fans mit Stanko-Rufen gutiert. Ein Treffer der den SK Sturm aufweckte, denn jetzt legte man das Spiel deutlich druckvoller an und kam auch zwei Minuten später durch Edomwonyi zu einer Halbchance. In der 16. Spielminute folgte dann ein weiterer Hochkaräter durch den Angreifer der Grazer, der sich auf der linken Seite undwiderstehlich durchsetzt, aber abermals an Strasser scheitert. In dieser Szene stellte der Nigerianer seine enorme Schnelligkeit eindrucksvoll unter Beweis, die daraus resultierende Möglichkeit nach dem Eckball setzt Piesinger am Tor vorbei.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Die Salzburger brauchten bis zur 23. Minute, um sich aus ihrer Schockstarre zu befreien, dies mündete in einem abgefälschtem Schuss von Sulimani der sein Ziel nur knapp verfehlte. Nach einem guten Ballgewinn von Edomwonyi wird selbiger von Strauss in der 26. Minute gelegt. Daraus ergab sich eine schöne Freistoßposition, Offenbachers Abschluss erinnerte jedoch mehr an einen Rückpass. An der nächsten Aktion sollte der Sechser auch maßgeblich beteiligt sein: Venuto zieht ihm in einem Laufduell die sprichwörtlichen Schuhbänder aus und kreiert so eine Überzahlsituation, sein Pass findet Derflinger, aber dieser scheitert am Grazer Schlussmann. Starke Aktion von Esser, in der Folge wird dann ein Edomwonyi-Schuss abgelenkt und verfehlt sein Ziel um einige Meter. Der sehr auffällige Nigerianer lässt in der 39. Spielminute auf der linken Seite zwei Grödiger unnachahmlich stehen und bedient Schick, der vom Fünfer Strasser allerdings nicht überwinden kann. Weltklasse-Reflex des Salzburger Schlussmannes! Kurz vor der Halbzeit scheitert dann auch noch Piesinger mit einem Distanzschuss und das sollte es dann auch schon gewesen sein.

Sturm kam unverändert aus der Kabine, aber der SV Grödig brachte mit Roman Wallner einen ehemaligen Schwarz-Weißen in die Partie. Dann eine tolle Einzelaktion von Stankovic, der in der 51. Minute mit einem „Gurkerl“ Maak ganz alt aussehen lässt, aber Strasser rettet erneut mit einem herausragenden Reflex. Den darauffolgenden Eckball köpfelte Piesinger an die Latte. Fünf Minuten später Sturm wieder mit einer Doppelchance: Ein Gruber Schuss wird abgefälscht und führt zu einem Eckball, aber erneut ist Strasser nach einem Edomwonyi-Kopfball zur Stelle. Mit einem Transparent machte die Nordkurve eine Minute später auf sich aufmerksam, welches den Grottenkick der letzten Jahre kritisierte, zu diesem Zeitpunkt sahen sie aber ausnahmsweise ein sehr gutes Spiel ihrer Mannschaft. In der 59. Minute sieht Spendlhofer gegen Lukas Venuto nicht gut aus, aber der Schuss des Brasilianers aus spitzem Winkel geht am Tor vorbei. In der 63. schlägt Edomwonyi einen schönen Haken, aber warum der linke Fuß sein schwächerer ist, konnte man hier gut beobachten.

Bright bricht den Bann

Die nächsten Minuten sollten sich äußerst turbulent gestalten: Zunächst kommt der eingewechselte Dobras im Strafraum zu Fall, gleich danach ein Grödiger. Der eingewechselte Schütz reklamiert heftig – zu heftig. Er wird des Platzes verwiesen. In der Folge passiert dann etwas Unglaubliches: Der beste Mann am Platz Bright Edomwonyi kann sich auf der rechten Seite nach einem blitzsauberen Kamavuaka-Pass durchsetzten, zieht in den Strafraum und erzielt tatsächlich sein erstes Bundesligator für den SK Sturm! Das auf eine äußerst kuriose Weise, er schießt Strasser an und stolpert den Ball irgendwie in die Maschen, Slapstick par excellence! In der Folge nimmt Sturm das Tempo aus der Partie, zu diesem Zeitpunkt eine Begegnung nach dem Motto: „Die einen wollen nicht, die anderen können nicht.“ Sturm ließ in den letzten Minuten nichts mehr anbrennen, belohnte sich für eine gute Leistung und bot somit den Fans einen halbwegs versöhnlichen Saisonabschluss.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

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Stimmen zum Spiel:

Lukas Spendlhofer:

 

 

Spieldaten:

 

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Galerie:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

 

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10 Kommentare

  1. Unterton Unterton sagt:

    Na bitte, wenigstens noch ein gutes Spiel vor der Winterpause. Das täuscht aber nicht darüber hinweg, dass viel Arbeit auf Foda und Co wartet. Also jetzt einmal ausruhen und dann VOLLGAS!

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  2. Hindemith Hindemith sagt:

    Also, Leute, Euren Optimismus bezüglich „gutes Spiel“ gestern kann ich leider nicht teilen. Gegen eine in der Offensive harmlose Grödiger Mannschaft lieferte unsere Mannschaft eine wie schon in den letzten Spielen gezeigte, sehr mäßige Leistung ab. Lichtblicke waren noch die Defensive mit einem wie üblich sicheren Bruno, mit einer grossteils fehlerlosen Innenverteidigung, (Spendelhofer souverän), einem sehr bemühten Kayhan (viel besser als Potzmann), das Startelf-Comeback von Stanko und ein bemühter Edi, der immer wieder auf die Seite ausweicht, aber oft allein auf weiter Flur bleibt. Wie üblich schwacher Spielaufbau, die meisten Versuch, schnell in die Spitze zu spielen, landeten irgendwo im Nirwana, nicht einmal knapp am Laufweg vorbei. Endlose Fehlpässe. Wie üblich kein funktionierendes Flügelspiel, da fast nie ein Spieler zusätzlich mit ausrückte, um für eine Überzahl zu sorgen. Ach ja, etwas positives gab es noch: Unser Youngstar wurde für Foda´sche Verhältnisse überraschend früh gebracht, zeigte besonders bei einer Balleroberung kurz vor Schluss was in ihm steckt.

    Insgesamt leider wieder ein richtiger „Schweinskick“, viel Schatten, wenig Licht!

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  3. Schworza99 Schworza99 sagt:

    In 3 Partien gegen Grödig 4 Punkte geholt…das ist leider ein Armutszeugnis. Zudem wird der schärfste Konkurrent nächstes Jahr die Admira sein…

    Von „können gegen fast jeden gewinnen“ zu „knapp Platz 4 gehalten“ ist ein weiter Weg.

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  4. wama sagt:

    pflichtsieg eingefahren nach einigermaßen solider vorstellung, mehr war es aber nicht.

    will man wieder ganz vorne mitspielen, muss man wohl in einen starken 10er und einen treffsicheren stürmer investieren, sonst bleibts bei bestenfalls mittelmaß und einem bestenfalls 4. platz.

    in summe haben wir einen zu breiten, durchschnittlichen kader ohne glanzlichter, keinen antreiber, keinen leader, keinen topstürmer.

    aber wie es aussieht reicht das den ansprüchen unserer führungsriege, die andere wirtschaftliche ziele verfolgt, das ersparte wohl in infrastruktur,…investiert.

    für mich klar der falsche weg, denn so wird der abstand zu den großen 3 noch eklatanter werden, die fans immer mehr ausbleiben samt logischer konsequenz, dass es dann noch weiter bergab gehen wird.

    ich baue somit auf die generalversammlung und hoffentlich positive veränderungen an der spitze des vereins und im kader.

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  5. ljnight2 sagt:

    @ wama: bist du jedes spiel im stadion?
    Meiner meinung nach gehört dad geld in die infrastruktur gesteckt! Dann kommen wieder mehr leute und die kohle ist dann auch wieder da. Mit denen man spieler kaufen kann..
    Was bringen sich spieler, die (wenn überhaupt) in einer ruine spielen vor leerer kulisse?
    Sobald die stadien in wien fertig sind, ziehts die sponsoren und spieler nach wien..
    Wir fighten dann nur mehr gegen ried und mattersburg um punkte und (schwächere) spieler..
    Ganz klar in die infrastruktur!!! Wie es rapid vor 3 jahre gemacht hat (geld angehäuft, junge spieler gekauft, konsoldierungsjahr irgendwo im mittelfeld und dann voll angegriffen, mit den eingespieltenspielern)..

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    • dada sagt:

      Bist du bei den letzten spielen im Stadion gewesen?

      Ich glaube dann doch, dass Sturm da ein komplett neues Stadion haben könnte, aber bei den Leistungen kommen da auch nicht mehr Leute.

      Ich würde schon mal sagen, dass bei Sturm die Infrastruktur das kleinste Problem ist (und Sturm wird auch nie die finanziellen mittel aufbringen können ein Stadion zu bauen bzw die UPC arena auf einen zeitgerechten stand zu bringen).

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  6. wama sagt:

    @ljnight2

    nein bin ich nicht, ich bin bei 3-4 spielen pro halbsaison dabei, den rest sehe ich auf sky. selbst wenn ich eine dauerkarte hätte, wärens diesen herbst wohl nicht viele mehr geworden…

    na klar gehört in die infrastruktur investiert und ja, rapid hat da die letzten 1,5 jahre vieles richtig gemacht und wohl vor allem mit dem sportdirektor ein gutes händchen gehabt.

    aber: wir haben jetzt schon einige konsolidierungsjahre hinter uns, die uns auch nicht weitergebracht haben – investiert man jetzt eine der mindestens 2,5 millionen, die vorhanden sein müssten, in den kader und den rest in infastruktur, kann das nicht verkehrt sein und vor allem würden wir sportlich nicht komplett abreissen von den großen 3.

    um die eine mille sollte sich ein für österreichische verhältnisse brauchbarer 10er und ein ebenso brauchbarer stürmer ausgehen.

    und vielleicht bringt ja die gv im jänner tatächlich eine wende und zusätzliches kapital ins land – das wäre mein wunsch für weihnachten! bleibt jauk und co, werden sich wohl deine wünsche erfüllen und wir fans wohl die nächsten 5-10 jahre kleinere brötchen backen müssen.

    graz ist und bleibt die 2. größte stadt österreichs, sturm muss immer den anspruch auf zumindest top 4 haben, eigentlich auf die top 3 – und sollte sich nicht mit ab und an erfolgen alle 10 -15 jahre zufrieden geben. das muss in die köpfe aller verantwortlichen rein, die rund um sturm mitentscheiden, mit partizipieren,…wie beispielsweise unsere Politiker,…

    klar ist auch, dass wir dennoch immer die ausbildung unseres eigenen nachwuchses als oberste prämisse sehen müssen – weil wir unsere besten, eigenen, steirischen kicker sehen wollen, weil wir mit ihnen zu schönen transfereinnahmen kommen.

    mit kaputtsparen alleine, mit nur in infrastruktur investieren, mit ständigem erwerb von bestenfalls guten durchschnittsknickern spielen wir bald auf augenhöhe mit grödig und co…

    diesen beweis haben wir nun ,denke ich, lange genug erbracht!

     

     

     

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  7. ljnight2 sagt:

    Tja, wenn du das meinst, lassen wir das stadion die nächsten jahre und kaufen wir uns mehr amohas, die jugend kann zu wr neustadt, mödling uns ried gehen, wenn du denkst das das besser ist..
    I wette wenn ein neues stadion stehen würde, bringt es mit sicherheit mehr zuseher und das spiel wird besser wegn der euphorie (kann berge versetzten, wie bei rapid in der euro league)..
    Ich denke das auch sturm es schafft 20 millionen aufzubringen.. Es wird immer gejammert das es nicht möglich ist, gejammert das die wiener mehr kohle habn.. Man muss halt mal die ärmel aufkrempeln und eier haben (auch bei rapid hats gheißn die können kein stadion bauen und der präsi hats einfach gmacht)..
    Jetzt redn wir noch so schön vom 4. Platz oder noch mehr.. Awa ich verspreche euch ohne infrastruktur, in den sessln zu hockn und nur spieler kaufen geht nicht mehr.. Man muss über den tellerrand schaun, in die zukunft, sonst kann man sich nicht entwickeln..
    Man braucht auch einen sportdirektor, sturm ist zu groß das das nur einer lenket..
    Kenne keine firma, die vom budget her nur einen chef für die mitarbeiter (spieler)und wirtschaft hat, weiß nicht was die sich denken, oder wo das hinführen soll..
    Und der franco ist ein trainer und soll sich auf das kobzentrieren, er ist ein mitarbeiter vom sportklub sturm graz und wenn er denkt das er der allmächtige ist und reinreden darf, dann soll er sportdirektor werden oder gehen.. Es gibt auch unter mitarbeiter regeln die zum einhalten sind..
    Und ganz klar! Ich war froh das er wieder zurück war, nur muss auch er regeln einhalten!

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  8. ljnight2 sagt:

    Wo haben wir bitte geld in die infrastuktur gestopft?
    Das trainingsgelände vor 5 jahre? In die nord die sitze abmontiert? Das tor zur stadt gebaut? Das schnitzelsemmeln und Kotelettsemmeln im stadion gemacht werden können? Heizstrahler für die mädls am dach montiert? Das stadion grundsaniert? Die vip umgebaut das das nationalteam wieder in die 2. Größte stadt kommen kann? Den rasen saniert?
    Jaja, viel zu viel geld investiert..

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  9. Moe sagt:

    Der Schützi! Mit dem hab ich damals noch in der Schülerliga zamen gspielt, haha, traumhaft! 😀

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