Düstere Aussichten

Sturm, das ist freilich kein Schwergewicht im internationalen Fußball.  Aber es ist den fußballverrückten Menschen auf diesem Kontinent in der Regel zumindest ein Begriff. Dank Osim und der glorreichen Champions-League-Zeit kann man mit etwas Glück sogar in Brasilien mit der hiesigen Bevölkerung über das steirische Aushängeschild des Ballsports plaudern, lässt einer unserer ehemaligen Redakteure wissen, der dort über längere Zeit seine Zelte aufschlug und selbst überrascht war, dass man etwa 9.000 Kilometer fernab der Heimat das kleine Sturm zum Teil tatsächlich kennt. Ein einigermaßen, wenn auch nicht übertrieben hoher Bekanntheitsgrad ist es also, den man den Schwarz-Weißen schon attestieren kann und muss. Ansonsten sieht es allerdings schon düster aus – sehr düster sogar.

Gegenwärtig ist das Transferfenster offen. Spekulationen sind es hauptsächlich, die wenigstens ein bisschen helfen, die lange Pause etwas zu füllen. Da gehören natürlich hitzige Debatten dazu: Wen würde es brauchen, wen nicht? Was wäre ein geiler Transfer? Sowieso braucht es nach der letzten Saison einen Kaderumbruch. Dann zumeist die Ernüchterung, manchmal gar das Entsetzen, wenn der neue Stürmer nicht der 20-Tore-Typ ist, auf den man irgendwie gehofft hat und Zugänge einen nicht gerade vom Hocker hauen. Kürzlich wurde Jörg Siebenhandl mit Greuther Fürth gerüchteweise in Verbindung gebracht. Greuther Fürth. Die unumstrittene Nummer Eins mit überaus gutem Standing könnte also einem Top-Club des Landes, von dem aus man verhältnismäßig sehr leicht den Weg ins internationale Geschäft findet, zugunsten eines hinsichtlich Größe und Finanzkraft bestenfalls als Mittelständer der Zweiten Liga des nördlichen Nachbarn zu bezeichnenden Vereins, von wo aus jedwede Teilnahme an internationalen Bewerben gänzlich ausgeschlossen ist, den Rücken kehren. Und es wäre, wenn es denn geschehen sollte, ja nicht einmal etwas Neues. Selbst der Vizemeistertitel und die Champions-League-Qualifikation nach einer überragenden Saison konnten nicht verhindern, einen Akteur, den man überaus gerne gehalten hätte, an einen deutschen Zweitligisten zu verlieren, der dort dann nicht einmal eine große Rolle spielte. Das gibt zu denken. Sturm schwimmt bekanntlich nicht im Geld, aber kann man tatsächlich nicht mehr mit einem mittelmäßigen deutschen Zweitliga-Verein mithalten, den in Brasilien bestimmt niemand kennt? Hat Greuther Fürth wirklich mehr Marie als wir? Ja.

Was in diesem Zusammenhang besonders auffällt: Ein Großteil der Fans schätzt Sturm bezüglich dessen Möglichkeiten viel zu optimistisch und im Grunde vollkommen falsch ein. Betrachtet man die unzähligen Wortmeldungen in den Weiten des Webs, so kommt ein anderer Rückschluss nicht mehr in Frage. Diesen Umstand aufgreifend, soll der plakative Versuch unternommen werden, aufzuzeigen, wo Sturm wirklich steht. Soviel vorweg: Spaß macht das wenig. Aber man täte gut daran, die Situation realistisch zu betrachten. Anderenfalls werden Enttäuschungen vermutlich zum Dauerzustand. Denn es sind gerade Vereine wie Sturm, die als die großen Verlierer der Entwicklung des modernen Fußballs hervorgehen. Egal, wie gut man in Graz arbeitet, die Kluft wird unaufhaltsam trotzdem immer größer statt kleiner. Sei es nun im internationalen oder im – viel schmerzhafteren – nationalen Vergleich. So viele Seuchensaisonen können die beiden Wiener Großklubs gar nicht fabrizieren, um den Abstand zu Sturm währenddessen nicht trotzdem zu vergrößern. Von Red Bull ganz zu schweigen. 

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Kommen wir auf das bereits angesprochene Greuther Fürth zurück. Im 18.000 Personen fassenden Stadion – ähnlich der Kapazität in Liebenau – finden sich im Schnitt zwischen 9.000 – 10.000 Menschen ein, ebenfalls ähnlich wie in Graz. Der offiziellen Vereinshomepage sind für das Geschäftsjahr 2018 zudem folgende Zahlen zu entnehmen: Die Medieneinnahmen betrugen demnach 13,3 Millionen Euro, das Sponsoring 5,7 Millionen. Der Gesamtumsatz des Vereins belief sich dabei auf 29,3 Millionen. Das liest sich zunächst wenig aufregend. Vergleicht man diese Werte dann jedoch mit Sturm, wird einem angst und bange. Bei einem Gesamtumsatz von knapp 19 Millionen Euro sind es magere 8,5 Millionen Euro, die TV-Gelder und Sponsoring zusammen einbringen. Das ist deutlich weniger als die Hälfte der 19 Millionen, die Greuther Fürth im selben Zeitraum lukrierte. Freilich machen die viel üppiger ausfallenden TV-Gelder in Deutschland, selbst in Liga zwei, den großen Unterschied. Im Bereich der Sponsoring-Einnahmen ist man aber ebenfalls de facto nur gleichauf. Und das obwohl Sturm im Jahr 17/18 ebenjene um 16 Prozent steigern und so ein überaus zufriedenstellendes Ergebnis erzielt werden konnte. Ohnehin wächst Sturm wirtschaftlich kontinuierlich in Prozentbereichen, die überaus positiv zu werten sind. Den Verantwortlichen kann also kaum ein Vorwurf gemacht werden. Und trotz alledem befindet man sich eben nur auf einer Ebene mit Greuther Fürth, die dafür aber 13,3 Millionen Euro TV-Gelder kassieren. In Österreich sind das übrigens satte 23 Millionen, allerdings aufgeteilt auf zwölf Vereine. Kurzum: Finanziell kann Sturm Greuther Fürth nicht das Wasser reichen – nicht jetzt und nicht in näherer Zukunft. Das leidige Stadionthema, das den Blackys im Genick sitzt und auch keine große Hilfe ist, noch gar nicht berücksichtigt.

Wie kann Sturm also eine schlagkräftige Truppe zusammenstellen, die es beispielsweise auch mal in eine Europa-League-Gruppenphase schafft und dort womöglich auch ein bisschen mitzuhalten vermag, eventuell sogar für die eine oder andere Überraschung gut ist? Vermutlich gar nicht. Rational betrachtet, scheint dies mehr oder weniger unmöglich. Glücklicherweise ist Fußball aber nicht gänzlich rational, mit den Fans im Rücken, dem Momentum auf seiner Seite und etwas Glück kann Sturm Derartiges gelingen. So geschehen beispielsweise gegen Metalist Charkiw, die auf dem Papier in einer ganz anderen Liga spielten, man aber dennoch aus dem Bewerb warf und sich so mit der Gruppenphase belohnte. Man sollte sich dann aber schon auch dessen bewusst sein, dass so etwas als kleines Wunder und vielmehr als die Ausnahme, nicht die Regel zu sehen ist. Wer Ähnliches von vornherein erwartet, der wird mit Sturm wohl wenig Freude haben.

Es bliebe in Graz natürlich noch die traditionell hochgehandelte Jugendarbeit, auf die man vermehrt setzen könnte. Doch selbst da macht einen der moderne Fußball größtenteils schon einen Strich durch die Rechnung. So werden die besten Talente bereits im ganz jungen Alter allen voran vom Ligakrösus aus Salzburg zusammengezogen, oftmals weit unterhalb der Wahrnehmungsgrenze, während man sich diesem Treiben völlig machtlos ausgesetzt sieht. Somit spielt man auch in diesem Bereich bestenfalls die zweite Geige, vermutlich sogar eher die dritte oder vierte. Zuletzt sind Sturm immer wieder Zukunftsaktien abhandengekommen, das prominenteste Beispiel stellt dabei wohl Romano Schmid dar. Geld gibt es dafür aber auch keines, ausgenommen einer läppischen Ausbildungsentschädigung, die auch nicht weiterhilft. Spieler lange zu binden und so bei einer etwaigen Leistungsexplosion wenigstens Millionen in die Kassen zu spülen, schafft man in Graz aus finanziellen Gründen ebenfalls kaum. Das Risiko möchte man zudem zurecht stets möglichst gering halten. Es ist dies ein Teufelskreis ohne erkennbaren Ausweg.

Während sich das alles wie eine Hiobsbotschaft liest, sind diese Umstände seit vielen Jahren längst Realität und alles andere als neu. Und trotzdem hat das Fandasein im vergangenen Jahrzehnt Spaß gemacht. Trotzdem hat es Sturm geschafft, immer wieder zu glänzen, drei Titel einzufahren und positiv zu überraschen. Das ist es, worauf man sich auch besinnen sollte, ohne es jedoch in irgendeiner Form zu erwarten. Denn Sturm steht im Grunde weitaus besser da, als man das eigentlich anhand der Zahlen dürfte. Es muss von Seiten des Anhangs dennoch damit begonnen werden, die Möglichkeiten Sturms realistischer einzuschätzen und zu akzeptieren, dass man eben ein ganz kleiner Fisch ist. Das sollte man dann auch berücksichtigen, wenn man etwaige Zu- und Abgänge evaluiert. Denn die Zukunftsprognose für Sturm ist zwangsweise eine düstere, auch wenn ein großer Teil des Anhangs das wohl noch nicht wahrhaben will.

 

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21 Kommentare

  1. bianco nero tifoso bianco nero tifoso sagt:

    Danke, Gernot!

    Supa Analyse, Respekt.

    Kreissl Bua, tua wos.

    In Kreissl we trust

    Allways remember,die Deni Alar Gschicht, die Geldgier is a Hund, da Deni fühlt sich bei Rapid nicht wohl, probiers mit Alkohol, jetzt is er in Bulgaria, Verräter und holt sich die Malaria, Kapitän, Cupsieger 2018, aber nein, er ist ein gieriges Kapitalismus Schwein.

    Fussball Manager Masser, RIP, wollte einen 4 Jahres Vertrag, quasi ausgesorgt für immer.
    Schwamm trüber, in Hosi i trust, come on, gemma, hau di eini

    Sturm Graz, 110 Jahre, wir kommen wieder, keine Frage
    Und warum? Frog net so dumm.

    Sturm Graz ist ein Lebensgefühl von der Wiege bis zur Bahre, kannst nicht beschreiben, schon alles erlebt, auch den Kartnig Hannes, diesen Sauprolet, 15 Jahre war er der King, ganz ehrlich, nicht jedermanns Liebling, die Fankurve hat er gehasst,der alte Spast ohne Schmäh ole´.
    Ohne Scheiss jetzt, eine Stadt wie Wolfberg spiel EL, peinlich oder, die Fans sind sicher nicht Schuld, der Verein muss besser werden, Sturm Graz lebt von seiner Geschichte und Emotionen, scheiss auf die Euronen, wir sind reicher als reich, die schönsten Dinge im Leben sind nicht materiell, denn wir sind traditionell, Reichtum is keine Frage des Geldes, copyright Repa Dame.

    Wannsee, ohne Schmäh, Sturm Graz ole‘, ma cherie und mon amour,wos is,wir sind die Buam in Graz on the Mur.

    Nagl: Bürgamasta, rotes Tuch, GAK, Bobo vulgo roter Orsch.
    Kreissl, tua wos, Sturm Graz explodiert, Euphorie, moch wos mit der Marie.
    Das Potenzial in Graz ist so gross, ist es wirklich so? Im modernen Fussball ohne Moos nix los, immer nur Geld, Geld, Geld?

    Ja, is so, ohne Geld ka Musi, scheiss drauf, wir sind Sturm, la familga untern Grazer Uhrturm.

    PS: Ja, es is so, jeder wünscht sich die EL Gruppenphase, so ehrlich muss man sein, Sturm Graz du bist mein Verein, ohne dich kann ich nicht sein, wenn ich durch die Strassen geh, singe ich Sturm Graz ole‘.

    5+
    • Marchanno Diaz Rabihou sagt:

      Alter nero, lieber Neg**

      Der Inhalt top, die Reime ein Flop

      Literat wirst keiner mir scheint, Hauptsach in der Sache vereint

      3+
  2. Ferdi sagt:

    Der Maestro tut mir jetzt schon sehr leid

    1+
  3. HW sagt:

    Sehr guter Artikel,
    Ich kann allerdings nur bedingt zustimmen.
    Ja mit TV Gelder ist bei uns nicht das große Geschäft zu machen da ist uns auch ein 2 klassler aus Deutschland überlege.

    Ich bin allerdings überzeugt das im Bereich Sponsoring sicherlich einiges noch möglich ist .
    Da muss ich über den Tellerrand schauen und auch das so wichtige Stadion lässt sich bewerkstelligen.

    Unser Vorstand hat aber dafür ganz einfach das Format , Willen was auch immer nicht .
    Herr Jauck ist ein großer Sonntagsredner , aber kein Macher

    2+
  4. GazzaII sagt:

    Der größte Schwachsinn den ich hier lange gelesen habe und das obwohls hier schon „recht spannende“ Kommentare gibt!

    Aber zum Glück geht’s hier um einen Kolumnisten der ein Sommerloch füllen will und nicht um einen Vereinsverantwortlichen.

    3+
    • goodoldtimes sagt:

      Kannst du erklären, wieso du das für Schwachsinn hältst?
      Sturm ist kein reicher Verein und im Vergleich zu unseren finanziellen Möglichkeiten sind wir recht erfolgreich. Aber bei einem Klub wie uns muss für einen Erfolg halt wirklich ALLES passen. Für mich macht’s das umso spannender.

      4+
    • johannesleopold sagt:

      ein paar gegenargumente zum obigen „schwachsinn“ wären wirklich interessant, dann könnte man auch diskutieren darüber…

      ich denk der artikel trifft die situation ganz gut. zumindest in den top 4 von österreich zu bleiben sollte sich aber ausgehen. und wenn mal wieder alles zusammenpasst gibts auch wieder mal europa-league oder einen cuptitel. zumindest ist es mir lieber einen finanziell gesunden verein zu haben bevor es uns so geht wie wacker innsbruck zum beispiel.

      3+
    • GazzaII sagt:

      Warum Schwachsinn? Vielleicht sind einige zu jung aber gut warum kennt man uns in Brasilien bzw. wie kams zur Osim Ära? Da Ende der Kartnig Zeit, schwärzestes Kapitel in der Vereinsgeschichte etc. brauchen wir nicht reden was mir bei der historischen Betrachtung immer fehlt sind die 10 Jahre bevors bergab ging und die CL Gruppensieger Mannschaft viel zu schnell ausgetauscht wurde! Das einzige was wir Hr. Jauk gelernt haben aus dieser Zeit war anscheinend das wir sparen müssen! Lobenswert einen Konkurs will man nie mehr erleben aber man kanns auch übertreiben bzw. man könnte auch viel mehr von Kartnig lernen!

      Wir standen 1992/93 vorm Abstieg, nachdem wir in den Saisonen davor auch im Mittleren Playoff waren, 5 Runden vor Schluss der Schnitt und auf einmal spielten Nachwuchsspieler (damals sogar unter 20 jährige;-)…) wie Neukirchner, Schopp, Haas, Wetl, Hiden, Prilasnig etc. klingelt da was? Und zu der Zeit waren wir finanziell noch weiter abgeschlagen wie heute (wären wir nicht vorm Konkurs gestanden wäre Kartnig nie Sturm Präsident geworden!) und dementsprechend unsere Nachwuchsarbeit vermutlich noch weniger gegeben als heute.
      Hätte es den Schnitt nicht gegeben würden die genannten Spieler vermutlich nicht in der Sturmgeschichte vorkommen=> das waren FIX bei weitem nicht die größten Nachwuchstalente Ihrer Zeit in Österreich warum sind einige zu Sturmikonen geworden, weil Sie frühzeitig (aus der finanziellen Not heraus) in kalte Wasser geworfen wurden und das dementsprechend Ihre Entwicklung beschleunigt hat!
      Daneben gab es einen Präsidenten der unumstritten Weltklasse im Vermarkten und somit auch im aufstellen von Sponsorgeldern war gleichzeitig wusste er auch mit Politikern umzugehen, was dazu geführt hat, das man dann neben den jungen wilden auch erfahrenen, sinnvolle Kaderergänzungen holen konnte. Aus dieser Zeit haben wir zB noch immer den selben Hauptsponsor (den es unter Kartnig zu diesen Konditionen FIX nicht mehr gäbe).
      Kartnig hat in der Gruabn einen VIP Klub eingeführt, man hatte einen Namenssponsor der nicht vorne am Trikot stand (=> Mehreinnahmen), mobile Werbebanden etc. lauter Innovationen die zu Mehreinnahmen und zu einem verringern des finanziellen Abstands zu anderen Klubs geführt hat!
      Man kann sagen was man will , Osim&Schilcher waren ein Goldgriff, die Zeit war eine andere aber ohne Kartnig und seine Innovationen hätte es diese Zeit fix nicht gegeben! Ohne Kartnig hätte es auch dieses Ende nicht gegeben nur wären wir dann vermutlich viel früher sang&klanglos in Konkur gegangen ohne jemals einen Titel zu gewinnen! Was dann heute den Vorteil hätte, dass man so einen Artikel lesen und sich denken würde ja Mittelmaß ist spitze, toll für uns!

      Um jetzt nicht als Nostalgiker dazustehen nur um es noch festzuhalten, ich fordere jetzt nicht das wir wieder ein Stammklub in der Champions League werden, das geht heute vermutlich wirklich nicht mehr. Aber mit einem gescheiten Ansatz und Konzept kann man meiner Meinung nach konstant um den 2ten Platz hinter Salzburg und in der EL mitspielen,
      da muss ich dann aber auch diese Vision und dieses Ziel vor Augen haben.

      Wenn ich aber sage die Politik ist böse, Fernseheinnahmen sind zu niedrig und es sind sowieso alle gemein zu mir und deswegen ist 5ter mit gelegentlichen Ausreissern nach oben eh super dann wird das FIX nix! Deswegen halte ich den Artikel für Schwachsinn!

      4+
    • johannesleopold sagt:

      danke für die ausführliche antwort…
      die aera kartnig is halt immer zwiespältig zu betrachten, wie von dir recht gut dargelegt.
      wie man mehr geld reinbekommt um wieder gute spieler halten zu können ist halt die gretchenfrage, da maße ich mir nicht zu wissen wie es geht.
      ich persönlich hätte gerne eine mannschaft mit einigen eigenbauspielern die wirklich lange beim verein sind und bleiben. man sollte sich taugen für sturm spielen zu können, aber das ist halt romantisch…

      abschließend find ich noch, muss man einen artikel nicht gleich als schwachsinn bezeichnen nur weil man anderer meinung ist

      0
    • GazzaII sagt:

      Normalerweise nicht mein Stil aber wenn ich bei einem Fanblog einen Beitrag lese, dass man sich mich Mittelmäßigkeit abfinden soll weils halt nicht anders geht, dann fällt mir als Sturmfan nix besseres ein als Schwachsinn!

      Vor allem weil man ja, wie bereits lang&breit beschrieben gesehen hat, dass es anders geht und es keinen Grund gibt, dass das nicht wiederholbar wäre!

      1+
    • goodoldtimes sagt:

      @GazzaII: Ich stimme dir ja im Großen und Ganzen zu, aber wie dein Kommentar bestätigt, muss bei Sturm wirklich ALLES passen (siehe mein Kommentar weiter oben), damit wir richtig erfolgreich sind: Starker Nachwuchs, kluge und mutige Wirtschaftspolitik, ein guter Trainer, intelligente Transfers und etwas Glück. RBS, die gerade auseinander fallen, spielen nächstes Jahr wahrscheinlich trotzdem um den Meistertitel. In so einer Situation spielen wir eben um Plätze 4-5. Aber ich denke auch nicht, dass wir uns jemals mit Plätzen 4 und 5 zufrieden geben sollten. Der Autor hat aber recht, wenn er sagt, wir dürfen auch nicht anfangen, unrealistische Ziele zu setzen.

      In der Privatwirtschaft spricht man von Zielen, die SMART sind (Spezifisch, Messbar, Ambitioniert, Realistisch und Terminiert). Bei Sturm geht es immer um den Zwiespalt zwischen „Ambitioniert“ und „Realistisch“. Ich denke, noch ein-zwei Titel in den nächsten 5 Jahren und ein-zwei EL-Gruppenphasen als Zielsetzung wären ambitioniert und realistisch. Wenn wir aber z.B. noch in diesem Jahr das Double holen und ins EL-Halbfinale einziehen wollen, nur weil es im Jahr 1999 so geil war, machen wir uns nur unnötig Stress.

      Wir haben nicht mehr Möglichkeiten als die, die es derzeit gibt. Das heißt nicht, dass wir uns nicht nach den Sternen richten dürfen.

      Also ich denke, der Autor wollte uns eher zur Besonnenheit aufrufen. Und du hast Recht damit, dass Mittelmäßigkeit nie ein Ziel des SK Sturm sein darf.

      0
    • GazzaII sagt:

      @goodoldtimes wenn wir in 5 Jahren 1-2 Titel und 1-2 EL Teilnahmen hätte würde, ich glaube nicht nur für mich, eh alles passen;-)

      Ich glaube halt, dass ich bei einem Verein wie Sturm nachhaltig&langfristig eine Situation schaffen könnte wo alles passt! Wenn ich entlich ein Konzept auflege und das durchziehe derzeit kann ich kein Konzept erkennen aber vielleicht irre ich mich auch!

      Wir haben einen aufgeblasenen Kader obwohl es scheint, dass wirtschaftliche Gesundheit im Vordergrund steht=> irgendetwas kann bei meiner Aussage nicht stimmen, aber es kann auch irgendetwas beim Ansatz nicht stimmen.

      Ich bin der fixen Überzeugung, dass Sturm nur Nachhaltig erfolgreich sein kann, wenn man a. vermehrt auf die eigene Jugend setzt und b. sich im ganzen Verein (inkl. aller Nachwuchsmannschaften) auf ein System festlegt!

      Ad Jugend:
      Nehmen wir den Röchertransfer, prinzipiell erfreulich obwohl wir am Flügel (mMn auch qualitativ) nicht gerade unterbesetzt sind, wenn jetzt Röcher zur Folge hat, dass Lema weniger Einsatzzeit bekommt dann ist der Transfer für mich, Stichwort Nachhaltig&Langfristig, weit weniger erfreulich!

      0
  5. Bozo 07 sagt:

    Gut, hart, offen und schonungslos auf den Punkt gebrachte Artikel.
    Leider sind die Verantwortlichen für das Sponsoring nicht in der Lage hart zu verhandeln und das Maximum für die schwoarzen herauszuholen. Von den TV Einnahmen will ich gar nicht reden. Die sind eine absolute Frechheit!
    Nur schade das alle vor den „großen“ Geldgebern zittern und zu allem ja und Amen sagen.
    Trotzdem wünsche (hoffen soll man ja nicht) ich mir 2 Spielertypen.
    Einen der das Spiel lesen kann und auch den tödlichen Pass spielen kann sowie einen Stürmer der auch weiß wo das Tor steht und den tödlichen Pass auch verarbeiten mag.
    Schwarz weiße Grüße!

    2+
    • Wenn wir hier stehen sagt:

      Hamma beide schon

      Doniguez liest, Hosiner verwertet

      0
  6. Grazer Fussballwunder sagt:

    Leider stehen in diesem Artikel viele Punkte, die wohl die Situation rund um Sturm der Realität entsprechend beschreiben. Umso wichtiger wäre es die „wenigen“ Dinge, die man selbst beeinflussen kann, nicht auch noch falsch zu machen.

    Als Außenstehender wird man das Gefühl nicht los, dass Puntigamer eine Erbpacht auf das Amt des Hauptsponsors besitzt. Die Treue von Puntigamer in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in allen Ehren, doch kann daraus nicht eine Pflicht von Seiten des Vereins resultieren bis in alle Ewigkeit an diesen Sponsor gebunden zu sein.
    Es scheint doch etwas verwunderlich zu sein, dass Österreichs dritt-beliebtester Verein (die Beliebtheit RB Salzburgs ist eine Momentaufnahme und würde nach einer Seuchensaison definitiv wieder anders aussehen) nicht einen neuen, finanziell potenteren Hauptsponsor bekommen kann. Kommt der GAK irgendwann in die Bundesliga, dann kämpft Sturm auch noch mit dem Lokalrivalen in der selben Liga um potentielle Geldgeber. Das wird es nicht einfacher machen, wenn man bis jetzt schon keinen „großen Fisch“ fängt.

    Und dann die Sache mit der Jugend
    Der Transfer von Schmid war natürlich für einen Verein wie Sturm, der aufgrund des finanziellen Backgrounds in besonderer Art und Weise von Talenten und deren Verkauf abhängig ist, umso mehr ein Stich ins schwarz-weiße Herz.
    Umso unverständlicher war es für mich als wir mit Mensah einen Spieler dann von diesem Verein ausleihen um ihm Spielpraxis und somit eine Ausbildungspalttform auf Profiniveau bieten. RB nimmt uns vielversprechende Talente weg, um uns anschließend in Almosenform Leihspieler anbieten und wir nehmen dankend an- ohne weitere Worte!

    4+
    • Ritter2016 sagt:

      Es is ja nicht nur der Schmid. So bald man einen halbwegs talentierten Spieler im Nachwuchs hat kommt entweder Salzburg, Rapid, Austria aus Österreich, irgendein Verein aus Deutschland, England, Italien… die sich Nachwuchsspieler holen usw. Grundsätzlich müsste die FIFA da auch mal einschränken, dass man bis 18 nur regional den Verein wechseln darf… keine Ahnung.

      Hauptproblem ist aber eher auch der „Umgang“ mit jüngeren Spielern. Ein Oliver Filip kam zu Sturm, hat da nie so wirklich eine Chance bekommen. Vielleicht war Bundesliga für ihn auch noch zu früh, wird schon so sein. Jetzt ist er in Linz, aber in der 2. Liga… das ist dann eher schon ein Zeichen in Richtung andere junge Spieler… „warum zu Sturm, da geh ich lieber nach Hartberg, da spiel ich vielleicht….“…

      1+
  7. Ritter2016 sagt:

    Danke für den Artikel.

    TV Gelder sind in Österreich echt ein Witz. Gäbe ja eigentlich 35, 12 davon holt sich die Bundesliga oder geht als Solidaritätszahlung an die 2. Liga. Kacke.

    Ich glaub schon dass Sturm beim Sponsoring das Maximum herausholt. Man hat keinen Politiker hinter sich der Millionen aus der Halbstaatlichkeit bringt wie in Wien. Man verkauft sich auch nicht an einen Privaten. Was bleibt da in Österreich über? Nüsch. Und mehr Fans werden auch nicht kommen.

    1+
  8. fauli sagt:

    Danke für den Artikel, endlich wieder was zum lesen in dieser äußerst zachen Sommerpause.

    Die 2. dt. Liga ist Ö nicht nur finanziell weit überlegen, auch der sportliche Anreiz ist um einiges größer. Sturm spielt zwar international, aber welchen Reiz hat das für einen potentiellen Neuzugang? Wir spielen max Quali, und da kommen nicht gerade die Krachergegner auf uns zu.
    Letztes Jahr 2 Spiele gegen Ajax, dann hat schon Larnaca gewartet… Da spiel ich doch lieber in der 2. dt. Bundesliga, da sind „Kracher“ wie HSV, Stuttgart, (letztes Jahr) Köln, etc. Mit a bisserl Glück spielst im Cup gegen Dortmund oder Bayern. Zuschauerschnitt ist auch um einiges höher.
    Welchen Reiz hat es, gegen Vereine wie St. Pölten, Wattens, Altach etc. anzutreten?
    Das Niveau dürfte in Deutschland auch nicht so viel höher sein, wenn man sich anschaut welche Ex Ö-Bundesliga Kicker dort (gut) spielen, oder wird in D einfach so viel besser trainiert?

    1+
  9. rio sagt:

    Geld alleine spielt nicht Fußball und das dürfte auch die Faszination dieses Sports ausmachen. Kreativität, sowohl im sportlichen, als auch im wirtschaftlichen Bereich sorgen immer wieder für ausgeglichene, spannende Spiele auf allen Ebenen. Und genau da sind wir seit Jahren komplett falsch aufgestellt! Unser Präsident tritt hauptsächlich durch „jammern“, wie schlecht die Politik den Verein unterstützt in Erscheinung und auch durch „verschossene Elfmeter“. Alleine diese würden in Summe einen neuen, treffsicheren Stürmerkauf in Summe ermöglichen. Was hat sich bei Sturm in den letzten 5 Jahren großartiges verändert? Wo war auch nur Ansatzweise ein durchgehende Konzepte erkennbar? Es wird, wie bei uns scheinbar Tradition, von einer Saison zur anderen „gewurschtelt“. Manchmal erfolgreicher, öfters jedoch fürchterlich daneben liegend, eben ein Glückshafen. Ohne effizientem Scouting, ohne professionelle Jugendarbeit und mit inhaltslosen Selbstdarstellern werden und können wir die finanziellen Nachteile gegenüber von Experten geführten Vereinen nicht aufholen. Unser Verein scheitert letztendlich nicht an der finanziellen Ungerechtigkeit, sondern an den Personen, die nicht annähernd im Stande sind diese auszugleichen oder entgegen zu steuern. „Hände hoch“ brachte noch nie Erfolge oder Verbesserungen!

    1+
  10. joow 15 sagt:

    Lesenswerter Artikel, Gernot Hofer! Und zu ganz großen Teilen traurige Realität. Die Zeiten haben sich geändert und – wie auch in vielen anderen Bereichen – die Schere öffnet sich immer weiter.

    2+
  11. skblackie . sagt:

    Finde den Artikel sehr sehr gut, und realistisch. Alle die sagen in Sponsoring wäre noch was möglich, behaupte ich es ist kaum was möglich, ohne den Verein/Geschichte komplett an einen Konzern zu verkaufen und das wollen wir doch auch nicht.

    2+

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