Don’t bring me down

Spielercheck: SK Sturm Graz vs. LASK

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler sowie des Trainers und des Schiedsrichterteams der letzten Partie sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Kelvin Yeboah war gegen den LASK der „Man of the Match“ | © Martin Hirtenfellner Fotografie

Kelvin Yeboah – Note: 1,24

Gegen den WAC vermisste der SK Sturm Kelvin Yeboah schmerzlich – am Sonntag zeigte der Winterneuzugang wieder warum. Von Beginn weg beschäftigte der 20-Jährige die Linzer Abwehrreihe, besonders Abwehrchef Gernot Trauner, wohl einer der besten Innenverteidiger der Liga, stellte der Stürmer vor große Probleme. Nicht nur durch seinen schnellen Antritt fällt Yeboah auf, er ist robust und verfügt über Spielintelligenz. Wenn man dem jungen Offensivmann etwas ankreiden wollte, ist es die Chancenauswertung, zwei Mal scheiterte in der ersten Halbzeit an Alexander Schlager. Nichtsdestotrotz überragte der Ex-Wattener über weite Strecken des Spiels. Zwei Elfmeter holte er heraus, einen verwandelte er selbst.

David Nemeth – Note: 1,53

Woche für Woche versetzt einen der junge David Nemeth ins Staunen. Mit seinen gerade 20 Jahren strahlt er eine Ruhe und Abgebrühtheit aus, die in Österreich äußerst selten ist. Auch gegen den LASK machte der U21-Nationalteamspieler eine starke Partie. Defensiv passte die Abstimmung mit seinem Interimspartner Jon Gorenc Stankovic, auch Jusuf Gazibegovic auf der rechten Seite leitete David Nemeth an wie ein echter Abwehrchef. Die Linzer bissen sich mit Ausnahme einer Szene, in der die gesamte Abwehr nicht gut aussah, die Zähne an der Grazer Abwehr aus. Nemeth suchte sein Heil auch ein ums andere Mal im Weg nach vorne und setzte etwa Kelvin Yeboah mit einem langen Ball gekonnt in Szene. Dass ihm sein dritter Saisontreffer nicht zugesprochen wurde, liegt nur daran, dass ihm Rene Renner das Führungstor für Sturm abnahm.

Jon Gorenc Stankovic – Note: 1,63

Aufgrund der Verletzung von Gregory Wüthrich und der Rotsperre von Niklas Geyrhofer rückte Jon Gorenc Stankovic eine Reihe zurück in die Viererkette. Nach einer kurzen Eingewöhnungsphase funktionierte die Defensive tadellos. Dennoch hatte man gerade in der ersten halben Stunde das Gefühl, dem Slowenen würde die Sechser-Position besser liegen. Dies lag aber auch daran, dass er im Mittelfeld das Spiel wesentlich deutlicher prägen kann als in der Innenverteidigung. Stankovic zeichnete sich durch enge Manndeckung und Antizipation aus. Wie gewohnt rackerte der 25-Jährige über 90 Minuten, musste dabei auch einiges einstecken.

Jörg Siebenhandl – Note: 1,83

Es war ein relativ ruhiger Nachmittag für Jörg Siebenhandl im Tor der Schwarzweißen. Erstmals richtig eingreifen musste der Grazer Keeper bei einem Versuch von Reinhold Ranftl nach etwas mehr als einer halben Stunde. Siebenhandl entschärfte den Schuss genauso wie einen Knaller von Gernot Trauner einige Minuten später. Dass es in seinem 150. Spiel im Sturm-Dress doch noch klingelte im Grazer Kasten, ging nicht auf seine Kappe.

Jakob Jantscher – Note: 1,85

„Er hat mi so liab angschaut und gfrogt, ob er darf“, sagte Jakob Jantscher nach dem Spiel zur Szene, als er Kelvin Yeboah beim zweiten Elfmeter den Vortritt ließ. Den ersten verwandelte Jantscher mit einer Sicherheit, als hätte er in dieser Saison schon einige geschossen. Doch auch abseits der Elfmeter zeigte das Grazer Urgestein auf – wie beim 1:0. Mit einer scharfen Freistoßflanke zwang er die Linzer Hintermannschaft mit Unterstützung von David Nemeth zu Fehlern. Ansonsten betrieb er mit Yeboah und Kiteishvili fast über 90 Minuten intensives Pressing, mit dem er die Linzer ordentlich unter Druck setzen konnte.

Amadou Dante – Note: 1,93

Da der SK Sturm das Zentrum zustellte, versuchten es die Linzer immer wieder über die Flügel. Amadou Dante machte auf der linken Seite eine gute Partie und hielt die Angreifer weitgehend vom Strafraum fern. Mit seiner Schnelligkeit und der nötigen Aggressivität gewann der quirlige Malier einige Zweikämpfe. Offensiv war definitiv noch Luft nach oben, seine Hauptaufgabe lag gegen die Linzer aber in der Defensive.

Jusuf Gazibegovic – Note: 2,03

Statt Lukas Jäger durfte Jusuf Gazibegovic gegen den LASK von Beginn an ran. Die Unterschiede zu Jäger wurden sofort sichtbar – Gazibegovic machte Betrieb auf der rechten Seite und bereits nach elf Spielminuten tauchte der junge Außenverteidiger vorm Tor der Linzer auf, verfehlte sein Ziel nur knapp. Mit seinem Antritt störte Gazibegovic besonders die schnellen Goiginger und Renner. Selbst wenn er einen Zweikampf verlor, setzte er energisch nach und konnte so einige Ballgewinne herausholen. Generell ging der Spielaufbau von Sturm häufig über die Seite des Bosniers. Das Zusammenspiel mit den Vordermännern Hierländer und Kiteishvili war offensiv nicht unbedingt von Erfolg geprägt, wurde aber ob des Matchplans nicht unbedingt forciert.

Ivan Ljubic – Note: 2,34

Nach zuletzt drei Jokereinsätzen stand Ivan Ljubic am Sonntag wieder in der Startelf. Nachdem Gorenc Stankovic in die Abwehr zurückrückte, bot Christian Ilzer Ljubic als Sechser auf. Besonders anfangs brauchte Ljubic eine Findungsphase, spielte er doch in den letzten Wochen vermehrt auf einer offensiveren Position. Insgesamt fiel der 24-Jährige kaum auf, verfolgte aber sichtlich einen bestimmten Plan: Die Mitte zu machen, koste es was es wolle. Immer wieder ließ sich Ljubic nach hinten fallen oder stellte die eigentlichen LASK-Dirigenten Peter Michorl und James Holland zu. Sicherlich kein Gustostückerl, dennoch eine Aufgabe, die in der Partie möglicherweise entscheidend war.

Andreas Kuen – Note: 2,37

Dass Andreas Kuen großes Potential besitzt, dürfte unumstritten sein. Dennoch gelingt ihm zurzeit nicht allzu viel. Der Tiroler ackert und spult Kilometer um Kilometer ab, belohnt sich aber zu selten. Immer wieder erkämpft sich Kuen die Kugel, trifft danach aber nicht oft genug gute und schnelle Entscheidungen, so auch geschehen im Heimspiel am Sonntag. Derzeit scheint ihm etwas die Leichtigkeit und Spritzigkeit abzugehen, Einsatz kann man ihm aber nicht absprechen.

Stefan Hierländer – Note: 2,45

Es war eine unauffällige Partie von Stefan Hierländer, die eigentlich gar nicht so unauffällig war. Der Kapitän absolvierte ein unfassbares Laufpensum, half in der Defensive und beim Anlaufen der Linzer Abwehrreihe. Offensiv konnte er sich nicht in Szene setzen, denn wie Ljubic war der Kärntner mit dem Stören der Linzer Mittelfeldmotoren beschäftigt. So rückte er immer wieder in die Mitte und stellte die Zwischenräume vor der Abwehr entscheidend zu.

Otar Kiteishvili – Note: 2,66

Das Spiel lief ein bisschen vorbei an Otar Kiteishvili, zumindest offensiv. Aufgrund des Plans möglichst schnell Yeboah in der Tiefe zu suchen, blieb er als Ballverteiler und Vorbereiter blass. Auch wenn er nicht glänzen konnte, schuftete der Georgier, mutierte phasenweise zur Pressingmaschine und sprintete die Verteidiger an. Etwa Philipp Wiesinger konnte er so zum ein oder anderen Abspielfehler zwingen. In der Schlussphase machte Sturms Nummer Zehn Platz für Lukas Jäger.

Einwechselspieler

Bekim Balaj (ab der 77. Spielminute) – Note: 3,34

Bekim Balaj kam nach 77 Minuten für den Matchwinner Kelvin Yeboah ins Spiel. Zu Chancen kam der Albaner nicht mehr. Vielmehr führte er Zweikämpfe im Mittelfeld an der Grenze des Erlaubten. Beim Stand von 3:0 war sein Offensivdrang nicht allzu groß, der Fokus lag darin, die Linzer so weit wie möglich vom eigenen Sechzehner fernzuhalten.

Lukas Jäger (ab der 83. Spielminute) – Note: 2,84

In der Schlussphase kam auch Lukas Jäger in die Partie, Kiteishvili machte Platz. Erst übernahm Jäger auf der Sechs, nach der Auswechslung von Gazibegovic spielte er als Rechtsverteidiger zu Ende. Da unterlief ihm beinahe ein folgenschwerer Fehler als er mit Renner seinen direkten Gegenspieler außer Acht ließ und dieser unbedrängt abschließen konnte.

Francisco Mwepu (ab der 88. Spielminute) – Note: 2,63

Nach zuletzt sechs Partien ohne Einsatz durfte Francisco Mwepu sich ab der 88. Minute noch die Schuhe schmutzig machen.

Sonstige Bewertungen

Christian Ilzer – Note: 1,69

Es war ein sehr starker Auftritt des SK Sturm am Sonntag gegen den LASK. Der Sieg geht ob der großartigen Vorbereitung zumindest zu einem großen Teil auf die Kappe von Christian Ilzer und seinem Trainerstab. Man hatte ein Rezept für das System der Oberösterreicher gefunden, stand in der Defensive kompakt und setzte mit einem überragenden Yeboah die erhofften Nadelstiche. Die Mitte machten die Grazer komplett zu und zwangen die Linzer so über die Außen zu spielen. Dort gingen die Schwarz-weißen aggressiv zu Werke und ließen kaum etwas anbrennen. Offensiv spielte Yeboah Trauner schwindelig, die zwei Elfmeter verdienten sich die Blackys redlich.

Das Schiedsrichterteam um Christopher Jäger – Note: 1,80

Trotz zweier Elfmeter stand das Schiedsrichtergespann rund um Christopher Jäger nicht im Fokus. Beide Entscheidungen gehen völlig in Ordnung, auch wenn Yeboah diese geschickt erzwingt. Ansonsten wurde die Partie zwar hart, aber fair geführt.

Das SturmNetz-Team bedankt sich für 310 eingegangene Bewertungen und widmet dem Man of the Match Kelvin Yeboah folgende Nummer:

 

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3 Kommentare

  1. Kolkrabe sagt:

    Endlich wieder mal a richtig geiler Stürmer, danke Kelvin, danke A.Schicker! Mit dem Team kann man sich langsam sogar auf internationale Spiele freuen. Auf die Schwoazn nach Europa!

  2. Melvinuss sagt:

    Absolut verdienter BOTM! Gegen Rapid wurde ihm dieser „Titel“ noch verhindert, in dieser Verfassung mutmaßlich auch gegen den WAC. Auch wenn ich die Freude über endlich wieder einen Top-Stürmer in unseren Reihen nicht trüben möchte, sollte er nächste Saison anfangen, den Großteil seiner Chancen zu verwerten, werden wir ihn leider nicht lange in Graz sehen…

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