Die Torhüter

Saisoncheck 2020/21

Aufgeteilt auf vier wunderbar knackige Ausgaben werden wir euch in den nächsten Tagen ein Fazit über jeden eingesetzten Spieler der Blackys liefern. Hier fließen die durchschnittlichen Noten aus allen Leser*innenzeugnissen, Spieldaten sowie unsere subjektive Meinung mit ein. Wir wünschen viel Spaß!

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Jörg Siebenhandl: ø-Leserzeugnisnote: 2,12, 13 x MOTM, 36 Spiele

Eines vorweg: Siebenhandl hat eine herausragende Saison gespielt und hätte sich eine Einberufung in das Nationalteam verdient gehabt. Der Schlussmann der Schwarz-Weißen gilt nicht nur auf, sondern auch abseits des Platzes als absolute Führungsfigur. Der Torhüter spielte speziell im Herbst eine nahezu perfekte Hinrunde, in der er fast fehlerfrei agierte und seiner Mannschaft immer wieder wichtige Punkte sicherte. Nach dem Jahreswechsel zeigte er wohl seine beste Saisonleistung, als er den WAC zur Verzweiflung brachte, unter anderem einen Elfmeter von Michael Liendl parierte und dem Team in Unterzahl einen ganz wichtigen Punktgewinn einbrachte. In der Folge agierte Siebenhandl zwar weiterhin auf konstant hohem Niveau, doch vereinzelt schlich sich die eine oder andere Unachtsamkeit ein, so wie beispielsweise bei der Vier-zu-eins-Niederlage in Wien gegen Rapid oder dem Zwei-zu-eins-Heimsieg gegen Hartberg, als der Schlussmann ein vermeidbares Gegentor kassierte. Auch bei seinem Ausflug gegen die SV Ried, als er etwas unbedacht aus seinem Tor herausstürmte und Marco Grüll so einen Treffer ermöglichte, agierte der Torhüter etwas unglücklich. Den Höhepunkt dieses kleinen Formtiefs markierte dann wohl der Ausschluss im Heimspiel gegen den WAC. Eine kleine Nachdenkpause folgte, aus der Siebenhandl umso gestärkter zurückkehrte, denn in der Folge konnte er wieder an die großartigen Leistungen des Herbstes anknüpfen. In der Südstadt lief er zur Höchstform auf und verhalf einer müden Sturm-Mannschaft gegen die Admira zu einem Remis. Es sollte die Meistergruppe folgen und der 31-Jährige agierte wieder als der gewohnt sichere Rückhalt. Als Highlight muss man an dieser Stelle wohl das Auswärtsspiel gegen den LASK nennen, als die Linzer unzählige Großchancen vergaben und Siebenhandl einen großen Anteil daran hatte, dass man im Kampf um Platz drei die Nase gegenüber den Athletikern vorne behielt. Auch in den restlichen Spielen agierte er trotz der enormen Anspannung stets mit einem kühlen Kopf und verhalf seinem Team zu einem großartigen Saisonfinish. Der Schlussmann des SK Sturm bestritt in dieser Saison 36 Spiele und krönte sich in sagenhaften 13 zum Man of the Match. Zahlen, die eindrucksvoll untermauern, was für eine grandiose Spielzeit Siebenhandl absolviert hat!

Tobias Schützenauer: 1 x MOTM, 2 Spiele

Eine Mannschaft benötigt stets Charaktere, um erfolgreich zu sein. Dabei muss vor allem die Homogenität in der Truppe passen. Ein Spieler, der genau diese Attribute mitbringt, ist Tobias Schützenauer. Der Torhüter verkörpert den Sturmgeist wie wohl kaum ein Zweiter und ist auch im Training ein wichtiger Faktor, um das Team zu Höchstleistungen zu pushen. Im Normalfall verlängert man keinen Kaderspieler, der in der Saison nur auf zwei Einsätze kommt, doch bei Schützenauer ist das durchaus berechtigt. Denn er hat in dieser Spielzeit eindrucksvoll bewiesen, dass sich der SK Sturm auf ihn verlassen kann, wenn er gebraucht wird. Sowohl nach seiner Einwechslung gegen den WAC, als auch bei der Partie gegen Salzburg lieferte er eine bärenstarke Leistung ab. Vor allem diese Selbstverständlichkeit im Auftreten des Schlussmannes wusste zu gefallen und brachte ihm die verdiente Vertragsverlängerung. Auch die SturmNetz-Leserschaft honorierte seine Leistungen und kürte ihn gegen Salzburg zum Mann des Spieles.

Christopher Giuliani: Leihe zum KSV1919 – 10 Spiele in der zweiten Bundesliga, 1 Partie im Cup

Es war eine durchwachsene Leihe zum SV Kapfenberg für den 22-jährigen Torhüter, von der er nun zurückkehren wird. Giuliani ging als Stammspieler in die ersten drei Saisonspiele, doch in der Folge sollte ihn eine Sprunggelenksverletzung außer Gefecht setzen.  Danach tingelte er immer wieder zwischen Startelf und Ersatzbank hin und her, wobei es zumeist leider Letzteres wurde. Unterm Strich ein verlorenes Jahr für das Eigengewächs und bezeichnend dafür, wie grandios die Kooperation mit dem KSV gescheitert ist, denn weitergebracht hat diese im Endeffekt niemanden so richtig, auch wenn Giuliani immerhin elf Startelfeinsätze verbuchen konnte.

 

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1 Kommentar

  1. Schworza99 sagt:

    In den kommenden Monaten werden wir viele englische Wochen haben (Bundesliga, EC, Cup) und deswegen sollte man auch drüber nachdenken eventuell im Cup den Schützi einzusetzen.

    Wäre komplett unvorstellbar für z.B. einen Jantscher diesen in allen drei Wettbewerben 100% einzusetzen. Jaja Tormann hin oder her ist es mental trotzdem eine Belastung. Als Feldspieler führen die meisten Fehler nicht zu einem Tor, als Tormann nahezu jeder. Man sollte auch dem Jörg mal Pausen gönnen vor allem wenn wir eine Nr. 2 haben auch die man sich verlassen kann.
    Jörg ist auch schon 31 und hat bis 2023 Vertrag. Ich will den Teufel nicht an die Wand malen aber es ist wichtig eine im saft-stehende Alternative im Kader zu haben. Dreifachbelastung erhöht logischerweise auch das Risiko von Verletzungen. Bei uns hat es in jüngster Vergangenheit zwar auch sehr oft die Jungen erwischt aber allgemein ist das Risiko bei älteren Spielern natürlich größer.
    Ab 2023 sollte man den Posten im Tor dann auch intern vergeben da es glaube ich wenig sinnvoll ist bei dieser großen Dichte an Talenten nicht auf Eigenbau zu setzen.

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