Die Sturm-Familie trauert um Rudolf Schauss

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© SturmNetz

Völlig überraschend verstarb das Vereins-Urgestein Rudolf Schauss mit nur 59 Jahren am Montagabend am Heimflug von seinem Urlaub. Schauss, der bereits im Alter von zehn Jahren in der Sturm-Schülerelf kickte, durchlief sämtliche Nachwuchsmannschaften. Wie so viele aus seiner Generation, gab er unter Trainer Sir Karl Schlechta sein Debüt in der Kampfmannschaft, als er gegen die Wiener Austria im Mai 1976 im Bundesstadion Liebenau zur Halbzeit eingewechselt wurde.

Trat er im Nachwuchs noch immer wieder als Torjäger in Erscheinung, in der Kampfmannschaft anfangs als Mittelfeldspieler, wurde er über all die Jahre vor allem zu einer unverzichtbaren Größe in der Sturm-Defensive, wo er sowohl als Außendecker, als Vorstopper, aber auch als Libero stets die Verlässlichkeit in Person war. Seine bescheidene Art und sein ruhiges Wesen machten ihn, neben seiner Vereinstreue, zu einem echten Symphatieträger und zu einer Symbolfigur für eine ganze Generation von Sturmspielern.

© J. Dietrich

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Weder spielte er jemals ernsthaft mit dem Gedanken eines Vereinswechsels – 1979 hatte er beispielsweise ein Angebot des FC Bern, wollte den Verein aber nicht mitten im Abstiegskampf verlassen – noch konnte er mit den Blackies je einen Titel einfahren: 1981 verpasste Schauss mit dem SK Sturm denkbar knapp den ersten Meistertitel in der Klubgeschichte und beendete die Saison (nachdem man ein Jahr zuvor noch beinahe abgestiegen war) als Vizemeister. Seine größten Erfolge konnte Rudi Schauss dafür in den europäischen Wettbewerben feiern: Die Spiele gegen Borussia Mönchengladbach, ZSKA Moskau, IFK Göteborg, Hellas Verona, Lok Leipzig, Nottingham Forest oder Servette Genf, werden für immer einen fixen Platz in den Vereinsannalen haben.

© J. Dietrich

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Rudi Schauss verließ Sturm im Sommer 1990 und wechselte zu Red Star Knittelfeld, wo er seine Karriere ausklingen ließ. 393 Meisterschaftsspiele, 15 im Europacup und 40 Einsätze im ÖFB-Cup waren jahrelang absoluter Vereinsrekord und wurden – ebenso wie seine unfassbaren 23 Jahre in Schwarz-Weiß – erst von Günther Neukirchner überboten. Bis zuletzt arbeitete er als Kürschner in Graz, auf den Fußballplatz ging er allerdings nicht mehr. Auch als unlängst zahlreiche Sturm-Legenden aus seiner Ära vor einem Bundesligaspiel in Liebenau geehrt wurden, ließ sich Schauss entschuldigen. Rummel um seine Person und Schulterklopfer waren schon während seiner Karriere nie sein Ding.

Die Sturmfamilie wird Rudolf Schauss stets ein ehrenwertes Gedenken bewahren.

 

5 Kommentare

  1. Arch Stanton sagt:

    Muss wohl schon eine ganze Mannschaft sein, dort, wo sie alle hingeh’n..

     

    ps.: Red Star Knittelfeld klingt vernünftig!

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  2. Rene90 sagt:

    Ruhe in Frieden und der gemeinsame Flug nach GB zum Spiel gegen Nottingham Forst bleibt in ewiger Erinnerung

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  3. wama sagt:

    hab ihn in bester erinnerung – rudi schauss war ein ausgesprochen guter und sehr beliebter spieler.

    R.I.P

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