Die Stürmer

Wintercheck 17/18 – Teil 4/4

Aufgeteilt auf vier wunderbar knackige Ausgaben werden wir euch in den nächsten Tagen ein kleines Zwischenfazit über jeden eingesetzten Spieler der Blackys liefern. Hier fließen die durchschnittlichen Noten aus allen Leserzeugnissen, Spieldaten sowie unsere subjektive Meinung mit ein. Wir wünschen viel Spaß!

Foto © Martin Hirtenfellner Fotografie

Die Stürmer

Emeka Friday Eze (ø-SturmNetz Leserzeugnis: 2,39)

Der Neuzugang aus Nigeria stand in acht Ligapartien insgesamt nur 135 Minuten am Feld und konnte trotzdem zwei Mal den von unseren Lesern vergebenen Titel Man of the Match ergattern – und somit einen mehr als Deni Alar und Philipp Zulechner in 2.243 Ligaminuten gemeinsam. Der im Sommer von RoPs aus der finnischen Veikkausliiga gekommene Stürmer musste zu Beginn der Saison vorwiegend ohne Einsatz auskommen. Nach guten Ansätzen brachte ihm ein zwölfminütiger Kurzeinsatz inklusive Assist zum Siegtreffer gegen den SV Mattersburg in der 12. Runde nicht nur seinen ersten MotM-Titel, sondern auch die Sympathien vieler Fans. In den letzten fünf Partien vor der Winterpause wurde der schnelle Mann aus Lagos zumindest immer eingewechselt. Beim 2:1-Auswärtssieg gegen Altach wurde er zum absoluten Matchwinner, als er nach seiner Traumflanke zum Ausgleich am Ende auch noch seinen langersehnten ersten Treffer für die Schwarz-Weißen erzielen konnte. Auch wenn der 21-Jährige ab und zu zu ballverliebt scheint, ist er mit seinen temporeichen Dribblings, seinem Zug zum Tor und seinen teils unwiderstehlichen Antritten eine unumstrittene Bereicherung für den Angriff der Blackys. Zudem bringt Eze mit der Außenristflanke und spektakulärem Torjubel Schönheiten aus dem Fußballsport nach Liebenau, die man schon sehr lange Zeit nicht mehr bewundern durfte. Man darf gespannt sein, wie Heiko Vogel mit dem quirligen Angreifer plant und ob er in der Hackordnung der Stürmer nicht eventuell einen Platz aufsteigt. Mit der besten Durchschnittsbewertung aller Stürmer im Winterzeugnis von SturmNetz hat er zumindest den ersten Schritt dafür getan.

 

Deni Alar (ø-SturmNetz Leserzeugnis: 2,68)

Deni Alar ist DER Dauerbrenner in der Offensive der Grazer und aus der Sturm-Startelf nicht mehr wegzudenken. Über die Schwoazn kam der 27-Jährige diesen Herbst sogar zu seinem ersten Einsatz im Teamdress der Österreichischen Nationalmannschaft. Der Stürmer spielte, mit Ausnahme der zweiten Cuprunde gegen den USK Anif, alle Partien in Liga, Cup und Europa Legue Qualifikation. Und meistens machte er das, wofür er bekannt ist – Tore schießen. Im ÖFB-Cup traf er in zwei Spielen drei Mal, zuletzt doppelt beim 4:1-Kantersieg gegen Altach, in Podgorica führte er mit einem Tor und einem Assist seine Mannschaft zum Sieg und in der Liga hält die Nummer 9 bei 10 Treffern – macht Rang 3 in der Torschützenliste. Wie auch schon im Vorjahr hat die Leistung, was das Tore Schießen betrifft, jedoch etwas abgeflaut, neun seiner zehn Tore erzielte er zwischen der 4. und der 13. Runde, danach gelang ihm nur noch ein Treffer. Sein Aufgabenbereich innerhalb der Mannschaft erstreckt sich jedoch weit über das Bild des Goalgetters. Nicht nur, dass der Zeltweger die Mannschaft in Abwesenheit von Christian Schulz als Kapitän aufs Feld führt, vor allem seine unscheinbaren Aktionen auf dem Platz löst der Stürmer oft sehr gut. Der Nationalteamspieler schafft Räume, ist sich nicht zu schade, hinten auszuhelfen und spielt oftmals den einen Pass, der im weiteren Verlauf zum Torerfolg führt. Seine maue Zweikampfquote (34 %) ist hinlänglich bekannt, 73 % angekommene Pässe sind für einen Stürmer aber ein guter Wert. Alar wird wohl auch im Frühjahr als Stürmer Nr. 1 ins Rennen gehen, geht ihm sein zuletzt etwas zugeknöpfter Knopf wieder auf, wird er im Sinne aller Schwarz-Weißen auch sein Torkonto weiter aufstocken.

 

Philipp Zulechner (ø-SturmNetz Leserzeugnis: 3,07)

Zuletzt brachte der Wiener akzeptable Leistungen, will er seinen Ruf als Chancentod loswerden, muss aber noch viel passieren. Nach wie vor wirkt der 27-Jährige wie ein Fremdkörper in der Mannschaft, Neo-Teamchef Franco Foda schenkte ihm aber ganze 24 Mal international, in der Liga und im Cup das Vertrauen. Kurios: Nur zwei Mal durfte der Stürmer über die volle Spielzeit ran, einerseits beim blamablen 0:1 gegen Mladost Podgorica, andererseits beim knappen 1:2-Sieg gegen den USK Anif, bei dem Zulechner beide Tore erzielte und sich so seinen bislang einzigen MotM-Titel holte. In der Liga hält der Ex-Grödiger bei 3 Treffern und 2 Assists, zu wenig in 760 Spielminuten für den Tabellenführer. Kurz vor der Winterpause zeigte die Nummer 11 teilweise gute Szenen und konnte gegen die Admira ein wunderschönes und gegen Altach ein extrem wichtiges Tor erzielen. Trotzdem vergeigt Zulechner viel zu viel gute Chancen, schließt oftmals überhastig ab und zeigt teilweise eine Ballbehandlung, die nicht einmal für die Erste Liga reichen würde. Läuft er alleine auf den Torwart zu, weiß der gemeine Sturm-Knofel schon, dass das nichts wird. Zugute halten muss man ihm 43 % gewonnene Luftzweikämpfe, das sind zehn Prozent mehr, als sie Deni Alar vorweisen kann und der ist um drei Zentimeter größer. In 1.482 Spielminuten stand die Nummer 9 jedoch nur 4 Mal im Abseits, die Nummer 11 wandelt auf den Spuren des Larry Kayode und stand in etwas mehr als der halben Spielzeit ganze 17 Mal in der verbotenen Zone. Bedenkt man, dass Marcel Koller Zulechner seinerzeit zu seinem Länderspieldebüt verholfen hat, greift man sich ungläubig auf den Kopf. Es hat seine Gründe, dass es bisher bei einem Einsatz geblieben ist. Philipp Zulechner muss anfangen, zu liefern, denn Emeka Eze ist in der Lauerstellung – und bald wird er angreifen.

 

Zu kurz eingesetzt: Fabian Schubert

Fabian Schubert wurde für die Amateure geholt, spielte drei Mal für die Kampfmannschaft in der Europa-League-Qualifikation, zwei Mal in der Bundesliga und ein Mal im Cup. Erzielte gegen den FC Hard in der erste Cuprunde einen Doppelpack und wurde so zum Matchwinner. Geiler Hawi.

 

Anzeige

5 Kommentare

  1. graz4ever sagt:

    Schubert und Zulechner sollten einfacher die Plätze tauschen, denn Zulechners Niveau hat er locker und so kann er sich dann chillig weiterentwickeln…

    Zulechner kann daweil in einer leichteren Liga, lernen wie man Bälle annimmt..und vor allem wo man dies tut..

    8+

    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Verstehe sowieso nicht wieso er zu den Amateuren versetzt wurde…sah als Joker gegen Fener gut aus…zudem man mit den Amateuren ohnehin nicht aufsteigen will, sonst hätte man Standfest nicht zum Co befördert.

      3+

  2. GazzaII sagt:

    Eze baut man hier mit ein, andere mit mehr Spielzeit wurden aber zu kurz eingesetzt, also besser/objektiver als die von Euch gern kritisierte Kleine Zeitung seit Ihr aber auch nicht immer 😉

    0

    • Stefan Krainz Stefan Krainz sagt:

      Kann diese Kritik nicht nachvollziehen. Jeder Spieler mit vergleichbar vielen Einsätzen (Oliver Filip (9), Christian Schoissengeyr (10)) wurde mit der Durschnittsbenotung unserer User versehen. Lediglich bei Spielern mit erheblich weniger Einsätzen wurden von uns die Durchschnittsnoten weggelassen, da diese wenig Aussagekraft hätten. Diese Spieler sind: Schmerböck (4 Einsätze), Ovenstad (1 Einsatz), Puchegger  (5 Einsätze), Luan (0 Einsätze), Spendlhofer (1 Einsatz), Schubert (6 Einsätze) und Gratzei (1 Einsatz).

      3+

    • GazzaII sagt:

      Ok, ich habe meine Kritik auf Spielzeit bezogen (siehe zB Puchegger den man aber mMn natürlich auch zu recht weggelassen hat bei nur 3 Einsätzen)

      generell hätte ich auch Eze weggelassen, weil unser „bester Stürmer“ hat im Schnitt keine 17 BL Einsatzminuten/Einsatz=> was im Normalfall (ohne hypen und der Galavorstellung gegen St Pölten) auch meistens ein zu kurz eingesetzt hätte sein müssen.

      Aber ok war nur meine Meinung

      1+

Schreibe einen Kommentar