Die Saison retten?

Spielvorteil: SK Rapid Wien vs. SK Sturm Graz

Oh nein, so leicht lassen wir uns nicht zufriedenstellen! In Anbetracht der Situation seit Trennung von Meister- und Play-off-Gruppe ist der fünfte Platz nach 32 absolvierten Runden der tipico Bundesliga 2018/19 in Wahrheit eine Vorgabe. Natürlich, der Wolfsberger AC spielte unter der Leitung von Trainer Christian Ilzer und auch dank kluger Verstärkungen auf den wichtigsten Positionen eine bombastische Saison – ebenso wie die Linzer, die den SK Sturm von 2017/18 „frecherweise“ kopierten. Die Austria schien auf den letzten Drücker in der Lage gewesen zu sein, sämtliche Reserven an spielerischem und mentalem Potenzial auszureizen und sicherte sich zumindest den vierten Rang. Bleiben der Ligakrösus – einfach uneinholbar – St. Pölten und der SK Sturm. Lediglich die ansich schwache Austria hätte man noch hinter sich lassen müssen, aber wie so oft kassierte man auch gegen die Veilchen eine Heimniederlage und verabsäumte es in Wolfsberg zum gefühlt siebenhundertdrölfzigsten Mal, eine Führung auszubauen oder wenigstens über die Zeit zu bringen. Insgesamt stehen nur drei Siege sieben Niederlagen in der Meistergruppe gegenüber und, noch viel schmerzhafter, der Umstand, dass fünf davon zuhause passierten. Das und das am Feld Gezeigte lassen es wohl kaum zu, Freude über zwei zusätzliche Runden zu empfinden, auch wenn der Gegner Rapid heißt und es für beide Mannschaften doch zumindest nominell um einiges geht.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Euphorie gegen Verzweiflung

Rapid-Trainer Didi Kühbauer meinte am Dienstagabend, nach Abpfiff des Play-off-Halbfinales, er wisse ganz genau, wie man gegen Sturm spielen müsse. Genau das ist zu befürchten. Die Schwoazen – in der vergangenen Saison um diese Zeit frischer Cup-Sieger und Champions-League-Aspirant – sind im Frühjahr 2019 nämlich tatsächlich ausrechenbar und überraschend wie ein GKB-Fahrplan (s/o an die beste Regionalbahn der Welt). Dazu kommt nun auch offensichtliche Verzweiflung: Lukas Spendlhofer ließ am Sonntag in den Katakomben der Lavanttal Arena einmal so richtig Dampf ab und übte gleich scharfe wie ehrliche Kritik an der Mannschaft und auch sich selbst. Stefan Hierländer stimmte ein. Beiden stand die Ratlosigkeit ins Gesicht geschrieben. Bei Rapid wähnte man sich hingegen ja quasi schon wieder als Teil der Meistergruppe und auch der Europa League, wo man ja hingehöre – vertraut man zumindest auf das fast schon wieder euphorische Brummen aus dem Vereinsumfeld. Dabei muss auch den Hütteldorfern klar sein, dass sie ihren ersten Platz nicht etwa gegen die Linzer oder die Salzburger geholt haben, sondern gegen Hartberg, Mattersburg oder Innsbruck.

Frust und Enttäuschung

Wie am Mittwochvormittag bekanntgegeben wurde, wird es seitens der Fanklubs der Nordkurve keinerlei organisierten Support geben – weder auswärts noch zuhause. In der Aussendung des Kollektivs 1909 werden die bisher mehr als ausreichend an den Tag gelegte Leidensfähigkeit und auch die Diskrepanzen zwischen der Vorbildwirkung aller Fans hinter dem Tor, die in dieser Saison wahrlich nichts zu feiern hatten, und jener der Mannschaft als Gründe dafür genannt. Verständlich. Ob ausgerechnet in gleich zwei Spielen gegen die Hütteldorfer schon einmal geschwiegen wurde? Die Luft ist beim Anhang jedenfalls draußen, der Frust groß. Das bekommen auch die Verantwortlichen beim SK Sturm zu spüren. In den Sozialen Medien zeigt sich die Enttäuschung der Anhängerschaft teilweise sehr deutlich und auch die Rufe nach einer Neubesetzung des Trainerpostens werden immer lauter.

Leistung, damit der Funke überspringt

Nichtsdestotrotz muss noch zweimal Fußball gespielt werden und immerhin hat der SK Sturm die Chance, einen Platz auf der internationalen Bühne zu erobern. „Es ist eine Chance, eine Saison, die nicht optimalt verlaufen ist, noch zu retten“, meinte Cheftrainer Roman Mählich am Mittwochvormittag, als er sich im Trainigszentrum Messendorf in einer doch etwas längeren Pressekonferenz den Fragen der Journalisten stellte. Kapitän Stefan Hierländer antwortete auf die Frage, wie er den Stimmungsboykott der Fanklubs beurteile, so richtig, wie es nur möglich war: „Wir müssen eine Leistung bringen, die den Funken überspringen lässt!“ Ob es dazu wirklich kommen wird, darf gespannt erwartet werden.

Auswärtstorregel und Heimvorteil

Dass der SK Sturm auswärts in den vergangenen Wochen, wenn schon nicht viel besser, immerhin doch spürbar effizienter agierte als auf eigenem Grund, ist nicht von der Hand zu weisen. Insofern könnten die wenigen übrigen Optimisten unter den schwarz-weißen Aficionados der nun geltenden Auswärtstorregel unter Umständen einiges abgewinnen. Dennoch muss dann auch dieses vermaledeite Heimspiel am kommenden Sonntag irgendwie erfolgreich absolviert werden.

Spieldaten

SK Rapid Wien vs. SK Sturm Graz

33. Runde der Österreichischen Bundesliga, Hinspiel des Play-offs, Donnerstag, 30. Mai 2019, 17:00 Uhr, Allianz Arena

Schiedsrichter: Oliver Drachta

Mögliche Aufstellung: Siebenhandl; F. Koch, Spendlhofer, Maresic, Mensah; Ljubic, Dominguez, Hierländer, Kiteishvili, Lema; Pink

Ersatz: Schützenauer, Schrammel, Avlonitis, Lackner, Grozurek, Huspek, Jakupovic

Sperre droht: Hierländer, Koch, Mensah, Avlonitis

Es fehlen:  –

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8 Kommentare

  1. schmitzi82 sagt:

    Gsd Reagiert die NORD mal ,genau die Richtige Antwort.

    Vorstand Raus!!!!!

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  2. gepi20 sagt:

    Es ändert nicht einmal ein Aufstieg in den EC gegen Rapid. Und dann? Ungesetzt hypothetisch 3 Runden überstehen – nicht mit dieser Truppe und RM.
    Besser wir scheiden gleich aus und fangen neu an.

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  3. Arch Stanton sagt:

    Ich finde es zwar verständlich, aber schade, dass die Nord nicht unterstützt. Wie soll ein geprügeltes Pferd im Galopp laufen ohne Rückhalt?

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  4. crossbike sagt:

    Ich finde, dass ein Stimmungsboykott in Wien gereicht hätte. Dass in Graz nur die Grünen zu hören sind will ich mir gar nicht vorstellen.

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  5. ds1909 sagt:

    Wenn ich dieses mögliche 4-1-4-1 schon sehe…
    Bin echt froh wenn die Saison endlich vorbei ist. Mit Europacup zu liebäugeln macht keinen Sinn, denn seien wir uns ehrlich: Wir haben dort (heuer) einfach nichts verloren.
    Trotzdem würde ich gerne, und wünsche mir das auch, eine sehr geile und gute Leistung heute sehen – inkl. Sieg. Gerade weil wir gegen Rapid nicht unerfolgreich in den letzten 11 Spielen waren. (Nur 1 Niederlage)
    Dazu muss man aber nach einer Führung auch weiterhin Fußballspielen…
    (Wenn es überhaupt zu einer Führung kommt)

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  6. fuchsrob sagt:

    In der Saison gibts nix mehr zu retten!!!
    Ob wir nun schon gegen Rapid ausscheiden oder in der Quali gegen Wladiwurschistan is eh schon egal. Dass der WAC statt Sturm in Liebenau EC-Gruppenspiele spielt is eine Schande!!
    Vielleicht sollte Sturm ins Klagenfurter Stadion wechseln. Vielleicht kriegen wir wenn wir im Wald spielen mal kein Gegentor.

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