Die Pferde und das Geldschwimmbad

Spielvorschau: TSV Hartberg vs. SK Sturm Graz

Im Vorfeld des Steirer-Duells gegen den TSV Hartberg erhielt der SK Sturm Graz eine Hiobsbotschaft: Otar Kiteishvilis Verletzung aus der Europa-League-Begegnung gegen die PSV Eindhoven ist schwerwiegend. Die Diagnose lautet Syndesmosebandriss, der Georgier fällt somit für den gesamten Herbst aus. Trotz der schlechten Nachricht sollen am Sonntag in der Oststeiermark drei Punkte eingefahren werden. Trainer Christian Ilzer blick daher nach der Niederlage am Donnerstag bereits wieder nach vorne: „Es ist nicht die Zeit, um uns auszuruhen. Am Sonntag wartet schon das nächste schwierige Spiel und wir wollen unseren Lauf in der Liga fortsetzen. Der Auswärtssektor wird wieder beben und wir wollen diese Energie aufsaugen und auf den Rasen übertragen.“

Die Tribünen in Hartberg werden gut besucht sein. | © Martin Hirtenfellner Fotografie

Starke Serie und ein randvoller Auswärtssektor

Und eben jener von Trainer Ilzer angesprochene Auswärtssektor wird bis auf den letzten Platz gefüllt sein: 1000 schwarz-weiße Anhänger begleiten die Mannschaft und werden für die nötige Stimmung in der Profertil Arena sorgen. Diese Stimmung wird es auch brauchen, speziell gegen das „kleine“ Hartberg tun sich die Grazer traditionell etwas schwer: Die Blau-Weißen trafen in allen acht Bundesliga-Duellen gegen Sturm und konnten dabei 13 Tore erzielen, gegen keinen anderen Kontrahenten ist ihnen das sonst gelungen. Die Gesamtbilanz fällt für den SK Sturm dennoch leicht positiv aus: Vier Begegnungen wurden gewonnen, drei verloren und in einem Duell trennte man sich mit einem Remis. Aktuell blicken die Blackys mit einem breiten Grinsen auf die Statistiken. Keines der vergangenen acht Spiele in der Bundesliga ging verloren, nur gegen Ligakrösus RB Salzburg setzte es zu Saisonstart eine 1:3-Heimniederlage. Ganze 20 Punkte konnten so bisher gesammelt werden, die Ausbeute war zuletzt nur in der Saison 2016/17 mit 22 Punkten größer. Galt der SK Sturm lange Zeit als überwiegend heimstarker Verein, können sich auch die Zahlen zur Auswärtsperformance sehen lassen. Saisonübergreifend ist man seit acht Spielen in der Ferne ungeschlagen, dabei wurden fünf Siege geholt. Besser war hier nur die Legendenmannschaft um 1999, die eine Serie von zehn ungeschlagenen Auswärtspartien hinlegen konnte. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Mit 24 bisher erzielten Buden ist man auch noch die treffsicherste Mannschaft der Liga überhaupt.

Ivan Ljubic darf auf reichlich Einsatzzeit hoffen. | © Martin Hirtenfellner Fotografie

Der Turn- und Sportverein

Anders als der SK Sturm ist der TSV Hartberg noch nicht so wirklich in der heurigen Saison angekommen. Die Mannschaft von Trainer Kurt Russ sammelte bisher nur neun Punkte, die für Rang acht reichen. Wie eng es im Tabellenmittelfeld zugeht, beweist unter anderem auch der TSV Hartberg: Hätte man nur einen Sieg mehr, würde man auf Platz Drei stehen. Der treffsicherste Oststeirer hört auf den Namen Dario Tadic, der bereits sechs Mal jubelnd abdrehen konnte. Neben Goalgetter Tadic sticht vor allem der in Graz geborene Ex-Blacky Christian Klem bei den Gastgebern hervor. Klem ist der Aktivposten im Spiel der Hartberger, hatte der 30-Jährige doch während der 3:4-Niederlage gegen den FK Austria Wien die meisten Aktionen am Ball (74) und spielte zudem die meisten Pässe (50). Der Mittelfeldspieler freut sich schon auf die Partie gegen seinen Ex-Klub:

Alte Bekannte und ein legendäres Videointerview

Doch neben Christian Klem stehen auch Mario Sonnleitner, Tobias Kainz, Michael John Lema, Marc Andre Schmerböck und Donis Avdijaj, die alle bereits in der Bundesliga für den SK Sturm aufgelaufen sind, im Kader der Heimmannschaft. Letztgenannter avancierte während seines Grazer Aufenthalts zu einem echten Publikumsliebling und vermochte mit starken Leistungen zu überzeugen. In 45 Spielen konnte der in Osnabrück geborene 25-Jährige 13 Treffer erzielen und weiters elf Tore vorbereiten. Als Wunderkind betitelt und in Osnabrück und Schalke ausgebildet, wurde seitens der Schalker eine 49-Millionen-Euro-Ausstiegsklausel festgelegt, die mehr zu hemmen schien, als Avdijaj karrieretechnisch Flügel zu verleihen. Die erste Station nach Schalke war die Leihe zum SK Sturm, wo Avdijaj bekanntlich mehr als nur funktionierte und sich augenscheinlich auch wohlfühlte. Nach der Verdreifachung des Marktwertes (von einer Million auf drei Millionen) ging es zurück in den Ruhrpott, wo eineinhalb Jahre später die nächste Leihe vollzogen wurde. Es ging zunächst zu Roda JC, dann zu Willem II, die den Offensivgeist ablösefrei verpflichteten. Nach einer zwischenzeitlichen Vereinslosigkeit heuerte Avdijaj in der Türkei bei Trabzonspor an, um nur ein halbes Jahr später bei Heart of Midlothian FC in Schottland auf der Kaderliste aufzutauchen. Nachdem er auch in Schottland nicht glücklich werden sollte, ging es für ein zweimonatiges Intermezzo zurück in die Niederlande zum FC Emmen, um anschließend zum zypriotischen Klub AEL Limassol zu wechseln. In der letzten Sommerpause folgte er dem Ruf von Obmann Erich Korherr und wechselte zum TSV Hartberg. Die Steiermark scheint Donis Avdijaj zu liegen: In der Begegnung gegen den FK Austria Wien erzielte er sein erstes Bundesliga-Tor seit dem 02. April 2016 – damals noch im schwarz-weißen Dress gegen den SV Grödig.

Man wird das Gefühl nicht los, Donis Avdijaj könnte einem so einiges erzählen, hat er doch schon vieles erlebt in seiner noch immer jungen Fußballerkarriere. Den Beweis, dass Fußballer auch Humor besitzen können, liefert uns dieses mittlerweile legendäre Video:

Spieldaten:

TSV Hartberg vs. SK Sturm Graz 
ADMIRAL Bundesliga 2021/22, 10. Runde
Sonntag, 03. Oktober 2021, 14:30 Uhr | Profertil Arena Hartberg

Schiedsrichter: Manuel Schüttengruber

Mögliche Aufstellung:

Siebenhandl; Jäger, Geyrhofer, Affengruber, Dante; Borkovic, Hierländer, Kuen, Ljubic, Niangbo, Jantscher

Ersatz:

Schützenauer; Wüthrich, Gazibegovic, Prass, Gorenc Stankovic, Sarkaria, Yeboah

Es fehlt:

Kiteishvili, Ingolitsch

 

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3 Kommentare

  1. Ennstaler sagt:

    Und wieder einmal Schüttengruber als Schiri! Kann man nur hoffen, dass der VAR das Schlimmste verhindert.

  2. Ennstaler sagt:

    Mit der Ersatzbank von Sturm – so wie sie angeführt ist – gewinnst Du jedes Kleinfeldturnier!

  3. fid82 sagt:

    Ich bin zwar ein riesiger Sturmnetz, aber bei der Rotation Aufstellung ratet ihr gefühlt immer blind ins Blaue.

    Ich kann mir nicht vorstellen dass Sarkaria heute nicht beginnt. Und wenn Sarkaria beginnt und JGS geschont wird (was ich befürworten würde) wird Ljubic den 6er machen.

    Man müsste ja heute eben vor allem die schonen, die bei uns Stamm spielen und auch nächste Woche zu den Nationalmannschaften fahren.
    Affengruber, JGS, Yeboah.
    Die anderen Teamspieler Geyerhofer, Gazibegovic, Prass hatten zuletzt eh nicht die volle Spielzeit.

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