Die Null steht

Spielbericht: SK Rapid Wien vs. SK Sturm Graz (0:0)

Die ersten zwei Partien unter Neo-Coach Roman Mählich hätten zumindest ergebnistechnisch nicht besser verlaufen können – zunächst wurde der SCR Altach auswärts mit 2:0 besiegt, in der vergangenen Woche fertigten die Blackys in der heimischen Arena den Wolfsberger AC souverän mit 3:0 ab. Daher sah sich der Cheftrainer nur bedingt veranlasst, in der so wichtigen Begegnung gegen den SK Rapid Wien Änderungen in der Starformation vorzunehmen. Einzig Peter Zulj rückte nach seiner Gelbsperre wieder zurück in die Mannschaft, für ihn musste Markus Lackner weichen.

Die Hütteldorfer starteten äußerst mutig in die Partie und drückten die Grazer von Beginn weg in die eigene Hälfte. Echte Torgefahr vermochte in den ersten Spielminuten aber dennoch nicht aufzukommen. Mit zunehmender Spieldauer schafften es die Schwarz-Weißen, Rapid langsam von der Gefahrenzone fernzuhalten und offensiv selbst einige Nadelstiche zu setzen. In der 14. Minute setzte Zulj einen Freistoß aus aussichtsreicher Position klar über das Tor. Auf der Gegenseite vergab die Heimmannschaft eine gute Kontermöglichkeit über Boli Bolingoli mindestens ebenso kläglich. Nur eine Minute später setzte Thomas Murg einen Schuss klar neben das Gehäuse der Gäste. Bis Mitte der ersten Halbzeit konnten die 17.700 Zuschauer im Allianz Stadion ein sehr ausgeglichenes und chancenarmes Match verfolgen. Daran änderte auch ein viel zu hoch angetragener Schuss von Christoph Knasmüllner in der 25. Minute nichts.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Erstmals richtig Aufregung herrschte dann in der 28. Minute: Der bis dahin glänzend agierende Sandi Lovric legte Bolingoli knapp außerhalb des Strafraums, die Pfeife von Schiedsrichter Robert Schörgenhofer blieb zum Glück für Sturm aber stumm. Wohl zurecht, wie die Fernsehbilder zeigen sollten. Kurze Zeit später wurde Routinier Mario Sonnleitner aufgrund einer Verletzung von Mateo Barac ersetzt. In der 33. Minute war dann wieder Sturm an der Reihe: Nach herrlicher Vorarbeit von Thomas Schrammel beförderte Kapitän Stefan Hierländer das Leder aber direkt in die Arme von Richard Strebinger. Das Spiel nahm nun langsam an Fahrt auf, wie auch ein weiterer Abschluss von Knasmüllner wenige Sekunden später untermauern sollte. In der 40. Minute verpasste Stephan Auer eine Hereingabe nur um wenige Zentimeter. In der 45. Minute tauchte dann Sturm doch noch einmal gefährlich vor Strebinger auf, der Rapid-Rückhalt erreichte das gute Zuspiel von Hierländer jedoch Sekundenbruchteile vor Stoßstürmer Emeka Friday Eze. Kurz darauf pfiff der Unparteiische nach einer über weite Strecken enttäuschenden Darbietung beider Mannschaften zum Pausentee.

Zulj und Hierländer scheitern knapp

Nur zwei Minuten nach Wiederanpfiff scheiterte Eze mit einem Schuss am gut postierten Maximilian Hofmann. Kurz darauf klärte der Innenverteidiger erneut vor dem Nigerianer. Auf der Gegenseite verzog Murg aus rund 20 Metern nach 54 gespielten Minuten klar. Nach wie vor stand das Spiel auf Messers Schneide, kein Team wollte – wohl auch aufgrund der brisanten Ausganssituation in der Tabelle – zu viel riskieren und in Rückstand geraten. So spielte sich das Spektakel zumeist auf der Tribüne ab, sowohl die mitgereisten Sturm-Fans als auch der heimische Rapid-Anhang überzeugten mit herrlichen Choreographien und stimmgewaltigen Sprechchören. Wie aus dem Nichts fand Sturm plötzlich die Riesenchance zur 1:0-Führung vor. Thomas Schrammel bediente Peter Zulj mustergültig, der eigentlich alles richtigmachte und den Ball an Strebinger vorbeibeförderte. Unglücklicherweise klatschte das Spielgerät an den linken Pfosten. Auch den Nachschuss brachte Stefan Hierländer nicht im Tor unter – Stephan Auer rettete kurz vor der Linie. Eine Chance, die zeigte, dass in Wien-Hütteldorf deutlich mehr drin war als nur ein Zähler.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Rapid zeigte offensiv nicht mehr viel, blieb aber über Standards weiterhin gefährlich. So auch in der 71. Minute! Murg flankte präzise in den Sechzehner, Sturm konnte nur kurz abwehren, ehe Mert Müldur an den Ball kam. Seinen Schuss konnte Hierländer heroisch auf der Linie klären. Nach 77 Spielminuten reagierte Mählich das erste Mal: Er brachte Markus Pink für den aufopferungsvoll kämpfenden Emeka Eze. Nur eine Minute nach dem Wechsel fanden die Blackys in Person von Fabian Koch abermals eine Möglichkeit vor, sein Schuss wurde jedoch von Hofmann geblockt. Langsam, aber sicher schienen sich beide Team mit dem 0:0 abzufinden, auch die Einwechslung von Philipp Huspek für Stefan Hierländer zeugte zumindest auf Seiten der Murstädter davon, nicht mehr das allerletzte Risiko eingehen zu wollen – was angesichts der Tabellensituation auch mehr als verständlich war. Rapid versuchte in den letzten Augenblicken der Begegnung noch einmal etwas mehr, doch auch der eingewechselte Deni Alar kam in der 88. Minute nicht an der Grazer Innenverteidigung vorbei. So blieb es schlussendlich beim leistungsgerechten 0:0, das Sturm etwas zufriedener stimmen dürfte als die Heimmannschaft aus Hütteldorf.

Spieldaten

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15 Kommentare

  1. schmitz sagt:

    Die 0 steht super Leistung von unsere Buam.

     

     

    Und Zulj der Schlechteste am Platz .

     

    1+
  2. Luca1111 sagt:

    Reife Leistung. Zulj war heute echt eine Vorgabe. Lovric gefällt mir unter Mählich extrem gut weiss nicht was er mit ihm gemacht hat auch schrammel plötzlich echt gut. Die Defensive stark vorne noch Verbesserungsbedarf.alles alles in allem top Arbeit vom Roman.

    0
  3. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Mählich setzt auf die Defensive und punktet. Womöglich war es der größte Fehler von Vogel Fußball spielen zu sollen (dafür braucht man halt ne Top Offensive)

    Alles in allem kann man sagen: Bei Sturm brauchst ned versuchen Fussball zu spielen. Zerstören könn ma einfach besser.

    Im Winter muss mindestens ein Stürmer her denn wir können einen Eze nicht in jedem Spiel komplett alleine stürmen lassen. Es ist schon bezeichnend wie Eze  alleine vorne anlaufen muss. Selbst ein Oti nat sich immer wieder die Bälle von ganz hinten geholt.

    Frag mich wie man einen Zulj in der Form statt einem Lema (oder Huspek, Grozurek,…) spielen lassen kann…fast immer genau das falsche Timing bei Pässen, Körpersprache lustlos. Da täuscht auch der Stangenschuss nicht drüber hinweg. Lema  etc. hätte dieselbe Leistung wahrscheinlich mehr motivierter erbracht.

    2+
    • Goe Goe sagt:

      Na super – gib dem Trainer vor dem nächsten Spiel einfach die Info wer nicht liefern wird…du Fußballlehrer!

      Eine Gemeinheit solche ansagen…Fußball ist ein Mannschaftssport und die Leistung des Teams zählt! So schlecht kann diese nicht gewesen sein, sonst fahrst aus Hütteldorf nicht mit einem Punkt und ohne Gegentor heim!

      1+
    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Würde nur die Leistung des Teams zählen wäre Vogel noch Trainer…Ergebnisse zählen.

      Btw. kann man schon über 2 verlorene Punkte diskutieren, denn so hinig wie die Grünlinge die letzten Jahre sind ist auch bemerkenswert.

      0
  4. Ennstaler sagt:

    Sturm von der Vorsaison hätte das heutige Rapid mit einer ordentlichen Packung abserviert. Aber nach der heurigen Seuchensaison braucht auch Mählich Zeit, der Mannschaft soviel Selbstvertrauen zu geben, dass es auch in der Offensive klappt. Auf jeden Fall kann Sturm jetzt viel besser mit Druck umgehen.
    Peter Zulj tut mir richtig Leid, seine Vorsaison kann er nicht mehr toppen, der Erwartungsdruck macht ihm zu schaffen.
    Was ist mit Hosiner los? Verletzt, krank, vorläufig aussortiert?
    Die aktuelle Runde lief super für Sturm, das Remis gegen Rapid, einen der schärfsten Konkurrenten um den Platz überm Strich, ist fast 4 Punkte wert.

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  5. bianco nero tifoso bianco nero tifoso sagt:

     

    Bist du deppat, zache Partie, es war schirch zum Anschauen, so ehrlich muß man sein, sorry.

    Scheiss egal, 1 Punkt gegen die Indianer, der turnaround ist geschafft, danke Roman!

    Es ist nicht mehr so wie es früher war, 15 Spiele, 1 Sieg und Tristesse.

    Dann kam er, wer?

    Da Roman Mählich is kuman, viel hope, no fear, er hat Eier wie a Stier.

    Roman,  a living legend, unvergessen und jetzt als Trainer net schlecht, hat gezeigt was er kann, die Null muss stehen ist oberste Prämisse, beinhart und ohne Kompromisse, wir schaffen es unter die ersten Sechse, das ist das Wichtigste, Ergebnisse zählen und sonst nix.

    Sturm in Wien, ein Leckerbissn war es nicht, bin fast verhungert,  blede Gschicht.

    Viri schauen, wie der Bauer mit seinem Trakta, gegen die Admira san ma sicher nicht Verliera, man darf eines nicht vergessen, wir sind Sturm, der Cupsieg 2018 war historisch und unforgetable.

    Die Sturmfans sind treu, ich schwör, wenn kann man heute noch vertrauen, wir werden uns noch anschauen, was unter Mählich, Kreissl bei Sturm alles meglich ist. Die Sturmfamilie 2018 lebt, dieser Zusammenhalt ist einzigartig.

    So sind wir und das ist unser Leben, was kann es Schöneres geben, als ein Schwoaze zu sein.

     

    2+
  6. faj sagt:

    Ballbesitz Statistik kann so nicht stimmen.

    Lg

    1+
  7. Manuel Lampl sagt:

    Zulj schwächster man am Platz! Seine Leistung war gestern fürchterlich! Schrammel bester Mann am Platz. Wenn der so weiter macht, dann sollte man seinen Vertrag verlängern!

    0
  8. rio sagt:

    Also, da bauen’s ein Superstadion hin und haben kein Geld einen ordentlichen Rasen zu verlegen. Diese „Wiese“ war/ist eine Schweinerei!

    Unter diesen Voraussetzungen kann und darf man sich kein besseres Spiel erwarten und hat Sturm mit diesem Punkt alles richtig gemacht. Wichtig ist jetzt einzig und alleine ein 3er gegen die Admira, entweder überholen wir dann die Austria oder Rapid hat den Anschluss endgültig verloren. Und WAC/St.Pölten sind in Schlagdistanz, so kann es weitergehen!!!!

    1+
  9. Fanatiker sagt:

    Was mir zur Zeit an RM sehr gefällt, er hat wieder eine Stammformation von 9 – 10 Spielern. Einen verletzten bzw. einen gelb- gesperrten Spieler hast öfter.
    Kämpferisch wars top, spielerisch (Rasen….) Luft nach oben, aber ich bin positiv gestimmt, des wird was.

    Das ständige rotieren von HV war sch…. !

    0

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