Die Null muss stehen

Spielercheck: SK Sturm Graz vs. SV Ried

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der Bundesliga-Begegnung SK Sturm Graz vs. SV Ried sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

 

Man of the Match

Lukas Spendlhofer – Note 1,77

Der Name „Spendlhofer“ leitet sich vom lateinischen „spendula hoficus“ ab, was übersetzt ungefähr „saustarker Innenverteidiger“ heißt. Der beste Beweis für sein Bombenspiel ist, dass die SV Ried kein einziges Mal aufs Grazer Tor geschossen hat, dies ist nur mit einer hochgradig abgekochten Abwehrleistung zu schaffen. 77 Ballaktionen und 65 Pässe zeigen die aktuelle Wichtigkeit des Niederösterreichers für das Spiel der Grazer. In der Defensive felsenfest, trat er im Angriff ebenjenen Freistoß, der unfreiwillig zur Vorlage für das Siegestor wurde. Mehrfach sicherte Spendlhofer für die aufgerückten Außenverteidiger ab, ging dabei weite Wege und bewies herausragende Spielintelligenz, das Zusammenspiel mit dem erfahrenen Schulz tut ihm sichtlich gut. Eine Zweikampfquote von 50% wirkt zwar nicht sonderlich berauschend, diese berücksichtigt allerdings die vielen abgefangenen oder abgegrätschten Bälle nicht. Nach den teilweise schwankenden Leistungen des letzten Jahres hat er sich heuer stabilisiert und liefert Woche für Woche starke Leistungen ab, bitte nicht damit aufhören!

(c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

Charalampos Lykogiannis – Note 1,86

Der Grieche auf links machte auch gegen die Innviertler wieder richtig Betrieb. Gemeinsam mit Lukas Spendlhofer stellen 77 Ballaktionen die höchste Anzahl bei den Grazern dar, dazu kommen 30 Pässe in der gegnerischen Hälfte, darunter auch drei Flanken, die immer wieder für Gefahr sorgten. Seine Weitschussstärke konnte er dieses Mal nicht ausspielen, dafür war er defensiv bombensicher und ergrätschte in feinster Jeggomanier auch einige Bälle zurück. Eine Zweikampfquote von 43% ist zwar nicht berauschend, allerdings drücken einige Zweikämpfe in der Offensive diese Rate nach unten, die wichtigen Duelle in der Verteidigung konnte er allesamt für sich entscheiden, über links konnten die Rieder kein einziges Mal gefährlich vor das Tor kommen.

Uros Matic – Note 1,96

Es hat sich – vorerst – ausgepornot. Nachdem Matic in den ersten Runden für die Gegner quasi Neuland war und das Spiel nach Belieben diktierte, haben sich die Defensivreihen österreichweit nun besser auf den Mittelfeldzauberer eingestellt. Seine technischen Fähigkeiten suchen nicht nur unter den Sturmspielern ihresgleichen, dies bringt aber wenig, wenn immer gleich zwei Gegenspieler Gewehr bei Fuß stehen. Nichtsdestotrotz ist er für das Spiel der Blackies extrem wichtig und die Passquote von 67% bei drei Flanken zeigt, dass hier Jammern auf sehr hohem Niveau betrieben wird, bei jedem anderen Spieler wäre man mit solch einer Leistung immer noch hochzufrieden.

Bright Edomwonyi – Note 2,05

Die Rückkehr nach der Verletzungspause verlief für Bright Edomwonyi durchaus angemessen. Bei seinem Treffer kam er zwar zum Ball wie die Jungfrau zum Kind, allerdings schloss er die Situation dann mit einer bemerkenswerten Kaltschnäuzigkeit ab. In der ersten Hälfte gab es noch zwei weitere Chancen für ihn, jeweils mit dem Kopf, besonders der zweite Kopfball kurz vor der Pause nach Matic-Ecke hätte wohl ins lange Eck gepasst, wäre da nicht noch ein Rieder gestanden, um die Kugel aus dem Tor zu dreschen. In der zweiten Halbzeit gelang Edomwonyi wie der ganzen Mannschaft nicht mehr viel, in der 72. Minute ging er für Philipp Zulechner aus dem Spiel.

James Jeggo – Note 2,13

James „Die Grätsche“ Jeggo fängt nicht nur Bälle ab, er kann mit ihnen auch etwas anfangen. Starke 81% seiner Pässe kamen an den Mann, der in vielen Situationen Uros Matic hieß.  Gegen den Ball ist der Australier eine Macht, in Ballbesitz schleichen sich noch immer wieder Aussetzer ein, auch gegen die Innviertler ging der eine oder andere Ball im Spielaufbau unnötig verloren, dennoch hat er sich zweifellos in der Startelf etabliert. Die gelbe Karte für den Scheibenwischer gegenüber dem Schiedsrichter könnte noch bitter werden, da er bei einer weiteren Verwarnung gegen Mattersburg dann gegen die Austria gesperrt wäre. 60% gewonnene Zweikämpfe im defensiven Mittelfeld sind in Ordnung, besonders wenn man die vielen ergrätschten Bälle hinzuzählt. Auffällig sind seine weiten Wege, hat ein Verteidiger den Ball ist er sofort anspielbereit und unterbindet damit die Gefahr einer eventuellen Pressingsituation schon im Keim.

Christian Gratzei – Note 2,15

Schwierig, den Obersteirer in dieser Partie zu beurteilen, kam doch kein einziger Torschuss auf sein Tor. Ein Spiel, wie gemalt für einen Keeper. Seine Abschläge kamen großteils an, bei Rückpässen war er auf dem Posten, kein Grund zu einer Beschwerde. Es bleibt jedoch zu hoffen, dass sich Christian Gratzei in den bewegungsarmen 90 Minuten keine Verkühlung zugezogen hat.

Philipp Huspek – Note 2,16

Der quirlige Huspek machte ein gutes Spiel, besonders in der Anfangsphase war er in gefühlt jede Offensivaktion involviert. Heizte den Riedern über die rechte Seite ordentlich ein, drei Flanken und für einen Angreifer extrem starke 50% gewonnene Zweikampfquote zeugen von einer starken Leistung des Flügelturbos.

Christian Schulz – Note 2,37

The Captain does what Captains do. Die wenigen Angriffe der Rieder wurden von ihm im Verbund mit Spendlhofer und den anderen Verteidigern konsequent zu Nichte gemacht, 68 Pässe bei einer Passquote von 86% zeigen seine Bedeutung im Aufbauspiel, auch wenn man von ihn natürlich keine Bonuccieske Spieleröffnung erwarten kann, dafür gibt es andere im Team. Darf Schiedsrichter Schörgenhofer im Nachhinein eine Dankeskarte schicken, den Zweikampf gegen Elsneg hätte man durchaus auch als Elfmeterfoul bewerten können. Zeigte im Anschluss menschliche Größe, als er das Foul im Interview auch offen zugab.

Stefan Hierländer – Note 2,40

Der Fast-Torschütze zum 2:0 – wäre da nicht das Handspiel gewesen – machte eine brauchbare Partie, vor dem Freistoß der zum Tor führte war er es, der den Ball nach vorne trieb und gefoult wurde. Umgekehrt kam Hierländer auch selber des Öfteren zu spät in die Zweikämpfe, mit vier Fouls war er jener mit den meisten Regelwidrigkeiten. Er steigert sich langsam, hat pro Spiel immer wieder ein, zwei ganz starke Aktionen, taucht dann aber wieder für einige Zeit unter. Man sieht, dass er konditionell immer besser wird, läuft und kämpft mit jedem Spiel mehr. Der Kärntner steigert seinen läuferischen und kämpferischen Aufwand mit jedem Spiel, noch hat er seine Bestform sicher nicht erreicht, es lässt sich aber bereits erahnen, dass er dieser Mannschaft definitiv weiterhelfen kann.

Fabian Koch – Note 2,47

Ein solides Spiel vom Tiroler, weder offensiv noch defensiv wirklich auffällig, allerdings steht bei ihm mit 67% (8/12) die beste Zweikampfquote aller Sturmspieler zu Buche.

Deni Alar – Note 2,63

Irgendwann reißt jede Serie. Alar gab diesmal wieder den Zehner, wurde von Thomas Reifeltshammer aber quasi komplett kaltgestellt. Erreichte ihn mal ein Ball im Strafraum, so wurde es sofort gefährlich, dies kam allerdings recht selten vor. Im Grunde war das Spiel den letzten Wochen vor der Länderspielpause für ihn nicht unähnlich. Zweikämpfe kann er bekanntlich nicht, besonders viele Chancen hatte er auch nicht, nur seine unglaubliche Effektivität hat Alar am Samstag für hoffentlich kurze Zeit im Stich gelassen.

Einwechslungen

Philipp Zulechner – Note 2,42

Der Stürmer konnte seine 20 Minuten Spielzeit durchaus als Empfehlung auf weitere Einsätze nutzen, zwei Distanzschüsse, die jeweils nur knapp am Tor vorbei gingen, zeugen vom frischen Wind, der das Spiel des SK Sturm mit seiner Einwechslung erfasste. Natürlich waren die Rieder zu dieser Zeit schon weiter aufgerückt und es ergaben sich mehr Räume für ihn, doch man muss sie auch zu nutzen wissen, was er zumindest in dieser Partie offenkundig tat. Alles in Allem sicherlich ein guter Einstand für den Wiener, sein Pech ist derzeit nur, dass sowohl Alar als auch Edomwonyi regelmäßig treffen und Franco Foda deshalb kaum einen Grund zur Veränderung der Startelf hat.

Sandi Lovric – Note 2,61

Um Zeit von der Uhr zu nehmen, wurde in der 92. Minute nochmals gewechselt, der junge Lovric erhielt seine erste Bundesligaminute in dieser Saison, für ihn ging Uros Matic hinaus.

Kristijan Dobras – Note 2,96

Dobras ersetzte in der 84. Spielminute den müden Huspek. Einmal konnte er sich in Szene setzen, doch nach einem Dribbling rund um den Strafraum reichte es nur zu einem schwachen Abschluss.

Das SturmNetz – Team bedankt sich für 321 eingegangene Bewertungen und widmet Man-of-the-Match Lukas Spendlhofer den folgenden Song:

5 Kommentare

  1. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Also hier wird schon SEHR großzügig bewertet…

    Ich meine keiner ne 3 bei einer ganzen Halbzeit Destruktivfussball…hätte man 6:0 gewonnen müssten bei der Logik alle 1.0 haben…

    Will nicht sagen dass sie nicht gekämpft haben nur wenn der Lovric in 30sec besser bewertet wird wie Dobras, der mind. 5min am Platz stand kann man davon ausgehen das hier viel nach Ergebnis und Sympathie bewertet wird…und nicht nach Leistung

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    • DasBaum1909 sagt:

      Deswegen ists auch eine Userbewertung, da ist mit Sicherheit das persönliche Empfinden der Hauptgrund für die Note. Wärs eine Expertenbewertung könnt ma sudern, aber so, who cares wir san Erster!

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Do host a Recht…Spitzenreiter Spitzenreiter HEY HEY…

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  2. crossbike sagt:

    Irgendwie wäre eine Bewertung der Unparteiischen auch interessant. Vielleicht nächste Saison?

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  3. Ennstaler sagt:

    Im Familienamen von Lukas Spendlhofer steckt natürlich das bekannte Wort „Spennadl“ (Stecknadel), sodass sein Name auf gut Lateinisch „acus aulica“ heißt. Tatsächlich sind seine Akkus voll, seine Gegner können nur noch „au“ schreien. Zu Recht wurde er zum „Man of the Match“ gekürt.

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