Die Mählich-Taktik – eine endlose Achterbahnfahrt?

Nicht Fisch, nicht Fleisch – eine knackige Analyse der Sturm-Taktik

Spätestens nach dem vergangenen Sonntag ist die kurze Euphorie nach dem Verbleib in der oberen Tabellenhälfte wieder erloschen. Der Frust sitzt tief, doch das Ergebnis, so bitter es auch scheint, ist nicht ausschlaggebend für eben diesen. Vielmehr ist es die Leistung, die die Mannschaft auf dem Platz gezeigt hat. Erste Fragen und Kritik kamen bereits auf, als die Aufstellung der Mannschaft feststand. Wir haben uns die Taktik Mählichs mal etwas genauer angesehen.

Ein Blick zurück: Am 12. November wurde Roman Mählich als neuer Trainer des SK Sturm Graz präsentiert. Dies führte nicht überall zu Freudentänzen. Mangelnde Erfahrung wurde ihm vorgeworfen, hatte der ehemalige Sturmspieler doch bisher nur bei Wiener Neustadt den Cheftrainerposten inne. Durch sein Engagement beim ORF war aber vor allem taktisch einiges zu erwarten. Nach der Beurlaubung von Heiko Vogel wurde im schwarz-weißen Fanlager eine vereinsnahe Lösung gefordert, die Wahl fiel auf Mählich.

Die Skepsis gegenüber dem langjährigen Sturmspieler legte sich schnell, die ersten vier Spiele vor der Winterpause konnten allesamt zu Null gespielt, drei davon sogar gewonnen werden. Auffallend dabei war die robust und sicher wirkende Abwehr. In kürzester Zeit nahm Mählich der Abwehrkette rund um Dario Maresic, Anastasios Avlonitis und Lukas Spendlhofer die Unsicherheiten, die unter Vogel noch regelmäßig zu spüren und zu sehen waren. Die schon von Franco Foda initiierte Fünferkette funktionierte unter Roman „die Null muss stehen“ Mählich hervorragend. Auch im Mittelfeld harmonierten Sandi Lovric und Peter Zulj gut. Speziell das seit Jahren hoch gehandelte Talent konnte seine Stärken als Abräumer vor der Abwehr ausspielen. Doch nicht nur in der Abwehr lief es besser als im Frühjahr, auch in der Offensive zeigte Sturm Lichtblicke. Doch nicht etwa, weil einer der Stürmer groß aufspielte, vielmehr war es eine gute und geschlossene Mannschaftsleistung, die zum Erfolg führte. Für die acht Tore, die Sturm im Herbst unter Mählich erzielte, waren nicht weniger als sieben verschiedene Torschützen verantwortlich.

Einfacher Trainereffekt oder taktische Änderungen?

Auffällig bei den Darbietungen im Herbst war die solide Leistung der gesamten Mannschaft. Laufbereitschaft und Zweikampfwille waren zu spüren und mit den Erfolgen kam die Selbstsicherheit zurück. Die Abwehr lieferte durchwegs gute Leistungen, speziell individuelle Fehler hatten nur noch Seltenheitswert. Zumeist agierte vor der Abwehr ein echter Sechser, der nicht nur als Abräumer wichtig, sondern auch mitverantwortlich war, das Spiel nach vorne schnell zu machen, ohne dabei spielerisch zu glänzen. Der klassische und viel zu sehr ausgereizte Ausdruck „schnelles Umschaltspiel“ gewann zusehends an Bedeutung. In der Offensive war man variabel, mit Otar Kiteishvili holte man im Sommer einen zweiten ballsicheren Mittelfeldspieler, der sich bereits unter Vogel mehr und mehr an Peter Zulj und die restlichen Offensivakteure herantastete. Zulj war mit Sicherheit auch ein Faktor, warum die Offensive vor der Winterpause gut funktionierte. Mit einem stark aufspielenden Stefan Hierländer rechts und einem Thomas Schrammel, der endlich auch gute Leistungen zeigte, links, konnte man auch über die Seiten Druck erzeugen. Bekanntermaßen ist Mählich die Null hinten besonders wichtig, dies war auch bei Angriffen zu spüren, denn die drei Innenverteidiger sowie der Sechser suchten selten den Weg nach vorne und sicherten stets die eigene Hälfte ab. Vielleicht waren die Spiele im Herbst nicht die absoluten Fußball-Leckerbissen, jedoch wusste Mählich mit defensiver Stabilität und Nadelstichen nach vorne zu überzeugen. Es schien der Weg in die richtige Richtung zu sein.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

In der Winterpause passierte dann das, was viele schon in der Sommer-Transferperiode erwartet hatten: Peter Zulj verließ die Schwarz-Weißen und unterschrieb beim RSC Anderlecht. Um ihn zu ersetzen, wurde im Herbst bereits Kiteishvili aufgebaut. Zusätzlich kamen mit Arnel Jakupovic und Gideon Mensah zwei durchaus starke Neuzugänge, wenn auch nur leihweise. Auch der Transfer von Juan Dominguez, der bisher noch nicht die Möglichkeit hatte, sich zu beweisen, ließ Hoffnung aufkommen.

Frühjahrsauftakt lässt zu wünschen übrig

Schon richtig, man darf Testspielen nicht zu viel Bedeutung schenken, seltsam war es aber dennoch, wie sich die Mannschaft nach dem Weihnachtsurlaub präsentierte. Laut Günter Kreissl fand man optimale Bedingungen beim Trainingslager in Belek vor, auch Mählich sprach von einer rundum guten Vorbereitungsphase. Der Abgang von Peter Zulj war schnell kein Thema mehr. Als die Blackys aus der Türkei zurückkamen, folgten drei Tests in Messendorf. Gegen Austria Klagenfurt, SKU Amstetten und NK Domzale bekam Sturm fünf Gegentore in drei Spielen, noch dazu gegen vermeintlich schwache Gegner. Zugesprochen wurde dies der Experimentierfreudigkeit im Test sowie den Strapazen der bisherigen Vorbereitung.

Ende Februar startete man in Mattersburg in die finale Phase vor der Tabellenteilung. Die Aufstellung der Defensive blieb im Vergleich zum letzten Pflichtspiel Ende Dezember gegen die Admira unverändert. Nominell wurde Peter Zulj durch den von Hartberg zurückgekehrten Ivan Ljubic ersetzt. In der Offensive kamen Jakob Jantscher, der im Herbst lange ausfiel, und Neuzugang Jakupovic, der in der Vorbereitung zwei Hattricks erzielte, zum Einsatz – eine Aufstellung, die in dieser Art und Weise auch in einigen Testspielen zu beobachten war. Anstatt also wie im Herbst mit einem dominanten Sechser und einem zweiten, offensiver agierenden zentralen Mittelfeldspieler aufzulaufen, entschied sich Mählich für einen zweiten defensiven Akteur. Sandi Lovric sollte eine offensivere Rolle ausfüllen als noch vor dem Abgang von Zulj. Eine Variante, die nicht besonders gut aufging. Als wäre man nicht ausreichend informiert darüber gewesen, dass Mattersburg aufgrund ihrer großen Spieler vermehrt hohe Bälle spielen würde, stand die Abwehrreihe der Schwarz-Weißen ein ums andere Mal schlecht. Dazu kam, dass von der Selbstsicherheit, die es nach den ersten vier Spielen unter der Regie von Mählich gegeben hatte, nicht viel übrig war. Das schnelle Umschaltspiel und die sichere Defensive waren nach der Winterpause wie ausgelöscht, denn gegen den LASK wurde es bekanntlich noch schlimmer.

Mählich bekleckerte sich bei der taktischen Einstellung der Spieler und seiner dazugehörigen Aufstellung gegen die Linzer nicht mit Ruhm. Das Spiel ging völlig zurecht mit 3:0 verloren, denn über die gesamte Spieldauer hatte die Mannschaft keinen Zugriff auf das Match. Zugegeben: Der LASK, momentan in Überform, ist ein durchaus starker Gegner, jedoch muss man Roman Mählichs Ideen nach dieser Niederlage zumindest hinterfragen. Mit Thomas Goiginger und Joao Victor verfügt der LASK über sehr schnelle Außenstürmer, die auch am Ball durchaus überzeugen und Torgefahr ausstrahlen. Mählich stellte die Fünferkette um, statt Schrammel durfte Mensah ran. Womöglich sollte sich dieser um Joao Victor kümmern, doch das funktionierte mehr schlecht als recht. Mit Spendlhofer, Avlonitis und Maresic verfügt Sturm leider ausschließlich über drei relativ langsame Innenverteidiger, umso wichtiger wäre es daher, das Stellungsspiel zu forcieren und Pässe in die Tiefe zu vermeiden. Die Abwehr war jedoch sichtlich überfordert und konnte nicht auf die herausfordernden Situationen reagieren. In der Offensive gab es ein anderes taktisches Problem: Dem starken Linzer Mittelfeld stellte Mählich einzig Otar Kiteishvili entgegen, denn Lovric wirkte seit Beginn des Frühjahrs mit den offensiven Aufgaben überfordert. Spätestens in der zweiten Halbzeit hätte der Trainer durchaus andere Mittel versuchen können, um die zwei Stürmer Philipp Hosiner und Arnel Jakupovic, die er überraschenderweise aufgestellt hatte, in Szene setzen zu können. Spielerisch war nicht viel möglich, also warum nicht mal versuchen, von der Seite mit Flanken in den Strafraum zu kommen? Auch die Innenverteidiger des LASK können nicht alles verhindern. Roman Mählich hatte an der Seitenlinie ebenfalls nicht seinen besten Tag, fast das gesamte Spiel saß er mit verschränkten Armen auf der Bank. War er also vielleicht genauso überfordert wie seine Spieler auf dem Platz?

Anderes Gesicht gegen Salzburg und Austria

Nach der Farce gegen den Tabellenzweiten forderte Mählich eine Reaktion der Mannschaft. Vielleicht auch von sich selbst, denn gegen Salzburg zeigte sich das Team, aber auch der Coach komplett verändert. Die taktische Marschroute war beim Meister von Anfang an klar: Defensiv robust stehen und die Räume eng machen, um den Gegner nicht zur Entfaltung kommen zu lassen. Weiters: Dicht am Mann stehen, hartes Zweikampfverhalten, ohne dabei zu viele Fouls zu begehen, kein Risiko nach vorne, jedoch vereinzelt Konterchancen herausspielen, bei der aber die eigene Abwehr in Formation bleiben soll. Das Konzept ging auf und man entführte einen unerwarteten Punkt aus der Mozartstadt. Mählich hatte die Mannschaft gut eingestellt und diese zahlte es mit Teamgeist und Kampf zurück. Nach dem anschließenden Heimspiel gegen die Wiener Austria war die Euphorie wieder groß. Das Entscheidungsspiel konnte mit 1:0 gewonnen werden und so qualifizierte man sich für das Meister-Playoff. Die Idee: schnelles Spiel nach vorne, sowohl über die Seiten als auch mit einem spielstarken Kiteishvili als Ballverteiler in die Mitte. Mit Lukas Grozurek kam ein Stürmer, der eigentlich auf der linken Mittelfeldposition angestammt ist. Diese Maßnahme sollte gemeinsam mit Philipp Huspek als Außenbahnflitzer eine variable und unvorhersehbare Offensive darstellen. Sturm machte ein gutes Spiel. Die Vorgaben des Trainers schienen durchaus aufgegangen zu sein, nur an der Torausbeute hätte man noch etwas feilen können.

Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Wir kommen zum Schrecken des vergangenen Sonntags. Ein Schock, der immer noch tief sitzt. Doch was war passiert? Nicht nur das Ergebnis – 0:1 gegen im Frühjahr bisher sieglose St. Pöltner – war schockierend, sondern vor allem die Leistung und Einstellung der Grazer. Mählich stellte Michael John Lema statt Huspek auf, ansonsten blieb die Startelf nach der Länderspielpause ident. Das Spielkonzept war von der ersten Minute an nicht zu erkennen. Die Abwehr, speziell Fabian Koch, fiel mit katastrophalen Fehlern auf und in der Offensive gab es keinerlei Ideen – zwingende Chancen waren Mangelware. Wieder spielte Sturm ohne nominellen Stürmer und das gegen eine Mannschaft, die in den letzten sechs Spielen satte 20 Gegentore bekommen hatte. Die Wechsel waren nicht nachvollziehbar. Koch spielte eine grottige Partie, durfte aber wie Lema, der in der zweiten Halbzeit komplett verunsichert und unglücklich agierte, durchspielen. Kiteishvili wurde, als einziger kreativer Offensivakteur, bereits in der 59. Minute ausgetauscht.

Die taktischen und spielerischen Probleme

Souverän sieht anders aus, denn seit dem Frühjahr scheint die Achterbahnfahrt endlos zu sein. Doch ist Roman Mählich der einzig Schuldige an der Misere? Bestimmt nicht. Doch einiges muss man ihm schon ankreiden, denn das ständige Steigen und Fallen der Leistung seiner Mannschaft ist nur schwer zu erklären. Seine Fünferkette scheint gut durchdacht, die Außenspieler Mensah und Hierländer liefern durchwegs gute Partien ab, das Problem aber stellen die Innenverteidiger dar. Es treten vermehrt individuelle Fehler und Abstimmungsprobleme auf, auch das Verschieben der hintersten Reihe hat im Herbst definitiv noch besser funktioniert. Zu den zwei Sechsern: Ivan Ljubic scheint noch gar nicht in Graz angekommen zu sein. Defensiv okay, geht beim Rückkehrer nach vorne wenig bis gar nichts und wenn er doch einmal vor der Strafraumgrenze landet, scheint diese wie eine unsichtbare, unüberwindbare Mauer vor ihm zu stehen. Lovric ist mit der vorhin angesprochenen neuen Rolle zwischen Defensive und Offensive offensichtlich überfordert. Doch der 21-Jährige ist kein Box-To-Box-Spieler, wie es beispielsweise Uros Matic war. In der Offensive agiert er zumeist unglücklich. Um wirklich Akzente setzen zu können, fehlt es ihm wohl schlicht und ergreifend an dem nötigen spielerischen Können. Vielleicht sind sich Ljubic und Lovric zu ähnlich, um ohne überragende Offensivspieler gegen spielerisch unterlegene Teams zu funktionieren. Denn das Spiel gegen Salzburg hat gezeigt, dass sie in der Defensive gemeinsam stark auftreten können, jedoch muss man gegen schwächere Teams mit mehr Offensivpower spielen. Diese haben die beiden – zumindest bis jetzt – nicht. Und warum nicht einmal ausprobieren, ob Dominguez sich in Mählichs Konzept einfügen kann? Der Spanier lieferte im Test in der Länderspielpause ein starkes Spiel ab und hätte sich auf jeden Fall eine Chance verdient. Mählich sollte sich trauen, an den Positionen der Akteure etwas zu ändern. Defensiv scheint das Spiel der Grazer festgefahren. Gegen vermeintlich schwächere Mannschaften könnten auch eine klassische Viererkette oder nur ein Sechser Optionen sein.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

In der Offensive müssen schnell Lösungen her, denn es fehlt nicht nur an Kreativität. Kiteishvili liefert starke Spiele ab, was man ihm aber vorwerfen muss, ist die fehlende Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Der kleine Georgier ist als Spielmacher gesetzt, jedoch kämpft er oft ohne genügend Unterstützung. Jedes Team der Bundesliga weiß, dass der Mittelfeldmotor gedoppelt werden muss, um Sturms Angriffsspiel weitestgehend zu unterbinden. Andere Offensivspieler konnten sich bisher unter Mählich nicht aufdrängen, womöglich auch wegen der falschen taktischen Rollenverteilung. Immer wieder kommen die defensiven Ljubic und Lovric in guten Positionen zum Ball, anstatt es allerdings selbst zu probieren, landet das runde Leder wieder weiter hinten oder beim Gegner. Ebenso lässt die Form der Stürmer seit Wochen zu wünschen übrig. Zuletzt schaffte es mit Emeka Eze nur ein nomineller Angreifer in den Kader. Markus Pink und Philipp Hosiner stellen sich immer mehr als Transferflops dar, konnten sie doch auch im Test gegen den Kapfenberger SV nicht überzeugen. Arnel Jakupovic hat seine guten Leistungen in der Vorbereitung leider auch nicht bestätigen können. Doch woran liegt es? Sich auf fehlendes Selbstvertrauen rauszureden, ist zu einfach! Manchmal funktioniert es, drauf los zu spielen, doch wirkt es zu oft so, als würde die Offensive ohne konkreten Plan agieren. Wenn sich das Gegenüber gut auf Sturms Angreifer einstellt, fehlt die taktische Raffinesse, diese Probleme sofort zu beheben. Mählich muss sich etwas überlegen, ohne Hilfe werden die Spieler auch in Zukunft nur zu wenigen Torerfolgen kommen.

Probleme, die die komplette Mannschaft und somit auch den Trainer betreffen, sind Körpersprache und Einstellung. In einigen Spielen im Frühjahr wirkten die Spieler nicht nur plan-, sondern auch lustlos. Wo ist der Wille, alles zu geben? Jeder sollte für jeden laufen. Gegenseitige Unterstützung auf dem Platz ist Grundvoraussetzung für ein erfolgreiches Spiel. Die Leidenschaft war in den letzten Wochen leider viel zu selten zu sehen. Die Mannschaft muss sich deshalb zurecht die Kritik der Fans gefallen lassen.

Die Fragen, die sich nun stellen: Hat Mählich genügend Ideen für die Offensive? Wenn ja, wie schnell kann er diese der Mannschaft übermitteln? Wo ist die Motivation einiger Akteure? Erreicht Mählich die Mannschaft, um ihnen die nötige Einstellung wieder einzuimpfen? Wo ist das Sturm vom Herbst hin? Woran liegt es, dass die Mannschaft nach der Winterpause schlechter drauf war als vorher? Kann Roman Mählich der Mannschaft zur nötigen Konstanz verhelfen?

Eines ist gewiss: Die Fans wollen wieder Leidenschaft und Kampfgeist sehen, da sind die Ergebnisse vielleicht sogar zweitrangig.

 

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16 Kommentare

  1. goodoldtimes sagt:

    Wir hatten in den letzen Jahren immer einen katastrophalen Start ins Frühjahr. Kann unsere unterirdische Leistung neben den aufgezählten Punkten vielleicht auch an einer strukturellen Ursache liegen? Bereitet sich Sturm schlechter vor, als die anderen Teams?

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  2. Grazer Fussballwunder sagt:

    Ich möchte hier kein Mählich-Bashing betreiben, aber ich habe mich schon vor seinem Sturm-Engagement gefragt warum er so hastig Wr. Neustadt verlassen hat. Damals dachte ich mir schon, dass wir Mählich nach der letzten Saison, die durchaus erfolgreich war, heuer in der Bundesliga sehen werden. Mählich dachte sich vermutlich (zurecht) mit seinem Wr. Neustädter Empfehlungsschreiben kommt er mit Sicherheit irgendwo in der obersten Spielklasse unter.

    Warum tritt ein Trainer, der knapp am Aufstieg scheitert, nach einem Jahr wieder zurück? Entweder weil er nichts kann ODER weil er selbst kein Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten hat und bevor es mit Wr. Neustadt wieder bergab gegangen wäre ist er kein Risiko eingegangen und hat auf das geeignete Angebot gewartet.

    Herzog wollte ja sicherheitshalber auch keinen Job annehmen und gleich ÖFB-Teamchef werden, entweder weil er gar keine Angebote hatte (unwahrscheinlich), oder damit niemand sieht was er wirklich kann.

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    • goodoldtimes sagt:

      Herzog wollte doch unbedingt Teamchef werden und der ÖFB hat ihn zweimal abgelehnt. Darüber hat er sich sogar in einem Sky-Interview beschwert. Der ÖFB wollte wohl abwarten, ob er sich zuerst anderswo beweisen kann. Das ist ihm dann ja eindrucksvoll gegen uns gelungen. Ironie des Schicksals…

      Mählich hat klar gesagt, dass er bei Wr. Neustadt keine Perspektive mehr gesehen hat. Hätte ich auch nicht nach der peinlichen Klage gegen St. Pölten.

      Ich denke, wer Vogel nach dem zwischenzeitlichen 8. Platz noch nicht abgeschrieben hatte, soll jetzt auch Mählich nicht abschreiben. Wir haben neun relativ stressfreie Spiele vor uns, in denen er die oben beschriebenen Probleme anpacken kann. Wenn es klappt, spielen wir EL-Quali, wenn nicht, haben wir dort sowieso nichts verloren.

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Der 7. bzw. 1. der unteren (Rapid) hat eh mehr Punkte als wir…moralisch sind wir 8. 😉

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    • Arch Stanton sagt:

      Das ist doch Arithmetik.

      Zuerst kommt der Fußball, dann die Moral!

      Ich will endlich wieder Spiele sehen. Spiele, die mich unterhalten und aufregen können. Momentan sind wir aber so schlecht, dass ich mich nicht einmal über Schiedsrichterleistungen ärgern kann.

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    • goodoldtimes sagt:

      @Schworza99: Nach deiner Rechnung wären wir eigentlich der moralische 5., da die Austria, der WAC und Mattersburg noch immer hinter uns wären. Aber ich verstehe schon, was du meinst. 😀

      0
  3. Supersturm sagt:

    Ich habe leider etwas den Eindruck, dass RM die im Artikel beschriebenen Probleme gar nicht so sieht. Er hat beim Interview nach dem St.Pölten-Spiel keinerlei Andeutungen gemacht, dass er evtl. vercoacht hätte. Die Spieler waren verunsichert u. ähnliche Aussagen waren ausschlaggebend für die Niederlage..

    Für mich kann man mehrere Punkte für die spielerische Misere ausmachen (Mängel beim Herausspielen aus der Abwehr, techn. Mängel bei Ballannahmen, einfache Fehlpässe..), aber der Hauptgrund steht für mich im Artikel:
    Vielleicht sind sich Ljubic und Lovric zu ähnlich, um ohne überragende Offensivspieler gegen spielerisch unterlegene Teams zu funktionieren.
    Aus dem Mittelfeld kommt gar nichts nach vor – wäre aber auch bei Lackner nicht anders… Ljubic, Lovric, Lackner sind leider nicht mit den Mitteln ausgestattet, dass Stürmer (sofern welche am Platz stehen) entsprechend mit brauchbaren Pässen gefüttert werden können.

    Und das ist der Punkt. So etwas sieht man bereits bei den ersten Testspielen und daher sollte die Doppel-6 mit Ljubic u. Lovric gegen vermeintlich schwächere Gegner kein Thema sein! Funktioniert vielleicht gegen RB und LASK, aber gegen den Rest der Liga ist das vercoacht!
    Keine Ahnung, was unser Spanier wirklich drauf hat, aber wenn es bei ihm für die Ö-Liga nicht reicht, hat das Scouting wieder versagt. Vielleicht könnte man Hierli wieder ins Zentrum rücken lassen? Ist kampfstark, technisch beschlagen und nicht so schwerfällig wie L. u. L. u. L. (Zufall, dass alle 3 mit „L“ beginnen?)

    Und die Tatsache, warum bei 4 echten Angreifern kein einziger die Qualität haben soll, Verteidigern wie jene von St. Pölten in Schwierigkeiten zu bringen, kann mir sowieso niemand erklären… Was hat Eze seit seiner Verletzung gegen Rapid im körperlichen u. spielerischen Bereich inzwischen gearbeitet? Er hat sichtlich nicht mehr den Körperbau von vorher und kann keinen Hydranten mehr überspielen. Pink war im Sommer ja auch nicht so übel (auch was die Trefferquote betrifft), dass er nun so gar keine Chance im Profifußball bekommen sollte? Jakupovic fällt halt noch in die Kategorie „jung“ – aber seine Treffer in der Vorbereitung und allein sein ansatzloser Schuss in Mattersburg zeigen, dass dieser Junge schon weiß, wo das Tor steht. Ihn aufgrund seiner „Möglichkeit“ in letzter Sekunde gegen St. Pölten mit mieser Benotung zu belohnen, finde ich nicht gerade o.k. – diesen Ball zu verwerten, war nicht einfach, zumal der Verteidiger sehr knapp vor ihm war und nicht unbedingt damit zu rechnen war, dass der Ball zu ihm durchkommt..ja, es gibt Stürmer, die so etwas verwerten, aber es gibt wahrscheinlich mehrere, denen es gleich gehen würde, wie ihm.

    Und über Hosiner möchte ich – hab eh zu viel geschrieben – keinen Kommentar abgeben.

     

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    • Grazer Fussballwunder sagt:

      @Supersturm

      Bin voll deiner Meinung.

      Dafür dass der Gegner St. Pölten war und wir eine sehr defensive Aufstellung aufboten, hatte der durchschnittlich spielende Gegner zuviele halbwegs brauchbare Offensivsituationen.

      Es bräuchte wieder mehr Kreativität im Mittelfeld, die den Gegner im gegenerischen Strafraum beschäftigt und auch Stürmer die die Chancen dann verwerten. Keine Ahnung was die alle im Training aufführen, dass sie sich am Wochende auf der Bank oder Tribüne wiederfinden.

      Wir bräuchten halt wieder einen Ersatz für Zulj.

      P.s. falls man bei Sturm überhaupt noch Lovric verlängern will, dann sollte ihm eine 2-wöchige Deadline gesetzt werden, ab der man sich dann um Ersatz umsieht und nicht mehr mit ihm für die nächste Saison planen sollte. Jedes Jahr das gleiche Schauspiel bei den auslaufenden Verträgen. Gilt übrigens auch für Spendelhofer. Das ständige Abwarten führt nur dazu dass wir selbst am Ende in die Bredouille kommen. Und ein erzieherischer Effekt für kommende Vertragsverlängerungen wärs auch.

      3+
  4. rio sagt:

    Hosiner, Pink, Eze und Jakupovic scheinen selbst für die österreichische Liga zu schwach zu sein. So ist Mählich, siehe Nationalteam, gezwungen aus Grozurek, siehe Arnautovic, einen Stürmer zu formen. Somit sind aber Standards (Eckbälle) wertlos, weil ja da der klassische Stürmer fehlt.

    Das Hauptübel ist aber das Mittelfeld! Nach dem Zulj Abgang fehlt es weit und breit an einem Lenker und Denker. Ein Oti wird, ob seiner körperlich fehlender Präsenz nie ein Ersatz sein. Dies war aber schon im Herbst ersichtlich! Lovric, Lackner und Ljubic sind bestenfalls  Ergänzungsspieler für den 6er, aber weit entfernt von einem z.B. Jeggo. Auch die Flügel, ob Huspek, Jantscher, Hierländer oder Grozurek „leiden“ an entsprechenden Passgebern aus dem zentralen Mittelfeld. Was soll also ein Trainer mit diesem „Material“ schön Anzusehendes formen? Hinten dicht machen und nach vorne hoffen, mehr ist in dieser Mannschaft nicht drinnen. Diese Situation ist GK geschuldet, er alleine ist für die Kaderzusammensetzung verantwortlich, er alleine hatte genügend Zeit brauchbare Stürmer und Zulj-Ersatz ausfindig zu machen. Sorry, aber bevor Mählich unter Beschuss gerät, sollte dringend und zwingend die Arbeit von GK hinterfragt werden!

    5+
  5. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Wenns nur einen kreativen Offensivspieler aus „Ex-Jugo“ zum Nulltarif geben würde…

    0
  6. Luca1111 sagt:

    Ich weiß es ist off topic aber bitte vielleicht kann einmal irgendwer bei der Pressekonferenz vernünftige Fragen stellen. Ein Redeschwall von Mählich zum st. Pölten Spiel von wegen wir haben eine junge Mannschaft blabla waren nicht gut blablabla. Keine einzige Frage ob ev 19 oder 20 jährige viell. Laufen oder kämpfen können. Nichts. Warum kein Stürmer spielt. Warum wir  die wenigsten Tore schießen.Es wird irgendein belangloses Zeug gefragt warum wir in den Auswärtsspielen so gut sind. Geht’s echt noch? Habe mir keine Pk mehr angehört wollte jetzt wieder mal einen Versuch wagen aber das kann man getrost vergessen wenn einem seine Nerven lieb sind.

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  7. Marchanno Diaz Rabihou sagt:

    Wollt nicht über Mählich schimpfen, hab aber gerade Seite.204 Teletext gelesen:

    1. Scheiss auf Mählich grausame Angsthasen Taktik. Abwarten, schauen das nix oassiert und wenns dann schief geht auf einmal angreifen.

    2. Wir haben keine falschen Erwartungen in diese Mannschaft. Der Vogel vor dir hat wenigstens einen hochroten Kopf bekommen bei diesen Leistungen. Es stinkt mir mega gewaltig wenn du nach so einem scheiß Spiel wie gegen St. Pölten sagst der Sieg von St. Pölten geht in Ordnung und alle haben eine falsche Erwartung…

    3. Würde gerne sehen wie der ORF Experte Mählich die traurigen Vorstellungen von Sturm analysiert, du hochnäsige Pappnase

     

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  8. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Vogel: Nächste 2 Spiele sind 6 Punkte Pflicht.

    Mählich: Der Kader is zu schwach. Die Erwartungen zu hoch. Wie soll ma gegen St. Pölten gewinnen?

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  9. schwoaza Peter sagt:

    So, jetzt habe ich in aller Ruhe in den Medien die Aussagen von Herrn Mählich durchgelesen.

    Ich bin dermaßen enttäuscht von ihm, einfach wenn man das St.Pölten Match hernimmt und gesehen hat was da passiert ist dann frage ich mich was man bei Sturm will.

    Wir haben 5 internationale Startplätze diese Saison und man sieht es nicht fast als Pflicht an einen dieser zu erreichen dann scheiss ich auf das alles.

    Immer dieses blöde armreden, wir sind Sturm und wenn Herr Kreissl diese bescheuerten Aussagen des Trainers nicht in Frage stellt dann habe ich den Glauben an ihn verloren.

    Die komplette Euphorie die er entfacht hat ist weg, ich bin enttäuscht.

    Die ganzen Möchtegernstars sollen schauen das es ein versöhnlicher Saisonabschluss wird.

    swg

     

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    • Rene90 sagt:

      Immer dieses blöde armreden, wir sind Sturm und wenn Herr Kreissl diese bescheuerten Aussagen des Trainers nicht in Frage stellt dann habe ich den Glauben an ihn verloren.
      • wie GK beim Laola1 Talk eine Rückkehr von Alar ausschloss -> diesbezüglich hat GK zu 100% Recht – nur ging es um seine Wortwahl, seine ablehnende Gestik bzw Körperausdruck -> die Problematik ist eben jene, es kommt im Leben alles zurück und aus diesem Grund hätte eine sachliche Antwort auch gereicht, nur dieses Gehabe könnte dann schnell einmal zum Bumerang werden, wenn der eine oder andere Spieler mal bei einem öffentlichen Talk so ein bisserl etwas vom Gott GK preisgibt -> na dann gute Nacht, dann bricht das komplette Kartenhaus zusammen und die ahnungslosen GK PUSHER werden dann mal ganz schnell das WEITE suchen

      Die komplette Euphorie die er entfacht hat ist weg, ich bin enttäuscht.
      • nicht umschwenken sondern drauf bleiben bei seiner Meinung, dafür hast mich ja oftmals kritisiert wenn ich Sportdirektor Gott GK kritisch gesehen habe, ist jetzt auch nicht fair so mit ihm ins Gericht zu gehen -> irgendwann fängt eben die Fassade zum bröckeln und Wahrheiten kommen zum VORSCHEIN

      Die ganzen Möchtegernstars sollen schauen das es ein versöhnlicher Saisonabschluss wird.
      • der TEUERSTE KADER ALLER ZEITEN wird es schon richten

      1+
  10. Aspromavros sagt:

    Ich hoffe ja noch immer das Positive:

    Dass Mählich sich nämlich einfach schützend vor die Mannschaft stellt. Dazu passt auch, wie oft er (beinahe gebetsmühlenartig) betont, wie toll diese Mannschaft sei (was dann wieder nicht so gut zur Aussage „wir haben halt keinen Kader wie letzte Saison“ passt), wie gut sie trainiere etc.

    D.h. ich hoffe, es sieht die Probleme zumindest, und spricht sie intern sehr wohl an. Weil – ich kann mich nur so ziemlich allen Vorpostern anschließen – das Spiel gegen St. Pölten war – gelinde gesagt – ein Wahnsinn: Hilflosigkeit, Planlosigkeit, Ängstlichkeit, Ideenlosigkeit und (das schlimmste) fehlender Wille.

    Ich denke zwar, dass Sturm gegen die Austria wieder besser auftreten wird, aber grundsätzlich ist es schon ein bisschen ernüchternd, dass immer wieder die gleichen Dinge passieren und immer wieder in den letzten Jahren die Leidenschaft flöten geht. Und mir ist schon klar, dass auch Fußballer Menschen sind, bei denen es mal nicht läuft. Das ist alles kein Problem. Aber eben: kämpfen muss – zumindest bei der absoluten Mehrheit – drin sein. Und da erwartet man sich dann auch von einem Trainer dementsprechend aufzustellen und zu wechseln. Bei einer so tollen Mannschaft müsste das ja möglich sein.

    1+

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