Die Krone holt der Kärntner

Spielercheck: SK Sturm Graz vs. Fenerbahçe Istanbul

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der letzten Partie SK Sturm Graz vs. Fenerbahçe Istanbul sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man Of The Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man Of The Match

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Stefan Hierländer – Note: 1,81 

Der Kärntner schoss sich gestern mit einem leidenschaftlichen Kracher unter die Latte in die Herzen des schwarz-weißen Anhangs. Nach perfekter Vorarbeit von Deni Alar und Thorsten Röcher brachte er den SK Sturm zumindest für kurze Zeit in Führung und ließ Hoffnung auf eine Sensation aufkeimen. Mit dem verletzungsbedingten Ausfall von Philipp Zulechner übernahm er nach etwa 15 Minuten die Rolle des zentralen Offensivmittelfeldspielers, in der er sich an diesem Abend nicht ganz wohlfühlte, vor allem weil Fenerbahçe die Räume im Zentrum sehr eng zu machte. So kämpfte er oft aufgrund mangelnder Anspielstationen vergeblich um den tödlichen Pass. Seine Übersicht und Passgenauigkeit sind dennoch ein wichtiger Faktor im Angriffsspiel des SK Sturm und seine neue Treffsicherheit bleibt uns hoffentlich noch lange erhalten.

Fabian Koch – Note: 1,94

Der Dauerbrenner in der Viererkette wird offenbar nicht müde und das, obwohl er in jedem Spiel augenscheinlich über 90 Minuten und mehr alles gibt. Wenngleich seine Flanken und hohen Bälle in den Strafraum oft etwas ideenlos wirken, ist sein Engagement im Aufbauspiel der Blackys nicht zu unterschätzen. Mit seinen schnellen Vorstößen und seiner angenehmen Angewohnheit, seine Rolle grundsätzlich offensiv auszulegen, ohne dabei auf seine Aufgaben in der Defensive zu vergessen, belegt er seinen unschätzbaren Wert für die Mannschaft Spiel für Spiel. Anfangs hatte er mit den technisch starken Spielern des Gegners noch einige Probleme, die er allerdings sehr schnell durch härteren körperlichen Einsatz lösen konnte. Feilt er noch etwas an seinen Hereingaben von der Seite, hat der SK Sturm mit ihm wohl einen der besten Außenverteidiger der Liga in seinen Reihen. Er bestritt seit Saisonbeginn 2016/17 jedes Pflichtspiel für die Grazer über die gesamte Spieldauer und das absolut zurecht.

Marvin Potzmann – Note: 2,04 

Mit Charalampos Lykogiannis und Fabian Koch als Konkurrenten um ein Stammleiberl hat er es schon lange Zeit nicht gerade leicht. Trotz seines Reservistendaseins bringt er allerdings seine Leistung, wenn sie gefordert wird. Wie auch sein Kollege auf der rechten Seite, beackerte er eine Außenbahn im Spiel gegen Fenerbahçe mustergültig und zeigte einmal mehr, dass er seinen Kampf um einen Platz in der Startaufstellung keinesfalls aufgegeben hat. Seine Offensivbemühungen verdienen ganz besondere Aufmerksamkeit, da er die türkische Defensive das eine oder andere Mal durchaus zu fordern wusste. Mit einem scharfen, flachen Schuss hätte er Volkan Demirel beinahe in Verlegenheit gebracht, zu schade, dass keiner seiner Kollegen den Abpraller zum möglichen zwischenzeitlichen 2:2 verwerten konnte. Defensiv hatte er manchmal seine liebe Not mit den Angreifern, gerade Nabil Dirar wusste ihn hin und wieder hinter sich zu lassen. Dennoch kann dem Burgenländer eine absolut solide Leistung attestiert werden.

Dario Maresic – Note: 2,16

Was kann einem dieser junge Bursche leidtun. Mit Spitzenleistungen überzeugt der Youngster seit Saisonbeginn. Als sei ihm die Rolle des Abwehrchefs auf den Leib geschneidert, dirigiert er die Viererkette und das, obwohl er aufgrund der Verletzungen Spendlhofers und Schoissengeyrs und der gesundheitlichen Probleme des Christian Schulz der einzige verfügbare „angelernte“ Innenverteidiger ist. Lykogiannis, der sich im Zentrum der Defensive sichtlich schwer tut, hatte mit ihm einen Partner, auf den er sich verlassen konnte. Mit vielen ungemein wichtigen Ballsicherungen und sauberen Tacklings hielt er seine Mannschaft im Spiel und spielte so, wie man es sich eigentlich nur von einem Routinier erwarten dürfte. Dass gerade er zum Pechvogel des Abends wurde, ist eine grausame Fügung des Schicksals. Eine scharfe Hereingabe von Potuk in den Fünfmeterraum des SK Sturm prallte unglücklich von seinen Standfuß … Gut, wir wollen darüber kein weiteres Wort verlieren. Nur wenige Minuten später stand ihm der Schock noch ins Gesicht geschrieben und vielleicht verlor er auch nur deswegen sein Kopfballduell vor dem alles entscheidenden zweiten Gegentreffer durch Neustädter.

Thorsten Röcher – Note: 2,29

Mit einem wunderbaren flachen Pass in den Strafraum bereitete er das 1:0 durch Stefan Hierländer vor – ein schöner Assist. Der Neuzugang geht mit großem Engagement in jedes Spiel und wird sich vermutlich in den nächsten Wochen noch besser in das Offensivspiel der Grazer einbringen können. Allzu viel bekam man von ihm gegen Fenerbahçe nach seinem Traumpass nämlich sonst nicht mehr zu sehen. Sehr oft verlor er den Ball durch unpräzises Passspiel und so manch missglückte Ballannahme. Positiv muss aber bewertet werden, dass er gerne zum richtigen Zeitpunkt die Eins-gegen-eins-Situationen sucht, die er immer öfter zu meistern vermag. Seine Leistung nach Schulnoten: Befriedigend.

Jörg Siebenhandl – Note: 2,35

Was zu halten war hielt der neue Einsertormann der Grazer – sein „Fluch“: An den Gegentreffern in Pflichtspielen (5) hat er zumeist gar keine oder nur wenig Schuld, dennoch muss er den Ball aus den Maschen holen. Es ist ihm hoch anzurechnen, dass er sich nicht nur als Torhüter versteht, sondern meist als erste Station im Spielaufbau. Kaum einmal drischt er den Ball unbedacht nach vorne, sondern achtet stets darauf, seiner Mannschaft einen spielerischen Weg aus der eigenen Hälfte zu zeigen. Viele Auswürfe und kurze Pässe legen Zeugnis darüber ab.

Peter Zulj – Note: 2,60

War er gut, war er schlecht? In den Diskussionen nach dem Spiel bekam man beides gleichermaßen häufig zu hören. Offenbar polarisiert er. Jedenfalls muss man ihm einiges zugutehalten. Wenn er lange Bälle oder Flanken spielt, kommen diese sehr oft an, öfter noch als bei so manch anderem Akteur. Er hat keine Scheu, sich im Eins-gegen-Eins zu versuchen und so sein Glück oft auch im Kampf gegen gleich zwei Spieler zu suchen. In technischer Hinsicht hat er das drauf. Außerdem traut er sich, riskante Pässe zu spielen, die entweder den Ballverlust oder, wie leider noch nicht allzu oft, eine tolle Chance nach sich ziehen. Gegen Fenerbahce agierte er oft glücklos und bei einigen Ballannahmen etwas ungeschickt.

Charalampos Lykogiannis – Note: 2,64

Der Außengrieche muss derzeit den Innengriechen mimen (man verzeihe diese Eselei) und das liegt ihm offenbar nicht besonders. In einigen Situationen hatte er im Zweikampf das Nachsehen, so auch kurz vor dem zwischenzeitlichen Ausgleich. Da hatte Topuk viel zu leichtes Spiel mit Lyko. Ihm ist zu wünschen, dass Spendlhofer, Schoissengeyr oder Schulz bald wieder einsatzbereit sind und er sich endlich wieder auf seiner so geliebten Außenbahn wiederfindet, wo er seinen Drang nach vorne ins Spiel einbringen kann. Seine Freistöße sind momentan leider auch eher ungefährlich. Schwamm drüber!

Philipp Huspek – Note: 2,87

Er kam sehr viel früher ins Spiel, als es zuvor angedacht worden war. Er ist ein braver Kämpfer und eine absolute Weltklassegrätsche, sein Highlight dieser Partie, sorgte für munteres Staunen. Leider gelang ihm auf der rechten und zwischenzeitlich linken Seite allerdings nicht besonders viel. Einige technische Schwächen, die keineswegs eklatant sind, werden ihn künftig wohl noch länger zu Beginn auf der Bank Platz nehmen lassen. Aufgrund seiner Schnelligkeit kann er allerdings immer wieder sehr viel Druck nach vorne erzeugen.

Sandi Lovric – Note: 2,95

Leider war das nicht sein Tag, er wirkte relativ oft ideenlos und verlor den Ball sehr oft. In einem solchen Spiel ist der Druck natürlich groß, vor allem im Zentrum, wenn es darum geht, nach vorne Druck zu machen und gleichzeitig darauf aufzupassen, hinten nichts anbrennen zu lassen. Weitere Einsatzminuten und das Vertrauen von Franco Foda werden ihm sicher guttun. Seine Auswechslung nach 75 Minuten war nachvollziehbar und in Anbetracht des Rückstandes sinnvoll.

Deni Alar – Note: 3,14

Ein Stürmer wird an seinen Toren gemessen, auch wenn er von Beginn an eigentlich gar nicht als Speerspitze fungieren sollte. Alars Positionswechsel nach 15 Minuten tat weder dem Spiel gut noch ihm. Obwohl es ihm immer wieder gelang, Gegenspieler anzuziehen und so für freie Räume zu sorgen, blieb er an diesem letztendlich Abend blass. Nicht vergessen werden darf aber seine Beteiligung am schönsten Treffer des Spiels. Mit einem guten Pass schickte er Thorsten Röcher in die Tiefe, der Sekunden darauf das 1:0 vorbereiten konnte. Dass sein Torriecher derzeit etwas verschnupft ist, bewies seine beste Chance in dieser so wichtigen Partie, in der er für das 2:0 hätte sorgen müssen. An einem Zulj-Eckball, Volkan Demirel, war bereits geschlagen, schrammte er knapp vorbei.

Kurzeinsätze:

Philipp Zulechner – Note: 2,50

Er war der zweite große Pechvogel im Spiel gegen Fenerbahce schon nach 15 Minuten musste er verletzungsbedingt ausgewechselt werden und seine Position Deni Alar überlassen. Er setzte an diesem Abend zu einer potenziell gelungenen Partie an. Mit seinem Ausscheiden büßte Sturm einiges an Offensivkraft ein.

Romano Schmid – Note: 2,03

Der Junge kommt ins Spiel und zieht nur kurz darauf ab – viel fehlte bei seinem Schuss nicht. Danach konnte er sich immer wieder gut in das Angriffsspiel der Grazer einbauen und zeigte einmal mehr, was alles in ihm steckt. Rohdiamant, Hilfsausdruck!

Fabian Schubert – Note: 2,51

Er kam in die Partie und sorgte sehr schnell mit einem Schuss aus der Distanz für Gefahr. Wenig später hätte er den das 2:2 beinahe erzielen müssen. Mit seiner Einwechslung legte Sturm für die letzten Minuten offensiv noch einmal ordentlich zu und bis zum Schlusspfiff lag der Ausgleich in der Luft. Auf weitere Auftritte Schuberts darf gespannt gewartet werden.

Das SturmNetz-Team bedankt sich bei 351 eingegangenen Bewertungen und widmet unserem Man Of The Match aus dem südlichsten Bundesland, Stefan Hierländer, folgenden Song:

 

 

2 Kommentare

  1. Jimmy sagt:

    Freut mich für Hierli – war längst überfällig. 🙂

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  2. flo1909 sagt:

    Hirli erster,

    Wie schade, dass das Rene90 nicht mehr erleben durfte!!!!!

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