Die AJAX-Schule

AJAX Amsterdam, ein großer Name, der auf die Blackys wartet. Auf dem Weg in jenen internationalen Pokalwettbewerb, dessen Andenken der Gegner schon in seiner Vitrine hat und in dem er seit der Einführung 1955 mit kleinen Ausnahmen Stammgast ist. Von diesen Erfolgen ist der AFC im Moment zwar gleich weit entfernt wie Amsterdam von Graz, eines ist dennoch weltweit einzigartig: „De Toekomst“

De Toekomst – Die Zukunft

In den 60er-Jahren, als in Österreich „Profifußballer“ noch durch einen guten Job im Stahlwerk bezahlt wurden und Scouting eher durch Selbstbewerbung als durch Entdeckung ablief, eröffnete Ajax seine erste Jugendakademie und begann damit, eigene Spieler auszubilden und zwar so, wie es den Vorstellungen der Niederländer entsprach, nach den von ihnen geforderten Fähigkeiten, nach ihrer eigenen Philosophie. Dies verhalf dem im Jahre 1900 gegründeten Verein zu einem Vorsprung, der ihnen 33 niederländische Meistertitel, vier Champions-League-Siege, sowie unzählige nationale und internationale Titel bescherte.

Die „neue“ Ajax-Akademie, welche 1996 in Betrieb ging, wurde mit den Einnahmen des Champions-League-Sieges 1995 finanziert. Mittlerweile investieren die Niederländer laut Klubangaben ca. sechs Millionen Euro jährlich in den Nachwuchs.

Legendäres Team

Jene Fußballschule, die über einen jahrzehntelangen Vorsprung verfügt, schaffte es in all den Jahren, durchwegs „passable“ Kicker zutage zu bringen. Würde man eine Top-Elf aus all den Legenden zusammenstellen, würde sie wohl so aussehen:

Und auch wenn man eine Mannschaft aus noch aktiven Spielern basteln müsste, könnte sich diese durchaus sehen lassen:

Beinharte Auswahl

Der Weg zum Profi ist bei Ajax ein langer und steiniger. Gesucht wird von 40 Scouts im näheren Umkreis von Amsterdam, dies soll die Verbundenheit zum Klub stärken und bringt vor allem den Vorteil, Jugendliche nicht aus ihrem vertrauten Umfeld reißen zu müssen. Die wenigen, die von weiter weg kommen, werden bei Gastfamilien untergebracht. Internat gibt es im Vergleich zu vielen anderen Topklubs keines.

Beurteilt werden die Spieler nach Technik, Intelligenz, Persönlichkeit und Schnelligkeit. Um überhaupt für die Akademie infrage zu kommen, muss ein sechswöchiges Probetraining absolviert werden.

Spielphilosophie

Die Philosophie der Akademie ist grundsätzlich identisch mit jener der Profimannschaft, wenngleich sich die Profiabteilung etwas dem Wandel der Zeit unterworfen hat und nicht mehr stur daran festhält. Dabei wird vor allem eines groß geschrieben: Angriff. Gelingen soll dies mit einem schnellen trickreichen Kombinationsfußball, Angriffspressing und der Sehnsucht nach Toren. „Lieber 5:4 als 1:0 gewinnen“ lautet das Motto. Grundformation ist immer ein 4-3-3, welches sich je nach Spielsituation leicht abändert. Eine Konstante bleibt jedoch: das Spiel über den Flügel mit dribbelstarken Spielern und einem großen Stürmer im Zentrum!

Ein stolzer Klub dieses Ajax, wie der Sportklub Sturm. Wir dürfen uns also auf fantastischen Fußball freuen und auf die Rückkehr glorreicher Ajax-Zeiten, über Letzteres hoffentlich erst im nächsten Jahr! Heuer soll es nämlich Sturm vorbehalten bleiben, in die Gruppenphase des prestigeträchtigsten Bewerb des Klubfußballs einzuziehen.

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4 Kommentare

  1. Manuel Lampl sagt:

    Ähm.. netter Artikel! Träumen darf man, auch wenn es wohl kein weiterkommen gegen so einen übermächtigen Gegner geben kann! Ich hoffe, es wird nur ein blaues Auge, als ein K.o. in der ersten Runde!

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    • 11mousa sagt:

      Ajax hat eigentlich zu unseren (oder zumindest meinen) Lebzeiten nicht gut gegen österreichische Vereine Ausgeschaut. 2003 (?) Haben sie mit mehr Glück als Verstand den Vorgänger des Tennisvereins Weinzödl rausgehaut, dann sind sie gegen Rapid rausgeflogen, und Salzburg hat sie sowieso mit 6:1 aus 2 Spielen deklassiert. Zudem haben auch wir gute Erfahrungen mit Holländern (erinnere mich noch gut an Feyenoord)

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  2. magictriangle sagt:

    Wer auch immer das zusammen gestellt hat aber in die Topelf gehören auf jeden Fall Ruud Krol und Arie Haan!!!!

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  3. 1909 sagt:

    Tja und dann kommt ein aus Marketinggründen künstlich erschaffener „Verein“ und haut die mal eben aus einem Bewerb. Traurig.

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