Die Abwehr

Wintercheck 21/22 – Teil 2/4

Aufgeteilt auf vier Ausgaben werden wir euch in den nächsten Tagen ein kleines Zwischenfazit über jeden in der Herbstsaison eingesetzten Sturm-Spieler liefern. Es fließen die durchschnittlichen Noten eurer Bewertungen, diverse Spieldaten und Statistiken, sowie unsere subjektive Meinung mit ein.

Gregory Wüthrich (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,26)

Der 27-jährige “Routinier” in der Hintermannschaft der Schwoazen war eine der Konstanten des Herbstes. In allen achtzehn Ligaspielen stand er auf dem Platz, wovon er in siebzehn auch startete. International stand er ebenfalls in allen acht Partien (Play-Off und Gruppenphase) in der Startformation. Unvergessen bleibt sein Last-Second-Tor gegen Austria Klagenfurt im September, womit er die Merkur Arena zum Beben brachte. Ein weiterer Treffer und drei weitere Assists ergeben einen, für einen Abwehrspieler, durchaus beachtlichen Wert von fünf Scorerpunkten. Ende Oktober bekannte sich der Schweizer zu Sturm, indem er seinen Vertrag um weitere zwei Jahre bis 2024 verlängerte. Während der Grazer-Schwächephase im zweiten Saisondrittel schaffte Wüthrich aber nicht mehr, die davor so präsente Souveränität auszustrahlen. Fehler häuften sich auch bei ihm, was sich in der doch recht hohen Anzahl an Gegentoren bemerkbar macht. Dennoch war Wüthrich einer DER Leistungsträger des SK Sturm! 

David Affengruber (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,31)

Der Neuzugang von Salzburg schlug von Beginn weg ein wie eine Bombe. Er etablierte sich neben Wüthrich umgehend zum zweiten Abwehrchef und bringt mit 20 eine zuvor selten gesehene Sicherheit ins Grazer Abwehrspiel. Außerdem agierte er besonders zu Saisonbeginn mit enormem Offensivdrang und war fast an jeder hohen Hereingabe nach Eckball mit dem Kopf dran. Das Highlight seines Herbstes ist wohl das Auswärtsspiel in Sociedad, in dem er mit Jörg Siebenhandl gemeinsam fast im Alleingang das sensationelle Remis rettete. Ein Tor und viele unvergessliche Klärungsaktionen runden eine bärenstarke Hinrunde ab und machen Affengruber zur wohl größten Überraschung im Grazer Kader. 

Jusuf Gazibegovic (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,53)

Der nächste vielversprechende Junge in der Hintermannschaft. Gazibegovic wurde wie so viele seiner Kollegen von einer Corona-Erkrankung heimgesucht. Von dieser ließ sich “Gazi” aber nicht beirren. Eine starke Startelf-Quote von 67% spricht für ein starkes Frühjahr des Bosniers, dem Ilzer auch in der starken Europa League-Gruppe sein Vertrauen schenkte. Wo definitiv noch Aufholbedarf besteht sind die Torbeteiligungen. Gazibegovic kam im Herbst nur auf eine Vorlage, was im offensiv ausgerichteten Flügelspiel der Grazer doch sehr wenig ist. Insgesamt darf man mit Gazibegovic sehr zufrieden sein und sich freuen, da in ihm noch sehr viel Potenzial steckt. 

Niklas Geyrhofer (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,57)

Zwar kam Geyrhofer nur auf fünf Startelfeinsätze, weitere dreizehn Einwechslungen bedeuten aber einiges an Spielpraxis für den 21 Jahre jungen Innenverteidiger. An Wüthrich und Affengruber führt aktuell kein Weg vorbei, aber Geyrhofer hat bewiesen, dass er ein adäquater Ersatz sein kann. 

Amadou Dante (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,79)

Licht und Schatten beim ehemaligen Hartberger. Dante ist das Bemühen in keinem Spiel abzusprechen. Ständig sucht er den Weg nach vorne und manchmal funktioniert das auch ganz gut. Eine Torvorlage ist im Endeffekt trotzdem zu wenig. Vor allem, weil Dantes offenbare Schwäche das defensive Stellungsspiel ist. Allen voran in der Grazer Krisenzeit fielen enorm viele Treffer über seine Seite. Der wohl schwärzeste Tag seines Herbstes war das Heimspiel gegen den WAC, als er die Gäste mit einem Eigentor endgültig auf die Siegerstraße brachte. Durch seinen unwiderstehlichen Einsatz hielt Ilzer aber ungebrochen an ihm fest. Ein Vertrauen, das er im Herbst hoffentlich mit noch effizienterem Spiel zurückzahlen kann. 

Lukas Jäger (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,94)

Die Sternstunde von Jäger war ganz klar seine Leistung beim 3:0-Auswärtssieg gegen Rapid. Der ehemalige Nürnberg-Legionär agierte wie eine Wand und schien unüberwindbar. Nur leider konnte er an dieses Spiel nicht mehr so richtig anschließen. Nur sporadisch kam er zu Startelfeinsätzen, ganze zehnmal wurde er in der Liga eingewechselt. International begann er lediglich zweimal. Jäger hat zumindest den Vorteil, dass er sowohl als Innen- als auch Rechtsverteidiger eingesetzt werden kann. So ist sein Positionsspiel zwar flexibel, zum Sprung in die Stammformation reichte es aufgrund der zu oft auftretenden Schwächephasen aber noch nicht. 

Alexandar Borkovic (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 3,14)

Lediglich fünf Einsätze stehen bei der Hoffenheim-Leihgabe zu Buche – für einen 22-jährigen, der sich für Größeres empfehlen möchte, einfach zu wenig. Sein einziges Spiel von Beginn war das denkbar undankbarste beim Ligaprimus aus Salzburg, das in einer 1:4-Klatsche resultierte. Ansonsten kam Borkovic nicht über sporadische Einwechslungen hinaus, für mehr als 20 Minuten reichte es nur beim bereits aussichtslosen 0:2-Rückstand in der Europa League gegen PSV Eindhoven. Das ein Talent wie Borkovic, der sich bei Austria Wien bereits ins Rampenlicht spielen konnte, kaum zum Zug kommt, ist bestimmt auch dem intensiven Konkurrenzkampf in der Grazer-Abwehr geschuldet. Allerdings muss von Borkovic mehr kommen, will er auf seine Graz-Odyssee am Ende positiv zurückblicken. 

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