Des einen Leid…

…ist des andern Cash!

Sonntag, 13. September 2015. Pappel-Stadion, Mattersburg. 17:53 Uhr. Gerade verschätzt sich Sturm-Rechtsverteidiger Martin Ehrenreich in einem Zweikampf mit Onisiwo, spielt einen viel zu kurzen Rückpass genau in den Lauf des gegnerischen Flügelstürmers. Der zieht davon, legt in der Mitte ab auf Patrick Farkas – die vielumjubelte Führung für die Gastgeber. Am Ende siegt der Aufsteiger gegen Sturm Graz mit 2:0. Was für Sturm-Trainer Franco Foda angeblich lediglich „20 schwache Minuten“ waren, war für die mitgereisten Anhänger ein Tag zum Vergessen. Einige Kilometer, Zeit und Geld hat man hinter sich gelassen, um die Mannschaft 90 Minuten lang anzufeuern. Und um fuchsteufelswild die Heimreise anzutreten mit dem Wissen, dass man diesen Sonntag auch hätte besser nutzen können.

3 Wochen später: Samstag, 3. Oktober 2015. DAS.GOLDBERG STADION, Grödig. Der SK Sturm hat – wieder einmal – ein Auswärtsspiel. Der Unterschied? Diesmal ist es nicht Martin Ehrenreich, sondern Lukas Spendlhofer der dem Spiel eine negative Wendung gibt. Und diesmal verliert man nicht 2:0, sondern 3:0. Diesmal waren es für den Coach sogar 30 schwache Minuten, die Fans auf der Heimreise jedoch konnten noch immer nicht glauben, was sie da gerade gesehen haben.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Zwei von insgesamt neun Auswärtsspielen im Herbst 2015 für den SK Sturm. Neun Spiele, in denen genauso viele Punkte eingefahren wurden. 3 Siege (der letzte Ende September in der Südstadt) und 6 Niederlagen. In Ried, Mattersburg, Grödig, Wien, Salzburg und noch einmal Wien war nichts zu holen. Die einzige Konstante in den Auswärtsspielen in diesem Herbst war der Away-Support – der war nämlich immer da. Ob Altach oder Mattersburg, die Sturm-Fans legten in dieser Herbstsaison die meisten Kilometer ligaweit zurück – 507.562 an der Zahl. Und fuhren in zwei von drei Fällen tief enttäuscht wieder nach Hause. Dies spült insgesamt € 15.336,- in die Vereinskassen des SK Sturm.

Eine Summe, die im Profifußball maximal eine Randnotiz darstellt, überhaupt für einen für österreichische Verhältnisse, mehr oder weniger, Großklub. Nichtsdestotroz eine Einnahme, die einzig und allein Verdienst der Fans ist. Doch was passiert mit dem Geld? Wir haben nachgefragt – und unsere Frage wurde ignoriert. Fakt ist: Es ist ausschließlich dem Verein überlassen, was mit dem Geld passiert. Wenn wir uns erlauben dürfen, einen Verwendungszweck vorzuschlagen, so würde sich bei diesem Bonus, zu der man wie die Jungfrau zum Kind kam, ein Investment in den guten Zweck anbieten. Zum Beispiel bei jenen, die das Geld in die Kassen spülten.

Klar ist, das Kollektiv lässt sich sicher nicht kaufen. Und das ist gut so. Mit einer unaufgeregten Überweisung für ihr soziales Projekt „Schwoaze helfen 2015“ könnte man aber wohl leben. Beidseitig. Und eine schöne Geste wär es obendrauf. Zwar ist in letzter Zeit doch einiges an Porzellan zerschlagen worden, doch ein altes Sprichwort lautet „Als letztes stirbt die Hoffnung“. Und Weihnachten naht ja auch.

4 Kommentare

  1. Moritz Lösch Moritz Lö sagt:

    Mit 15.000€ könnte man bestimmt auch einige Fanbusse für eine ganze Saison bereitgestellen… So würden beide Seiten direkt davon profitieren. Sturm bekommt dieses Geld ja nur dank den Sturmfans.

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  2. ds1909 sagt:

    das wird, aufgrund des angespannten Verhältnisses, sicher nicht passieren. Der Verein müsste es aber machen, wäre moralisch wichtig. Immerhin hat man es ja den Fans zu verdanken, dass der Verein das Geld bekommen hat. Dennoch glaube ich, dass das Geld irgendwo versickert…

     

    Am meisten würd’s mich freuen, wenn es in die Jugend geht, z.B. U15-U16 Ausflug zum FC Barcelona mit Besichtigung vom Trainingsgelände mit eventuellen Trainingseinheiten der Nachwuchskicker vom FCB mit anschließenden Match-Besuch im Camp Nou, oder ein Trainingslager dort. Einfach irgendwas, wo man die Jungs mit etwas prägen kann, was sie nie vergessen werden. Wenn der Verein solche Dinge bietet, würden sicher weniger Spieler das weite nach der Ausbildung suchen. Klar, es würden auch mehr bleiben, wenn man ihnen Vertrauen und die Chance gibt, aber das wird unterm Franzl nicht passieren.

     

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  3. Gustlig sagt:

    Was sich mit dem Geld Senf kaufen lässt fürs Trainingszentrum. Fuck! Wieso denkt daran niemand? Jetzt wirds amal Zeit dass ich einschreite und ausschreite bei diesem Verein.

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  4. ds1909 sagt:

    der is a net schlecht….

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