Der zweite Akt

Spielvorschau: SV Mattersburg vs. SK Sturm Graz

Ein torloses Remis war das Ende des ersten Aktes dieser Englischen Woche. Am Mittwoch reüssierte der SK Sturm mit einer durchwegs respektablen Leistung gegen den Titelverteidiger RB Salzburg und holte damit einen hochverdienten Punkt im Heimspiel. Trotz des dominanten Auftretens gelang allerdings wieder kein Tor und so blieb ein Sieg, der aufgrund des Spielverlaufs wohl auch in Ordnung gegangen wäre, wieder aus. Nachdem der Vorhang gefallen war, trieb also einmal mehr diese eine Frage Sorgenfalten in die Gesichter der Betreuer und Verantwortlichen: Wie bringt man das Runde ins Eckige?

(c) SturmNetz.at

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Tore & Leidenschaft

Abgehakt – der Mittwoch ist Vergangenheit, der Samstag wartet und sowohl Trainerbank als auch Spieler werden dem Publikum wohl im zweiten Akt dieser intensiven Woche neue Lösungsansätze für dieses leidige Problem liefern wollen, zumal man mit dem Gegner auch noch die eine oder andere Rechnung offen hat: Erfolgreich darf man das bisherige Abschneiden des SK Sturm gegen den SV Mattersburg nämlich nicht nennen. Eine Niederlage auswärts und ein sterbenslangweiliges 0:0 zuhause lieferten die Grazer bisher gegen Ivica Vastics Truppe ab. Es ist also in mehr als nur einer Hinsicht Zeit für drei Punkte, mit denen sie den vierten Platz in die nächste Runde mitnehmen könnten. Der direkte Konkurrent, der derzeit mit einem Punkt Rückstand auf Rang fünf lauernde FC Admira Wacker Mödling, bekommt es nämlich in der Südstadt mit dem WAC zu tun – eine, bei allem Respekt den Kärntnern gegenüber, durchaus lösbare Aufgabe für Ernst Baumeisters und Oliver Lederers Mannen. „Die Mannschaft, die morgen mehr Leidenschaft an den Tag legen wird, den Sieg einfach mehr will, die wird morgen gewinnen“, stellt Franco Foda klar. Leidenschaft darf zweifelsohne als Grundvoraussetzung betrachtet werden, ein Spiel zu gewinnen – sie ist aber eben nicht alleine entscheidend. Mangelnden Einsatz darf man bei Sturm derzeit kaum jemandem vorwerfen. Die magere Punkteausbeute hat andere, gut bekannte Gründe. Wollen die Blackies nicht auf Schützenhilfe aus dem Lavanttal angewiesen sein, müssen sie die „Torkrise“ beenden.

Ladehemmungen

Zumindest könnte eine Personalie wieder maßgeblich zu einer Aufbesserung der Tordifferenz beitragen. Donis Avdijaj, der schon in Ried wieder spielen durfte und gegen Salzburg sogar den alles entscheidenden Siegtreffer am Fuß hatte, ist in der Lage, einer Offensive zusätzlichen Schwung zu verleihen – eine nicht unwesentliche Eigenschaft, die der junge Deutsche bei Sturm einbringt. Die Baustelle ganz an der Spitze im Spielsystem des SK Sturm kann aber auch er nicht alleine kaschieren. Roman Kienast, Bright Edomwonyi und der noch kaum eingesetzte Danijel Klaric sind da gefragt. Gerade die ersten beiden genannten Stürmer leiden an hartnäckigen Ladehemmungen – den eigentlich irregulären Treffer in Ried einmal ausgenommen. „In den letzten zwanzig Metern vor dem Tor müssen wir noch besser werden“, meint der Trainer. Viel fehlt also nicht mehr. Kienast muss morgen krankheitsbedingt passen. Angesprochen darauf nannte Foda neben Edomwonyi als Alternative auch die Möglichkeit, mit einer „falschen Neun“ zu spielen. Wird also Donis Avdijaj vielleicht die Speerspitze bilden?

 

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie - er durfte gegen Sturm in dieser Saison schon einmal jubeln

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie – er durfte gegen Sturm in dieser Saison schon einmal jubeln

Defensive

Während es vorne noch viel Luft nach oben gibt, läuft es in der Defensive schon sehr gut. Lukas Spendlhofer und Anastasios Avlonitis scheinen hervorragend zu harmonieren. Charalampos Lykogiannis behütet seine Seite akribisch, auch Tanju Kayhan ließ seine Qualitäten am vergangenen Mittwoch aufblitzen und Michael Esser ist derzeit ohnehin ganz ohne Zweifel die Nummer eins im Tor der Grazer. Da werden zweifelsohne Leistungen erbracht, auf die man aufbauen kann. Eine Verteidigung, die eine Mannschaft wie RB Salzburg derart unter Kontrolle hat, wie wir es am Mittwoch sehen durften, ist immens wertvoll. Mit ihr im Rücken kann man das Offensivspiel nun forcieren. Das wird gegen ein kampfstarkes Team, wie es jenes des SV Mattersburg ist, auch notwendig sein – vor allem, wenn man sich daran erinnert, dass Sturm gegen die Burgenländer seit deren Wiederaufstieg in die Bundesliga keinen einzigen Treffer erzielt hat. Das Mittelfeld, jüngst mit Sandi Lovric, der auch am Mediabriefing teilnahm, und Kristijan Dobras, zeigte sich gegen die Mozartstädter spielfreudig. Der umtriebige Sascha Horvath versuchte viel und zeigte immer wieder sein technisches Talent, daneben wirkte der sonst so souveräne und sichere Marko Stankovic beinahe etwas farblos – eine Leistungssteigerung des Steirers ist wahrscheinlich. Potenzial ist vorhanden.

Angespannt

Die Personalsituation ist bei den Schwarz-Weißen derzeit wieder etwas angespannt. Roman Kienast ist krank, Tanju Kayhan angeschlagen (Einsatz fraglich) und Christian Klem und Thorsten Schick laborieren noch an ihren Verletzungen. Wieder zurück ist Wilson Kamavuaka, der im letzten Heimspiel eine Gelbsperre absitzen musste. Seine Rückkehr in die Startformation wollte Foda nicht ausschließen. Lovric habe am Mittwoch viel investiert, ein gutes Spiel abgeliefert – wer letztendlich im defensiven Mittelfeld auflaufen wird, ließ der Coach offen. Vielleicht ist Daniel Offenbacher, der im Frühjahr noch kein einziges Spiel ausgelassen hat, auch einmal eine Pause vergönnt.

Lovric gibt sich unabhängig von einem eventuellen Einsatz kämpferisch: „Wir sind überzeugt, drei Punkte zu holen.“ Außerdem freut er sich, dass er die schwarz-weiße Anhängerschaft auf seiner Seite hat: „Es ist toll zu hören, dass Fans meinen Einsatz fordern. Im Endeffekt hängt dieser aber von meinen Leistungen im Training und in den Spielen ab.“ Außerdem sieht es für den Schüler offenbar auch im Zeugnis ganz gut aus: „Alles ist positiv!“ Und auf die Frage nach seinem Lieblingsfach im Curriculum antwortet der Youngster wie aus der Pistole geschossen: „Sportkunde.“

Spieldaten

SV Mattersburg vs. SK Sturm Graz, 26. Runde der tipico Bundesliga

Samstag, 05.03.2016, 18:30 Uhr, Pappelstadion Mattersburg

Mögliche Aufstellung:

Sturm Graz (4-2-3-1): Esser; Potzmann, Avlonitis, Spendlhofer, Lykogiannis; Lovric, Offenbacher; Dobras, Avdijaj, Horvath; Edomwonyi

Ersatz: Gratzei, Kamavuaka, Gruber, Jeggo, Stankovic, Klaric

Verletzt/krank: Kienast, Schick, Klem

Fraglich: Kayhan

 

 

 

1 Kommentar

  1. sks1909 sagt:

    Ich würde heute Jeggo anstatt Offenbacher bringen. Wenn der nicht bald ein paar Spiele bekommt, wird er wieder weg sein und ich sehe den Mann zweikampfstärker und technisch besser!

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