Der große SturmNetz-Jahresrückblick (Teil 1/4)

Jänner, Februar, März 2018

Das 109. Bestandsjahr des Sportklubs Sturm Graz war ein – passend zum Vereinsnamen – mehr als stürmisches. Ein orkanartiges Frühjahr mutierte dabei im Mai in Klagenfurt zum Hurrikan, als man nach siebenjähriger Flaute mit dem Cupsieg wieder einen Titel holte. Doch Sturm wäre nicht Sturm, hätte sich der Wind rund um Messendorf nicht rasch gedreht: Ein äußerst enttäuschender Frühherbst sollte folgen. Larnaka und Trainerentlassung als Kulminationspunkte. Es bedurfte schon einer Vereinslegende, die die Segel neu setzte und den Klub wieder in ruhiges Fahrwasser brachte. Obwohl die schwarz-weiße Farbkombination zu den Blackys besser passt als jede andere, eine derart rasche Abfolge von himmelhoch jauchzend zu zu Tode betrübt ist selbst für Sturmverhältnisse durchaus außergewöhnlich. SturmNetz lässt das Jahr 2018, aufgeteilt in vier Kapitel, nochmals Revue passieren:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Als Winterkönig rutschte der SK Sturm Graz ins Jahr 2018. Einen Punkt Vorsprung auf Verfolger Salzburg und gar zehn auf den Tabellendritten Rapid Wien hatten sich die Blackys im Herbst herausgeschossen. Ab nun musste man aber ohne Langzeittrainer Franco Foda auskommen, der mit Jahreswechsel – ab da an auch hauptberuflich – zum ÖFB abkommandiert wurde. Am Donnerstag, dem 4. Jänner 2018, starteten Neo-Coach Heiko Vogel und sein Co Joachim Standfest in das neue Fußballjahr. Standfest wurde von den in der Hinrunde groß aufspielenden Amateuren abgezogen, um den ebenfalls zur Nationalelf übergelaufenen Thomas Kristl zu ersetzen. Eine Entscheidung, die die Wertigkeit, welche die Regionalliga-Mannschaft innerhalb des Klubs genießt, deutlich unterstrich und ihr zunächst merklich alles andere als guttat. Am 18.1. hob der Sturmtross in das Trainingslager nach Malaga ab, besiegte dort den FC Basel und Dynamo Kiev und trotzte dem FC St. Gallen ein 1:1-Unentschieden ab. „Überschattet“ wurden die Tage in Spanien jedoch von einem für Sturm sehr schmerzlichen Verlust: Unser aller Lieblings-Außengrieche Charalampos Lykogiannis wurde sich in Andalusien mit dem Serie-A-Klub Cagliari Calcio final einig und verließ noch via Spanien den Klub gen Italien. Für eine kolportierte Transfersumme von 500.000 Euro. Die wollte Sportdirektor Günter Kreissl im Gespräch mit SturmNetz zwar nicht bestätigten, beschwichtigte jedoch „es hat sich für uns auch finanziell rentiert, sonst hätte ich es nicht gemacht„. Nur drei Tage später wurde Ex-Rapid-Spieler Thomas Schrammel als vermeintlicher Lyko-Ersatz eingeflogen. Dafür bedurfte es zuvor allerdings noch des OKs der Rapid-Ultras. Nähe zu den Fans schön und gut, dumm gelaufen nur, dass dieses letzte Au Revoir öffentlich wurde und der Burgenländer infolge dessen von Beginn weg bei den Sturmknofln alles andere als einen leichten Stand  hatte.

© Cagliari Calcio

SturmNetz war auch in der spanischen Wintersonne nicht untätig und führte in Malaga das erste Interview mit Neo-Coach Vogel. Der Deutsche stellte sich sehr wohlwollend und sympathisch unseren Fragen und gab unter anderem Folgendes zu Protokoll: „Das Einzige, was ich definitiv versprechen kann, ist, dass ich alles in meiner Macht Stehende dafür tun werde, dass die Mannschaft einen Fußball spielt, der die Fans in Graz begeistern kann. Wenn die Fans dann uns begeistern und der Funken überspringt, dann hoffe ich, dass wir Synergien daraus gewinnen, um vielleicht neben gutem Fußball auch noch den einen oder anderen Erfolg einheimsen können.“ Aus Spanien retour dann der erste schwarz-weiße Paukenschlag im noch jungen Jahr. Günter Kreissl lud ganz unaufgeregt zur einer Pressekonferenz, um allerhand Medienvertreter „über aktuelle Transfertätigkeiten“ zu informieren. Zuvor gab es Gerüchte über eine eventuelle Leihe des Nigerianers Bright Edomwonyi, auch von einer Jantscher-Rückholung wurde gemunkelt. Wieder einmal stellte der Sportdirektor an jenem Tag unter Beweis, dass er auch als Dramaturg am Wiener Burgtheater durchaus reüssieren könnte. Zwar mit leichtem Lächeln, allerdings unaufgeregt und tiefenentspannt, verkündete er, dass nicht nur einer aus diesem Duo an Land gezogen werden konnte, nein, beide Spieler sollten tatsächlich bereits in der Rückrunde die Offensive der Blackys verstärken. Vorfreude auf das Kommende, sogar Euphorie war zu spüren oder wie es unser Einwurf-Spezialist Gernot Hofer in seiner Kolumne betitelte: „Es liegt was in der Luft.“

Doch bereits vier Tage später wurde man auf den gefrorenen, nordburgenländischen Boden der Realität zurückgeholt. Die Vogel-Elf verlor bei dessen Premiere zum Frühjahrsauftakt wieder einmal in Mattersburg. Was jedoch noch überraschender kam, war, dass sich die lokalen Medienprimi bereits nach 90 Minuten und aus unerfindlichen Gründen auf den Neo-Coach einschossen. Als Beispiel hierfür noch einmal ein besonderes Gustostückerl, welches sogar schon bevor die Kugel im Jahr 2018 überhaupt rollte, im größten Kleinformat Österreichs zu lesen war:

Auszug aus der Krone-Rubrik „Am Ball“ vom 2. Februar 2018:

„Steht Sturm am Meisterschaftsende auf Platz zwei, hat der Mann aus der Pfalz die Pflicht erfüllt. Mehr aber auch nicht. Sollte der „Winterkönig“ in den verbleibenden 16 Runden aber gar den 10-Punkte-Polster auf Rapid einbüßen und somit die Qualifikation zur Champions League in den Sand setzen – dann heißt es nach dem Saison-Kehraus wohl oder übel: Sturm schießt den Vogel ab! Und falls es Vogel tatsächlich schafft die „Bullen“ in Schach zu halten und mit den „Schwarzen“ als Erster ins Ziel zu rauschen, dann wären dem 42-Jährigen zwar Ruhm und Ehre sicher, aber auch den begehrten Meisterteller müsste er sich mit dem Teamchef teilen, der im Herbst das Fundament dazu gelegt hätte. Der Schatten Fodas würde auch über einem Cup-Triumph liegen, wo Sturm mit einem halben Fuß ja auch schon im Halbfinale steht. Auf allen Linien gewinnen kann der Coach erst ab nächster Saison, wenn er ohne „Altlasten“ loslegen kann. Da könnte er sich mit dem Einzug in die Champions League gleich ein Denkmal setzen.“

War es gekränkte Eitelkeit, war es der Schmerz über den Verlust eines Lebensmenschen, die Gründe warum dem Neo-Coach aus den Redaktionsstuben der auflagenstärksten Printmedien ein derart rauer Wind entgegenschlug, werden wohl niemals restlos aufgeklärt werden. Als die Blackys eine Woche darauf in Wolfsberg als Verlierer vom Platz schlichen, verschärfte sich die Kritik gegenüber Vogel noch um ein Vielfaches. Viel eleganter fasste ein SturmNetz-Kollege die Pleite im Schatten der Koralpe zusammen, als er direkt nach Schlusspfiff folgenden Satz auf elektronisches Papier brachte:

„Wäre der Frühjahrsauftakt ein Pfeil gewesen, er hätte die schwarz-weiße Seele niedergestreckt“ (Bernhard Pukl)

Wie nebensächlich und unbedeutend zwei Bundesliganiederlagen sein können, wurde der Sturmfamilie nur einige Tage nach dem 0:1 in Wolfsberg bewusst. Wenige Wochen vor seinem 55. Geburtstag verstarb mit Ehrenpräsident Hans Rinner jener Mann, der den Sportklub Sturm dank unermüdlicher Arbeit und massig Herzblut im Jahr 2007 wieder Atem einhauchte und hauptverantwortlich dafür zeichnete, dass der Verein bereits wenige Jahre nach einem finanziellen Kollaps wieder unverrückbar und mit breiter Brust dastand. 

(c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

Im dritten Spiel unter Heiko Vogel musste Sturm nach Hütteldorf und ging im Westen Wiens schnell in Führung: Nach kapitalem Fehler von Rapid-Keeper Strebinger überlauerte Fabian Koch die Situation am schnellsten und bediente den freistehenden Thorsten Röcher im Strafraum. Dieser legte auf Deni Alar ab, der wiederum uneigennützig auf die Nummer 29 zurückspielte und einen satten Schuss später waren die Blackys auch schon in Front. 1:0 in der 20. Minute bedeutete die etwas glückliche Führung für den Tabellenzweiten. Sieben Minuten später hätte man schon sehr früh in der Partie die Zeichen noch deutlicher Richtung Auswärtssieg stellen können, ja beinahe müssen. Nach guter Balleroberung von Stefan Hierländer tauchten plötzlich vier Sturm-Akteure fast völlig alleine vor dem Tor der Wiener auf. Anscheinend gab es für den Villacher aber zu viele Optionen, denn das Zuspiel auf Röcher fiel miserabel aus und so wurde diese Großchance mehr als leichtfertig vergeben. Eine in dieser Phase symptomatische Szene. Da es Boli Bolingoli zwei Minuten vor Schluss aus 18 Metern wesentlich besser machte, endete das Spiel mit einem 1:1-Remis. Dieser erste Punktegewinn wurde aber aufgrund eines legendären Interviews, das Günter Kreissl dem Bezahlsender SKY gab, schnell zum Nebenschauplatz: 

Jörg Künne (SKY): Herr Kreissl, wieso verhandeln Sie eigentlich gerade nicht?
 
Günter Kreissl (leicht verwundert): Mit wem?
 
JK: Mit Spielern über Vertragsverlängerungen zum Beispiel…
 
GK (genervt): Weil es einfach etwas Wichtigeres gibt und das ist zurück in die Erfolgsspur zu kommen…und diesen ganzen Schmarrn mit den Beratern, die glauben, ich spiele gerne Poker und ich zocke gerne, das tue ich nicht. Das ist jetzt der falsche Zeitpunkt und es gilt Leistung zu bringen!
 
JK: Wäre es ein Schmarrn mit Hierländer und Potzmann zu verlängern?
 
GK: Wir haben ja oft genug gesagt, mit wem wir gerne verlängern würden. Wir würden gern auf Kontinuität setzen, wir würden gerne mit sehr vielen Spielern verlängern, wo die Verträge auslaufen, aber ich brauche auch die Spieler und deren Berater dazu.
 
JK: Wie sehr plant man noch mit den beiden? Stempelt man die so ab als wären die eh schon weg mit Saisonende?
 
GK (spitzbübisch): Lieber Jörg, ich habe gesagt, ich will darüber hier nicht sprechen. Du möchtest mich hier in ein Gespräch verwickeln, das ich gar nicht möchte.
 
JK (bleibt nichtsdestotrotz beim „Sie“): Ja aber Sie sind doch Sportdirektor bei einem Verein.
 
GK: Ja genau. Und derzeit sind die Verhandlungen ausgesetzt.
 
JK (nach einer kurzen Pause): Und wie lange noch? Das ist ja hochinteressant, eigentlich.
 
GK (kontert): Das ist nicht hochinteressant. Ich verhandle ja seit Monaten. Das ist ja keine neue Entwicklung…Mit ein paar Spielern spreche ich seit Monaten und da überlege ich…das kann in 10 Tagen sein, in ein paar Wochen, in einem Monat…aber derzeit gilt es, alles für den Erfolg zu investieren.
 
JK: Vor einem Jahr hat es geheißen, der Kader gehört abgespeckt. Ich finde, der Kader wird eigentlich immer größer, um wie viel zu groß in ihren Augen ist er denn momentan?
 
GK (wechselt die Rollenverteilung): Gefällt Dir der Kader?
 
JK (nimmt diese gekonnt an): Ich finde ihn qualitativ und vor allem auch quantitativ sehr ordentlich. Fast zu quantitativ.
 
GK: Na, das sehe ich nicht so. Wir wollten mit 22 Spielern in die Saison starten, schon letztes Jahr, auch im Herbst. Jetzt haben wir 23. Der 23. ist Philipp Zulechner, der das ganze Frühjahr ausfallen kann. Ich kann dieser Spitze von Dir nicht ganz folgen.
 
JK: Das war keine Spitze. Es war nur eine Frage, ob der Kader zu groß ist. 
 
GK: Nein, das sehe ich nicht so.
 
JK: Der Trainer hat auf jeden Fall gemeint, zwischen Heiko Vogel und Günter Kreissl passt kein Blatt Papier. Ist das in Ihren Augen auch so? Das ist ja Ihr Trainer…
 
GK (leicht entrüstet): Das ist nicht mein Trainer, das ist der Trainer von Sturm Graz wo ich eine Auswahl getroffen habe und das auch dem Vorstand präsentiert habe und wir alle der Meinung waren – und ich nach wie vor bin – dass Heiko Vogel ein großartiges Profil mitbringt. Und ja es macht Sinn, wenn man ganz eng zusammenhält und auch zusammen kommuniziert und das tun wir.
 
JK: Ich habe gemeint, Ihr Trainer, es ist Ihr Wunschtrainer. Jetzt hat bei uns Alfred Tatar heute schon gesagt, ihr beide sitzt eigentlich im gleichen Boot. Sollte Vogel unter Druck geraten, irgendwann einmal, kommt dann der Kreissl auch unter Druck.
 
GK (schlagfertig): Das hängt davon ab, ob Alfred Tatar den Stöpsel dann aus dem Boot zieht.
 
JK (lacht): Darauf kommt es an?
 
GK: Was soll ich dazu sagen, dass wir im gleichen Boot sitzen? Ich sitze mit jedem Spieler, mit jedem Vorstandsmitglied, mit jedem Trainer, mit jedem Betreuer im gleichen Boot. Ich bin Teil einer Gruppe, einer, die immer Controlling und Qualitätsmanagement machen muss, Dinge im Auge behalten muss. Wir versuchen alle gemeinsam erfolgreich zu sein. Es gibt kein Boot wo nur Heiko Vogel und Günter Kreissl drinnen sitzen. 
 
JK (ändert den Tonfall): Sie wirken heute so angriffig.
 

GK (entschlossen): Ja, Kampfmodus! Das brauchen wir ab jetzt. 

 
JK (mit einem Hauch von Ironie): Ist ja auch notwendig nach dem Frühjahrsauftakt.
 
GK: Jo. Also es ist notwendig, dass wenn man nicht so gute Leistungen bringt, das auch auf sich nimmt. Das haben wir auch getan. Wir haben alle Verantwortung übernommen. Aber irgendwie auf den Knien winselnd herumzugehen, das ist nicht der Sinn, sondern es ist Kampfmodus. Kein Grund zaghaft zu werden.
 
Am 22. Februar wurde bekannt, dass der Norweger Martin Ovenstad per Leihe zu Stabaek IF wechselt, das Sturmtrikot wird er nie mehr anziehen. Es bleibt bei 160 Pflichtspielminuten für die Blackys und einem skandinawischen Missverständnis. Dann warf man am 25. Feber auch noch die allerletzten Meisterschaftsambitionen über Bord, als man im Spiel Erster gegen Zweiter in Liebenau Salzburg mit 2:4 unterlag. Zwar hatte Thorsten Röcher die Grazer in Führung gebracht, am Ende schlich man jedoch erneut mit hängenden Köpfen vom Platz. Nun endlich aber wurde der zitierte Kampfmodus offenkundig. In Graz herrschte echtes Transferchaos, beinahe täglich rauschten mögliche Abgänge durch den Blätterwald, bis der Sportdirektor ein Zeichen setzte und öffentlich Vertragsverlängerungsgespräche mit Stefan Hierländer und Christian Schoissengeyr für beendet erklärte. Über Dario Maresic bedurfte es hingegen keiner Gerüchte, sein Abgang im Sommer wurde beinahe schon als gegeben hingenommen. Mitten in der Wintertristesse besiegte Sturm in Liebenau den SV Wimpassing durch Tore von Philipp Huspek, Peter Zulj und Jakob Jantscher mit 3:0 und stand im ÖFB-Cup-Semifinale. Am Umstand, dass Heiko Vogel in den Medien beinahe vogelfrei zu sein schien, änderte dieser Sieg freilich nichts. Hatte dieser vor dem Cupspiel doch glatt diese Begegnung als „Spiel um Leben und Tod“ bezeichnet. Der nächste Akt einer Schmierenkomödie war damit eröffnet. Die Vereinsverantwortlichen schienen unter diesem medialen Druck einzuknicken und Vogel entschuldigte sich gar öffentlich:
 
Heiko Vogel:
 

 

Gerade in dieser Situation bewies der Sturm-Anhang, dass er nicht nur in der Lage ist die 11 Mannen am Feld 90 Minuten bedingungslos nach vorne zu peitschen, sondern gab im Paschinger Waldstadion auch das einzig wahre Statement ab. Im Linzer Vorort rannte das schwarz-weiße Werkl erstmals wie geschmiert und der LASK wurde mit 2:0 besiegt. In der 90. Minute stimmten die Sturmfans wie aus dem Nichts lautstark „Heiko Vogel“-Sprechchöre an. Damit stärkten sie jenem Mann den Rücken, unter dem das Team zuvor aus vier Bundesligaspielen nur einen Punkt einfahren konnte. Günter Kreissl meinte im Interview, er finde dieses Gerechtigkeitsgefühl der Anhänger begeisternd. Kurz nachdem im darauffolgenden Heimspiel die Admira mit 4:2 gebogen werden kann, vermeldeten die Blackys bereits die erste Neuverpflichtung für die kommende Saison. Markus Lackner unterzeichnete beim SK Sturm einen Vertrag bis 2021. Der 26-jährige Defensiv-Allrounder kam von eben jenen Südstädtern, bei welchen er noch bis zum Sommer seine Fußballschuhe schnüren wird. Für Günter Kreissl ist er  „gemäß unseres derzeitigen Suchprofils eine Optimallösung und einer der interessantesten österreichischen Spieler, deren Vertrag 2018 ausläuft.“ Als am 17. März Altach mit 1:0 besiegt wurde und Deni Alar endlich wieder traf, schien die Operation „Kampfmodus“ endgültig zufriedenstellend absolviert. Rund um den Sportklub Sturm herrschte endlich wieder ein wenig Ruhe und vor allem mit Blickrichtung Cup-Halbfinale auch Euphorie. Indiz für die starken Vorstellungen war auch, dass beim freundschaftlichen Länderspiel Österreich gegen Luxemburg gleich drei Spieler des SK Sturm (Siebenhandl, Hierländer und Zulj) eingesetzt wurden.

Edomwonyi, Zulj und Röcher bejubeln mit Alar dessen Goldtor gegen Altach (c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

Am letzten Tag des ersten Jahresquartals (und damit endet auch der erste Teil unseres Saisonrückblicks) gastierte der SK Sturm beim Tabellenletzten St. Pölten und konnte in der niederösterreichischen Landeshauptstadt den höchsten Auswärtssieg seit einem 6:0 in Grödig im Jahr 2014 einfahren. Edomwonyi und Alar sorgten bereits in Halbzeit eins für eine schnelle Führung, Zulj, erneut Alar und Huspek trafen in den zweiten 45 Minuten. Den Blackys gelang der vierte Sieg in Folge und trotzdem war Coach Vogel weit davon entfernt, restlos zufrieden mit seinen Schützlingen zu sein. „Ich sehe noch viel Luft nach oben. Nach dem 2:0 haben wir zu sehr nachgelassen. Es war nicht okay, dass wir den Gegner so ins Spiel zurückkommen lassen. In der zweiten Halbzeit haben wir dann das umgesetzt, was wir uns für 90 Minuten vorgenommen hatten. Es geht in die Richtung, die ich mir vorstelle.“ Sprachs und schlapfte dennoch zufrieden davon. Die zehn Punkte Vorsprung auf den Tabellendritten konnten – trotz des holprigen Frühjahrsstarts – durch diese Siegesserie sogar noch ausgebaut werden und dem Coach gelang es, die schwarz-weiße Anhängerschaft durch die Art und Weise, wie Sturm nun auftrat, zu begeistern. Der Champions-League-Quali-Platz schien endgültig abgesichert und man war gerüstet für das bevorstehende Cup-Halbfinale gegen Rapid. Zudem sollte sich in diesem Frühjahr auch noch ein echtes Highlight der schwarz-weißen Klubgeschichte zutragen, doch darüber und darüber hinaus dann im zweiten Teil unseres „Großen SturmNetz-Jahresrückblick“.

Im Sturmsektor bejubelt man den 5:1-Auswärtserfolg gegen St. Pölten (c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

 

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