Der erste Dreier

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. SK Austria Klagenfurt

Im Spiel gegen den SK Austria Klagenfurt ging es für den SK Sturm am Sonntagnachmittag um den ersten Heimerfolg in der Meistergruppe und vor allem auch um die erste volle Punkteausbeute, die man in der schwierigen Auswärtspartie gegen Salzburg „schuldig“ blieb – der Ligakrösus schien an diesem Tag immerhin schlagbar zu sein. Abseits des Sportlichen stand das Spiel diesmal aber ganz klar im Zeichen des Humanitären und der Ablehnung des völkerrechtlich illegalen Einmarschs Russlands in die Ukraine. Von jeder verkauften Eintrittskarte spenden die Hausherren nämlich einen Euro, Spendenboxen wurden im gesamten Stadion aufgestellt – auch Becherspenden kommen der Aktion zugute – von jedem verkauften Fan-Schal wurden zwei Euro dafür abgegeben und das Stadion erstrahlte ausnahmsweise nicht nur in Schwarz-weiß, sondern auch in Blau und Gelb. An dieser Stelle möchten wir noch einmal auf die Spendenaktion der Fanklubs in der Nordkurve hinweisen. Nähere Informationen dazu findet ihr unter https://www.schwoazehelfen.at.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Munterer Beginn

Mit einer angenehmen Überraschung wartete Trainer Christian Ilzer schon vor Beginn der Begegnung auf: Otar Kiteishvili nahm nach seiner langen Verletzungspause erstmals auf der Ersatzbank Platz. Obgleich ein tatsächlicher Einsatz des Georgiers vorerst unwahrscheinlich erschien, durfte man sich über die Aussicht, ihn bald wieder spielen sehen zu können, freuen. Neben ihm saß Stefan Hierländer. Ihm gegenüber erhielt Manprit Sarkaria den Vorzug, die Kapitänsbinde trug Jon Gorenc Stankovič. Die Hausherren, die von Beginn weg in die „falsche“ Richtung spielen mussten (Stadionbesucher wissen, was damit gemeint ist.), waren mit Anpfiff darum bemüht, das Spiel unter ihre Kontrolle zu bringen, die erste Halbchance verzeichneten allerdings die Gäste, die nach dem guten Freistoß Patrick Greils einen Querschläger im Grazer Strafraum nicht verwerten konnten. Es sollte sich zunächst ein durchaus abwechslungsreicher Schlagabtausch entwickeln. In der vierten Minute kam Jakob Jantscher auf der anderen Seite in aussichtsreicher Position zum Abschluss, aber der Versuch konnte zur Ecke geklärt werden. Thorsten Mahrer, der in letzter Sekunde klärend einschreiten konnte, musste danach behandelt werden. Kurz darauf eroberte Jantscher den Ball und setzte Rasmus Højlund sehenswert in Szene, dieser suchte schnell den Abschluss, verfehlte jedoch das Tor. Die klügere Variante, den Querpass auf Anderson Niangbo, der komplett frei gewesen wäre, wählte er leider nicht. Dann versuchte sich Christopher Cvetko auf der anderen Seite aus der Distanz, sein Schuss landete am Ende in Siebenhandls Armen. In der 18. Minute scheiterte Greil dann an Jörg Siebenhandl.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Chancen im Minutentakt

Nach einem Foul an Jusuf Gazibegovic kam es in der 23. Minute zu einem Freistoß aus knapp 18 Metern. Manprit Sarkaria übernahm diesmal die Verantwortung und traf mit einem platzierten Schuss zum 1:0 für den SK Sturm. Danach der Versuch, gleich eines draufzulegen. Jakob Jantscher ließ seine Gegner auf der rechten Seite alt aussehen, steckte zurück auf Gazibegovic, der eine gute Flanke in den Strafraum schlug, an der Højlund und Niangbo nur ganz knapp vorbeischrammten.

29. Minute: Jakob Jantscher gelangte an einen verunglückten Rückpass von Cvetko zu Menzel, umkurvte den Keeper, setzte das Leder dann aber ins Außennetz. Sturm schnürte die Austria nun richtig ein.

30. Minute: Alexander Prass prüfte den Gasttorhüter mit einem Schuss von der Strafraumgrenze aus.

32. Minute: abermals Prass. Diesmal lenkte Menzel dessen Distanzschuss über das Tor.

33. Minute: Die darauffolgende Ecke schlug Jantscher gut in den Fünfmeterraum, wo zuerst Stankovic und danach Højlund per Kopf dran waren.

35. Minute: Nach schnellem Kurzpassspiel kam Gazibegovic zum Abschluss, er konnte entscheidend daran gehindert werden, sodass Menzel nicht wirklich gefordert werden konnte.

Sarkaria schnürt Doppelpack

Dass diese Überlegenheit nicht für das so wichtige zweite Tor genutzt worden war, rächte sich in der 39. Minute zunächst aber doch noch, denn plötzlich war Siebenhandl geschlagen und Markus Pink drehte jubelnd ab. Nach schnellem Konter über die linke Seite, einer guten Hereingabe und einer gehörigen Portion Nachlässigkeit in der schwarz-weißen Defensivabteilung erzielte er aus kurzer Distanz den Ausgleich. Ein Treffer, der angesichts der zuvor eher zu vernachlässigenden Offensivbemühungen der Gäste einfach ganz und gar nicht abzusehen war und wegen einer möglicherweise äußerst unglücklichen Beteiligung Gregory Wüthrichs sogar noch ebenso gut als Eigentor gezählt werden könnte. Eine Tatsache, mit der sich Sarkaria so ganz und gar nicht anfreunden wollte. Nach schöner Vorarbeit Jantschers und Højlunds, der diesmal mannschaftsdienlich durchließ, netzte die Nummer 11 nämlich sehenswert zur neuerlichen Führung (44. Minute).

Weniger Highlights

Durchaus überraschend wechselte Trainer Ilzer zur Pause Anderson Niangbo und Alexander Prass für Andreas Kuen und Stefan Hierländer aus – vermutlich verletzungsbedingt, an deren Leistung gab es nämlich nichts auszusetzen. Peter Pacult brachte Michael Blauensteiner für den wohl angeschlagenen Thorsten Mahrer ins Spiel. Sturm startete mit viel Druck in die zweite Halbzeit. Nach einer Ecke verpasste Hierländer das Tor mit einem flachen Schuss nur knapp, danach folgten weitere scharfe Hereingaben durch Jantscher und Sarkaria. In der 60. Minute – Sturm war spielbestimmend – rutschten Jantscher und Højlund an einer weiteren guten Gazibegovic-Flanke vorbei. Auf der Gegenseite kam Kosmas Gkezos auf Seiten der Gäste nach einem Corner zu einer einigermaßen gefährlichen Kopfballchance, die letztendlich aber niemanden in Bedrängnis brachte. In der 66. kam David Affengruber nach Eckstoß per Kopf zur großen Chance auf das 3:1, verfehlte das Tor jedoch auch – eines der Highlights in einer mittlerweile eher ereignislosen Partie, in der die Hausherren allerdings weiterhin das Heft in der Hand hatten.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Ein Tor und ein Comeback

In der 75. Minute scheiterte Sarkaria nach einem Corner daran, den Hattrick perfekt zu machen, dafür sorgte Jon Gorenc Stankovic nach der zweiten Hereingabe per Kopf für das 3:1. Jubel, Erleichterung! Und dann brandete noch mehr Applaus auf: Otar Kiteishvili kam für Jakob Jantscher ins Spiel – damit hat wohl keiner so recht gerechnet. Außerdem löste Lukas Jäger den starken Jusuf Gazibegovic ab. In der 80. Minute kam Højlund gut an die gegnerische Grundlinie im Sechzehner, legte auf Amadou Dante zurück, dessen Schuss allerdings geblockt wurde. Kurz vor Ablauf der regulären Spielzeit zog Sarkaria nach schönem Angriff aus dem Strafraumeck ab, aber Menzel hielt sicher. Auch die Gäste konnten noch einmal gefährlich werden, als Darijo Pecirep nur knapp am Torerfolg scheiterte. Damit blieb es beim hochverdienten 3:1-Sieg für den SK Sturm.

Spieldaten

 

 

Galerie

 

 

 

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10 Kommentare

  1. Bozo Bazooka sagt:

    Gute Leistung – noch besser, Sarkaria einmal von Beginn an zu bringen. Und sehr schön, dass Otar wieder dabei ist!

  2. Beutelspecht sagt:

    Sehr wichtige 3 Punkte da die ja quasi vorausgesetzt wurden und deshalb doppelt schwer zu holen sind. Zu Sarkaria möchte ich sagen, dass seine Ballbehandlung und Spielweise einfach schön anzusehen sind. Einen Spieler wie ihn hat man in Graz lange nicht gesehen.

  3. Siro sagt:

    Wann hört man endlich damit auf, ganze Busse voller Fußballer einwechseln zu dürfen.
    10 Wechsel!! – zumeist alle in Halbzeit 2 – zerstören das Spiel. Eine zweite Hälfte gibt’s oft gar nicht mehr. Beendet endlich den Schwachsinn. Oder man führt fliegende Wechsel ein wie im Eishockey oder Handball. Das würd nicht nerven.

  4. fid82 sagt:

    3 der 10 Wechsel waren eh in der Pause….

    Hauptsache 3 Punkte. Die Leistung war okay. Hojlund war das eine mal viel zu eigensinnig.

    Ich sehe Sarkaria ja in 1,5 Ja als Jantschernachfolger im Sturm.

    Trotzdem braucht man dringend einen Stürmer.
    Entweder einer der Amas Krienzer, Strahlhofer, Fusseini oder Lang werden was, oder man holt weg eine 9 für die Bank.
    Niangbo wird gehen.

    Apropos Amateure :
    2:0 Sieg mit Doppelpack Schendl.

    • schlobanmichl sagt:

      Aus Vereinskreisen hört man, dass Sarkaria vermutlich nicht mehr ewig bei Sturm bleiben wird. Wenn möglich, soll er einer der nächsten großen Verkäufe werden.
      Außerdem soll man sehr an Demaku von der Austria interessiert sein.
      Bin gespannt, ob sich daran etwas bewahrheitet.

  5. black_aficionado sagt:

    Sackl Manni überragend! Wenn dem in einer Partie der Knopf aufgeht, dann gibts in der Liga nicht viele die ihm das Wasser reichen können!
    JJ und Höllenhund ohne eigenen Torerfolg auch beide mehr als solide. Da war viel Bewegung drinnen, viele gute Situationen.
    Höchst erfreulich natürlich den Otar wieder am Platz zu sehen. Das macht unser Spiel nochmal deutlich variabler.

    Weiß man etwas zu Prass, warum der in der HZ runter musste? Sein Ausfall wäre echt bitter, der ist mE im Moment absolut gesetzt und von keinem zu kompensieren.

    Jetzt noch gegen die Wolfsberger einen 3er und dann schaut das tabellarisch gleich sehr ordentlich aus (wenn die Grünlinge nicht überraschend gegen die Salzburger gewinnen sollten).

    swg

    • Mat sagt:

      Wegen Prass..war im Stadion & er hatte sehr viele Fehlpässe..für mich ungewohnt viele die er sonst nicht macht. Vllt war das der Grund..gleiches gilt für Niangbo.

    • Fanatiker sagt:

      Lt. SKY-Reporter, muskuläre Probleme im Oberschenkel…

  6. Schworza99 sagt:

    Kein glanzvoller Sieg am Ende dann doch einigermaßen souverän. Wie wir uns immer selbst die Tore schießen überrascht immer aufs Neue. Fast immer Slapstick in der Verteidigung. Hoffe die kommen aus dem Formtief raus für die letzten 8 Partien.

    Wenn Otar fit ist und Sarkaria in Form wird der Kuen wenig Minuten bekommen….er ist zwar bemüht aber was rauskommt kann man sich halt nicht ansehen. Da wird die Trennung unvermeidlich sein.
    Jantscher glücklos und Höllenhund ab und an zu eigensinnig (in dem Alter wahrscheinlich auch kein Wunder). Hoffe Oti ist bald Startelf Thema dass das Oti mehr Kräfte bindet und die beiden vorne mehr Spielraum haben.

    Insgesamt gewonnen aber dennoch viel Luft nach oben. Würde gerne mal Prass Oti Sarkaria Jantscher und den Höllenhund in der Startelf sehen. Da kann’s oft klingeln. Das Remis im Wiener Derby schadet uns nicht. Auch der ungefährdete RB-Sieg stellt unser RB Spiel in Relation. Angst müssen wir in der Gruppe vor keinem haben außer vor uns selbst.

  7. fid82 sagt:

    Das mit Sarkaria habe ich noch nie gehört und ist MMn Blödsinn. Er ist nicht mal unumstrittener Stamm und schon 25.

    Demaku wird wahrscheinlich kommen.
    Dafür wird Jäger dann gehen.

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