Der Beginn einer neuen Ära

Als Fußballösterreich neidisch nach Graz blickte

Während die Vorbereitung der Schwarz-Weißen weiterhin voran schreitet und man, aufgrund der bisher getätigten Transfers, durchaus positiv der kommenden Saison entgegenblicken darf, ist es Zeit, einen Blick zurück in die Vergangenheit zu wagen.

Wir befinden uns im Juli des Jahres 2007. Wenige Monate zuvor hat sich der SK Sturm aus den Untiefen des drohenden Bankrotts befreit und recht zuversichtlich blickt man obgleich der blutjungen Mannschaft, der neuen Spielzeit entgegen. Dass sehr viel Potenzial in den Mannen von Cheftrainer Franco Foda – rund um Kapitän Jürgen Säumel, Klaus Salmutter und Mario Haas – steckt, konnte schon eine Saison davor bewiesen werden, beispielsweise gegen die neureichen Brausekicker aus der Mozartstadt, welche mit einem furiosen 4:0 wieder nach Hause geschickt wurden.

Der schwarz-weiße Paradigmenwechsel schreitet voran und die „kartnigbedingte“ Fantyrannei ist Geschichte. Folglich schlägt sich das auch auf die Zuschauerzahlen nieder. Vor knapp 9.500 Zusehern empfängt der SK Sturm zum Auftakt der dritten Runde den LASK, der mit gewonnener Zweitligameisterschaft und einer Menge Selbstvertrauen anreist, denn aus den ersten beiden Begegnungen konnten vier Punkte errungen werden (darunter ein 1:0 Heimsieg gegen Rapid). Demgegenüber stehen lediglich zwei Zähler auf Seiten der Grazer, man durfte sich also auf eine spannende Begegnung einstellen. Zum Bedauern vieler Zuseher jedoch ohne Sturm-Ikone Ivica Vastic, der auf Seiten der Linzer verletzungsbedingt aussetzen musste.

Nach gut 20 Minuten gibt es wenig Nennenswertes zu berichten, doch dann geht es plötzlich schnell. Der vom Stadtrivalen gekommene Samir Muratovic bedient den ins Loch startenden Marko Stankovic mustergültig und dieser vollendet gekonnt mit einem traumhaften Heber. Auch der Torschütze ist in der Sommerpause zu den Grazern gestoßen und absolvierte gegen den LASK erst sein drittes Bundesligaspiel. Die Linzer vergeben folglich in Minute 37 die große Ausgleichschance durch Agi, der mit einem Volley nach Klein-Flanke an Gratzei scheitert. Kurz nach Wiederanpfiff vollstreckt Klausi Salmutter nach einem schönen Doppelpass mit Bomber Mario Haas aus kurzer Distanz, ein gewisser Cavlina im Tor der Gäste bleibt chancenlos. Ein letztes Aufbäumen des Aufsteigers in Person von Mayrleb macht abermals Gratzei zunichte und nun sollte der große Auftritt des Marko Stankovic folgen. Auf der rechten Seite setzt sich Haas gegen Hoheneder durch und bedient den Jungspund mit einer Maßflanke mustergültig, dieser lässt Cavlina abermals keine Chance. Abgerundet wurde die Stankovic Gala in Minute 84, als er mit einem wuchtigen Schuss aus elf Metern das runde Leder in die Maschen hämmert.

Manch einer wird sich vielleicht fragen, weshalb dieses Spiel mit einem solch hohen Stellenwert bemessen wird? Klarerweise ist ein 4:0 Heimsieg immer etwas Besonderes, einem solchen durfte man allerdings in der langen Vereinshistorie oft genug beiwohnen. Jene Partie steht jedoch stellvertretend für etwas ganz Besonderes, denn mit diesem Kantersieg entfachte Sturm eine schier unvergleichbare Euphorie in Graz-Liebenau, welche schließlich in den Gewinn des Winterkönigs mündete. Die Altlasten des Konkurses konnten abgeschüttelt werden und die „Jungen Wilden“ begeisterten ganz Fußballösterreich. Der 25. Juli 2007 markiert den Startschuss einer neuen Ära. Eine Ära, an die viele Sturmfans heute noch sehnsüchtig zurückdenken.

 

3 Kommentare

  1. Jocole sagt:

    Wir befinden uns im Septemper des Jahres 2007!

    Von Fußballeuphorie in Graz keine Spur!

    Bei herrlichen Fußballwetter kommt der Rekordmeister aus Wien nach Liebenau!

    Nach zwei derben Niederlagen in Folge gegen die Abstiegskanditaten SV Ried u. A. Kärnten mit insgesammt 8 Gegentoren, rumort sehr früh in der Saison das Abstiegsgespenst in Graz!

    Gerade einmal 12.000 Besucher finden sich gegen den späteren Meister Rapid, mit Stars wie Hofmann, Payer, Hoffer, Bazina, Boskovic und Tokic sowie den jungen Wilden Korkmaz uns Kavlak, in Graz Liebenau ein!

    Nachdem Rapid drei Tage zuvor im Europacup im Einsatz war, gelang es Sturm sehr gut die Offensivpower von Rapid mit einer Defensivstrategie wirkungslos zu machen! Trainer Foda brachte für den in den Spielen zuvor enttäuschenden Stankovic diesmal Kienzl von Beginn an! Nach einem Traumkonter  (Umschaltspiel) über Kienzl zum pfeilschnellen Krammer erzielte dieser in der 70. Minute das entscheidente 1:0!

    Nach einer Länderspielpause gastiert Sturm in der darauffolgenden Runde mit unveränderter Elf im Hanappistadion! Nach einem katastrophalen Abwehrfehler netzt Haas in der 1. Minute ein! Pause 3:0 für Sturm! Endstand 5:1 gegen den späteren Meister, der sich auch für die Championsleague qualifizieren konnte!

    Foda hat sein System für diese Mannschaft gefunden, eine bärenstarke Abwehr mit Prödl u. Sonnleitner, sowie die überragenden Säumel, Muratovic und Haas, die giftigen Prettenthaler, Kienzl u. Krammer!

    Marco Stankovic sind seine 3 Tore bei 40 Grad in Liebenau zu sehr zu Kopf gestiegen, sah sich selber dannach schon in der Serie A, kam bei Sturm in dieser Saison eigentlich nur mehr zu Kurzeinsätzen und wechselte in der drauffolgenden in die zweite Italienische Liga nach Triest! Durchsetzen konnte er sich weder in der 2. Italienischen als auch bei seiner Rückkehr zur Austria und Sturm nirgens mehr….

    Nach diesen 2 Spielen war die hochtalentierte Sturmtruppe gelöst, spielte befreit auf und stand kurz vor Weihnachten nach einer sensationellen Partie gegen Red Bull auf Platz 1!!

    Sehr viele Parallelen zur vergangenen Saison kann man im Rückblick zur damaligen erkennen!

    Euphorie kam damals aber erst im Septemper auf! Voriges Jahr sofort nach dem 1. Spiel! Franco Foda hatte wie im Herbst 16/17 mit Matic und Edomwonyi damals auch die richtige Mannschaft für sein System, das er niemals ändern wird! Das es vor 10 Jahren nach dem Wintertitel letztendlich nur zu Rang 4 reichte, war soweit ich mich erinnere, der Unerfahrenheit der Jungen Prödl, Jantscher.., sowie der nicht immer fitten Säumel u. Salmutter geschuldet!

    Meine Hoffnug in die neue Saison besteht darin, dass Günther Kreissl dem Trainer die Mannschaft zur Verfügung stellt mit der er sein Spiel erfolgreich durchziehen kann!

    Röcher ist genau der Richtige dafür und ich glaube er ist eine Topverstärkung!

    Um die Abwehr brauchen wir uns bei Foda niemals Sorgen machen…, Jeggo muss die ganze Saison fit bleiben sonst haben wir in der Zentrale ein großes Problem! Piesinger wäre da meiner Meinung nach der optimale Ersatz gewesen, da ja James sehr oft nach Australien zu den Länderspielen reisen muss!

    Der Angriff ist mit Alar und Zulechner ebenfalls sehr gut besetzt!

    Und ich lehne mich jetzt sehr aus dem Fenster und sage, sollte es Kreissl gelingen noch einen zentralen Mittelfeldspieler der sofort eine Verstärkung für Sturm ist unter Vertrag zu nehmen, werden wir am Ende mit der Wiener Austria und dem LASK um den Titel spielen!

    Vorraussetzung ist natürlich, dass es im Winter diesmal zu keinen Abgängen von Leistungsträgern kommt und auch Foda etwas flexibler in der taktischen Ausrichtung wird! Meine Hoffnung diesbezüglich stirbt zuletzt!

    Red Bull Salzburg kommt erstmals in der Geschichte in die Championsleague, begeistert dort, hat aber in der Bundesliga überraschend große Probleme!

    1. Austria Wien

    2. LASK

    3. SK STURM

    4. Rapid Wien

    5. RB Salzburg

    6. SKN St.Pölten

    7. SCR Altach

    8. Mattersburg

    9. FC Admira

    10. Wolfsberger AC

    Bin selber schon gespannt, wie weit Ich damit danebenliege, und freue mich schon sehr auf die neue Saison!

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  2. wayfarer1501 sagt:

    Wenn du das ernst meinst, dann mach ich mir Sorgen

     

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