Denkbar unglücklicher Frühjahrsstart

Der Damen-Wochencheck

Das haben sich die Damen natürlich ganz anders vorgestellt, denn wie Celina Degen und Coach Christian Lang im Interview mit SturmNetz unterstrichen, hat man eine gute Vorbereitung hinter sich und sieht sich als Team bereit, den nächsten Schritt zu machen. Dass bereits die ersten beiden Partien nach der Winterpause gegen die stärkste Elf des Landes gespielt werden mussten, war natürlich nicht von Vorteil, aber wie der Trainer es bereits sagte: „Diese Spiele brauchen wir, damit die Mädels sich stetig verbessern können. Nur mit regelmäßigen Partien auf höchsten Niveau können wir unser Spiel auf den nächsten Level bringen.“

Bitteres Cup-Aus vor eigenem Publikum!

So gilt es nun den ÖFB-Cup abzuhaken. St. Pölten gewann in Graz vor einer relativ gut gefüllten Tribüne in Messendorf nach ungünstigem Spielverlauf aus Sicht der Schwoazen letztendlich verdient mit 4:0 und sorgte dafür, dass der erste Titeltraum leider gleich zum Auftakt platzen musste. Nach einer frühen 1:0-Führung für die Niederösterreicherinnen, in einem Spiel, in dem Sturm auf die Stammkräfte Malle, Kovacs und Topstürmerin Kolb verzichten musste, wurde auch Celina Degen nach einem harten Zusammenstoß an der Seitenlinie behandelt.

Die St. Pöltnerinnen waren zwar Feldüberlegen, jedoch schaffte es Sturm wie schon im Herbst mit Forechecking und schnellem, direkten Passspiel immer wieder, ins letzte Drittel zu gelangen. Just als Degen an der Seitenlinie behandelt wurde, schlug aber St. Pölten vor der Pause noch zu und sorgte für die Vorentscheidung. Unmittelbar danach musste das Nachwuchstalent, das beim letzten Lehrgang erstmals im A-Nationalteam Trainingsluft beim Cyprus Cup schnuppern durfte, auch ausgewechselt werden. Eine ganz bittere Pille, von der sich unsere Damen nicht mehr erholen konnten. Letztendlich machte sich der Klassenunterschied doch bemerkbar und die geringe Kadertiefe unseres Teams konnte die vielen Ausfälle nicht kompensieren. Dank Torfrau Kristler fiel die Niederlage nicht höher aus, Trainer Lang lobte nach dem Spiel zudem Debütantin Paula Roth sowie die Defensiv-Akteurinnen Weilharter und Starchl.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Auch Pech in der Meisterschaft

Dass es dann in der Folgewoche in der Meisterschaft auswärts in St. Pölten nicht besser lief, lag abermals daran, dass einige Spielerinnen nicht fit waren, aber auch, dass St. Pölten im Gegensatz zum Ligaspiel im Herbst, die SK Sturm Damen diesmal von Start weg an nicht unterschätzte und konzentriert die eigene Leistung abrief. Es ist auf jeden Fall dem gesamten BetreuerInnenstab der SK Sturm Damen hoch anzurechnen, dass die St. Pöltnerinnen die Spiele gegen Sturm mittlerweile als Topspiele bezeichnen und sich keinen Raum für Fehler mehr geben. Eine Weiterentwicklung unseres Teams ist in den letzten Jahren auf jeden Fall zu sehen.

Dennoch sind die Strukturen im Frauenfußball noch nicht ausgeglichen genug, um die Dominanz der St. Pöltnerinnen mit der derzeitigen Personaldecke zu brechen, denn auch in der Meisterschaft ist der Titel nach der 1:4-Niederlage nun wohl futsch. Wieder hatte Sturm auch Pech mit Verletzungen, denn Jessica Frieser musste bereits in Minute 22 vom Feld, Paula Roth folgte in Minute 36 und am schmerzhaftesten traf unsere Elf der Ausfall von Yvonne Weilharter kurz vor der Pause. Mit der erst 15-jährigen Katja Dorn und Lisa Felgitscher (19) musste man den Rest der Partie mit zwei Bundesliga-Debütantinnen gegen den Liga-Krösus fertig spielen. Dass es dennoch Chancen gab, zwischenzeitlich sogar auf 2:2 auszugleichen, spricht für die Arbeit der Sturm Damen während der Winterpause.

Es gilt nun die angespannte Personalsituation, die sich nach den beiden Aufeinandertreffen nicht gebessert hat, sondern aufgrund der Verletzung von Yvonne Weilharter sogar noch schlimmer wurde, zu kompensieren und trotz alledem die wichtigen Schritte in Richtung Vize-Meistertitel zu machen. Neue Talente werden vielleicht ihre Chancen bekommen, das Team wird zusammenrücken und das Bestmögliche auf den Platz bringen. Trainer Chris Lang gab im Interview mit SturmNetz bereits im Februar die Marschrichtung vor: „Wir schauen immer nach oben, denn sobald wir uns nach unten orientieren, können wir uns nicht mehr verbessern.“

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Ausblick: Wieder in die Spur finden!

Gegen den FFC Vorderland werden unsere Damen erstmals wieder defensiver agieren müssen, da viele der starken Offensiv-Akteurinnen ausfallen. Es gilt, aus der Not eine Tugend zu machen und mit den jungen, hungrigen Spielerinnen alles in die Waagschale zu werfen! Mit zwei Punkten Vorsprung auf USC Landhaus/Austria Wien, würde unserem Team bereits ein Punkt reichen, um zumindest vor den Wienerinnen zu bleiben und weiterhin alles in der eigenen Hand zu haben, damit, sobald die Verletztenliste sich lichtet, nach der Länderspielpause wieder angegriffen werden kann.

Abgesehen vom Sportlichen muss man auch hervorheben, dass die „Freundinnen der SK Sturm Damen“ Werbung in eigener Sache gemacht haben und dass alle Schwoazen Supporter und Supporterinnen angehalten sind, unser Team zu unterstützen. Nicht nur durch Spendenbeiträge und Mitgliedschaften ist dies möglich, sondern auch, indem man Beiträge in sozialen Medien liked und teilt, zu Spielen geht und dem Frauenfußball jene Aufmerksamkeit schenkt, die ihm schon lange zustehen sollte. Gemeinsam können unsere Damen noch immer ihre beste Saison aller Zeiten spielen und zumindest den Vize-Meistertitel holen. In diesem Sinne: Auf die Schwoazen!

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