Den Gong überhört

Spielbericht: SCR Altach vs. SK Sturm Graz

Schöner hätte das Wetter in Vorarlberg, genauer gesagt in Altach gar nicht sein können. Sonne, milde Temperaturen und das im Februar. Von den Wettergöttern wurde er also begünstigt, der lange erwartete Auftakt zur Frühjahrssaison. Weniger gut gelaunt dürfte aber Fortuna gewesen sein, zumindest schien sie dem SK Sturm in der Anfangsphase der Partie ordentlich zu grollen, denn der Linienrichter – vielleicht gerade anderweitig beschäftigt, oder von der angenehmen Sonne geblendet – übersah ein deutliches Abseits von Emanuel Schreiner, das zu geben gewesen wäre. In dieser Situation kam es aber nicht direkt zu dem irregulären 1:0 für die Hausherren, sondern beim anschließenden Elfer. Christian Klem wurde ein Handspiel angelastet. Strittige Situation, Hilfsausdruck! Jedenfalls verwertete Martin Harrer den Strafstoß (4. Minute)  zur frühzeitigen Führung und das, obwohl Michael Esser, Träger der Kapitänsschleifenoch am Ball dran war. 4414 Besucherinnen und Besucher (abzüglich des schwarz-weißen Anhangs vor Ort) feierten den ersten Führungstreffer gegen die Grazer seit recht langer Zeit.
Wer allerdings mit einer „Jetzt-erst-recht-Reaktion“ der Schwarz-Weißen gerechnet hatte, wurde vorerst bitter enttäuscht. Sturm kam zumindest eine halbe Stunde lang nicht ins Spiel und sah sich gezwungen, den Altachern das Feld weitläufig zu überlassen. Letztere wussten damit durchaus gut umzugehen – immer wieder kamen sie gefährlich nach vorne und konnten die Gäste unter Druck setzen. Ein Eckball in der 10. Minute brachte den Altachern den zweiten Treffer – sehenswert erhöhte Lucas Galvão nach dem Flankenball von Harrer zum 2:0.

Sturm schien gelähmt zu sein, kaum Gegenwehr, kaum offensive Ideen und Fehlpässe en Masse. Im Gegenteil: Lange Zeit waren die Altacher dem 3:0 sehr viel näher, als Sturm dem Anschlusstreffer. Einige gute Angriffe und Chancen endeten aber in der Grazer Defensive, spätestens bei Schlussmann Esser.

Traumtor

Dann aber ließ Marko Stankovic zumindest wieder zarte Hoffnungen aufkeimen. Aus der Drehung zirkelte er den Ball von der Strafraumgrenze unhaltbar für Andreas Lukse in das Kreuzeck – 1:2. Zuvor schon konnten die Grazer zumindest einmal am Tor der Gastgeber anklopfen – ein Schuss von Daniel Offenbacher fiel aber zu schwach aus, um wirklich gefährlich zu sein. Sturm konnte endlich anschreiben und mit diesem Treffer, schien auch der Geist des Fußballs in das Mark der Sturmkicker zu fahren. Wenig später prüfte Bright Edomwonyi den Altacher Keeper mit einem recht starken Schuss. Kurz vor der Pause war Sturm also im Spiel angekommen. Der Aufschwung dauerte vorerst allerdings nicht lange. Nach einer Minute Nachspielzeit schickte der Schiedsrichter die Mannschaften zur Pausenansprache.

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Die zweite Halbzeit begann mit einer Chance für die Vorarlberger, Harrer köpfelte das Leder nach guter Flanke von Schreiner aber über das Tor der Steirer. Danach verebbten die Offensivbemühungen allerdings etwas. Keine der beiden Mannschaften konnte den Ball lange in den eigenen Reihen halten, zaghafte Angriffsversuche, die meist früh endeten, stellten über einige Zeit die Highlights des Spiels. Sturm schien allerdings, im Gegensatz zu Halbzeit eins, im zweiten Durchgang schon von Anpfiff weg im Spiel zu sein. Langsam aber doch versuchten dann die Altacher das Heft wieder in die Hand zu nehmen, wenn auch nichts Zählbares dabei zustande kam. Daran zu ändern vermochten die neu ins Spiel gekommenen Sascha Horvath (für Sandi Lovric) und Roman Kienast (für Christian Klem) zunächst wenig. Einzig und allein wirklich auffällig wurde Edomwonyi in der 62. Minute – nach schönem Pass aus dem Mittelfeld nahm er sich den Ball gut in den gegnerischen Strafraum mit, legte sich den Ball aber zu weit vor, so dass er sein Heil in einer Schwalbe suchte, die der Unparteiische aber durchschaute und gleich bestärkt durch Applaus des Publikums mit Gelb ahndete.

Der Weg zum Ausgleich

Sturm suchte nun zumindest immer öfter den Weg nach vorne, während sich die Gegner zusehends in die Defensive zurückzogen. Wahrlich Nennenswertes ereignete sich erst in Minute 78: Der frisch eingewechselte Andreas Gruber (für Stankovic gekommen) setzte per Querpass Thorsten Schick gut in Szene. Dieser scheiterte aber an Lukse. Wenig später vergab er volley eine weitere gute Chance. Das – vorweg erfolgreiche – Bemühen um den Ausgleich durfte man Sturm in der Endphase des Spiels auf keinen Fall absprechen, denn immer wieder versuchte man das Abwehrbollwerk der Vorarlberger auszuspielen, blieb dabei aber zuerst noch erfolglos. Dann aber kam die 93. Minute: Kienast drang in den gegnerischen Strafraum vor, spielte ab auf Schick, der schließlich die gegnerische Defensive mit einem Haken aussteigen ließ und tatsächlich zum mittlerweile doch verdienten 2:2 traf. Damit rettet er Sturm vor einer Auftaktniederlage, die der so wichtigen Cup-Partie am kommenden Mittwoch sicher nicht zuträglich gewesen wäre. Die Leistung in der ersten halben Stunde der Partie muss Mannschaft und Trainer allerdings zu denken geben. Auch wenn die frühe Führung der Altacher irregulär war, lag das schlechte Abschneiden in Halbzeit eins daran, dass Sturm kaum ins Spiel fand, die Schwarz-Weißen verschliefen die Partie und gaben somit jegliche Chancen auf ein besseres Ergebnis aus der Hand. Zu Buche stehen allerdings zwei sehenswerte Tore von Marko Stankovic und Thorsten Schick, die wohl in den Augen jedes Sturmfans nach Wiederholung verlangen – am besten gleich am kommenden Mittwoch.

Auf Sturm wartet das Achtelfinale des ÖFB-Cups und mit RB Salzburg ein Angstgegner, den es im Kampf um einen internationalen Startplatz zu bezwingen gilt. SturmNetz wird selbstverständlich auch live dabei sein und direkt aus dem Stadion berichten.

 

Stimmen zum Spiel

Gerhard Goldbrich:

 

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8 Kommentare

  1. Aero Aero sagt:

    GG3

    Seit wann impliziert dominieren auch offensives Spiel?

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  2. Nimrod sagt:

    Ich muss sagen, ich war positiv überrascht heute. Klar, die ersten 30′ waren mehr oder minder zum vergessen, aber danach lief es besser als erwartet. Kommt es nur mir so vor, oder geht Hadzic gar nicht wirklich ab. Wer wirklich abgeht ist natürlich Madl. Das 2:0 war eindeutig ein Abwehrfehler.

    Dafür hat das Team nach dem 2:0 Moral gezeigt und wäre der Elfer auf der richtigen Seite gegeben worden, hätte die Sache schon ganz anders ausgesehen…

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  3. Schwoaz wie die Nocht sagt:

    Fand das Spiel nicht schlecht. Wir konnten uns nach einem 2:0 zurück kämpfen.

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  4. Toastbrothauer Toastbrothauer sagt:

    Kann mir jemand berichten, wie Sandi Lovric so gespielt hat?
    Habe nur die Highlights gesehen, und der Assist zum 1:2 war sehr stark! 🙂

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  5. ljnight2 sagt:

    Lovric war unauffälig mit glanzlichter..
    Denke das nach dem abgang von hadzic mit ihn wirklich sehr gut ersetzt wurde..
    Mit 17 auch potential nach oben!
    Kurz vor seiner auswechslung hat er nach einer ecke von sturm einen spieler von altach im konter geblockt und abgeschirmt, was ich von einem 17 jährigen in der bundesliga nicht gewohnt bin, unglaublich!
    Und anschließend wurde er angespielt, hat sich super bis an die straufraum grenze durchgetankt und knapp verzogen..
    Startaufstellung mehr als bestätigt!!!

    2+

  6. ljnight2 sagt:

    Bin awa dennoch der meinung das lovric gemeinsam mit hadzic in einer startaufstellung super funktioniert hätte.

    Nochdazu hätte er mit 17 von ihn lernen können..
    Von einem offenbacher kann man wenig lernen, außer seinem schuss..

    1+

  7. Blacky575 sagt:

    Glanzpartie war es keine. Positiv war natürlich das noch der Ausgleich gelang. Schiri natürlich ganz schwach.

    Die neu formierte Abwehr hat nicht immer gut ausgesehen. Links hinten immer wieder arge Stellungsfehler.

    Lovric mit guten Ansetzen. Immer anspielbar. Müsste sich nur mehr nach vorne trauen. Er gefällt mir besser als Offenbacher und Piesinger. Luft nach oben ist bestimmt, aber wenn er jetzt Einsatzzeit bekommt wird das schon werden.

    Edi mit einer miesen Leistung. Hat seine Stärken halt gegen offensive Teams, da kann er seine Schnelligkeit ausspielen. Gegen tief stehende Gegner völlig wirkungslos.

     

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