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Spielercheck: SK Sturm Graz vs. SV Ried

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der Bundesliga-Begegnung SK Sturm Graz vs. SV Ried sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man Of The Match:

Anastasios Avlonitis – Note 2,01:

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

(c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Kaufoption ziehen! Jetzt! Avlonitis entwickelt sich immer mehr zum absoluten Leistungsträger im Dress des SK Sturm, wenn er jetzt noch Freistöße schießen könnte, dann müsste man seinem Vorgänger wirklich nicht mehr nachtrauern. Tat gegen die Rieder wieder das, was er immer tut: Zweikämpfe gewinnen (14/19) und brauchbare Pässe nach vorne spielen (72,2 % angekommene Pässe in der gegnerischen Hälfte, 85 % insgesamt). Er hatte zwar keine herausragenden Momente, aber dafür sind die Innenverteidiger in der Regel ja auch nicht zuständig. Die Rieder Stürmer hatten nicht den Funken einer Torchance und werden beim Gedanken an den Abwehrchef noch einige unruhige Nächte verbringen. Starke Partie des großen Griechen, das Zusammenspiel mit Spendlhofer funktioniert inzwischen wirklich gut, das Innenverteidigerduo ist derzeit neben dem Torwart das mit Abstand geringste Problem des SK Sturm.

Lukas Spendlhofer – Note 2,10:

Der Innenverteidiger fiel in der ersten Hälfte vorwiegend dadurch auf, dass er bereits in der 2. Spielminute bei einer Unterbrechung zur Trinkflasche griff. In den ersten 45 Minuten musste er nur einen einzigen Zweikampf führen – der ging zwar verloren, das hatte aber keine weitreichenderen Konsequenzen. In der zweiten Hälfte blieb Spendlhofer unauffällig, was bei einem Innenverteidiger ein gutes Zeichen ist. Da gewann er dann auch alle fünf Zweikämpfe, die er bestreiten musste, wenngleich er nicht immer völlig souverän wirkte.

Michael Esser – Note 2,16:

Klassisches Esser-Spiel. Der Kapitän wurde von den Riedern kaum gefordert, falls sich doch ein Ball in seine Richtung verirrt hatte, so war der Keeper souverän da. Seine weiten Auswürfe könnten eine echte Waffe im Konterspiel darstellen, Ried stand nur niemals offensiv genug dafür.

Charalambos Lykogiannis – Note 2,68:

Der griechische Außenverteidiger agierte gegen die Oberösterreicher mit deutlich gehemmtem Offensivdrang. Über das ganze Spiel schlug Lykogiannis keine einzige Flanke. Defensiv ließ Lykogiannis dafür kaum etwas anbrennen, 10 seiner 13 Zweikämpfe konnte er gewinnen. Der Grieche würde wohl von einem fixen Partner auf Links sehr profitieren, sein Zusammenspiel mit Horvath wirkt etwas souveräner als jenes mit Gruber.

Wilson Kamavuaka – Note 2,72:

Wilson Kamavuaka ist ein Spieler mit zwei Gesichtern. In der Innenverteidigung sorgt er für Freudentränen bei gegnerischen Stürmern und Sorgenfalten bei allen Sturmfans, im defensiven Mittelfeld verhält sich dies genau umgekehrt. Defensiv ein Fels in der Brandung (12 von 17 Zweikämpfe gewonnen & viele Bälle abgefangen) spielte er einerseits zwar 21 Fehlpässe bei einer schwachen Passquote von 63 %, andererseits entdeckte er gegen Ende der Partie auch einen gewissen Offensivdrang, einen besseren Pass als jenen über 30 Meter auf Bright Edomwonyi in der 80. Minute hat auch ein Daniel O. nicht gespielt. Beinahe wäre ihm in der Nachspielzeit nach guter Kopfballvorlage auf Kienast noch ein Assist zugesprochen worden.

Bright Edomwonyi – Note 2,95:

Ach Bright, was haben wir alle gehofft, dass dein Torfluch nach den Erfolgen der letzten Wochen nun beendet sei. Der nigerianische Stürmer war sicherlich einer der besten Sturm-Kicker am Platz, besonders auffällig war sein unbändiger Wille. Kein Ball wurde von ihm jemals verloren gegeben, kein langer Pass war aussichtslos genug, um ihm nicht nachzulaufen. Immer wieder war auch zu beobachten, wie er im Zweikampf seinen Körper geschickt einsetzt, um sich etwas mehr Platz zu verschaffen oder schon verloren geglaubte Bälle wieder zu erobern. Dadurch kann er sich auch eigenständig Chancen erarbeiten und ist nicht völlig von der Mannschaft abhängig, wie es Roman Kienast ist. Bei einem Schuss fehlten nur Zentimeter, einmal hat Gebauer stark pariert, andererseits blitzte teilweise auch der „alte“ Edomwonyi auf wie bei seinem Schuss in der 80. Minute, der dann doch sehr deutlich über das Tor ging. Nichtsdestotrotz merkt man bei ihm in den letzten Wochen einen deutlichen Leistungssprung, seine Körpersprache hat sich definitiv zum Positiven verändert, das Selbstvertrauen ist jetzt da. Der Stürmer hat mit insgesamt 4 auch die meisten Torschüsse aller Spieler auf dem Feld abgegeben und rechtfertigt in dieser Form seinen Vorzug gegenüber Roman Kienast jede Woche aufs Neue.

Tanju Kayhan – Note 3,07:

Good Things first: Tanju Kayhan war am Samstag gegen die SV Ried wirklich nicht schlecht. In den letzten Wochen ist das für einen Grazer Rechtsverteidiger durchaus nicht selbstverständlich. Nur: Gut war das gezeigte eben auch nicht. Eine negative Zweikampfquote (6/13) und solide 0 Flanken in den 90 Minuten sind nicht gerade Argumente, die für Kayhan als Langzeitlösung rechts hinten sprechen. Gibt es bei den Amateuren wirklich niemanden, der mit Kayhan, Potzmann und Ehrenreich mithalten kann? Und was muss sich Naim Sharifi dabei eigentlich denken?

Donis Avdijaj – Note 3,30:

In einem seiner letzten Auftritte im Dress des SK Sturm zeigte Avdijaj ein Spiel, das den Abschiedsschmerz doch reduzieren sollte. Der Deutsch-Albaner zeigte sich zweifellos sehr bemüht, man sah ihm den Willen an, doch leider kam dabei kaum etwas heraus. Die Topchance des Spiels geht auf sein Konto, doch leider hat Thomas Gebauer am Samstag einen seiner besten Tage erwischt. Sowohl die Pass- als auch die Zweikampfquote sind ausbaufähig, andererseits hat er immerhin zwei Torschussvorlagen abgegeben. Gemessen an seinem zweifellos vorhandenen Talent und Können war das leider eine sehr schwache Leistung, Avdijaj konnte sich bis zu seiner Auswechslung gegen Roman Kienast kaum in Szene setzen. Den Scout von Arminia Bielefeld, der zu seiner Beobachtung im Stadion war, wird diese Vorstellung wohl eher nicht beeindrucken, mit solchen Spielen hat Avdijaj auch keine Berechtigung auf einen Platz in der 2. Bundesliga.

Daniel Offenbacher – Note 3,69:

Der Scheiflinger präsentierte sich gegenüber dem indiskutablen Auftritt gegen Rapid deutlich verbessert. Wobei er auch deutlich besser gespielt hätte, wenn er mit Schnupfen im Bett liegen würde. Der Held der Quer- und Diagonalpässe diagonalpasste auch diesen Samstag wieder munter vor sich hin. 67 Ballkontakte und eine Passquote von 75,8 % in des Gegners Hälfte kann sich durchaus sehen lassen, vorwiegend waren dies aber nur vertikale Bälle, in die Tiefe kam nicht wahnsinnig viel von ihm. Der Eckballdoppelpass mit Thorsten Schick wäre eine gute Idee gewesen, besonders da man um die Qualität der direkt getretenen Ecken von Offenbacher Bescheid weiß. Ein Zuckerpass auf Donis Avdijaj steht zu Buche, das hätte durchaus auch als Assist gelten können, hätte Thomas Gebauer nicht so stark pariert. Offenbacher wurde in der 77. Minute für Kristijan Dobras ausgewechselt, dem Spiel war’s relativ egal.

Andreas Gruber – Note 4,06:

Die Leihe von Marc André Schmerböck läuft mit Ende der Saison aus – das ist auch schon das beste, was man derzeit über die Problemzone Linksaußen sagen kann. Gruber hatte gestern nicht nur die wenigsten Ballkontakte aller Spieler in der Startelf (27, 6 weniger als Esser) sondern auch eine schwache Passquote (56,25 %, in der gegnerischen Hälfte überhaupt nur 30,8 %). Sein Distanzschuss nach ca. 30 Minuten war der erste Torabschluss der Grazer, blieb aber für ihn persönlich auch das einzig Berichtenswerte. Der junge Steirer war kaum in das Spiel eingebunden, sondern wartete nur im letzten Drittel des Feldes auf die Bälle – ein durchaus legitimes Verhalten, so er die Bälle denn halten und verarbeiten könnte. In seinem 50. Bundesligaspiel zeigte er immer noch eine gewisse Nervösität und Hektik, die ihm bei der einen oder anderen Aktion merkbar im Wege stand, man fragt sich, wie lange der Jungspielerbonus für ihn noch gilt. In der 60. Minute wurde er für Sascha Horvath ausgewechselt.

Thorsten Schick – Note 4,43:

Thorsten Schick wird in der kommenden Woche nach den Trainings wohl noch ein paar Stunden dranhängen, in denen er Bälle in Richtung Tor schießen wird. Zweimal kam der Rechtsaußen an der Strafraumgrenze nach schönen Anspielen von Kienast bzw. Dobras zum Schuss, nie musste sich Gebauer auch nur bewegen. Beide Bälle flogen eher in Richtung Eckfahne als zur Torlinie. Schade darum, andererseits ist seine chronische Abschlussschwäche nichts, das den geneigten Sturmfan wirklich noch überraschen kann. Die kollektive Unform aller Rechtsverteidiger trägt sicher auch zu einer schwächeren Leistung des Rechtsaußen bei, diese beiden verzogenen Schüsse waren nämlich auch schon wieder alles an zählbaren Offensivaktionen, Torschussvorlagen sind ebenso wie Flanken keine zu vermelden, dafür zahlreiche unnötige Ballverluste, egal ob ein Gegenspieler in der Nähe war oder nicht. Der Thorsten Schick der Saison 2014/15 sollte sich bei Gelegenheit bitte in Graz-Liebenau melden, er wird dringend gebraucht!

Einwechslungen:

Sascha Horvath – Note 2,79:

Mit dem kleinen, quirligen Horvath auf Rechts kam nach seinem Wechsel in Minute 60 einiges an Bewegung ins Spiel. Zwar war er an keinem einzigen Torschuss beteiligt, dennoch war er für die Grazer gestern wichtig. Horvath legte das Spiel völlig anders als Gruber an, er holte sich immer wieder die Bälle schon von der Abwehr ab und beteiligte sich am Aufbauspiel, anstatt nur vorne auf die langen Pässe zu warten. Auch einige abgefangene Bälle aus dem Rieder „Aufbauspiel“ gehen auf sein Konto, die daraus resultierenden Konter endeten aber leider zu oft wieder bei ihm, da er von fünf Zweikämpfen keinen einzigen für sich entscheiden konnte. Dies trägt dazu bei, dass er auf dem Flügel etwas „verschenkt“ und in der Zentrale generell souveräner wirkt. Nichtsdestotrotz eine sehr engagierte Leistung, es ist zu erwarten, dass Horvath nächste Woche wieder von Beginn an spielt.

Kristijan Dobras – Note 3,24:

Wurde in der 77. Minute für Daniel Offenbacher eingewechselt und brachte in den restlichen Minuten neben elf Ballkontakten und einer Passquote von 100 % (7/7) ordentlich frischen Wind, Spielfreude und Dynamik in das Offensivspiel der Grazer. Ihm war anzusehen, dass er spät aber doch seine Verplichtung noch rechtfertigen und um einen Platz in der ersten Elf kämpfen möchte. Spielte eine Top-Vorarbeit auf Thorsten Schick, über den Rest dieser Aktion soll der Mantel des Schweigens gehüllt werden.

Roman Kienast – Note 4,02:

Kienast ist ein Stürmertyp, der eingewechselt wird, wenn jemand gebraucht wird, der vorne die Bälle hält und der Mannschaft Zeit gibt, nachzurücken. Unglücklicherweise hat er am Samstag keinen einzigen Zweikampf gewonnen, kaum Bälle gehalten und in der Nachspielzeit bei der Kopfballchance in Thomas Gebauer seinen Meister gefunden.

Das SturmNetz.at – Team bedankt sich für 315 eingegangene Bewertungen und widmet Tasos Avlonitis diesen Song:

2 Kommentare

  1. Nock-74 sagt:

    Wart ja nur darauf bis wieder das nächste Interview mitn Franco kommt in welchem er erwähnt wieviele Torchancen doch herausgespielt wurden! Kanns nicht mehr hören, oder gibt es vielleicht Extrapunkte für die meisten Chancen? Wir haben seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr gegen Ried verloren zu Hause, warum, in Gottes Namen, fange ich dann nicht einmal mit zwei Stürmern an? Vielleicht kanns mir jemand erklären. Man hat doch gewusst, dass die Austria gegen Salzburg spielt und die Chance wieder groß ist ihnen bis auf zwei Punkte nahe zu kommen. Die Vermutung liegt nahe, dass sich auch dann mit Alar nichts daran ändern wird. Und bzgl. Chancen nochmal, ich glaube bei einer prozentuellen Auswertung der Chancen und erzielten Toren wären wir ganz sicher am hinteren Ende der Tabelle zu finden.

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  2. JulioGeordio JulioGeordio sagt:

    Jede Woche die gleichen Noten, die Abwehr steht relativ gut und sicher aber das Spiel nach vorne ist viel zu harmlos und berechenbar. Der fantastische und unerwartete Erfolg von Leicester City soll ein Vorbild für einen Verein wie Sturm sein. Ohne Stars aber mit Wille, Kampfgeist und Glauben hat ein Abstiegskandidat allen geschlagen. Es zeigt, dass es keinen Grund gibt, warum auch Sturm so etwas nicht erreichen könnte. Aber wir brauchen Spieler die alles geben, nicht 99%, sondern 100%, und leider ist das zur Zeit nicht der Fall. Wir sollen, z.B., in Salzburg mit Mut und Selbstvertrauen anreisen, und nicht wie Angsthasen wirken. Es mag sein, dass das Budget kleiner ist, aber die ganze Fussballwelt hat nun gesehen, was man trotzdem erreichen kann.

    Ich erwarte deshalb eine wesentliche Leistungssteigerung in 2016/17. Freue mich, dass Günter Kreissl als Sportdirektor angefangen hat und wünsche ihm viel Erfolg.

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