David gegen Goliath

Spielvorschau: SK Sturm Graz vs. SV Innsbruck

Freitagabend steht für die Schwarz-Weißen das erste Pflichtspiel der neuen Saison an. In der ersten Runde des ÖFB-Cups empfängt man den ältesten Verein Westösterreichs – den SV Innsbruck. Für die Tiroler, die bereits drei Meisterschaftsspiele in der Tirol-Liga in den Beinen haben, stellt das Aufeinandertreffen mit dem steirischen Bundesligisten das absolute Saisonhighlight dar. “Wir freuen uns natürlich sehr über dieses Los, weil wir von allen Tiroler Vereinen das attraktivste gezogen haben“, meinte Präsident Gerhard Grosch im Vorfeld der Begegnung. Auch wenn die Favoritenrolle vor diesem Spiel klar den Grazern zuzusprechen ist und man von einem klassischen David-gegen-Goliath-Duell sprechen kann, sollte das Team von Coach Christian Ilzer trotzdem gewarnt sein – nicht umsonst sagte Trainerlegende Otto Rehhagel einst: „Der Pokal hat seine eigenen Gesetze.“

Der Pokal ist auch dieses Jahr wieder Objekt der Begierde. © Martin Hirtenfellner Fotografie

Der Gegner

Nach der Auslosung der ersten Cup-Runde mussten viele Blackys verwundert feststellen, dass Innsbruck nicht nur einen Stadtverein hat. Neben Wacker Innsbruck gibt es unter anderem auch noch den Sportverein Innsbruck, welcher 1905 gegründet wurde und so als ältester Fußballverein Westösterreichs gilt. Die größten Erfolge fuhren die Tiroler in den 80er-Jahren ein. Nach der Fusion mit dem Innsbrucker Sportklub und dem ESV Austria Innsbruck stieg man von der Alpenliga (damalige dritte Liga für Vereine aus Tirol und Salzburg) in die 2. Division der Bundesliga auf. Im ersten Jahr der Zweitklassigkeit errang man eindrucksvoll den dritten Platz. Mit dem Ziel „Aufstieg“ vor Augen investierte man im Sommer 1980 in den Kader und verpflichtete namhafte Spieler, wie etwa Dietmar Constantini. Nachdem das große Ziel dann aber klar verfehlt wurde, kam es im Jahr 1982 zur Auflösung der Spielgemeinschaft und zum Zerfall in die einzelnen Trägervereine. Beim SV Innsbruck entschied man sich für einen kompletten Neubeginn und startete in der darauffolgenden Saison in der 1. Klasse West. In den Jahren darauf gelang dem Sportverein der Ligadurchmarsch bis zur Tirol-Liga (vergleichbar mit der steirischen Landesliga). Bis auf ein kurzes Intermezzo in der Landesliga West hält sich der Sportverein in den letzten Jahren konstant in der zweithöchsten Tiroler Spielklasse. In der aktuellen Saison befinden sich die Innsbrucker nach bisher drei gespielten Runden auf Platz elf der Tabelle. Am letzten Spieltag konnte die Mannschaft von Trainer Martin Hofbauer sogar für eine Überraschung sorgen, als der Tabellenführer FC Natters mit 3:2 besiegt wurde. „Wir haben drei Spiele hinter uns, die relativ gut gelaufen sind und freuen uns, dass es nach dieser schwierigen Zeit wieder so richtig losgeht“, sprach der Obmann der Innbrucker im Hinblick auf die Partie.

Neo-Trainer Ilzer vor Pflichtspielpremiere

Nach vier Wochen intensiver Vorbereitung steht nun das erste Pflichtspiel für Sturm unter der Leitung von Christian Ilzer an. „Ich freue mich, dass in diesem schönen Stadion meine Zeit als Sturm-Trainer jetzt so richtig losgeht“, gab der Trainer bei der Pressekonferenz Einblick in seine Gefühlswelt. Neben zufriedenstellenden Ergebnissen in den Testspielen (2 Siege, 1 Unentschieden, 1 Niederlage) zeigte sich die Mannschaft in der Vorbereitung vor allem im Spiel nach vorne verbessert – auch wenn oft noch die vielzitierte Durchschlagskraft fehlte. Grundsätzlich sollen zwei Spitzen und eine Raute im Mittelfeld für genügend Druck nach vorne sorgen. Auch wenn die erste Cup-Runde traditionell noch in die Kategorie „Vorbereitungsmatch“ fällt, sollten die Blackys Vorsicht walten lassen – zu oft wurde der Favorit im Cup vom Underdog schon eliminiert. Die Generalprobe vergangenen Samstag gegen Lafnitz ist auf jeden Fall geglückt und sollte noch einmal für Selbstvertrauen gesorgt haben. Die Tatsache, dass der Gegner bereits drei Meisterschaftsrunden in den Beinen hat, darf für Christian Ilzer zu keiner Ausrede werden. „Ich erwarte mir einen sehr fokussierten Auftritt, ein souveränes Spiel und einen klaren Sieg.“ Erfreuliches gibt es für den Coach und die Mannschaft in Sachen Fans: Zumindest ein Teil der schwarz-weißen Aficionados darf morgen wieder das Stadion besuchen, um die Blackys anzufeuern.

Christian Ilzer steht vor seiner Pflichtspielpremiere als Sturm-Trainer © Martin Hirtenfellner Fotografie

Personalsituation

Gleich drei Spieler, mit denen Ilzer wohl von Beginn an geplant hätte, fallen für das Cup-Spiel aus. Youngster Vincent Trummer zog sich im letzten Test gegen Lafnitz einen Kreuzbandriss zu und sowohl Philipp Huspek als auch Otar Kiteishvili sind aufgrund eines positiven Corona-Tests nicht mit an Bord. Bei der Pressekonferenz ließ sich Ilzer noch nicht in die Karten blicken, welche Spieler das fehlende Trio ersetzen werden. Gut möglich ist, dass Amadou Dante vom linken Flügel eine Position zurückrückt und Trummer links hinten ersetzt. Demnach könnte Jakob Jantscher die linke Flügelposition bekleiden und die offensive zentrale Position in der Raute könnte von einem der Jungblackys eingenommen werden. An der Stelle von Huspek dürfte wohl Kevin Friesenbichler die Chance erhalten, seine Torgefahr unter Beweis zu stellen. Mattersburg Neuzugang Andreas Kuen wird wohl noch kein Thema für die erste Elf sein, da er nach überstandener Verletzung erst seit kurzem im Mannschaftstraining steht.

Amadou Dante dürfte gegen Innsbruck den linken Außenverteidiger geben. © Martin Hirtenfellner Fotografie

Spieldaten

ÖFB-Cup, Runde 1, Freitag, 28. August, 20:30, Stadion Liebenau

Schiedsrichter: Rene Eisner

Mögliche Aufstellung: Siebenhandl; Ingolitsch, Gorenc-Stankovic, Geyrhofer, Dante; Hierländer, Ljubic, Shabanhaxhaj, Jantscher; Balaj, Friesenbichler

Ersatz: Schützenauer, Wüthrich, Jäger, Koch, Zettl, Amoah, Kuen,

Es fehlen: Trummer, Huspek, Kiteishvili

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2 Kommentare

  1. schwoaza Peter sagt:

    Böses Corona, immer auf die kleinen 😉

    ois für die schwoazn

    swg

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  2. Lazarus sagt:

    Habe mir gerade auf ÖFB TV Auschnitte vom Cup-Finale Salzburg gegen Sturm 2018 angesehen, mir stellts noch immer die Haare auf wenn ich das sehe, würde mich sehr wünschen wieder so eine Kämpfend und Spielerisch tolle Sturm Mannschaft zu sehen. Nicht zu vergessen die Stimmung damals im Stadion einfach unvergesslich, hoffentlich kommt das alles bald wieder.mfg

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