Das Mittelfeld

Wintercheck 21/22 Teil 3/4

Aufgeteilt auf vier Ausgaben werden wir euch in den nächsten Tagen ein kleines Zwischenfazit über jeden in der Herbstsaison eingesetzten Sturm-Spieler liefern. Es fließen die durchschnittlichen Noten eurer Bewertungen, diverse Spieldaten und Statistiken, sowie unsere subjektive Meinung mit ein.

© Martin Hirtenfellner – Fotografie

Otar Kiteishvili (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,11 )

Der 25-jährige Georgier ist das Um- und Auf in der Offensive der Grazer und einer der absoluten Schlüsselspieler. Umso bitterer, dass Kiteishvili die Hälfte der Herbstsaison aufgrund eines Syndesmoseeinrisses verpasst hat. Die Wichtigkeit des Spielmachers ist unbestritten, fast alle Offensivaktionen liefen über ihn und mit seinen Dribblings und Tempovorstößen konnte er in diesem Herbst zur Genüge für Gefahr nach vorne sorgen. Der Georgier brachte es in 14 Pflichtspielen auf 980 Einsatzminuten und gehörte mit vier erzielten und vorbereiteten Toren zu den besten Scorern seines Teams. Sturms 10er war es auch, der im Europa League Playoff gegen NS Mura maßgeblich am Aufstieg beteiligt war und mit zwei Toren und einem Assist Sturm in die Gruppenphase brachte. Kiteishvili hat noch bis Sommer 2024 Vertrag in Graz. Sollte er in der Rückrunde in topfittem Zustand überzeugende Leistungen bringen und mit der Mannschaft in eine weitere internationale Gruppenphase einziehen, bleibt abzuwarten, ob er diesen erfüllen wird. Gut zu wissen, dass Kiteishvili pünktlich zum Trainingsstart wieder fit wird, einen Spieler wie ihn in der Mannschaft zu haben, ist immens wichtig.

Jon Gorenc-Stankovic (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,28)

Der Slowene ist laut Marktwert der teuerste Spieler im Mittelfeld der Grazer und nahm die gesamte Herbstsaison über eine zentrale Rolle in der Formation von Cheftrainer Christian Ilzer ein. Stankovic agierte meist als 6er vor der Abwehr und war als einer der ersten Akteure in das Aufbauspiel der Grazer eingebunden. Seine enorme Kopfballstärke machten ihn nicht nur bei Standardsituationen gefährlich, sondern auch im Zweikampfverhalten zu einer wichtigen Stütze der Mannschaft. Sturms Nummer 4 absolvierte bewerbsübergreifend 28 Pflichtspiele und kam dabei auf 2.309 Einsatzminuten. Dabei wurde er zweimal eingewechselt und musste einmal kurz vor Spielende mit Gelb-rot vom Platz. Besonders in Erinnerung bleiben wird den Sturm-Fans vor allem der erste Europa League-Treffer im Heimspiel gegen PSV Eindhoven vor ausverkauftem Haus. Stankovic erzielte direkt nach der Pause den zwischenzeitlichen Anschlusstreffer zum 1:2 und leitete die vielleicht stärksten Minuten der Grazer in der Gruppenphase ein. Insgesamt konnte der Slowene drei Treffer erzielen und zwei Tore vorbereiten. Stankovic führte die Mannschaft in 12 Partien als Kapitän auf das Spielfeld und zählte in diesem Herbst zu den absoluten Schlüsselspielern. Der Slowene hat seinen Vertrag bis Sommer 2025 verlängert und ist auf dem besten Weg eine Sturm-Legende zu werden. 

Stefan Hierländer (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,32)

Es war eine Saison mit Auf und Abs für den Kapitän der Grazer. Hierländer agierte in der ersten Hälfte der Herbstsaison gewohnt abgeklärt und überzeugte mit den Attributen, die man von Sturms Nummer 25 gewohnt ist. Hierli legte ein unglaubliches Pensum an Laufbereitschaft an den Tag und versuchte in der Europa League immer wieder die jungen Spieler im Kader anzutreiben. Der Mittelfeldspieler aus Villach kam in 17 Pflichtspielen auf 1.445 Einsatzminuten, ehe er sich im Europa League Spiel gegen Real Sociedad eine Meniskusverletzung zuzog und die restliche Herbstaison pausieren musste. Die Verletzung des Kapitäns stellte in der restlichen Herbstsaison einen bitteren Ausfall dar und hatte gemeinsam mit der Verletzung von Kiteishvili zur Folge, dass in den zahlreichen englischen Wochen kaum Rotation für Cheftrainer Christian Ilzer möglich war. Denn obwohl es in der zweiten Hälfte der Europa League Gruppenphase mit den beiden Punktgewinnen gegen Real Sociedad und AS Monaco die beiden Achtungserfolge in der Verletzungszeit von Hierländer gab, hätte die Präsenz des Captains einigen jungen Spielern auch in diesen Spielen gut getan. Gut zu wissen, dass der Kärtner wieder auf dem Weg zurück ist. Seine Laufbereitschaft und sein Kampfgeist sind für diese Mannschaft essenziell und mit einem fitten Stefan Hierländer sind die Aussichten auf Erfolg in der Rückrunde auf jeden Fall wesentlich höher. 

Alexander Prass (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,69)

Der 20-jährige Mittelfeldspieler aus dem Salzburger Nachwuchs, gehörte vor allem in den letzten Spielen der Herbstsaison zu den Stammspielern und bearbeitete die linke Seite in der Ilzer-Raute mit jeder Menge Laufbereitschaft und Kampfgeist. Alexander Prass ist dabei nicht alles gelungen und oft wirkt der U21-Teamspieler noch zu ungestüm und fehleranfällig. Prass zeigt immer vollen Einsatz und steigerte sich mit Fortdauer der Herbstsaison auch, je mehr Einsätze er bekam, desto stärker wurden seine Leistungen auf dem Platz. Zuletzt zählte der gebürtige Salzburger stets zu den auffälligsten Offensivakteuren und konnte sein großes Potenzial auch immer wieder unter Beweis stellen. Prass kam in 24 Pflichtspielen auf 1.267 Einsatzminuten und konnte dabei vier Torvorlagen beisteuern, auf sein erstes Tor im Dress von Sturm muss er noch warten. Auch in der Europa League stand Prass immer auf dem Platz und durfte sowohl beim 1:1 in San Sebastian, als auch beim 1:1 zu Hause gegen AS Monaco sogar durchspielen. Nach anfänglicher Nervosität steigerte sich Sturms Nummer 8 auch hier mit der Aufgabe und schaffte es das ein oder andere Mal gefährliche Aktionen einzuleiten. Prass ist erst 20 Jahre jung und wird sich vor allem technisch und am Ball noch weiterentwickeln müssen, danach steht einer erfolgreichen Karriere bei Sturm nichts mehr im Weg.

Christoph Lang (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,85)

Der 19-jährige Eigenbauspieler durfte beim ersten Heimspiel der Europa League Gruppenphase für wenige Minuten internationale Fußballluft schnuppern. In allen anderen internationalen Partien stand der Steirer immer im Kader, kam aber nicht mehr zum Einsatz. Insgesamt brachte es Lang auf 8 Pflichtspieleinsätze und stand für 93 Minuten auf dem Platz. Christoph Lang wurde dabei stets eingewechselt und konnte dabei im ÖFB-Cup einen Treffer erzielen. Lang scheint von den Spielern aus dem eigenen Nachwuchs am weitesten zu sein und dürfte wohl auch in Zukunft die ein oder Chance bekommen. Das Talent zum Stammspieler, hat der 19-Jährige auf jeden Fall. 

Ivan Ljubic (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 2,91)

Der 25-jährige defensive Mittelfeldakteur stand in 24 Pflichtspielen auf dem Platz und kam dabei auf 1.283 Einsatzminuten. Ljubic war dabei nicht immer Stammspieler und musste das ein oder andere Mal aufgrund einer veränderten Ausrichtung auf der Bank Platz nehmen. Die Qualitäten des 25-Jährigen sind dennoch unbestritten und einer der Spieler im Kader, die immer wieder für Gefahr und Kreativität im Spiel nach vorne sorgen kann und auch Torgefahr ausstrahlt. Ljubic musste sich im Kampf um die Startelf mit Andreas Kuen und Alexander Prass duellieren und spielte insgesamt eine unauffällige Saison. Dabei konnte er ein Tor erzielen und zwei Treffer vorbereiten und blieb damit hinter seinem Potenzial. Auch wenn Ivan Ljubic keine schlechte Herbstsaison spielte und sich kaum Fehler leistete, wäre noch mehr möglich. Mit der Rückkehr der Verletzten Stefan Hierländer und Otar Kiteishvili, wird die Konkurrenz für den 25-Jährigen noch größer. Die Qualitäten um in dieser Mannschaft Stammspieler zu sein, hätte er auf jeden Fall.

Andreas Kuen (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: 3,09)

Der 26-jährige Tiroler gehörte in der Herbstsaison zu den Stammspielern in der von Ilzer so gern praktizierten Raute. Dabei kam Andreas Kuen in 25 Pflichtspielen zu 1.259 Einsatzminuten und konnte im Zuge seiner Einsätze zwei Tore und zwei Assists beisteuern. Sturms Nummer 19 konnte dabei nicht immer überzeugen und leistete sich auch den ein oder anderen Fehler. Die Rückennummer 19 war stets bemüht für Kreativität und offensive Akzente zu sorgen, was ihm nur teilweise gelungen ist. Der Tiroler fand nicht immer die beste Einbindung in das Spiel und schaffte es auch nicht immer die entscheidenden Impulse zu setzen. Alles in allem war Andreas Kuen einer der auffälligsten Akteure im Offensivspiel der Grazer, versuchte mit Einsatz und Dribblings seine Mitspieler in gute Positionen zu bringen. Trotzdem war es eine Saison mit Hoch- und Tiefpunkten, auf ordentliche Leistungen folgten Spiele in denen Kuen komplett farblos blieb und nichts Zählbares zum Spiel beitragen konnte. Negativer Höhepunkt war die rote Karte in der Partie gegen die Wiener Austria, wo der Tiroler Linksfuß zu spät kam und viel zu ungestüm in den Zweikampf ging. Die Konkurrenz für Kuen ist groß und in der Rückrunde wird es für den Tiroler nach der Rückkehr der rekonvaleszenten Hierländer und Kiteishvili wohl schwerer werden Stammspieler der Mannschaft zu sein. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer, ob es eine Verlängerung geben wird, bleibt abzuwarten. Dass Kuen in Bestform der Mannschaft weiterhelfen kann, ist unbestritten. Vor allem die von Jantscher und Kuen getretenen Standards, sorgten regelmäßig für große Gefahr im gegnerischen Strafraum. 

Philipp Huspek (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: zu kurz eingesetzt)

Die Zeit von Philipp Huspek im Dress von Sturm ist abgelaufen. Der 30-jährige rechte Mittelfeldspieler bekam keine Einsatzzeit und durfte lediglich 17 Minuten im letzten Europa League Spiel gegen AS Monaco einen letzten Auftritt im Sturm-Dress feiern. Der Oberösterreicher war in allen anderen Spielen nicht im Kader und wurde mit dem ein oder anderen Spiel in der Regionalliga Mitte fit gehalten. Ein schönerer Abschied wäre dem Oberösterreicher zu wünschen gewesen, aber in der so erfolgreichen Ilzer-Raute spielt Huspek keine Rolle mehr.

Samuel Stückler (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: zu kurz eingesetzt)

Der 20-jährige Mittelfeldspieler aus dem Grazer Nachwuchs wurde einmal kurz vor Schluss in der Europa League eingewechselt und durfte so für wenige Minuten auf großer Bühne mitwirken. Wie es mit der Zukunft von Stückler in der Kampfmannschaft bleibt abzuwarten, die Konkurrenz im Mittelfeld ist enorm. 

Moritz Wels (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: zu kurz eingesetzt)

Der U-18 Teamspieler ist der jüngste Spieler in der Kampfmannschaft von Sturm und wurde im Sommer von den Amateuren zu den Profis hochgezogen. Wels durfte mit seinen 17 Jahren bei zwei Kurzeinsätzen Europa League Luft schnuppern und wurde beim Cup-Aus gegen Ried in der Schlussphase eingewechselt. Zu mehr Einsätzen für den 17-Jährigen reichte es noch nicht. Über das Talent, dass sich diese Tatsache in Zukunft ändert, verfügt Moritz Wels auf jeden Fall. 

Dardan Shabanhaxhaj (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: zu kurz eingesetzt)

Der 20-jährige Eigenbauspieler kam zweimal im ÖFB-Cup zum Einsatz und stand insgesamt für 74 Spielminuten auf dem Platz. Danach wurde Shabanhaxhaj nach Kapfenberg in die 2. Liga verliehen und konnte dort in 11 Partien vier Tore erzielen und einen Treffer vorbereiten. Ob Dardan eine Zukunft bei Sturm hat bleibt abzuwarten, zu wünschen wäre es ihm aber auf jeden Fall. 

Sandro Schendl (ø-SturmNetz-Leserzeugnisnote: ohne Einsatz)

Der 18-jährige Eigenbauspieler wurde erst Ende November von den Amateuren zur Kampfmannschaft hochgezogen und stand immer hin dreimal im Kader. Zu einem Einsatz reichte es für das Mega-Talent noch nicht, dennoch ist Sandro Schendl ein großes Versprechen für die Zukunft. Sein Vertrag läuft noch bis Sommer 2023 und zumindest der ein oder andere Einsatz sollte für den 18-jährigen rechten Mittelfeldspieler herausschauen. Das Potenzial um in einigen Jahren Stammspieler beim SK Sturm zu werden, hat Sandro auf jeden Fall. 

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