Das Mittelfeld

Saisoncheck 2018/19

Aufgeteilt auf vier wunderbar knackige Ausgaben werden wir euch in den nächsten Tagen ein Fazit über jeden eingesetzten Spieler der Blackys liefern. Hier fließen die durchschnittlichen Noten aus allen Leserzeugnissen, Spieldaten sowie unsere subjektive Meinung mit ein. Wir wünschen viel Spaß!

„Würden die Pforten der Wahrnehmung gereinigt, erschiene den Menschen alles, wie es ist.“

Die Mittelfeldspieler

Otar Kiteishvili: ø-Leserzeugnisnote: 2,34

Spiele: 32

MOTM: 12

Break On Through

Der wieselflinke Georgier schaffte den Durchbruch bei Sturm auf Anhieb und brauchte keine lange Eingewöhnungsphase in Graz. Er funktionierte sofort und brachte die gegnerischen Abwehrreihen häufig in Bedrängnis. Dabei kristallisierte sich jedoch schnell die größte Schwäche Kiteishvilis heraus, nämlich der Abschluss. Zu häufig vergab er große Einschussmöglichkeiten und brachte sich somit um den wohlverdienten Lohn seiner Arbeit auf dem Platz. Häufig war auch ein gewisses Maß an Pech dabei, fehlten doch nur wenige Zentimeter zum Torerfolg. Dabei gilt es jedoch anzumerken, dass viele andere gar nicht erst zu solchen Hochkarätern kommen würden, da sie nicht die technischen Fertigkeiten mitbringen, um einen Gegenspieler so gekonnt zu überspielen, wie „Vili“ es tut. Besonders seine Dribblings, durch die oftmals große Raumgewinne und Tormöglichkeiten geschaffen werden konnten, werden nach dieser Saison in Erinnerung bleiben. Speziell in der Rückrunde agierte der Georgier häufig als Alleinunterhalter in der Grazer Offensive und es schien, als würde man sich nur auf seine Tempoläufe verlassen. Hier finden wir auch gleich eine mögliche Ursache für seine Abschlussprobleme. Denn es wäre verständlich, würde ihm nach so vielen zurückgelegten Metern und ausgedribbelten Gegenspielern schlicht und ergreifend der letzte Funken Konzentration beim Torschuss fehlen. Trotzdem hat es zu vier Torerfolgen und vier Vorlagen gereicht. Eine deutlich offensivere Positionierung als noch unter Roman Mählich wäre wohl um ein Vielfaches zielführender. Kann Kiteishvili auch noch sein letztes Manko beseitigen, so steht einem hohen Transfererlös oder einer glorreichen Zeit in Graz nichts entgegen. Denn einen Spieler mit solch brillanten Anlagen, sieht man in Graz, beziehungsweise in der österreichischen Bundesliga, nur selten.

Juan Domínguez: ø-Leserzeugnisnote: 2,58

Spiele: 12

MOTM: 0

Spanish Caravan

Als Beobachter der Spiele des SK Sturm Graz im Frühjahr wurde einem wahrlich sehr selten warm ums Herz. In der Regel machten sich keine Frühlingsgefühle oder ähnliche Gemütszustände breit. Man wünschte sich südländisches Flair und in den absolut seltensten Fällen vermochte der eine oder andere doch eine warme galizische Brise wahrzunehmen. Gedanken an schöne Sommertage in Portugal oder an der andalusischen Küste schlichen durch den Kopf und wurden von einer biederen Mannschaft zumeist schnell wieder beseitigt. Zu einem großen Teil verantwortlich dafür, dass der geneigte Sturm-Fan überhaupt aus der bitterkalten Realität herausgerissen wurde, zeigt sich ein Mann. Dieser trägt den Namen Juan Dominguez und bezeichnet sich selbst als Mittelfeldorganisator und Spieler, der die Passqualität einer Mannschaft in hohem Maße steigern kann. Dabei hat der Winterneuzugang völlig Recht, zudem brachte er Ruhe und Ordnung in eine oftmals kopflos agierende Sturm-Mannschaft. Dominguez agiert zwar häufig unauffällig, doch bei genauerer Betrachtung erkennt man sofort seinen Stellenwert in der Mannschaft. Nahezu jede seiner Aktionen hat Hand und Fuß. Ankreiden kann man ihm vielleicht fehlende Torgefährlichkeit, denn noch zu selten resultieren aus seinen Pässen gefährliche Einschussmöglichkeiten. Ähnlich wie bei Kiteishvili empfiehlt es sich vielleicht, den Spanier etwas offensiver zu positionieren, vielleicht als eine Art abkippender Achter. Somit könnte das Spiel der Grazer, speziell gegen tiefstehende Gegner, variantenreicher und unberechenbarer werden. Man darf also gespannt sein, welche Reise/n Sturm und Dominguez zukünftig gemeinsam antreten werden. Mögen es noch viele sein!

Stefan Hierländer: ø-Leserzeugnisnote: 2,68

Spiele: 33

MOTM: 1

The Crystal Ship

Der Kapitän des stets vom Sinken bedrohten Schiffs hat seine Rolle in der vergangenen Spielzeit über weitere Strecken zufriedenstellend erfüllt. Besonders sein hohes Laufpensum weiß dabei stets zu gefallen und auch abseits des Platzes vertritt er den SK Sturm würdig. Dabei fiel vor allem gegen Ende der Saison auf, dass der Kärntner sich auf der Außenverteidigerposition in einer Fünferkette beziehungsweise in der Zentrale deutlich wohler fühlt als auf der Außenbahn. Die Frage nach dem Warum ist dabei nicht gerade einfach zu beantworten, doch womöglich liegt es daran, dass die Attribute, welche ihn auszeichnen, besser im Zentrum des Platzes zur Geltung kommen. Dazu zählen sein starkes Positionsspiel, die gute Bewegung zwischen den Linien und die eben schon erwähnte Lauffreudigkeit. Obwohl Hierländer viele Kilometer abspult, ist er nicht der schnellste Spieler bei den Schwarz-Weißen, dies erschwert ihm das Überspielen des Gegners auf der Außenbahn zusätzlich. Auch seine Dribblings und technischen Fähigkeiten sind nicht im oberen Drittel der österreichischen Bundesliga anzusiedeln und somit überrascht es dann nach genauerer Analyse umso weniger, dass er sich auf einer zentraleren Position wohler fühlt. Ein 4-3-3 beispielsweise, in dem er aus der Mitte kommend immer wieder die Möglichkeit hätte, mit dem Außenbahnmittelfeldspieler zu rochieren, wäre beispielsweise ein System, welches dem Kärntner liegen könnte. Alles in allem wieder eine mehr als ordentliche Saison des Kapitäns, der jedoch gegen Ende vermehrt blass blieb und den Partien in der entscheidenden Phase nicht ganz seinen Stempel aufdrücken konnte.

Philipp Huspek: ø-Leserzeugnisnote: 2,78

Spiele: 27

MOTM: 1

Take It As It Comes

Manchmal muss man die Dinge im Leben nehmen, wie sie kommen und Philipp Huspek ist hierfür ein Paradebeispiel. Ohne Murren tändelte er über weite Strecken der Saison zwischen einem Startelfeinsatz, der Bank und der Tribüne hin und her. Dass der Oberösterreicher es dabei trotzdem auf sechs Vorlagen bringt, ist durchaus beachtlich. Huspek, ist einer der wenigen Spieler, die nach einer Einwechslung noch einmal Feuer in die Mannschaft bringen können und ihr ein wenig Leben einhauchen. Über 90 Minuten gelingt es ihm aber leider selten, ein konstant hohes Level zu halten und die positiven Phasen über weite Strecken zu bestätigen. Das mag auch daran liegen, dass er stets ungemein lauf- und pressingfreudig agiert und ihm vielleicht nach Fortdauer der Partie ein wenig die Kraft ausgeht. Hier wäre es vielleicht ein wenig klüger, die Reserven besser einzuteilen. Der Name des Flügelflitzers ist einer, der häufig von Fans gefordert wird, wenn es nicht so gut läuft, dabei vergessen viele, dass seine Qualitäten am besten gegen höherstehende Gegner zur Geltung kommen. Vor allem seine Schnelligkeit und Wendigkeit muss man an dieser Stelle hervorheben. Trotzdem sei erwähnt, dass Huspek oftmals durch technische Unsauberkeiten auffällt und er bei einem ballbesitzorientierten Spiel, wie beispielsweise unter Heiko Vogel, nicht so sehr herausstechen kann. Bei Mählichs Spielanlage sah die Sache schon anders aus, da der Oberösterreicher vor allem im schnellen Umschaltspiel seine Stärken hat. Es ist sehr wichtig, solche Akteure wie ihn in der Mannschaft zu haben, spielt man seine Qualitäten richtig aus, kann er zur Waffe werden. Zusammenfassend kann man sagen, dass Huspek mit seinen Leistungen zweifellos einen Kaderplatz gerechtfertigt hat, ist er in Form, so kann er in der nächsten Saison auch zum Stamm des SK Sturm Graz zählen.

Michael John Lema: ø-Leserzeugnisnote: 2,80

Spiele: 17

MOTM: 0

Moonlight Drive

Nachdem Lema in zwölf Spielen der Regionalliga Mitte 13 Tore gelungen waren, entschied man sich, das Eigengewächs in die erste Mannschaft hochzuziehen und das völlig zurecht. Wenig verwunderlich war es einerseits aufgrund der Konkurrenz und andererseits aufgrund seiner Anlagen, dass er sich schnell einen Stammplatz erspielen konnte. Der 19-Jährige bringt alle Anlagen mit, um ein mehr als solider Außenbahnspieler in der österreichischen Bundesliga zu sein. Beispielsweise verfügt Lema über einen guten Abschluss, starke Technik und ausreichende Schnelligkeit, jedoch muss er körperlich noch zulegen. Vielleicht ist Letzteres auch ein Faktor für seine häufigen Auswechslungen, denn speziell in der zweiten Halbzeit wirkte er einige Male ein wenig kraftlos. Auch in puncto Passqualität gibt es noch Verbesserungspotenzial, aber das ist für einen Spieler in so jungem Alter völlig normal. Lema gelangen in 16 Bundesligaspielen drei Treffer und ein Assist, wobei man besonders das Tor gegen den WAC auswärts erwähnen sollte. Es ist genau diese Kaltschnäuzigkeit vor dem gegnerischen Tor, die dem SK Sturm so häufig abgegangen ist und die den Sturm-Aficionados hoffentlich noch einiges an Freude bereiten wird. Wie steil der Weg des Eigengewächses noch bergauf geht, darf gespannt beobachtet werden, sei es vielleicht sogar ein mögliches Schwimmen bis zum Mond.

Sandi Lovric: ø-Leserzeugnisnote: 2,84

Spiele: 25

MOTM: 2

Soul Kitchen

Was hat man auf Seiten der Fans des SK Sturm Graz nicht alles versucht, um die Karriere Lovrics voranzutreiben. Verschiedene Banner wurden aufgehängt, um Cheftrainer Foda davon zu überzeugen, vermehrt auf den jungen Mann zu setzen, obwohl seine Leistungen häufig zu wünschen übrigließen. Der Deutsche band den U21-Nationalteamspieler dann auch wirklich etwas häufiger in die Startelf ein, doch immer wieder hatte er mit Leistungsschwankungen zu kämpfen – für einen Spieler seines Alters aber auch völlig normal. In der Spielzeit 2018/19 war es dann endlich so weit, Lovric erkämpfte sich nach dem Abgang von Jimmy Jeggo einen Stammplatz im zentralen Mittelfeld und wusste meistens zu überzeugen. Dabei imponierten seine Zweikampfstärke und die Fähigkeit, einen tödlichen Pass spielen zu können. Abspielfehler oder fehlende Torgefährlichkeit verzieh man ihm sehr gerne, da ihm der Bonus des Eigengewächses zu eigen war und viele sich nicht selbst eingestehen wollten, dass das „Jahrhunderttalent“, die in ihn gesteckten Erwartungen nicht zur Gänze erfüllen kann. Trotzdem schien es so, als würde das „Projekt“ Lovric nun endlich halbwegs funktionieren und er doch noch zu einer gefestigten Größe im Kader heranreifen. Umso verwunderlicher war es dann, als klar wurde, dass der Spieler seinen im Sommer auslaufenden Vertrag in Graz nicht verlängern möchte. Sturm sei längst nicht der erste Ansprechpartner und auf Seiten des Vereins fühlte man sich ein wenig vor den Kopf gestoßen. „Das Gehirn scheint zerschlagen vom Staunen, noch ein Ort, wo ich hingehen kann.“ Treffender als dieses Zitat, kann man die Situation wohl nicht beschreiben. Leidet Lovric an mangelnder Selbsteinschätzung oder steckt wirklich so viel unerkanntes Potenzial in ihm? Die Antwort auf diese Frage liegt in der Zukunft, doch es steht fest, dass dieser Abgang vor allem auf mentaler Ebene sehr schmerzt und die Mechanismen des Fußballgeschäftes einmal mehr zu hinterfragen sind.

Ivan Ljubic: ø-Leserzeugnisnote: 3,03

Spiele: 15

MOTM: 0

I Looked At You

Sturm Graz hatte Ivan Ljubic schon recht lange beobachtet, zumeist aus sicherer Entfernung, aber trotzdem verbanden sich die beiden einander (vertraglich) bis vor ein paar Monaten nie. Nachdem dieses gegenseitige „Schöne-Augen-Machen“ im vergangenen Winter aber doch beendet wurde, stieß der U21-Nationalteamspieler nun endlich zu den Schwarz-Weißen und brauchte nicht wirklich lange, um sich in die Mannschaft zu integrieren. An seine starken Leistungen aus Hartberg konnte Ljubic aber nur teilweise anknüpfen, aufgrund des Drucks und der neuen Mannschaft auch verständlich. Dem Neuzugang gelingt es, solide Partien abzuliefern, doch Licht und Schatten wechseln sich häufig ab, so wie bei vielen Akteuren des SK Sturm Graz. Für seine erste Halbsaison war das aber keineswegs eine schlechte Vorstellung und das Potenzial ist zweifellos erkennbar. Arbeiten muss Ljubic aber auf jeden Fall noch an seiner Torgefährlichkeit, jedoch ist er ohnehin besser auf der Sechs aufgehoben, als auf der Acht. Somit könnte ein Mittelfeld bestehend aus Ljubic auf der Sechs, gemeinsam mit Dominguez, der zwischen der Sechs und der Acht pendelt, und einem Kiteishvili auf der Zehn eine echte Waffe werden. Denn der 22-Jährige bringt die nötige Zweikampfstärke, das Stellungsspiel und die technischen Voraussetzungen mit, um auf dieser Position bestehen zu können. Ljubic wird speziell in der nächsten Saison noch genauer beäugt werden, denn nach zwei vollen Vorbereitungen und einem hohen Maß an Eingespieltheit mit der Mannschaft wird man genauer sagen können, ob seine Qualität ausreichend ist.

Jakob Jantscher: ø-Leserzeugnisnote: 3,16

Spiele: 14

MOTM: 1

When The Music´s Over

Wenn am Fußballplatz die ersten Fangesänge ertönen, dann ist das wie Musik. Das Klopfen der Trommel bestimmt den Takt des Klatschens und die Stimmen der Leute vereinen sich zu einer unaufhaltsamen Einheit. Eine treibende Kraft sozusagen. Die Atmosphäre im Stadion macht einen unfassbar großen Teil der Partie aus und kann selbige stark beeinflussen. Man erkennt also, dass äußere Faktoren sehr entscheidend sein können und nicht nur zwingend das, was auf dem Platz passiert. Wenn die Musik vorbei ist, dann kommen die Qualitäten des Jakob Jantscher zum Vorschein, denn speziell in der Kabine genießt er hohes Ansehen. Der Unterpremstättner agiert als wichtiges Bindeglied in der Mannschaft und auch bei einem Großteil der Fans erfreut er sich großer Beliebtheit. Diese würde sich jedoch steigern, wenn Jantscher auch endlich am grünen Rasen das zeigen würde, wofür er verpflichtet wurde, denn dort lassen seine Leistungen zu wünschen übrig. Obwohl der Außenbahnspieler über ein solides Maß an Grundschnelligkeit verfügt, gelingt es ihm ganz selten, diese gekonnt einzusetzen oder einen Gegenspieler aussteigen zu lassen. Jantscher musste lange verletzungsbedingt auf der Tribüne Platz nehmen, aber trotzdem ist das Gezeigte für einen Akteur mit seiner Vita viel zu wenig. Abgesehen von ein paar guten Standardsituationen und einer starken Auswärtspartie gegen den LASK bleibt leider unterm Strich recht wenig übrig. Man kann nur hoffen, dass zukünftig wieder mehr über Jantschers Performance am und nichts abseits des Platzes gesprochen wird.

Lukas Grozurek: ø-Leserzeugnisnote: 3,28

Spiele: 29

MOTM: 2

People Are Strange

In wenigen Tagen wird ein großes Missverständnis enden, die Rede ist dabei von dem Arbeitsverhältnis zwischen Lukas Grozurek und dem SK Sturm Graz. Der Admira-Neuzugang kam mit einer außerordentlich guten Scorerstatistik nach Graz und so war es wenig verwunderlich, dass die in ihn gesetzten Hoffnungen groß waren. Zudem war zusätzlich noch eine Ablösesumme fällig, die man in die Südstadt überweisen musste, um den Abgang von Thorsten Röcher einigermaßen kompensieren zu können. Die Saison begann für Grozurek auch nicht schlecht, denn ein Doppelpack in Tirol sicherte ihm sogar die beste Bewertung aller Spieler in der abgelaufenen Saison mit einem Durchschnitt von 1,43. Jedoch wurde den meisten Fans schnell klar, dass man den Wiener keinesfalls mit Röcher vergleichen kann. Viel zu schlecht war dafür seine Laufleistung beziehungsweise seine Defensivarbeit und auch die nötige Körperlichkeit fehlt Grozurek komplett. Die linke Abwehrseite sah dadurch häufig nicht gut aus, was zu einem großen Teil an ihm lag. Außerdem machte er sich mit seltsamen Äußerungen in Interviews oftmals eher weniger Freunde in Graz, was besonders für einen ehemaligen Rapid-Spieler zu einem Problem werden kann. Mit Fortdauer der Saison kam er immer häufiger von der Bank und wurde als Stürmer aufgeboten, um seine Schwächen bei der Rückwärtsbewegung und seine Stärken in puncto Torabschluss hervorzuheben. Auch das gelang immer seltener, selbst wenn ein immens wichtiger Treffer gegen die Wiener Austria erzielt wurde und somit nahm Grozurek nun auch unter Roman Mählich vermehrt auf der Bank Platz. Unterm Strich bleibt zu sagen, dass der Wiener schon von Anfang an keinen leichten Stand in Graz hatte, selbiges zu ändern, kam ihm aber auch nicht gerade oft in den Sinn. Lustlos und kampflos agierte er zu häufig und zog somit den Unmut der schwarz-weißen Anhänger auf sich. Es wird wohl das Beste sein, wenn man die Zusammenarbeit in beidseitigem Einvernehmen auflöst und sich nach Alternativen umsieht.

Markus Lackner: ø-Leserzeugnisnote: 3,33

Spiele: 22

MOTM: 0

Waiting For The Sun

Der Admira-Neuzugang war die erste Sommerverpflichtung des SK Sturm Graz in der abgelaufenen Saison. Markus Lackner kam durchaus mit Vorschusslorbeeren in die Landeshauptstadt der Steiermark, doch, um ehrlich zu sein, konnte er diesen nie gerecht werden. Spätestens als klar wurde, dass der Badener in die Fußstapfen eines Jimmy Jeggo treten musste, war deutlich, vor welche Mammutaufgabe er hier gestellt wurde. Zu Beginn wirkte der Niederösterreicher ein wenig überfordert, da man das Gefühl bekam, er würde mit dem Kombinationsspiel des SK Sturm nicht ganz zurechtkommen. Leider bestätigte sich dieser Eindruck über die ganze Saison hinweg. Dabei ist ihm die Kampf- und Laufbereitschaft jedoch nie abzuerkennen. Stellvertretend hierfür das letzte Playoff-Spiel gegen Rapid, als er nach einer Gehirnerschütterung zu Beginn der Partie auf die Zähne biss und alles für den Verein gab – wohlgemerkt in der Innenverteidigerposition und genau hier kommen wir auch zum springenden Punkt: Man sollte Lackner nämlich nicht die Fähigkeiten absprechen, um beim SK Sturm Graz zu spielen, jedoch wäre ein Spieler mit seinen Attributen wohl in der Abwehrreihe besser aufgehoben. Dass er diese Position bekleiden kann, hat er bereits unter Beweis gestellt, sowohl bei seinem Vorgängerklub als auch in Graz. Lackner verfügt über die nötige körperliche Präsenz, die Zweikampfstärke, aber auch in der Luft hat der Niederösterreicher Qualitäten. Man möge ihm wünschen, verletzungsfrei zu bleiben, um in seiner zweiten Saison richtig angreifen zu können, mit einem Trainer, der es versteht, seine Qualitäten richtig einzusetzen. So mögen hoffentlich sonnigere Tage für ihn und alle Sturm-Aficionados folgen!

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