„Das ist ein Neustart für mich“

Neuzugang Deni Alar im Interview

Im April wurde bekannt, dass der Obersteirer Deni Alar im Sommer von Rapid Wien zum SK Sturm wechseln wird. Ein Neustart für ihn, denn eine schwere Verletzung ließ ihn bei den Hütteldorfern ins Hintertreffen geraten. Bei Sturm will er bei null anfangen und zeigen, was er leisten kann. Wir haben den Neuzugang zum Gespräch gebeten und erfahren, dass er seiner Zukunft in Graz durchwegs optimistisch entgegenblickt.

Deni, dein Vertrag mit Rapid läuft nur mehr bis Sommer, dein Wechsel wurde aber schon im April bekanntgegeben. Wie lange steht die Entscheidung schon, Rapid zu verlassen?
Der Kontakt mit Sturm bestand schon länger und ich habe da von Anfang an ein gutes Gefühl gehabt. Ich bin froh, dass der Wechsel jetzt geklappt hat.

Wer war hinsichtlich deines Wechsels eigentlich erste Ansprechperson beim SK Sturm. Gerhard Goldbrich, Franco Foda oder doch schon der frischgebackene Sportmanager Günter Kreissl?
Mein Berater hat hauptsächlich mit Gerhard Goldbrich und Franco Foda gesprochen.

War Sturm auf Anhieb deine erste Wahl oder gab es auch noch andere Angebote, die verlockend waren?
Als ich gehört habe, dass in Graz Interesse besteht, war Sturm meine klare Nummer eins. Es hat zwar Gespräche mit anderen Vereinen gegeben, aber nichts Konkretes und ich wollte ohnehin von Anfang an zu Sturm zu gehen.

(Foto: Wikimedia Commons / User Steindy)

(Foto: Wikimedia Commons / User Steindy)

Bei Rapid hattest du viel Pech mit Verletzungen, alleine 2012/13 musstest du beinahe eine halbe Saison passen. Ist Sturm vielleicht auch so etwas wie ein Neustart für dich?
Ja, sicher! In letzter Zeit war es bei Rapid nicht einfach für mich, weil ich nicht oft spielen konnte. Das ist natürlich ein Neustart für mich, ich will wieder spielen und zeigen, was ich kann.

Was bringst du als Spieler mit, um den SK Sturm wieder nach vorne zu bringen und welche deiner Fähigkeiten können speziell Sturm besonders weiterhelfen?
Ich bin Stürmer und ich hoffe natürlich, dass ich der Mannschaft mit Einsatz, Toren und Torvorlagen weiterhelfen kann.

Sturm Graz vs. Rapid Wien ist ja besonders in Graz ein sehr heißes Duell – Sturm konnte aber gerade heuer wieder nur einen Punkt gegen Rapid einfahren. Womit würdest du das in spielerischer Hinsicht begründen? Immerhin musste Rapid ja gegen vermeintlich kleinere Klubs auch schon Niederlagen einstecken?
Es ist schwer zu sagen, warum Sturm nicht mehr gelungen ist. Manche Mannschaften liegen einem mehr, manche weniger. Es kommt jetzt eine neue Saison und da werden wir sehen, wie viele Punkte wir gegen Rapid machen.

Nun war ja, und Franco Foda hat das immer wieder betont, die Chancenauswertung des SK Sturm nicht optimal. Wirst du mit deinem Wechsel die neue Speerspitze der Grazer?
Wo ich spielen werde, das wird man sehen. Es gibt noch andere richtig gute Stürmer bei Sturm. Wichtig ist für mich, dass ich im Training meine Leistung bringe und der Trainer wird dann entscheiden, wo ich spiele.

Nun besteht ja gerade zwischen diesen beiden Klubs eine recht große Rivalität. Fürchtest du, in Graz von der Anhängerschaft, die ihre Meinung ja relativ lautstark zum Besten zu geben pflegt, nicht von Beginn an ins Herz geschlossen zu werden?
Das wird man auch sehen. Wie gesagt, es ist wichtig, dass ich auf dem Feld meine Leistung bringe und wenn die stimmt, werden mich die Fans auch unterstützen, aber ich glaube nicht, dass es da Probleme geben wird.

Vor allem bei Rapid wirst du ja auch schon mit relativ kritischen Fans zu tun gehabt haben, daher wird es da für dich wirklich keine Probleme geben.
Bei Rapid war es manchmal schwierig, dann war es wieder super. Wichtig ist, dass man seine Leistung zeigt und, dass man bodenständig bleibt.

Mit Mario Sonnleitner, Flo Kainz und Stefan Stangl stehen derzeit ja drei Ex-Blackies bei Rapid unter Vertrag. Hast du dich bei ihnen auch über Sturm erkundigt?
Ja, ein wenig schon. Man kennt Sturm und weiß, dass es dort super Fans gibt. Ich komme auch aus der Steiermark und da muss ich  mich über Sturm nicht erkundigen.

Was haben sie zu deinem Wechsel an die Mur gesagt?
Die haben mir gratuliert und auch gemeint, dass sie sich auf die kommenden Duelle freuen.

Ist der Umzug nach Graz schon im Gange?
Ja, der läuft schon. Ich hoffe, dass ich bald die Wohnungsschlüssel bekomme. Jetzt geht es erst einmal ab in den Urlaub und danach werde ich alle restlichen Angelegenheiten diesbezüglich erledigen.

Ein verdienter Urlaub, Rapid hat die Meisterschaft auf Rang zwei abgeschlossen. Warum hat es mit der Meisterschaft nicht ganz geklappt? Salzburg war zwar stark aber sicher nicht unschlagbar.
Die Meisterschaft haben wir gegen Mannschaften aus dem unteren Tabellenbereich verloren, z.B. gegen Grödig und WAC. Da haben wir wichtige Punkte und somit die Meisterschaft liegen gelassen. Gegen die direkten Konkurrenten, z.B. Salzburg, Sturm oder Austria, haben wir viele Punkte geholt. Wenn man aber so viele Niederlagen eingesteckt hat, wie wir, hat man die Meisterschaft nicht verdient.

Eine klare Aussage! Du bist 26 Jahre alt, war ein Wechsel ins Ausland für dich ein Thema und ist er es eventuell immer noch für die Zukunft?
Ja, das war natürlich ein Thema für mich, dann habe ich mich leider schwer verletzt und ich habe wieder in die Spur zurückfinden müssen. In letzter Zeit habe ich nicht so viel gespielt, das war enttäuschend für mich und jetzt bin ich froh, dass ich zu Sturm komme und hoffe, dass ich spielen darf und, um Sturm weiterzuhelfen, jene Leistung bringen kann, die ich vor meiner Verletzung gezeigt habe.

Gerade Sturm schifft zurzeit durch relativ unruhige Gewässer. Personelle Veränderungen in der Führungsetage, sehr laute Kritik abseits der Berichterstattung der „etablierten Printmedien“ – nicht zuletzt durch den besonders leidenschaftlichen Kern der Anhängerschaft – und der sportliche Erfolg hält sich in Grenzen. Außerdem sind die Zuseherzahlen insgesamt gesehen derzeit rückläufig. Was war, abgesehen davon, dass du wieder spielen willst, für dich der ausschlaggebende Punkt für den Wechsel nach Graz?
Ein Grund war natürlich der Trainer und Gerhard Goldbrich – sie haben mir von Anfang an das Vertrauen geschenkt und das Signal gegeben, dass sie mich haben wollen. Außerdem ist Sturm in Österreich ein großer Verein mit tollen Fans und das war natürlich auch einer der Gründe, warum ich zu Sturm wechsle.

Foto: Martin Hirtenfellner Fotografie / Bearbeitung: SturmNetz

Foto: Martin Hirtenfellner Fotografie / Bearbeitung: SturmNetz

Günter Kreissl hat ja zuletzt klare Worte zur Leistung der Mannschaft des SK Sturm gefunden und auch personelle Veränderungen angekündigt. Hast du die Sorge, dass bei Sturm nun ein ganz anderer Wind weht und dass Spieler von der sportlichen Führung nun besonders genau beobachtet werden?
Ich weiß noch nicht, wie es zuvor war und kann auch nicht sagen wie es werden wird. Dazu kann ich wirklich nichts sagen.

Franco Foda polarisiert in Graz – die Fangemeinde ist zwiegespalten. Eine Seite steht hinter ihm, die andere Seite übt scharfe Kritik an ihm. Kannst du das aus der Distanz vielleicht beurteilen oder kommentieren?
In Wien bekommt man davon eigentlich wenig mit. Ich tue mir daher schwer, das zu beurteilen. Jeder kennt Franco Foda, er ist mit Sturm Meister geworden – mehr gibt es dazu nicht zu sagen.

Blicken wir etwas in deine Vergangenheit: Gerade in der Familie Alar dürfte der Fußball ja quasi Erbgut sein, oder? Dein Vater Goran spielte ja unter anderem bei Hajduk Split, Banja Luka und schließlich auch noch beim DSV Leoben, der damals im Profigeschäft mitmischte? Wurde dir der Fußball also schon in die Wiege gelegt?
Ja (lacht)! Meine Mutter hat mir erzählt, dass ich bei jedem Training meines Vaters dabei war und natürlich bin ich mit dem Sport so aufgewachsen. Da ist klar, dass ich selbst jetzt auch spiele.

Schon im Alter von 15 Jahren hast du in der steirischen Oberliga Nord mit der Erwachsenenmannschaft beim FC Zeltweg  mitgespielt.
Ich habe bei Zeltweg angefangen. Mit 15 hatte ich sogar mein erstes Spiel in der Landesliga und danach war ich in der Oberliga.

Da ist man dann schnell auch beim DSV Leoben auf dich aufmerksam geworden. Wie ist der Wechsel in die Stahlstadt damals vonstattengegangen?
Dean Stankovic, der Vater von Marko Stankovic, hat meinen Vater aus dessen Zeit bei Leoben sehr gut gekannt und der hat mich haben wollen. Der hat im Winter angerufen und dann habe ich auch schon nach Leoben gewechselt.

Im Jahr 2007, relativ kurz nachdem du deinen Profivertrag dort (beim DSV) unterschrieben hattest, gab es allerdings den Wechsel zum KSV. War die Chance auf Bundesligaeinsätze so verlockend oder gab es da auch noch andere Gründe dafür?
Natürlich war ein Grund dafür, in der Bundesliga spielen zu können. Werner Gregoritsch wollte mich damals auch in Kapfenberg haben – ich nehme an, dass er mich in Leoben beobachtet hat – und der hat sich sehr um mich bemüht. So bin ich nach Kapfenberg gegangen und das war eine gute Entscheidung.

Jedenfalls dauerte es nicht lange und du wurdest zum Stammspieler bei den Falken. Kannst du dich noch an dein erstes Tor in der Bundesliga erinnern 15.Mai 2009 gegen Sturm zum 3:3 Ausgleich)?
Ja, das war gegen Sturm und gegen Mario Sonnleitner (lacht). Das Match war sehr spannend mit einem glücklichen Ende. Es herrschte in Kapfenberg Aufbruchsstimmung, es kamen immer viele Fans zu den Heimspielen. Das damalige 3:3 war auch ausverkauft.

Bevor Rapid 2009 an dich herangetreten ist, gab es da auch schon erste Avancen vom SK Sturm? Einen verlässlichen Torschützen so direkt vor der Haustüre zu haben, wird ja auch die Verantwortlichen in Graz auf den Plan gerufen haben. Woran ist ein Wechsel in die Landeshauptstadt gescheitert?
Es hat Versuche seitens Sturm gegeben, aber da war ich mir damals schon mit Rapid einig. Ganz zu 100% kann ich mich nicht mehr erinnern, wie es war, aber ich glaube, dass der Anruf aus Graz erst später kam, nachdem ich mich mit Rapid schon geeinigt hatte. Was ich noch weiß ist, dass ich damals mit Franco Foda telefoniert hatte.

Du hast 17 Spiele gegen Sturm bestritten. 5 Siege, 7 Unentschieden, 5 Niederlagen. 2 Tore, 1 Vorlage. Ausgeglichene Bilanz also. Hast du gerne gegen Sturm gespielt?
Ja, das waren immer Spiele, bei denen es im Stadion super Stimmung gegeben hat – die beiden Fan-Lager waren immer unglaublich, egal, ob wir in Graz oder Wien gespielt haben. Wir haben uns natürlich gefreut, wenn wir gegen solche Gegner spielen durften.

Viele Spieler haben ein bestimmtes Ritual, kurz bevor es auf das Spielfeld geht. Welchem geht Deni Alar regelmäßig nach?
Wenn ich mich anziehe, beginne ich immer mit dem linken Fuß – zuerst der Stutzen, dann der Schuh. Etwas Aberglaube gehört wahrscheinlich dazu (lacht).

Was erwartest du dir von deiner Zeit bei Sturm? Was möchtest du in dieser Zeit noch erreichen, abgesehen von Toren? Vielleicht internationale Auftritte? Vielleicht Titel?
Ich will Spiele gewinnen – es hört sich zwar blöd an, aber man muss wirklich von Spiel zu Spiel denken. Was dann noch alles kommt, wird man sehen.

Vielen Dank für das Interview und schönen Urlaub!
Dankeschön!

 

 

4 Kommentare

  1. wama sagt:

    sorry, aber für mich ein ziemlich zurückhaltendes, wenig begeisterndes interview, gähn…

    hoffen wir, dass alar am feld mehr zu sagen hat.

    mein gefühl: er könnte gut zu sturm passen, wird es allen nochmals zeigen wollen. verletzt er sich nicht erneut schwerer, ist er wohl für etwa 15 saisontore gut.

    welcome deni, lass es krachen!

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    • GazzaII sagt:

      Nah was erwartest du dir? Das er seinen neuen Trainer/Verein kritisiert und sagt dass es ihm Angst macht, dass der neue Sportdirektor die Spieler genau beobachtet? 😉

      So ein Interview bekommt man vielleicht vom Zlatan, wobei der wohl vor niemandem Angst hat, aber nicht von einem in Österreich tätigen Spieler;-)

      Ich hoffe dass er fit bleibt und der gesuchte Stürmer ist, sorry Edomwonyi ist trotz seiner Ansätze gegen Ende hin nicht mein 1er Stürmer (das ist zu viel Wahnsinn, zu wenig Genie und vor allem zu viel ausgelassen 100 %ige), bei einem motivierten/fitten Kienast (dem ich auch Mal die Rute ins Fenster stellen würde! Aber da hat ja Kreisl leider gesagt, dass sich im Sturm nix tun wird) eher der 3er Stürmer!

       

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  2. Ranger sagt:

    Alar funktioniert am besten ganz vorne als Stürmer. Ob es zu einem Kampf um den Stammplatz zwischen ihn und Edomwonyi kommt? Oder kehrt Foda zum 4-4-2 zurück? Meiner Meinung nach könnte man auch durchaus Edi am Flügel in einem 4-2-3-1 probieren.

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  3. ljnight2 sagt:

    Edi und flügel, gute idee!!!!!!!

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