Damen-Saisoncheck 19/20: Die Punktejagd hat begonnen!

Ein 4:0 auswärts zum Auftakt läutet die Saison der SK Sturm Frauen ein

Die neue Saison ist gestartet!

Den größten Vorteil, den unser Team in diesem Jahr hatte, war es, eine Woche Champions-League-Qualifikation zu spielen und als Trainingslager mit starken Gegnerinnen zu nutzen, um sich für den harten Spielplan der Bundesliga vorzubereiten. Die CL-Qualifikation gelang nicht, aber die Vorbereitung wurde gut genutzt, denn der wiedererstarkte SV Neulengbach konnte deutlich mit 4:0 besiegt werden.

Diese Frühform muss alle Sturm-Fans sehr positiv stimmen, denn bei Neulengbach handelt es sich (neben USC Landhaus/Austria Wien) um ein ehrgeiziges Team, das gemeinsam mit dem SK Sturm die Serienmeisterinnen aus St. Pölten fordern will. Dafür wurden einige Verstärkungen geholt, unter anderem die ÖFB-Rekordspielerin und -Torschützin Nina Burger (109 Spiele/53 Tore), die ihre Karriere bei ihrem Heimatverein ausklingen lassen möchte. In die Karten spielte unserer Truppe in diesem Spiel neben dem günstigen Spielverlauf vor allem eine herausragende Leistung von Torfrau Vanessa Gritzner, die eines der größten Fragezeichen dieser Saison bereits im ersten Ligaspiel verblassen ließ. Nach dem Karriereende von Anna-Carina Kristler im vergangenen Sommer gab es Sorgen, dass sie eine große Lücke in der Defensive hinterlassen könnte, doch unsere neue Nummer eins mit der Rückennummer 21 zeigte einige Glanzparaden und brachte die Niederösterreicherinnen an den Rand der Verzweiflung.

Unsere neue Topstürmerin nach dem Abgang von Lisa Kolb heißt indes Isabella „Bella“ Habuda und trägt die Nummer 51. Die Kanadierin scheint (im Gegensatz zu ihrer Vorgängerin) immer topfit zu sein und traf bisher in jedem Spiel außer gegen Sporting Braga. Sowohl auf dem Feld als auch auf Instagram bahnt sich in Graz eine spielstarke Nordamerika-Connection zwischen unserer Zehn, Emily Cancienne (USA), Bella Habuda und der zweiten neuen Kanadierin, Katrina Giantsopoulos (#97), an. Bleibt zu hoffen, dass unsere beiden Neuen aus Übersee sich in Graz einleben können, ohne, dass sie das Heimweh überkommt wie bei der starken Heather Seybert im Vorjahr.

Unsere neue Nordamerika-Connection Habuda-Giantsopoulos-Cancienne (v.l.n.r.) | (c) Instagram

Die anderen beiden neuen Startelfspielerinnen sind übrigens von Wacker Innsbruck gekommen und einigen Teamkolleginnen schon aus den ÖFB-U-Auswahlen ein Begriff. Valentina Kröll steht in der Innenverteidigung ihre Frau und Maria Plattner hat nicht zuletzt in der Champions-League-Quali mit zwei Toren aufgezeigt. Sie spielt im Mittelfeld neben Kapitänin Celina Degen. Die Fünfte im Bunde ist die talentierte, junge Kärntnerin Chiara D’Angelo, die noch an die erste Elf herangeführt werden muss. Es liegt an allen im Verein und auf den Tribünen, unseren Mädels eine ordentliche Portion Heimatgefühl auf und neben dem Platz zu vermitteln, damit sie weiterhin starke Leistungen für die Schwoazen abliefern können. Das Insta-Game ist jedenfalls schon on fleek, wie man auf Altgriechisch so schön sagt.

SV Neulengbach 0:4 (0:2) SK Sturm Graz – Das Spiel:

Und sie traf auch gegen Neulengbach: Bella Habuda netzte bereits in der dritten Spielminute zur 1:0-Führung. Ein weiterer Treffer von unserer 18, Julia Wagner, folgte nach einer guten Viertelstunde. 2:0 war auch der Pausenstand. In Hälfte zwei unternahm Neulengbach viel, um die Grazerinnen in Bedrängnis zu bringen. In Minute 78 ging Habuda dann vom Feld und Katrina Giantsopoulos kam nach überstandener Verletzung zu ihrem Pflichtspieldebüt für Sturm. Modesta Uka, letzte Woche noch bei unserem neuen Q&A-Format, machte in der 88. Minute mit einem ansatzlosen, harten Schuss nach schöner Ballannahme den Sack zu und Emily Cancienne band mit einem absoluten Traumtor noch eine Schleife drum (90+2). Job mehr als nur done – hier die „Torshow“!

Der Trainer, Christian Lang, war am Tag nach dem Spiel bei Sky Sport Austria im bereits bekannten Format „Dein Verein“ zu Gast und stand sowohl zur CL-Quali als auch dem Bundesliga-Auftakt und den Zielen in dieser Saison Rede und Antwort. Mit der wärmsten Empfehlung: Ein Link!

Wie im Vorjahr müssen die Ziele für dieses Jahr lauten:

  • Da sein, wenn St. Pölten patzt, und die Meisterinnen fordern
  • Am Ende der Saison vor Neulengbach und Landhaus/Austria Wien stehen
  • Möglichst viele junge Spielerinnen in die Nationalauswahlen bringen
  • Im Verein und bei den Fans weiter das Standing vergrößern

Der deutliche Sieg war jedenfalls das richtige Ausrufezeichen zum Saisonstart, das unser Team gegen USC Landhaus/Austria Wien im Topspiel der nächsten Runde natürlich gleich bestätigen soll. Am besten geht das, wenn lautstarke Unterstützung mit von der Partie ist. Also heißt unsere Schwoazen in der neuen Saison willkommen: Am kommenden Samstag (24.08.) ist die Heimpremiere und Ankick ist um 15:00! Das Punti und drei Punkte schmecken auch in Messendorf vorzüglich.

Support Your Local Women’s Team!
– das Motto für alle Sturmfans

Die Tabelle nach Runde 1 – Das Spitzenspiel gegen Landhaus/Austria Wien folgt nächste Woche! | (c) oefb.at

WICHTIG!
Unser Kader 2019/20 inklusive Betreuerstab

Das Team des SK Sturm ist in diesem Jahr noch jünger als im Vorjahr. Der Kader ist gespickt mit jungen Talenten. Die älteste Spielerin, Stephanie Kovacs, feierte im Mai ihren 30er. Die nächstälteste ist dann Emily Cancienne mit 27 Jahren. Die beiden jüngsten Spielerinnen sind die Kärntnerin Chiara D’Angelo und die Oststeirerin Mariella „Mari“ El Sherif. Jene Spielerinnen, die an den Bundesliga-Spieltagen nicht mit von der Partie sind, sammeln stattdessen üblicherweise Spielpraxis im zweiten Team des SK Sturm. Der Betreuerstab ist durchgehend männlich.

Der Kader (Rückennummer, Name, Geburtsjahr)

01 – Mariella El Sherif (Torfrau, *04)

05 – Julia Magerl (*03)

06 – Maria Plattner (*01)

08 – Stephanie Kovacs (*89)

10 – Emily Cancienne (*92)

11 – Anna Malle (*96)

12 – Jessica Frieser (*01)

15 – Paula Roth (*02)

16 – Julia Mak (*00)

17 – Katja Dorn (*03)

18 – Julia Wagner (*01)

19 – Stefanie Großgasteiger (*01)

21 – Vanessa Gritzner (Torfrau, *97)

23 – Chiara D’Angelo (*04)

25 – Valentina Kröll (*02)

26 – Celina Degen (Kapitänin, *01)

29 – Modesta Uka (*99)

31 – Jessica Starchl (*95)

35 – Chiara Gottinger (Torfrau, *03)

51 – Isabella Habuda (*96)

97 – Katrina Giantsopoulos (*97)

Trainer: Christian Lang (*75)
Co-Trainer: Helmut Degen (*65)
Torfrauen-Trainer: Daniel Gutschi (*80)
Masseur: Markus Mussbacher (*69)
Betreuer: Philipp Degen (*94)
Sektionsleiter: Mario Karner (*83)

Zu guter Letzt: Der ÖFB meint es diesmal (fast) ernst

Sollten sich besonders interessierte Frauenfußball-Cracks unter den LeserInnen befinden, so können sie sich unter diesem Link die etwa 30-minütige Pressekonferenz zum Bundesliga-Kickoff ansehen. Die anwesenden Medien waren so eingelesen und bewandert, dass sie genau keine Frage an die Spielerinnen und BetreuerInnen stellten. Alle zu beantwortenden Fragen kamen vom ÖFB, der sich heuer bemüht zeigt, Frauenfußball besser in die Öffentlichkeit zu rücken – mit einem Trailer und einzelnen Teasern zu den Live-Spielen. Dennoch wird in Österreich im Verhältnis zu den anderen Ländern im Westen Europas noch immer wenig Geld investiert. Auf Twitter benutzte der Frauenbundesliga-Account die Metapher des Ruderboots mit den fleißigen Rudernden im Vergleich zu den Motorbooten der anderen Nationen…

So viele Live-Spiele wie noch nie werden in dieser Saison im ORF gezeigt. Zudem wird der FFC Vorderland sogar live im Ländle TV gestreamt. Die Tore jeder Bundesliga-Runde werden auf ÖFB-TV abrufbar sein. Das war am Montagabend nach der ersten Runde der Fall und dürfte also auch in Zukunft so zu erwarten sein. Die Vereine sollen zudem mehr Videomaterial und Daten zur Verfügung als bisher bekommen, damit auch in der Vor- und Nachbereitung von Spielen professioneller gearbeitet werden kann. Wie das dann in der Realität aussieht, wird der Autor dieser Zeilen natürlich versuchen, im Laufe der Saison beim Verein zu erfragen.

Man kann der „Planet.Pure“ Frauenbundesliga auf folgenden Kanälen folgen:
Instagram (für die jungen Leut)
Facebook (für die alten Leut)
Twitter (für die anderen)

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