Cold as ice

Spielercheck: Austria Klagenfurt vs. SK Sturm Graz

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler sowie des Trainers und des Schiedsrichterteams der letzten Partie sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man Of The Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man Of The Match

Jakob Jantscher, der „Man of the Match“ (c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

Jakob Jantscher – Note: 1,59

„JJ“ überzeugte auch gegen Klagenfurt und war erneut der beste Mann am Platz. Jantscher machte nicht nur nach Assist von Kronberger den wichtigen Ausgleich, er steuerte auch mit einem seiner gefürchteten Freistöße die Vorlage zum 2:1 Siegestreffer bei. Es waren die Scorerpunkte 25 und 26 für den 33-Jährigen. Es fällt einem schwer bei Jantschers Leistungen in dieser Saison etwas Negatives zu finden, auch gegen tiefstehende Kärntner war „JJ“ immer anspielbar, forderte die Bälle von seinen Mitspielern und strahlte durch seine getretenen Standards stets Gefahr aus. Es war eine abermals starke Leistung des Routiniers!

Jörg Siebenhandl – Note: 2,00

Sturms Einsergoalie hatte teilweise mehr zu tun als er vielleicht erwartet hätte und präsentierte sich an diesem Nachmittag als guter und sicherer Rückhalt. Beim Freistoßtor von Gemicibasi war Siebenhandl machtlos, die ein oder andere Chance der Klagenfurter entschärfte der Schlussmann mit starken Paraden. Siebenhandl war da, wenn er gebraucht wurde und zeigte eine gute Leistung.

David Affengruber – Note: 2,13

Der junge Ex-Salzburger bekleidete gemeinsam mit Wüthrich wieder die Stamm-Innenverteidigung und machte seine Sache recht gut. Affengruber leistete sich keine nennenswerte Fehler und versuchte sich immer wieder in den Spielaufbau einzubringen. Der Innenverteidiger verteidigte solide, doch auch ihm passierte der ein oder andere Stellungsfehler. Es gab schon bessere Spiele von Affengruber im Sturm-Dress, wirklich schlecht war seine Leistung aber nicht. 

Jon Gorenc-Stankovic – Note: 2,21

Nach seiner Sperre kehrte der Slowene wieder in die Startformation zurück und führte die Mannschaft als Kapitän auf das Spielfeld. Stankovic war immer wieder entscheidend in den Spielaufbau der Grazer eingebunden, Ideen gegen tiefstehende Gastgeber wurden auch von ihm nicht gefunden. Der hohe Ball in Richtung Højlund war oft das einzige Mittel des Grazers Mittelfelds, Chancen kamen dabei kaum zustande. Stankovic wirkte in der ein oder anderen Situation ein wenig ungestüm und nicht ganz so sicher wie zuletzt. Ein Beispiel ist das unnötige Foul des Slowenen kurz nach der Pause, welches eine gelbe Karte und das Klagenfurter Führungstor zur Folge hatte. Trotzdem war die Leistung des Slowenen in Ordnung. 

Gregory Wüthrich – Note: 2,29

Der Schweizer stand nach seiner Sperre zuletzt heute wieder in der Startaufstellung und hatte das ein oder andere Mal Probleme bei den Klagenfurter Kontersituationen. Alles in allem dirigierte der Abwehrchef die Defensive der Grazer aber gut und leistete sich keine Fehler. So hatte Wüthrich großen Anteil am Sieg der Grazer, hätte aber hin und wieder konsequenter attackieren können. Wüthrich wirkte aber immer abgebrüht und sicher und zeigte eine ansprechende Leistung. 

Amadou Dante – Note: 2,29

Es war nicht das Spiel von Amadou Dante. Der Linksverteidiger zeigte sich fehleranfällig, sowohl im Spiel gegen den Ball, als auch in den Zweikämpfen. Dante war an diesem Nachmittag immer wieder einen Schritt zu langsam, die Folge waren dann häufig unnötige Fouls, Ballverluste oder Fehler im Stellungsspiel. Der junge Verteidiger versuchte immer wieder im Spiel nach vorne Akzente zu setzen, was ihm aber kaum gelungen ist. Es war eines der schwächeren Spiele von Dante für Sturm, den Einsatz konnte man ihm aber erneut nicht absprechen. 

Jusuf Gazibegovic – Note: 2,50

Auch Gazibegovic kehrte nach seiner verletzungsbedingten Pause wieder in die Startelf zurück und spielte eine unauffällige Partie. Der Rechtsverteidiger wirkte im Stellungsspiel nicht immer sattelfest, grobe Patzer unterliefen ihm aber nicht. Auch von ihm hätte man sich hin und wieder mehr Nachdruck beim Attackieren gewünscht. Die Leistung des Defensivakteurs war okay. 

Rasmus HøjlundNote: 2,76

Es war ein schwieriger Nachmittag für das dänische Stürmertalent. Der 19-Jährige wurde von seinen Mitspielern meist nur mit hohen Bällen angespielt und tat sich schwer gegen die tief verteidigenden Klagenfurter Räume zu finden. Die beste Chance fand Højlund knapp vor der Pause vor, scheiterte aber nach gutem Abschluss aus spitzem Winkel an Klagenfurt-Schlussmann Menzel. Der Einsatz des Dänen stimmte und auch seine Laufbereitschaft war absolut in Ordnung. Alles in allem war es einer der schwächeren Auftritte des Stürmers im Sturm-Dress. 

Manprit Sarkaria – Note: 2,97

Der offensive Mittelfeldspieler konnte an seine Leistungen in den letzten Wochen nicht anschließen und zeigte eine eher schwache Vorstellung. Bei Sarkaria schlichen sich immer wieder Ungenauigkeiten im Passspiel und Stoppfehler ein und der ehemalige Austrianer schaffte es nie so richtig für Kreativität und Gefahr in der Offensive zu sorgen. Sarkaria blieb unter seinen Möglichkeiten und fand so gut wie nie Lösungen gegen die aufopfernd verteidigenden Gastgeber. Alles in allem war es ein schwacher Nachmittag des Mittelfeldspielers.

Ivan Ljubic – Note: 2,99

Ljubic rückte aufgrund des kurzfristigen Ausfalls von Kapitän Hierländer in die Startaufstellung und zeigte eine unauffällige Leistung. Ob das für einen Mittelfeldspieler gut ist oder nicht muss wohl jeder selbst beurteilen, für kreative Lösungen und entscheidende Akzente konnte Ljubic jedenfalls nicht sorgen. Der Mittelfeldakteur legte viele Meter zurück und zeigte große Laufbereitschaft. Er konnte sich aber nicht in Szene setzen und blieb über die gesamte Matchdauer eher blass. Mit solchen Leistungen wird es Ljubic wohl schwer haben sich dauerhaft in die Startelf zu spielen. 

Alexander Prass – Note: 3,11

Der junge Mittelfeldspieler erwischte leider einen schwachen Nachmittag und konnte gar nicht an seine zuletzt gezeigten Leistungen anknüpfen. Prass unterliefen einige Fehler und Ungenauigkeiten und auch im Spiel gegen den Ball war der 20-Jährige nicht auf der Höhe. Mit seiner Leistung war auch Christian Ilzer nicht zufrieden, der Cheftrainer holte Prass nach etwas mehr als 50 Minuten vom Feld und brachte für ihn Kronberger in die Partie. Dass Prass nach seiner Auswechslung extrem unzufrieden war, zeigt den Charakter des jungen linken Mittelfeldspielers. Es war ein Spiel aus dem Prass lernen wird, das Potenzial wieder bessere Spiele abzuliefern, hat er in dieser Saison schon mehrmals gezeigt. 

Einwechselspieler

Luca Kronberger (ab der 53. Minute) – Note: 1,90

Der junge Offensivakteur, der während der Saison als Wintertransfer von der Admira zu Sturm gekommen ist, wurde für viele überraschend früh in der zweiten Halbzeit für den schwachen Prass eingewechselt. Kronberger war bemüht und konnte das ein oder andere Mal Offensivakzente setzen, Mit seiner ersten Aktion spielte der 20-Jährige einen starken Pass auf Jantscher, den dieser zum wichtigen Ausgleich verwerten konnte. Es war der erste Scorerpunkt für Kronberger in der Bundesliga. Dem jungen Talent wäre es zu wünschen, dass er in Zukunft zu mehr Einsatzzeit kommt. Das Potenzial sich durchzusetzen hätte er. 

Anderson Niangbo (ab der 76. Minute) – Note: 1,94

Der Stürmer aus der Elfenbeinküste wurde für die letzte Viertelstunde anstelle von Højlund eingewechselt und erzielte knapp vor Schluss nach einer Jantscher-Freistoßflanke per Kopf seinen dritten Saisontreffer. So hatte der Leihspieler aus Gent einen entscheidenden Anteil am Auswärtssieg. Der Treffer blieb Niangbos einzige nennenswerte Aktion im Spiel. 

Christoph Lang (ab der 90. Minute) – Note: 2,39

zu kurz eingesetzt

Weitere Bewertungen

Christian Ilzer – Note: 2,15

Der Sturm-Cheftrainer zeigte sich mit der Leistung seiner Mannschaft immer wieder unzufrieden und versuchte wild gestikulierend häufig auf seine Mannschaft einzuwirken. Sturm tat sich die gesamte Matchdauer über schwer gegen die tiefstehenden Klagenfurter und schaffte es zu wenig Lösungen zu finden. Ilzer reagierte überraschend früh und brachte Luca Kronberger für Alexander Prass. Kronberger lieferte wenige Augenblicke danach den Assist auf Jantscher zum 1:1. Auch die Einwechslung von Niangbo erwies sich als goldrichtig, der Ivorer sorgte für den Siegestreffer. 

Schiedsrichterteam um Gerhard Grobelnik – Note: 2,83

Auch wenn sich Peter Pacult und die Klagenfurter von Grobelnik und seinen Entscheidungen benachteiligt fühlten, eine wirkliche Fehlentscheidung leistete sich das Schiedsrichterteam nicht. Der Ausschluss von Wimmer nach Videostudium war zwar hart, aber durchaus vertretbar. Es war eine unauffällige und recht ansprechende Leistung des Unparteiischen. 

Wir bedanken uns bei unseren Leser*innen für 164 abgegebene Bewertungen und widmen unserem Man Of The Match folgenden Song:

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5 Kommentare

  1. Ennstaler sagt:

    Was man immer wieder merkt: wenn Kite fehlt, tut sich Sturm wahnsinnig schwer, durchaus respektablen Ballbesitz in echte Chancen umzuwandeln. Das ist für mich die derzeit größte Baustelle, wo für die neue Saison – gerade auch im Hinblick auf die europäischen Auftritte – unbedingt nachgebessert werden muss. Vorerst bleibt zu hoffen, dass Demaku hier überzeugen kann.

  2. CrazyBusiness sagt:

    zwei Kleinigkeiten:

    Affengruber ist gebürtiger Niederösterreicher, also wenn man schon den Ligakrösus erwähnen muß, dann wenigstens in Verbindung mit einem „Ex-“

    und

    Kromberger ist nicht vor, sondern während der Saison (Wintertransfer) gekommen

    und jetzt beende ich wieder den Klugschißmodus und freue mich über diese starke Saison und was da noch kommen mag

    • Christian Haidacher sagt:

      Beide Kleinigkeiten wurden ausgebessert. Danke für den Hinweis!
      Schwarz-weiße Grüße

    • Melvinuss sagt:

      Eine Kleinigkeit zur zweiten Kleingkeit: Er heißt KroNberger, nicht Kromberger

      😉

    • Ennstaler sagt:

      Affengruber stammt aus Scheibbs in Niederösterreich. Und merke: der Weg von Scheibbs nach Nebraska ist viel weiter, als der Weg von Sturm zum nächsten Meistertitel!

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