Bittere Niederlage in Hütteldorf

Spielbericht: SK Rapid Wien vs. SK Sturm Graz 4:1 (2:1)

Am Freitagabend traf der SK Sturm in Hütteldorf auf den SK Rapid. Zum Auftakt der 13. Bundesliga-Runde musste Sturm-Trainer Christian Ilzer auf den gesperrten Amadou Dante verzichten. Statt ihm rückte Jusuf Gazibegovic auf die linke Abwehrseite, Sandro Ingolitsch kam nach kurzer krankheitsbedingter Pause in die Startelf zurück und startete als rechter Abwehrspieler. Zudem brachte Ilzer im Vergleich zum 0:0 in Wolfsberg Otar Kiteishvili wieder von Beginn an, Ivan Ljubic nahm vorerst auf der Bank Platz. Bei den Grünen musste Didi Kühbauer neben den Langzeitverletzten auch Spucker Taxiarchis Fountas aufgrund seiner Sperre vorgeben. Mit einem Punkt oder gar einem vollen Erfolg wäre der SK Sturm zumindest bis Sonntag Tabellenführer. Blieben die drei Punkte in Hütteldorf, würde Rapid vorübergehend an Salzburg und Sturm vorbeiziehen.

Fulminanter Start in Hütteldorf

Bei angenehmen sieben Grad plus und gespenstischer Stille starten die beiden Teams rasant in die Partie. Die ersten Aktionen gehören den Grazern. In der zweiten Spielminute tankt sich Kevin Friesenbichler über rechts in den Strafraum durch, doch sein Stanglpass findet keinen Abnehmer. Bei der anschließenden Ecke hat Stefan Hierländer die Führung auf dem Fuß. Mehrere Sturmspieler springen über das Spielgerät, ehe es zum Kapitän der Blackys kommt, seinen Abschluss kann Richard Strebinger gerade noch klären. Wenige Minuten später finden auch die Hütteldorfer ihre erste Chance vor, doch Jörg Siebenhandl klärt zur Ecke. Und dann steht es in der siebten Minute plötzlich 1:0 für Rapid: Nach einer Ritzmaier-Ecke kommt Ercan Kara komplett frei zum Ball, Jon Gorenc-Stankovic verliert den Stürmer aus den Augen und der knallt den Ball an Siebenhandl vorbei in die Maschen. Die Grazer sind um eine schnelle Antwort bemüht, aber auch Rapid versucht weiterhin nach vorne zu spielen. Nach knapp einer Viertelstunde hat dann Kiteishvili den Ausgleich auf dem Fuß – nach einem Doppelpass mit Friesenbichler steht der Georgier allein vor Strebinger, trifft das Leder allerdings nicht richtig. Den nächsten Sitzer lässt Friesenbichler aus: Jantscher legt ab und der 26-Jährige scheitert am Rapid-Schlussmann.

(c) SturmNetz

Nach 28 Minuten kommt Rapid in Person von Christoph Knasmüllner wieder zu einem Abschluss, doch der Ball landet auf den leeren Tribünen. Zwei Minuten später plötzlich das 1:1 – nach einem Riesenpatzer von Max Hofmann schnappt sich Jakob Jantscher links im Sechzehner die Kugel. Der erste Versuch kann noch geblockt werden, der Nachschuss zappelt dann im Netz. Beide Mannschaften bemühen sich daraufhin, das Spiel zu beruhigen. In der 37. Minute sind es wieder die Grazer, die für Gefahr sorgen. Jantscher macht über links Meter bis zum Strafraum der Wiener, Hierländer kann sein Zuspiel aber aus kurzer Distanz nicht verwerten. Die Schwarz-Weißen treiben das Spiel weiter nach vorne, ohne Zählbares herausholen zu können. Und prompt treffen kurz vor der Pause wieder die Wiener: Dejan Ljubicic kommt rechts vor dem Strafraum zum Ball und lupft über die Abwehr auf Thorsten Schick, der mit einem kurzen Kontakt das Leder an Siebenhandl vorbei legt. Wenige Augenblicke später pfeift Schiedsrichter Dieter Muckenhammer zur Pause.

Nächster Standard entscheidet die Partie

Beide Teams kommen unverändert aus der Kabine. Der erste Vorstoß gehört Rapid – Gregory Wüthrich klärt vor Kara. Wenige Minuten später kann sich Siebenhandl bei einem Schuss von Maximilian Ullmann auszeichnen. Bei der darauffolgenden Ecke erhöht Rapid dann auf 3:1 – erst landet der Ball bei Barac, der zunächst mit einem Kopfball an Siebenhandl scheitert, im zweiten Versuch den Ball aber in den Fünfer bringt. Dort steht Knasmüllner, der das Leder mit Ferse und Hintern über die Linie lenkt. Die Hintermannschaft der Grazer sieht da nicht gut aus. Rapid spielt fortan mit breiter Brust, riskiert nach vorne wenig. Knasmüllner versucht es aus über 30 Metern, Siebenhandl lässt sich nicht überraschen. Sturm tut sich schwer im Offensivspiel, Ilzer reagiert nach einer gespielten Stunde und bringt Ljubic statt Ingolitsch ins Spiel, damit rückt Gazibegovic wieder nach rechts und Andreas Kuen übernimmt die linke Abwehrseite, wie es auch schon gegen den Wolfsberger AC der Fall war.

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Das Spiel der Grazer wird auch danach kaum besser, Kiteishvili kann sich genauso wenig wie Jantscher in Szene setzten. Nach 66 Minuten ersetzt Bekim Balaj Friesenbichler. Der Albaner ist es auch, der kurz darauf nur knapp eine Hierländer-Flanke verpasst. Und dann kommt es nur wenig später knüppeldick – bei einem Freistoß für Sturm läuft Balaj mit der Schulter voraus in Ritzmaier rein, Schiedsrichter Muckenhammer wertet die Aktion als Tätlichkeit und zeigt Balaj die rote Karte. Der SK Sturm kann in Unterzahl nicht für Gefahr sorgen. So sind es die Hütteldorfer, die nach 75 Minuten wieder zu einer Chance kommen. Barac kann die Hereingabe von Ritzmaier völlig freistehend jedoch nicht auf das Tor bringen. Auch Rapids Youngster Yusuf Demir bringt sich im Offensivspiel der Wiener ein, sein Abschluss in Minute 80 verfehlt sein Ziel aber deutlich. Je länger die Partie dauert, desto mehr laufen die Sturm-Akteure hinterher, Rapid kann den Ball in Ruhe bis zum Sechzehner der Grazer spielen, sucht aber kaum noch den Weg vor das Tor von Siebenhandl. Bis zwei Minuten vor Ende der regulären Spielzeit – nach einem hohen Zuspiel in den Strafraum patzt Siebenhandl und Demir kann nach Schick-Zuspiel auf 4:1 stellen. In der Nachspielzeit hätte es noch dicker kommen können, erst kommt Kelvin Arase nicht das Zuspiel vor dem Fünferraum ran, dann scheitert Demir an Siebenhandl.

(c) SturmNetz

Danach ist Schluss im Allianz Stadion. Der SK Rapid schlägt den SK Sturm mit 4:1 und übernimmt so zumindest bis zum Sonntag die Tabellenführung. Sturm war bis zum 1:3 noch gut in der Partie, danach riss der Faden. Spätestens mit der umstrittenen roten Karte war die Partie zugunsten der Wiener entschieden. Die nächste Chance auf drei Punkte gibt es für den SK Sturm bereits am kommenden Dienstag zuhause gegen den TSV Hartberg.

 

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13 Kommentare

  1. Neukirchner sagt:

    Passt schon so. Unaufgeregte Niederlage. Erste Halbzeit wieder ganz stark. In die Zweite nicht reingefunden. Rote korrekt. Wüthrich Nemeth Hierli Friese stark. Stanko und 7handl mit ersten Fehler überhaupt in dieser Saison zu einem nicht ganz so schlimmen Zeitpunkt. Platz 4 wäre in dieser Ügangssaison sensationell, da haben wir noch immer einen 8-Punktepolster!

    Kühbauer sollte man auch erwähnen: Mit einer vor der Saison noch absoluten No Name Truppe jetzt Tabellenführer und 3 absolute Rohdiamanten gezüchtet. Wenn ich dran denk, wie so manche Internetexperten über den Didi immer herziehen, gebührt das ganz gegenteilig Respekt.

    • black_aficionado sagt:

      Die Rote kann man geben, ja. Wenn man das Regelbuch vom Eiskunstlauf hernimmt… Nein im Ernst, bei strenger Auslegung mag das schon gedeckt sein, aber es hat einen schalen Beigeschmack wenn das ganze Spiel hart geführt wird und vergleichbare Situationen (Barac gg Friese) oder wesentlich härtere Aktionen (Schick gg Ljubic) nicht einmal Gelb nach sich gezogen haben. Wenn solche Zweikämpfe mit angelegten Händen zu Rot führen, dann werden wir nicht mehr viele Partien sehen wo beide Mannschaften mit Schlusspfiff noch alle Spieler am Platz haben. Geht der Ritzmair wie ein normaler Fußballer in den Zweikampf, dann ist das ein harter Check Schulter gegen Schulter und es gibt folgerichtig maximal Freistoß für Rapid.
      Das war saudeppert vom Balaj, keine Frage so braucht er nicht reingehen, aber sogar der Herzerl hat das so gesehen, dass das einfach keine Rote sein kann…
      Am Schiri ist die Niederlage nicht fest zu machen, aber solche Aktionen wie bei Hierli, der von Stojkovic klar am Durchlaufen zum Tor gehindert und gefoult wird, das nicht zu sehen, sowas ist einfach traurig! Unabhängig davon ob er jetzt schon Gelb hatte oder nicht, aber sowas muss einfach geahndet werden… Ich freu mich auf den VAR

      Schwamm drüber, zum restlichen ersten Absatz hast meine volle Zustimmung! Auch wenn es jetzt seit zwei Partien „nicht läuft“, wir sind voll da und liegen noch über dem Soll!

    • Neukirchner sagt:

      @blackaficionado: Deine Beispiele die du anführst, sind wie eh selbst bezeichnend „Zweikämpfe“. Bei Friese ist weit und breit kein Ball im Spiel, dieser kleine aber regeltechnisch feine Unterschied, mach GlattRot zwingend.

      Und: Meiner Meinung nach läuft es jetzt nicht „2 Spiele lang“ nicht, sondern maximal 2 Halbzeiten. Ich fand die erste in Hütteldorf überragend und in beiden Partien haben wir uns durch fetzendeppate Ausschlüsse selbst geschadet.

    • black_aficionado sagt:

      Und bei Balaj war es ein normales, wennngleich härteres Geplänkel bei einem Standard. Ich bleib dabei, Rot ist völlig unangemessen wenn das übrige Spiel auch nicht kleinlich gepfiffen wird…

      Ich bin ja eh bei dir. Es ist schon wahr, die erste Hz war spielerisch gut bis sehr gut von uns! dennoch im Herbst hätten wir da vermutlich 3 Türl gemacht und keines bekommen. Das mein ich mit „nicht laufen“ – es war mMn auch gegen den WAC nicht alles schlecht.

    • Melvinuss sagt:

      Ich bin da vollkommen bei Euch, @Neukirchner & black-aficionado. Gestern ist vieles einfach gegen uns gelaufen. Spielerisch überragende 1. HZ, aber keine der Topchancen geht rein. Dafür aber ein „Nudltor“. Hinten eine Spur unkonzentrierter als sonst und Rapid hat aus 2 Chancen eiskalt 2 Tore gemacht. EIn paar Spieler hatten gestern auch nicht ihren besten Tag, wie zB Kite und andere. 2. HZ war dann für uns an diesem Tag nichts mehr zu holen und Rapid hat das sehr abgebrüht gemacht. Wie Ilzer es gesagt hat: Eine unterm Strich verdiente Niederlage, aber nicht in der Höhe.

      Einer der Faktoren gestern , die gestern gegen uns gespielt haben, war aber auch Muckenhammer. Schon vor der Roten hab ich mich massiv geärgert, dass er diese vielen kleinen aber klaren Fouls gegen uns nicht gepfiffen bzw. nicht entsprechend geahndet hat. Die Rote kann man meiner Meinung nach geben (war übrigens nicht die erste Undiszipliniertheit von Balaj, siehe heuer im FJ daheim gegen Salzburg), aber aufgrund der unkonsequenten Spielführung über das restliche Spiel hin nicht gerechtfertigt. Wegen ihm haben wir gestern nicht verloren, aber pfeift er wirklich konsequent für/gegen beide Mannschaften, hätte das Spiel sicherlich und wahrscheinlich auch der Endstand anders ausgesehen.

      Die Höhe gerade gegen die Grünen ist dennoch ärgerlich. Aber lieber 1x 1:4 als viermal 0:1. 🙂

      Ois für die Schwoazn, das wird schon wieder!

    • Marchanno Diaz Rabihou sagt:

      1. Absatz ok
      2. Absatz SICHER NICHT: hätte tätte – wenn wir die chancen nutzen, gewinnen wir 4:1. was is dann mit didis wundertruppe? dann is da didl kurz vor der entlassung. seit ich fussball schaue, gibt es eine wiener tendenz – beim orf, bei austria und rapid spielen und beim orf, beim nationalteam, bei den auslosungen… das ist leider so (volksmund: wiener mafia). es gibt immer wieder versuchte statistiken um dies zu wiederlegen – sind alle fehlgeschlagen. ich hab vom letzten sturm:rapid spiel noch meine aufzeichnungen. unzählige taktisch fouls von rapid unbestraft (so wie gestern). kitzlwill greift 1x ans trikot des gegners – gelb. hierländer bleibt stehen, gegner läuft in ihn hinein – gelb. beim play off spiel davor. 12 taktische fouls, 1 handspiel und 1 schweres foul von schwab – nichts. dominguez läuft neben ljubicic, berührt ihn gar nicht – gelb. mein text wird zu lange, kann man ewig weiter führen diese tatsachen. und zum thema diamanten: rapid spieler haben (warum?) den 10 fachen marktwert von sturm spielern. jimmy hoffer 5 mille, maierhofer 3 mille oder auch aktuell müldür 4 mille lösen bei mir eine mischung aus verwunderung und schmunzeln aus. fazit: egal wie gut oder schlecht der diddl arbeitet – im notfall wird im schon geholfen UND er soll heute so wie damals aufpassen, was er mit seinen mittelfingern so macht….

  2. Schworza99 sagt:

    Mit einem Knisper vorne verlierst diese Partie nicht…Rapid hat seine Chancen genutzt, wir nicht. Alleine wenn ich an den Lufttritt von Oti denke…Friesi hat brav gespielt nur hilft es nix wenn er jetzt zum Vorbereiter mutiert während in der Mitte tote Hose herrscht.

    Die Verteidigung und das Mittelfeld können nicht in jedem Spiel die Aufgabe des Tore erzielens übernehmen. Heute hat die Verteidigung schon mit dem Verteidigen Probleme an sich gehabt. Ohne Stürmer kommt halt sowas raus. Die Auswertung war ein Graus.

    Schiri = Häusl. Eh scha wissen. Darüber brauch ma uns ned mehr aufregen. Wasser nass, Gras grün etc.

    Kein Beinbruch diese Niederlage aber auch halt komplett unnötig.

  3. Erzschwoarza sagt:

    Postiv: Balaj gesperrt und endlich Mwepu. Ich hoffe Mwepu sticht Balj aus damit dieser überbezahlte kicker dann endlich auf die Reise geht. Ansonsten, tja, es ist halt so. Weiter gehts!

    • Schworza99 sagt:

      Sein Vertrag läuft sowieso aus…
      Und ob Ilzer Mwepu spielen lässt der nur oft nur sporadisch im Kader ist ist auch alles andere als fix.

    • Erzschwoarza sagt:

      Zum Glück! Der Typ schadet uns mehr als er bringt und da meine ich das hohe Gehalt auch. Entweder Mwepu oder Eze, einen von beiden bringt er gg Hartberg!

    • Schworza99 sagt:

      Am Gehalt ist aber nicht Balaj schuld…
      Eze kommt bestimmt nicht mehr der war schon Urzeiten nicht mehr im Kader.

      Auch der Output von Friesi ist mMn nicht genügend für Sturm. Einsatz schön und gut aber als 1er Stürmer musst regelmäßig einlochen sonst kannst auch den Huspek hinstellen etc.

      Der Sommer wird spannend und was sich vorne alles tun wird.

    • Marchanno Diaz Rabihou sagt:

      ich geb balaj nur bedingt schuld. als er zu sturm kam, unglaubliche präsenz, köpereinsatz, seit jahren vermisste kopfball gefahr… tor auswärts gg wac zum 1:0 sieg, 2 tore in altach zum sieg. leider wurde er dann von nem zum mittelkreis und cornerfahnen gegner umgrätscher umfunktioniert. hatte quasi verbot im gegnerischen strafraum zu erscheinen. weiss nicht ob er da nochmal rauskommt, braucht wahrscheinlich wieder 1 jahr umgewöhnung

  4. bianco nero tifoso sagt:

    Max, sehr brav, ich muss dich loben, du hast den Text, die Nachlese Rapid:Sturm sehr brav geschrieben, Daumen hoch.

    Hab das Sturmspiel im Rambazamba mitverfolgt, aufgeheizte Stimmung, die Kellnerin Dorli ist mit die Bestellungen nicht nachgekommen, Sturm vs. Rapid ist immer rassig, frage nicht, ein Klassiker.

    Wir haben eine schmerzhafte Niederlage bekommen, aber Schmerzen sind ein guter Verlierer, morgen schaut die Welt wieder anders aus, unsere Jungs trainieren brav.

    Es gibt kein Durchschnaufen, es geht Schlag auf Schlag weiter, am Dienstag spielen wir das Derby gegen Hartberg, ich vertraue auf die Jungs vom Chris Ilzer und tippe auf einen 2:0 Sieg von uns.

    Tore: Stankovic, Friesenbichler

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