Besser darf man zuhause durchaus spielen

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. SV Mattersburg

Heimspiele gegen den SV Mattersburg haben es so an sich, dass vor dem Betreten des Stadions die Angst, fußballerische Schonkost serviert zu bekommen, der Vorfreude auf einen Festbraten deutlich überwiegt. 2:2, 1:1, 0:0, 2:2, 0:0, so lauteten die letzten fünf Ergebnisse bei Aufeinandertreffen des SK Sturm mit den Burgenländern in Liebenau. Beim jüngsten Sieg, vor mehr als fünf Jahren, hieß das Sturmduo bei den Blackies noch Imre Szabics und Srdan Pavlov, Trainer war ein gewisser Franco Foda. Viel wurde spekuliert, welche Start-Elf der Sturm-Coach gegen die Burgenländer auf das Feld schicken wird, musste doch im Unterschied zum 1:0-Zittersieg gegen die SV Ried Außengrieche Charalampos Lykogiannis wegen einer Gelb-Rot-Sperre aussetzen und auch Goldtorschütze Philipp Zulechner konnte dieses Mal verletzungsbedingt nicht vom Start weg gebracht werden. Am schwersten wog vorab wohl der Ausfall von Innenverteidiger Lukas Spendlhofer, der im Training unter der Woche umgeknickt war, weswegen Christian Schulz und Dario Maresic das Innenverteidiger-Paar bildeten. Erfreulicher, dass die beiden Mittelfeld-Wirbler Baris Atik und – endlich wieder einmal – Sascha Horvath von Beginn an ran durften, noch überraschender zweifellos, dass auch Andreas Gruber seit fast über einem Jahr Reservisten- bzw. Tribünendasein im linken Mittelfeld mit von der Partie war. Die beiden Kreissl-Winter-Deals Martin Ovenstad und Seifedin Chabbi machten es sich wieder auf der Ersatzbank bequem. Bei den Mattersburgern hingegen kehrte Stefan Maierhofer in die Startelf zurück, der – so der Plan – vor der offensiven Dreierkette Röcher-Atanga-Templ der neu formierten Sturm-Defensive wie einst unter den Pappeln das Schrecken lehren sollte.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

In einer – angesichts von vier Heimerfolgen in Serie und der doch realistischen Aussicht auf den ersten Vizemeistertitel seit 15 Jahren – mit 8.895 Zusehern erschreckend spärlich gefüllten Merkur-Arena gab Schiedsrichter Dominik Ouschan, tonal unterlegt mit Freddy Mercury, das Freizeichen. We will rock you? Eher soulig –  alla 5/8erl in Ehr’n – ging es dann aber los, denn Sturm kam im 4-Minuten-Takt zu Möglichkeiten: Zunächst, als bei einem Atik-Freistoß es beider Kuster-Fäuste bedurfte, dann, als nach einer starken Potzmann-Flanke über links Deni Alar (zwar im Abseits) wieder am Torwart der Burgenländer scheiterte und weitere vier Minuten später Kapitän Christian Schulz im gegnerischen Strafraum die Ferse auspacken wollte, diese aber auf die Schnelle nicht fand.

Vom Nieselregen in die Traufe 

In Minute 18 erkämpfte sich – nach Einwurf für Sturm – Stefan Maierhofer im Mittelfeld den Ball und schickte den schnellen David Atanga auf die Reise. Der Ghanese enteilte Maresic und schob den Ball zum Führungstreffer flach in das lange Eck. Und nur fünf Minuten später war es wieder der Leihspieler aus Salzburg, der diesmal Christian Schulz wahrlich alt aussehen ließ und den Ball seelenruhig einschieben konnte. 0:2? Fehlanzeige, denn Schiedsrichter Ouschan sprang für Sturm noch im letzten Moment in die Bresche und entschied auf ein Foul des Mattersburgers. Eine leichte Berührung mag dabei gewesen sein, auf alle Fälle hatte der behäbig agierende Kapitän in dieser Situation eine gehörige Portion Glück. Viel passierte danach in Halbzeit eins nicht mehr: Atanga hatte weiterhin seinen Spaß mit der linken schwarz-weißen Abwehrseite, Simon Piesinger tat sich mit einigen erschreckenden Abspielfehlern hervor und Baris Atik zirkelte einen Freistoß an das Aluminium. Einiges deutete nach 45 gespielten Minuten darauf hin, dass die Mattersburger dieses Mal doch tatsächlich den ersten Auswärtssieg in Graz seit über zehn Jahren einfahren können. Durch Liebenau wehte nun ein Hauch von Blues, war doch die Pausenführung für die Burgenländer im Großen und Ganzen verdient. Guten Anfangsminuten folgte – nach dem Gegentreffer – eine kollektive Schockstarre.

Mehr Glück mit Lück?

Zu Beginn der zweiten Halbzeit ersetzte Daniel Lück den von Schwindelanfällen geplagten Christian Gratzei, auch bei den Mattersburgern blieb mit dem verletzten Alois Höller ein Routinier in der Kabine. An der Charakteristik des Spiels änderte sich aber zunächst wenig. Sturm zwar – ungewohnt – mit viel Ballbesitz, doch die Grün-Weißen erstickten jeden Anflug von schwarz-weißer Kreativität bereits im Keim, schalteten stets schnell um und versuchten sich in langen Bällen auf den wieselflinken Atanga. In Minute 65 passierte dann etwas Bemerkenswertes: Franco Foda löste doch tatsächlich die Doppel-Sechs auf und brachte Winter-Neuzugang Seifedin Chabbi als zweite Sturmspitze. Mehr als eine kurze Druckphase schaute dabei jedoch nicht heraus. Zehn Minuten vor dem Abpfiff kam dann auch noch Marc Andre Schmerböck in das Spiel, James Jeggo rückte vor die Innenverteidigung und Sturm intensivierte die Angriffsbemühungen, zumeist in Person des erneut überzeugenden Sascha Horvath. Doch alleine gewinnt man – zumindest gegen defensiv kompakt stehende Mattersburger – keinen Krieg und mehr als ein missratener Kopfballversuch von Andreas Gruber nach Schmerböck-Flanke über rechts wollte nicht mehr gelingen. Effektiver hingegen die Burgenländer: Thorsten Röcher tankte sich in der letzten Spielminute über rechts durch, spielte den Ball zur Mitte, wo Joker Patrick Bürger den Ball nur mehr einschieben musste. Der Käse war gegessen. Die, wie schon gegen Ried, erneut schwache Performance der Sturm-Mannen, schlug sich dieses Mal auch auf das Ergebnis nieder. Die Gäste aus Mattersburg hingegen erbrachten in der Merkur-Arena den Beweis dafür, dass sie nicht zu Unrecht auf Platz 2 in der Frühjahrstabelle stehen.

© Martin Hirtenfellner Fotografie 

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4 Kommentare

  1. sks1909 sagt:

    Summasummarum :

     

    EINE BODENLOSE FRECHHEIT WAR DAS !!!! Was machen Foda? Eine Aufstellung, die hirnrissiger nicht sein kann und zum Trotz Piesinger wieder in der Startelf? Ovenstad kann gar nicht so schlecht sein, aber wie soll er hineinwachsen, wenn er kaum spielt?? EIne Doppel 6 gegen 10 Mattersburger in und vor der Abwehr…man braucht keine Trainer Lizenz um das zu erkennen !

     

    Ich bin mehr als heiß, es geht um das WIE !!! und unterirdisch ist noch ein Hilfsausdruck…Foda schafft es, in einer guten aussichtsreichen Situation alles zu vermasseln und ich denk mir nicht das erste Mal, ob das pure Absicht ist???

    So kann es nicht weitergehen..das Ried-Spiel war ähnlich grottig, aber durch das Lucky 1:0 is ja wieder mal alles gut gewesen…

     

    FODA RAUS !!!

    6+

  2. ZacheZechn sagt:

    Wie schlecht kann man zuhause überhaupt spielen?

    schaut euch die statistiken an, das is doch unterirdisch! die haben 66 ballbesitz und bringen gerade mal 2 schüsse aufs tor zusammen, davon 1 freistoß in 1. HZ. die 10, die daneben gingen, waren meistens so komische lupfer in den strafraum also nichtmal schussversuche.

    Gratzei is der einzige, der die schwarz-weiße fahne mit stolz auf der brust trägt und sich für den verein voll reinhaut. der hat uns einige punkte gerettet und ohne ihn wären wir auf platz 4 ohne chance, irgendwas zu erreichen.

    die verteidigung war gestern total überfordert mit atanga, der hätte eigentlich schon recht früh 2 oder 3 tore machen können. bin mir nicht sicher, aber ich glaub 3 / 4 der mattersburger torschüsse kamen von ihm in den ersten 30min. unser atik wird von den gegnern ab der 1. minute niedergetreten, die schiris lassens durchgehn. unsere verteidigung is total zögerlich und passiv aber zum motzen oder unsportlich hintreten lässt man sich hinreißen.

    das mittelfeld hat keine anspielstationen. die treten den ball in irgendeine richtung, keiner weiß wo der mitspieler ist, und die anspielstationen fühlen sich viel zu oft nicht angesprochen. zu ungenau, zu langsam, zu irgendwie. die flanken sind zu weit zu hoch zu ungenau. der einzige, der sich aktiv anbietet und den ball fordert ist atik.

    angriff? totale fehlanzeige. aber wir spielen halt ohne echten stürmer. mMn is das das größere problem als die viel kritisierte doppel 6. alar wird kaum bedient aber er sollte mehr aktiv teilnehmen, den ball fordern. man darf aber auch mal chabbi oder zuli von beginn an die chance geben, vielleicht geht was. alar is ein typischer HS, foda bitte check das endlich!!! man kann ja auch mal atik auf die seite geben, einen ST aufstellen und alar als OM/HS, das hat mit edi vorne funktioniert. dann hat alar auch die räume, die er braucht, wenn der ST die verteidiger an sich bindet. alar hat super stellungsspiel, gute technik und torriecher. er is aber schlecht im zweikampf. pressing und kopfballduelle sind seine schwächen. ein typischer HS halt. der braucht einfach einen robusten zweikampfstarken kollegen VOR ihm.

    kienast, stanko und ehrenreich konnten zuhause auch nicht schlechter spielen.

    3+

    • mahoni sagt:

      Ich bin bis auf Stankovic voll deiner Meinung. Nur dieser Typ hat mit seinem Benehmen und seinen Aussagen in Runde 36, letzte Saison, bei der Austria, jedes Recht verloren ein Sturm-Dress zu tragen. „Ich habe bei der Austria gespielt und in Graz, kein Vergleich, ich weiß nicht was sich die Leute erwarten.“, davor geht er noch zu seinen ehemaligen Kollegen und gratuliert die zur Europacup-Teilnahme, was ja für uns bedeutete, dass wir nicht dabei sind. Wenn er das bei einem anderen Verein gemacht hätte, wäre das eine fristlose Entlassung gewesen. Ich hoffe, er kann nach dieser Saison wieder zu seiner geliebten Austria nach Wien gehen. Also ist es für Kienast und Ehrenreich eine Beleidigung in einem Atemzug mit dieser Kretzn genannt zu werden.

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  3. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Unser Verein hat so viel Potential und wir werfen es einfach weg…es muss jedem Sturm Fan das Herz brennen wenn man sich gegen solche Hacker Truppen wie Mattersburg hinten rein stellt…

    Und ich hoffe sollte man 4. werden und sich für den EC qualifizieren wird der Foda trotzdem auf die Reise geschickt…oder bekommt dann Salzburg ein Monatsgehalt von Foda weils uns den EC Platz schenken?

    EIGENSTÄNDIGE EC Quali war Saisonziel oder nicht? Oder nur wischi waschi mehr Punkte blablabla…?

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