Beherzt, aber zu brav

Der Spielbericht: AS Monaco vs. SK Sturm Graz 1:0 (0:0)

Es war angerichtet, der SK Sturm Graz gastierte das erste Mal seit einer gefühlten Ewigkeit wieder auf internationalem Parkett. Es ging ab ins Fürstentum nach Monaco und die Erwartungshaltung vor der Partie war eher verhalten, zu stark wurde der Gegner eingeschätzt. Die AS befand sich zwar nicht zwingend in bester Form, doch zu groß erschien das Staraufgebot der Monegassen. Im Vorfeld des Spieles passte so einiges nicht zusammen, denn die Behörden im Steuerparadies erwiesen sich als wenig kooperativ. Der geplante Treffpunkt musste mehrere Male verlegt werden, die Bewirtung ließ zu wünschen übrig und eines war klar: so wirklich erfreut war man mit dem Ansturm aus Graz nicht unbedingt. Dies bot umso mehr Anreiz ganz Europa zu zeigen, dass mit dieser Mannschaft und der Nordkurve zu rechnen sein wird. Christian Ilzer schickte die Sturmelf in absoluter Bestbesetzung aufs Feld, das konnte man von seinem Gegenüber auf keinem Fall behaupten, denn Trainer Niko Kovac ließ einige Stammkräfte außen vor, unter anderem Topstürmer Wissam Ben Yedder.

Fans als Highlight der Anfangsphase

Die Anfangsphase hatte es in sich, hauptsächlich aufgrund der mitgereisten Sturmfans, die dem Stadion Leben und unglaubliche Emotionen einhauchten. In der vierten Spielminute klopften die Monegassen erstmals an, doch Isidors Kopfball war ein Stück zu hoch angetragen. In der Folge diktierten die Rotweißen das Spielgeschehen und setzten die Gäste gehörig unter Druck. In der 17. Spielminute vergaben die Hausherren ihre größte Einschussmöglichkeit bis dato, nach schönem Martins-Dribbling jagte Diatta das Spielgerät aus guter Position über das Gehäuse von Jörg Siebenhandl. Sturm agierte in dieser Phase viel zu zaghaft und das Umschaltspiel in der Offensive funktionierte noch nicht wie gewünscht.

(c) SturmNetz.at

Offene Partie

Nach gut 25 Minuten folgte die erste Topchance für die AS, nach herrlicher Kombination blieb Siebenhandl gegen den auffälligsten Akteur am Platz- Gelson Martins im Eins gegen Eins Sieger. Auch fünf Minuten später ist es Martins der die Sturmabwehr düpiert und nur ganz knapp verzieht. Sturm hätte zu diesem Zeitpunkt schon gut und gerne mit ein bis zwei Toren in Rückstand liegen können. Bis zur Halbzeitpause entwickelte sich eine Partie mit Unsicherheiten auf beiden Seiten, eine davon hätte fast zum Gegentreffer geführt, Dante einmal mehr mit schlechtem Stellungsspiel und Volland köpft am Fünfer daneben, wäre jedoch Abseits gewesen. Quasi im Gegenzug die Antwort, Sturm mit einer schönen Kombination, Ljubic fasst sich ein Herz und hämmert das Leder ans Gebälk! Die Grazer beherzt, aber spielerisch deutlich unterlegen, mit einem Unentschieden konnte man sich zur Halbzeit glücklich schätzen.

(c) SturmNetzat

Sturm wird besser, Monaco zieht Trümpfe

Niko Kovac schien mit der Vorstellung seines Teams überhaupt nicht zufrieden zu sein und wechselte zur Halbzeit drei Mal, unter anderem nahm er unverständlicherweise Gelson Martins vom Platz. Dafür durften die mitgereisten Aficionados Weltstar Cesc Fabregas genauer auf die Beine schauen. Auch der angeschlagene Golovin kam nach Wiederanpfiff in die Partie, der Deutsch-Kroate meinte es also ernst. Die Monegassen begannen wieder druckvoll und kamen zu einer Halbchance und auch Sturm kam zu selbiger nach einem Eckball. Nach einem Gewusel jagte Jantscher den Ball jedoch aus aussichtsreicher Position in den Nachthimmel des Fürstentums. Sturm fand zunehmend besser ins Spiel, doch Monaco blieb weiterhin gefährlich und fand durch Diatta in der 60en Minute eine weitere gute Einschussmöglichkeit vor. Sein geblockter Schuss ging knapp über das Tor. Kovac brachte im Anschluss Ben Yedder für Volland in die Partie und spielte somit seinen gefährlichsten Trumpf aus.

(c) SturmNetz.at

Die Trümpfe stechen

Wenige Augenblicke später sollte es auch schon klingeln, Sturm bringt den Ball nicht weg, Golovin mit einer Maßflanke und der starke Diatta köpft aus kurzer Distanz ein. Das hochverdiente Eins zu Null für die AS Monaco. Sturm wirkte von diesem Gegentreffer geschockt, die Fehler im Spielaufbau häuften sich und Golovin kreierte immer wieder gefährliche Hereingaben. Mit zunehmender Zeit konnte man sich jedoch wieder stabilisieren und ein wenig Ruhe in die Partie bringen, gefährlich wurde man dabei leider nicht. In der Folge plätscherte das Geschehen so vor sich hin und alles machte sich auf eine spannende Schlussphase gefasst. Diese ließ aber auf sich warten und die AS verteidigte bis zum Schlusspfiff clever. In der Nachspielzeit hätte es auch noch das Zwei zu Null geben können, doch Affengruber kratzte Ben Yedders gefühlvollen Heber von der Linie. Unterm Strich bleibt zu sagen, dass es eine kämpferisch und läuferisch ansprechende Leistung der Schwarz-Weißen war, doch Monaco erwies sich noch als eine Nummer zu groß. Mit einem etwas mutigeren Auftreten wäre hier vielleicht ein Punkt drinnen gewesen. Trotzdem kann man auf diese Mannschaft auf alle Fälle stolz sein, denn sie hat sich gegen den Favoriten teuer verkauft.

Galerie

Anzeige

5 Kommentare

  1. Schworza99 sagt:

    Gute Leistung aber nach vorne hin viel zu harmlos um mehr als einen Punkt überhaupt in Blickweite haben zu dürfen. Ist aber auch ein 450mio Kader gegen einen 25mio Kader…in der Hinsicht haben wir uns wacker geschlagen. Kovac wechselt zur Pause 3x….darunter Fabregas. Sagt alles aus wie wir uns geschlagen haben und wie Monaco reagierte.
    Offensiv natürlich fast nicht existent aber dies wird sich wohl in dieser CL Gruppe nicht groß ändern. Es ist wie Ilzer gesagt hat: Die Meisterschaft ist das täglich Brot. Die EL Bonus. Man muss auch sagen die bisherigen Saisonniederlagen kamen gegen RB und Monaco…eigentlich eine Top-Saison bisher alleine darauf bezogen. Wenn wir aber so auftreten und uns auch was trauen kann ein Punkt auch mal hängenbleiben. Vor allem wenn man soviel durchprobiert wie die Monegassen. Am Ende des Tages mit Anstand verloren.

    Zu den Fans braucht man nichts sagen. Im dem Aspekt ist Monaco Gebietsliga. Und unsere Champions Leauge.

  2. sks1909 sagt:

    Ich würde mal sagen, leider viel zu viel die Hosn gestrichen voll gehabt und ohne wirklichen Mut gespielt. Brav ja, aber nicht mehr. Wir hatten nichts zu verlieren und ich dachte schon, dass sich die Mannschaft wenig scheissen wird…leider viel zu ängstlich und lange ohne irgendein Pressing gespielt…zudem ist unser Passspiel mehr als ausbaufähig. Monaco war erste HZ ordentlich verunsichert und auch schwach…Ilzer, wie auch Schicker haben es richtig gesagt, ohne Mut geht es nicht…hoffe, sie lernen schnell aus diesem Spiel.

  3. Siro sagt:

    In der Nachbetrachtung wird man sagen, auswärts Monaco wärs am einfachsten gewesen, irgendwas zu holen.
    Leider hat sich gezeigt, dass einige Spieler international halt (noch) viel zu schwach sind.
    Yeboah hat überhaupt keinen Stich gemacht, Dante steht so oft völlig falsch.
    Zudem wars halt extrem mutlos. In einer Partie, wo man nichts zu verlieren hat, hätte man ruhig was riskieren können. Monaco hat ja überhaupt nichts gezeigt (vor allem in HZ 1), da hätt man gleich andrücken müssen. Sind ja nicht zu Unrecht in einer sportlichen Krise, zudem war das in der Defensive fast die Reservemannschaft.
    Leider, leider.
    Zumindest hat die Anhängerschaft internationales Format, die Mannschaft hat es nicht.
    Alles andere als 0 Punkte würde mich nach dieser Partie überraschen.

    • jott1976 sagt:

      Da muss ich dir leider recht geben. Hätte schon gehofft, dass wir in unserer Entwicklungsphase etwas weiter sind.
      Aber wenn du im ganzen Spiel nur einen gefährlichen Konter fährst, kannst halt nur hoffen das Hinten die 0 steht.
      Ich hätte es mir erhofft, dass unsere Spieler es zumindest mit Pressingphasen probieren eine nicht eingespielte und außer Form befindliche AS Monaco auszuhebeln.
      Was soll es! Die Jungs sollen daraus lernen und im nächsten Spiel mutiger auftreten.
      Und wenn du dennoch verlierst – Egal!
      Wir können nur gewinnen!

  4. Ennstaler sagt:

    Für den Auftakt war es durchaus nicht schlecht, nach dem ersten Heimspiel wird auch die nach so langer internationaler Absenz verständliche Nervosität weg sein.

Schreibe einen Kommentar