Auswärtsserie fortsetzen

Spielvorschau: FC Salzburg vs. SK Sturm Graz

Wenn man von einem Duell zweier kriselnder Vereine spricht, ist es selten verwunderlich, dass es sich bei Sturm Graz um einen der beiden Betroffenen handelt. Dass es sich beim zweiten Verein um FC Salzburg handelt, ist aber kaum einmal der Fall. Tatsächlich aber befinden sich die Mozartstädter in einer kleinen Krise. Den letzten Bundesliga-Sieg feierte die Mannschaft von Jesse Marsch Anfang Dezember gegen Wattens. Die letzten vier Ligaspiele blieben die Salzburger somit sieglos.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Offensive Hoffnungsträger

Auch bei Sturm läuft es im Frühjahr noch nicht nach Plan. Den einzigen Pflichtspielsieg konnte man mit Müh und Not bei der Admira einfahren.  Die Aussage von Nestor El Maestro, man könne es im Moment nicht viel besser als im Spiel gegen die Austria, lässt die Sturm-Fans nicht gerade hoffnungsvoll Richtung oberes Play-off blicken.

Vor allem im Offensivspiel besteht bei den Blackys großer Verbesserungsbedarf. Bekim Balaj wurde zuletzt als Joker eingesetzt und konnte in dieser Rolle gegen Austria Wien sein erst sechstes Saisontor erzielen. Beim 1:1 im Hinspiel gegen Salzburg spielte der Albaner eine Schlüsselrolle im Spiel der Grazer. Am vergangenen Dienstag musste Balaj das Mannschaftstraining wegen Schmerzen im Oberschenkel jedoch abbrechen. Thorsten Röcher und Philipp Huspek laufen ihrer Topform seit einigen Spielen ebenfalls hinterher. Das Spiel gegen Salzburg könnte für die beiden Flügelstürmer und für das System von Nestor El Maestro genau zum richtigen Zeitpunkt kommen. El Maestro wird es recht sein, wenn der Gegner versucht das Spiel in die Hand zu nehmen und man zunächst abwartend auf Konter spielen kann.

Salzburg läuft den Ansprüchen hinterher

Ironischerweise kommt die Punktehalbierung in dieser Saison dem Serienmeister aus Salzburg zugute. Zum Frühjahrsauftakt mussten die Salzburger die Tabellenführung im direkten Duell an den LASK abgeben. Anschließend scheiterte man klar an Eintracht Frankfurt in der Europa League, schon hier machte sich bei Salzbug-Trainer Jesse Marsch Ratlosigkeit breit: „Ich weiß nicht, warum die Leistung so schlecht war.“ Doch damit nicht genug: Auf ein mageres 2:2 gegen die Austria folgte eine Auswärtsniederlage in Altach. Aktuell liegt man somit sechs Punkte hinter dem Tabellenführer aus Linz.

Vor allem Jesse Marsch steht bei den Mozartstädtern hart in der Kritik. Die ständige Rotation ließe keine Konstanz zu, so die Kritiker. Die Rotation wird es vermutlich aber auch beim Spiel gegen Sturm Graz geben – nur zwei spielfreie Tage werden der Mannschaft nach dem Cup-Sieg gegen die Linzer gegönnt.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Respekt ablegen

Verstecken brauchen sich die Blackys vor den Salzburgern nicht – ganz im Gegenteil. In den letzten Spielen hat sich der (Noch)-Meister aus Salzburg vor allem im Spielaufbau und bei der Chancenerarbeitung schwergetan. Diese Tatsache muss sich die Mannschaft von Nestor El Maestro zunutze machen. Die Altacher haben zuletzt gezeigt, dass man erfolgreich sein kann wenn man die Bullen früh unter Druck setzt. Die Schwarz-Weißen müssen so wie im 1:1-Hinspiel agieren und dürfen den Gegner nicht zu sehr ins Spiel kommen lassen. Sollten die Salzburger zu viel Zeit und Platz am Ball bekommen, wird es ihnen wohl gelingen, sich aus der Mini-Krise zu schießen. Nur abwartend auf Konter zu spielen wird mit hoher Wahrscheinlichkeit über 90 Minuten nicht gutgehen.

Anschluss nicht verlieren

Die Salzburger müssen unter anderem auf die Leistungsträger Zlatko Junuzovic und Hee Chan Hwang verzichten, die beide mit einer Oberschenkelverletzung ausfallen. Zudem befindet sich Mohamed Camara aus familiären Gründen in der Heimat. Jesse Marsch rechnet mit einer gut organisierten Sturm-Mannschaft: „Es ist möglich, dass sie ein bisschen tiefer spielen und nach Umschaltsituationen suchen.“ Er rechne aber damit, dass seine Mannschaft nach dem Cup-Erfolg gegen Linz im Spiel gegen Sturm wieder in die Spur finden wird.

Während Nestor El Maestro gewohnt ehrlich bekannt gibt, dass es „kompliziert ist, etwas aus Salzburg mitzunehmen“, blickt Anastasios Avlonitis der Partie mit Vorfreude entgegen: „Ich bin optimistisch, dass wir einen oder drei Punkte holen können.“ Diese Punkte kann Sturm auch gut gebrauchen – im Moment liegt man sieben Punkte hinter dem Drittplatzierten aus Hütteldorf. Hoffnung macht die Auswärtsbilanz der Grazer, die sich in dieser Saison durchaus sehen lassen kann: Die letzten fünf Spiele hat man in der Fremde nicht verloren.

Spieldaten

Österreichische Bundesliga 2019/20, 22. Runde
Sonntag 08.03.2020, 14:30 Uhr, Red Bull Arena
Schiedsrichter: Julian Weinberger

Mögliche Aufstellung:
Siebenhandl; Sakic, Avlonitis, Spendlhofer, Ljubic, Hierländer; Dominguez, Jäger, Kitishvili; Huspek, Röcher

Ersatz:
Schützenauer, Schrammel, Geyrhofer, Leitgeb, Jantscher, Friesenbichler, Balaj

Verletzt: Despodov

Anzeige

2 Kommentare

  1. Erzschwoarza sagt:

    Heute kommen eh die Schwoazn. Nach dem Spiel hat Salzburg keine Krise mehr! Und wir haben ein Debakel serviert bekommen!

    5+
  2. SM1982 sagt:

    So. WIRD’S Sein

    0

Schreibe einen Kommentar