Aus einer gesicherten Defensive heraus

Mladost Podgorica vs. SK Sturm Graz – der Spielercheck

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der letzten Partie Mladost Podgorica vs. SK Sturm Graz sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Dario Maresic – Note: 1,88

Der 17-Jährige spielte eine nahezu fehlerfreie Partie, hatte seine Gegenspieler stets im Griff und zeigte sich erstaunlich cool. Diese Ruhe und Abgeklärtheit erinnert ein wenig an den jungen Basti Prödl, der damals auch alle mit seiner Abgeklärtheit überraschte. Ein kleiner Fehler schlich sich einmal in das Spiel des Youngsters ein, aber hier waren sofort seine Mitspieler zur Stelle, um als Kollektiv Fehler zu korrigieren.

Marvin Potzmann – Note: 1,95

Potzmann rutschte für Schulz in die Startelf und beackerte die linke Außenbahn, normalerweise ist das ja griechisches Hoheitsgebiet. Der Österreicher brachte viel Schwung, konnte immer wieder für Gefahr sorgen und hätte Sturm in der ersten Halbzeit sogar persönlich auf die Siegesstraße führen können, doch sein Kopfball konnte gerade noch entschärft werden. Sollte Lykogiannis den Verein doch noch verlassen, so hat man mit Potzmann definitiv keinen schlechten Ersatz bereits im Kader. Potzmanns Vielseitigkeit macht ihn für Sturm zu einem sehr wertvollen Kaderspieler. Ein montenegrinischer Kollege konnte gar nicht glauben, dass Potzmann nicht DER Sturmspieler sei und gar nicht zum Stammpersonal Fodas zähle.

Thorsten Röcher – Note: 1,98

Der Neuzugang tat sich zu Beginn des Spiels noch etwas schwer gegen die aggressiven Montenegriner, konnte sich mit Fortdauer der Partie aber steigern. Per Doppelpass mit Alar kombinierte er sich auch sehr effizient in den Strafraum, um das 1:0 zu erzielen. Suchte immer wieder die Eins gegen Eins-Duelle und hatte mit mehr Freiraum auch viel Spaß mit seinen Gegenspielern.

Charalampos Lykogiannis – Note: 2,06

Rückte anstelle von Schulz in die Innenverteidigung und blieb hier fehlerfrei. Der Grieche wurde selten bis nie ernsthaft gefordert, im Spielaufbau konnte er sein Passspiel gut einbringen, verzichtete auch auf viele Risikopässe, die er auf der Außenbahn sonst nur zu gerne spielt. War bis auf einen gefährlichen Freistoß kaum zu bemerken, was für einen Innenverteidiger ja eigentlich nur gut ist.

Peter Zulj – Note: 2,08

Gegen die kompakte Mannschaft fand Zulj kaum Mittel, seine Stärken sinnvoll ins Spiel einzubringen. Viele Fehlpässe, besonders seine langen Pässe in die Spitze, prägten sein Spiel. Auch die Körpersprache war nicht immer positiv, oft drehte er resignierend ab oder antwortete mit abwertenden Handgesten. Dieses Verhalten sollte er schnellstmöglich abstellen, denn damit wird er auf viel Unverständnis in der Kurve treffen. Er versuchte es oft aus der Distanz, jedoch scheiterte er ein ums andere Mal recht kläglich mit seinen Fernschüssen.

Deni Alar – Note: 2,11

Deni wurde im Rückspiel weit weniger bewacht als noch in Graz. Diesen Platz nutze der Goalgetter gut aus, verteilte die Bälle, besetzte Räume und war ein ständiger Gefahrenherd für Mladost. Legte das 1:0 für Röcher mit einem perfekten Doppelpass auf und erzielte das vorentscheidende 3:0 mit einem satten Fernschuss. Einzig den verschossenen Elfmeter muss er sich ankreiden lassen, besonders der Nachschuss sah sehr unglücklich aus, auch wenn er selbst sagte, der Ball sei noch versprungen.

Fabian Koch – Note: 2,21

Hatte wesentlich mehr Gegenwehr als noch im Hinspiel, Mladost Podgorica hatte im Rückspiel also mehr Respekt vor Kochs Hereingaben. Sturm versuchte es in der Anfangsphase noch über die Flügel, hier wurde er aber recht gut isoliert. Nach dem 1:0 versuchten es die Grazer vermehrt durch die Mitte, wodurch Koch nicht mehr auffällig ins Spiel eingriff.

Jörg Siebenhandl – Note: 2,26

Wurde nur sehr selten geprüft, aber wenn, dann war er zur Stelle. Hatte einmal etwas Glück, als er einen langen Ball etwas zu kurz klärte und ein Montenegriner mit seinem Schussversuch zu lange brauchte, allerdings wäre Siebenhandl wohl wieder rechtzeitig in seinem Kasten gewesen. Das Abseitstor wäre womöglich haltbar gewesen, aber das hatte sowieso keinen Einfluss auf den Spielstand. Alles in allem eine sehr solide Partie des Schlussmanns, der sich auch immer wieder fußballerisch einbaut und sich als sichere Passstation für seine Vorderleute präsentiert.

Stefan Hierländer – Note: 2,36

Hierländer bewegte sich viel und gut, forderte die Bälle und spielte sie gut in die Spitze. Er zog immer wieder in die Mitte, spielte schnell nach vorne und war ein ständiger Unruheherd im Spiel der Grazer. Der Kärnter ist ungemein schwer zu verteidigen, mit kleinen Körperbewegungen lässt er Gegner ins Leere fahren und schafft sich dadurch Raum. Sein Spiel sieht dadurch aber weit weniger spektakulär aus, ist aber effizient und kaum berechenbar. Das mussten auch die steifen Verteidiger von Mladost erfahren, die außer Härte keine Mittel gegen den Mittelfeldspieler der Grazer fanden.

Sandi Lovric – Note: 2,37

Der 19-Jährige probierte viel, auch Zauberpässen, die mal funktionierten, mal nicht, aber boy, der Junge ist 19. Fehler sind da normal, aber seine Körpersprache, sein Wille und das ständige Fordern nach dem Ball sind Eigenschaften, die man in der letzten Saison bei zu vielen Akteuren schmerzlich vermisste. Versuchte es oft aus der Distanz und konnte den Schlussmann von Podgorica einige Male fordern. Baute im Laufe der Partie aber ein wenig ab, wirkte am Ende müde und ausgelaugt, aber er zeigte bis dahin auch unbändigen Einsatz.

Philipp Zulechner – Note: 2,47

Stürmer werden an Toren gemessen, ein Satz, den wir in der letzten Saison nur zu gerne bei Deni Alar brachten, passt selbstverständlich auch hier bei Zulechner. War er im Hinspiel noch einer der Schwächeren, da er eine Topchance vergab, so konnte sich der Blondschopf im Rückspiel in die Torschützenliste mit einem sehenswerten Distanzschlenzer eintragen. Allgemein wirkt Zulechner fitter als letzte Saison. Neben einer verbesserten körperlichen Präsenz zeigt er auch ein erhöhtes Laufpensum, wohl auch, um Deni Alar die notwendigen Räume zu schaffen.

Kurzeinsatz:

Marc Schmerböck – Note: 2,65

Ersetzte Röcher, der verletzungsbedingt ausgewechselt werden musste und konnte dem Spiel aber keinen Impuls geben. Die Partie war schon entschieden, Sturm versuchte nun noch schneller und direkter in die Spitze zu spielen und scheiterte oft an der notwendigen Präzision, so bekam Schmerböck wenig Bälle. Bewegte sich viel, aber blieb wirkungslos.

James Jeggo: – Note: 2,48

Sollte in der Schlussphase das Mittelfeld stabilisieren, da die Montenegriner wohl noch eine Schlussoffensive starten hätten können. Dem war aber nicht so, Jeggo schwitzte noch ein wenig und durfte dann mit der Mannschaft den Sieg bejubeln.

Philipp Huspek: – Note: 2,58

Durfte noch einige Minuten internationale Luft schnuppern, konnte sich auch einmal in Szene setzen, brachte nach einem guten Vorstoß aber keine gefährliche Flanke mehr in den Strafraum.

 

Das SturmNetz-Team bedankt sich bei 203 eingegangenen Bewertungen und widmet dem Man of the Match, Dario Maresic, folgenden Song:

1 Kommentar

  1. graz4ever sagt:

    Find die Bewertungen allgemein (bis auf Lovric – und die letzteren Genannten viell), etwas zu hoch/gut diesmal..

    Aber in der Freude..so what 😉

    0

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