Auf Punktejagd im Bullenstadl

Spielvorschau: FC Red Bull Salzburg vs. SK Sturm Graz

Nach einer – speziell für Sturm – extra langen Länderspielpause, geht es in der 8. Bundesliga-Runde für die Blackys zum Ligakrösus nach Salzburg. In der derzeitigen Situation ist Fußball für viele wohl eher nur eine Randnotiz, dennoch bietet der Profisport aktuell zumindest ein wenig Normalität in einer tristen Zeit. Genießen lässt sich das derzeit freilich nur vor den Bildschirmen, wodurch ein guter Teil der Emotionen leider verloren geht. Bleibt zu hoffen, dass sich im neuen Jahr alles wieder hin zum Besseren wenden wird. Die Zukunft bleibt aber natürlich auch weiterhin ungewiss.

Tormaschine mit kleinen Defiziten

Mit Blick auf den sportlichen Aspekt wird schnell deutlich, dass die Bullen als klarer Favorit in diese Partie gehen werden. In den bisherigen sieben gespielten Runden gingen die Salzburger sechs mal als Sieger vom Platz, nur gegen den nächsten Verfolger aus Wien-Hütteldorf musste man sich zuletzt mit einem Unentschieden zufrieden geben. Auch wenn bisher nur zwei Spiele in der Liga ohne Gegentor beendet wurden, unterstreichen die im Schnitt über 3,5 eigenen Treffer die Offensivpower, die vor allem Wattens (0:5) und Hartberg (1:7) ordentlich zu spüren bekam. In der Königsklasse lief es zwar rein vom Ergebnis her nicht nach Wunsch, leicht machte man es seinem Gegner aber auf keinen Fall. Bei der 2:6 Niederlage gegen den FC Bayern, bei der der deutsche Rekordmeister das Spiel, welches lange Zeit auf Augenhöhe geführt wurde, erst in der Schlussphase für sich entscheiden konnte, zeigte sich recht deutlich, wo die Salzburger aktuell ihre größten Defizite haben: In der Defensive. Diese scheint heuer noch nicht so gefestigt, wie noch in der vergangenen Spielzeit. In der heimische Bundesliga mag dies aufgrund der starken Offensive aber immer noch reichen, um den Großteil der gegnerischen Teams zu dominieren. 

Auf sein Comeback muss man sich noch etwas gedulden: Otar Kiteishvili  (c) Martin Hirtenfellner – Fotografie

„Mit all unseren Tugenden das Top-Team der Liga bespielen“

Aufgrund der Covid-bedingten Verschiebung der 7. Runde gegen den WAC und der verschobenen Cup-Partie gegen Innsbruck wegen der verordneten Staatstrauer nach dem Anschlag in Wien, bestreitet Sturm nun das erste Pflichtspiel seit dem 1. November. Mit Ausnahme der 0:2 Niederlage gegen den LASK lief es in den Spielen davor ganz gut. Nach den anfänglichen drei Remis in Serie fanden die Grazer gut in die Saison und konnten bei den Erfolgen gegen Altach und Ried auf ganzer Linie überzeugen. Trainer Christian Ilzer scheint früher als vermutet ein Konzept gefunden zu haben, welches zur Mannschaft passt. Einziger Kritikpunkt ist und bleibt allerdings die Offensive. Die Torausbeute aus den herausgearbeiteten Möglichkeiten ist aktuell noch viel zu niedrig. Es ist zu erwarten, dass man sich in Salzburg vor allem auf die Defensivarbeit konzentrieren wird, wodurch sich Einschussmöglichkeiten vorne in keiner rauen Menge bieten werden. Weiterhin schmerzt auch der Ausfall von Mittelfeldmotor Otar Kiteishvili, der noch an seinem Muskelbündelriss laboriert und erst vor kurzem wieder ins Mannschaftstraining eingestiegen ist. Ebenso steht die Rückkehr der Youngsters Vincent Trummer, Niklas Geyrhofer, Tobias Strahlhofer und Tobias Koch noch in weiter Ferne. Fraglich ist außerdem Jan Gorenc-Stankovic, der zu Wochenbeginn noch leicht angeschlagen war. Trotz der Tatsache, dass man als Underdog in das Spiel gehen wird, wäre aufgrund der Tabellensituation zumindest ein Punktgewinn immens wichtig. Zwar steht Sturm nach Verlustpunkten immer noch auf Rang vier, jedoch ist das Tabellenmittelfeld punktemäßig extrem knapp beisammen und so könnte man sich nach nur wenigen verpatzten Spielen ganz schnell im Tabellenkeller wiederfinden. Sollte es zu einem überraschenden Auswärtserfolg kommen, worauf natürlich jeder im schwarz-weißen Lager  hofft, dann wäre es der erste Sieg in Salzburg seit exakt 1.510 Tagen. Coach Ilzer sieht sein Team mit all seinen Tugenden auf keinen Fall chancenlos, bekräftigte in der Pressekonferenz zum Spiel aber auch, dass man für einen Punktgewinn in allen Bereichen das derzeit höchste mögliche Niveau aufbieten muss. 

Spieldaten

FC Red Bull Salzburg vs. SK Sturm Graz

Österreichische Bundesliga, Saison 2020/21, 8. Runde

Samstag, 21.11.2020, 17:00 Uhr, Red Bull Arena

Mögliche Aufstellung: Siebenhandl; Ingolitsch, Nemeth, Wüthrich, Dante; Hierländer, Jäger, Ljubic, Kuen; Jantscher, Friesenbichler

Ersatz: Schützenauer, Gazibegovic, Komposch, Zettl, Huspek, Balaj, Mwepu

Fraglich: Gorenc-Stankovič

Es fehlen: Kiteishvili, Trummer, Geyrhofer, Koch, Strahlhofer (verletzt)

 

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4 Kommentare

  1. fuchsrob sagt:

    Frage ans Sturmnetz-Team: sind die zuletzt Corona positiv getesten Spieler wieder mit von der Partie?

    2+
  2. neubeginn sagt:

    Auf geht’s:
    -) Angriff für Angriff: Sturm kann echt gut Zusammenspielen:
    –)Als Mannschaft wird Sturm RBS zu Fall bringen, wenn sie (a) durchschnittlich spielen und (b) Sturm alles rausholt.
    –)Als Mannschaft wird Sturm an RBS reifen, wenn Sturm unter allen Umständen einfach weiter Gas gibt und jeder früh mitdenkt(antizipiert).
    —)Die Zeit bis, dass jeder Sturm Spieler sieht: „Da geht noch was: Motivation–> Einsatz–>Bewegung–>Möglichkeiten die mutig ergriffen werden“ darf einfach nicht mehr mit einer Verzögerung auftreten. So wie Ilzer es ankündigt:“Gleich von Beginn an Zeigen was man kann, weil man es kann“, dann wird sich Sturm nicht verstecken müssen.

    -)Ich bin mit einem Unentschieden, oder mindestens einem Tor schon Zufrieden, sofern über mindestens 85 Minuten mit vollen Elan dagegen gedrückt wird.

    -)Mmn ist RBS gegen Bayern einfach konditionell untergegangen, da RBS alles mobilisiert hatte und gegen Ende nicht mehr die nötige Reserven hatte, um gegen eine Größe wie die Bayern anzukommen.

    -)Im Ringen um die Spieldominanz, werden auf beiden Seiten genug Umschaltmomente entstehen.

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  3. Erzschwoarza sagt:

    Liebes Sturmnetz Team. Otar wird sehr wohl im Kader stehen, dazu sollte man einfach mal die Pressekonferenz ansehen! Lg

    3+
  4. neubeginn sagt:

    Mmn ist RBS die Messlatte der Liga.
    -Wer Unentschieden, oder Siegreich hervorgeht, gehört zu den Top 3.
    -Wer mit weniger als 2 Toren verliert gehört ins OPO.
    -..
    Gemeinsam unter Berücksichtigung des Trends:“ wer gewinnt wann gegen wen“ kann man gut sehen wo Sturm aktuell steht. Bald(10.Runde) gibt es da die erste fast vollständige Beurteilung..

    Wird Sturm mit breiter Brust auflaufen?.
    Kann Sturm den Anspruch für Höheres schon früh in der Saison fixieren?
    Welche Lösungen werden im Spiel sichtbar?

    0

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