Auf-Koch-en für Europa

Spielercheck: SK Sturm Graz vs. FC Admira

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der letzten Partie SK Sturm Graz vs. FC Admira sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Einsendungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel ,,Man Of The Match‘‘ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

 Man of the Match:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Fabian Koch – Note: 1,74

Mit Koch und Lykogiannis verfügt der SK Sturm, nach einer jahrelangen Megabaustelle auf diesen Positionen, aktuell wohl über die besten Außenverteidiger seit Jahren. Auch Fabian Koch ist einer, der Woche für Woche kompromisslos seinen Mann steht und stets konstant zu Werke geht. Dass sich der Rechtsverteidiger zum einen in der Defensive gegen die Südstädter kaum Fehler leistete, spricht ebenso von Qualität, wie seine dynamischen Vorstöße und seine ständige Anspielbarkeit in der Vorwärtsbewegung – von seiner gut wahrnehmbaren Zweikampfstärke ganz zu schweigen. Seine Vorarbeit beim Siegtreffer, die Flanke auf Schmerböck, unterstreicht Kochs gute Leistung am gestrigen Tag.

James Jeggo – Note: 1,90

Jeggo „The Machine“ weiß, wie Konstanz geschrieben wird. Man könnte eigentlich hergehen und seinen Text aus den vergangenen Spielerbewertungen einfach copy-pasten – man müsste lediglich die eine oder andere Kleinigkeit überarbeiten. Genau so sollte die wöchentliche Performance eines Sechsers auch aussehen. Der Australier rackerte auch gestern gegen die Admira unermüdlich, scheute keinen Zweikampf, ist stets, wirklich ununterbrochen anspielbar und erinnert allromanmählich immer stärker an einen ehemaligen kleinen Zentralen bei Sturm Graz, der einen wesentlichen Bestandteil der erfolgreichen 98er-Generation darstellte. Immer weiter, Lieblingsaustralier!

Lukas Spendlhofer – Note: 1,96

Souverän in der Innenverteidigung gegen den Ball, eine äußerst übersichtliche und durchdachte Herangehensweise bei Ballbesitz im Spielaufbau und eine echte Leaderpersönlichkeit in Puncto Körpersprache und Ausstrahlung – das sind so die Attribute, aufgrund derer bei Ersatzkapitän Spendlhofer wohl bald das Wörtchen „Ersatz“ gestrichen werden sollte. Hatte gestern gegen die konterstarken Admiraner weitestgehend alles im Griff und ließ über die volle Spielzeit wenig bis gar nichts zu.

Baris Atik – Note: 2,05

Starker Auftritt der Hoffenheim-Leihgabe am gestrigen Nachmittag. Atik wirbelte in der Offensive das eine oder andere Mal stark, strahlte jede Menge Spielfreude aus, besorgte die 1:0-Führung der Grazer und war bei seiner, für viele im Stadion absolut unverständlichen Auswechslung in Minute 64 wutentbrannt, so sehr, dass er auch auf ein Abklatschen mit dem Coach verzichtete und in kilometerweiter Entfernung zu Foda auf der Bank platznahm. Richtiggehend on fire also – so, wie man Sturm auch sehen will. Für ihn kam Philipp Zulechner, der Siegtorschütze im Spiel, für den man aber auch gut und gerne die Doppelsechs hätte auflösen können. Konjunktiv Ende. Atik war stark.

Charalampos Lykogiannis – Note: 2,11

Gute Leistung des Griechen auf der linken Außenverteidigerposition. Seine kleinen Stellungsfehler und ab und an vorkommenden Minimalaussetzer, die bei Lykogiannis sowieso und generell ein wenig zum Inventar gehören, sollen bei seiner leidenschaftlichen Spielweise verziehen werden. Alles in allem eine gute und solide Performance des Neo-Nationalspielers, der das Offensivspiel der Grazer potenziell noch mehr verstärken könnte, würde er sich beispielsweise wieder öfter am Torabschluss versuchen.

Marc Andre Schmerböck – Note: 2,17

Schmerböck war einer der Aktivposten im Spiel der Grazer und das auch über die volle Spielzeit. Denn beim wichtigen 2:1-Siegtreffer, der Liebenau in der 86. Minute in Extase versetzte, lieferte er den Assist auf Zulechner, indem er die Koch-Flanke gekonnt und direkt auf den Fünfer abtropfen ließ. Davor rackerte der 23-Jährige stets unermüdlich, wetzte einigen auch verlorengeglaubten Bällen hinterher und war stets anspielbar. Alles in allem eine sehr gute Leistung des linken Flügelflitzers, der in dieser Form ein wertvoller Bestandteil für die kommenden Europacup-Aufgaben sein kann.

Christian Gratzei – Note: 2,66

Grazei agierte eigentlich über die gesamte Spielzeit gewohnt souverän und abgebrüht, hatte aber auch bei zwei, drei Aktionen Glück, als das Aluminium aushelfen musste. Beim Gegentreffer ließ er allerdings beim Herauskommen die nötige Effizienz vermissen und stellte dadurch in nicht Fisch- nicht Fleisch-Manier kein großes Hindernis für  Assistgeber Christoph Monschein- und schon gar nicht für den Torschützen Maximilian Sax dar, der letztendlich nur mehr ins leere Tor einschieben musste. Ein Schönheitsfleck also auf der sonst blütenweißen Weste des Sturm-Urgesteins, der gerade erst seine Vertragsverlängerung bis Sommer 2018 bekanntgegeben hatte. Sei`s wie`s sei, auch ein Christian Gratzei darf Fehler machen. Und Sprechchören von der Nord gab es trotzdem des Öfteren.

Stefan Hierländer – Note: 3,21

Es war gestern wohl nicht der Tag des Stefan Hierländer. In der Offensive meist unauffällig – obwohl auch er beim Atik-Treffer seine Beine im Spiel hatte -, viele schlecht getroffene Entscheidungen in teilweise aussichtsreichen Offensiv-Aktionen und sein Fehlpass in der Vorwärtsbewegung, der den Gästen den zwischenzeitlichen Ausgleich bescherte, sprechen eine eher unglückliche Sprache. Der Offensiv-Allrounder am Flügel hatte schon weitaus bessere Partien in der laufenden Saison.

Simon Piesinger – Note: 3,27

Der seit längerem stark in der Kritik stehende Maibaum der Schwarz-Weißen zeigte, dass er auch anders kann. Piesinger erarbeitete sich zwei, drei richtig gute Kopfballmöglichkeiten – bei einer davon, in Durchgang zwei, gewann er im Zentrum einen Zweikampf, legte raus auf den Flügel, machte Tempo und setzte im Strafraum der Südstädter zum Flugkopfball an, scheiterte dabei aber an Leitner. Aktionen wie diese sollten im Spiel aber öfter vorkommen, um an der Stelle einen Teil des Leitbilds von Sturm Graz zu definieren. Alles in allem war das von Piesinger Gezeigte schon recht OK – es bleibt aber dennoch weiterhin einiges an Luft nach oben beim 25-Jährigen.

Deni Alar – Note: 3,34

Der wiedergenesene Leader der österreichischen Torschützenliste konnte gestern nicht netzen und musste zusehen, wie ihn Kayode – dem gegen Red Bull sein 17. Saisontreffer gelang – vom Thron schubste. Dementsprechend verärgert war er wohl auch, als ihn Trainer Foda beim Stand von 2:1 in der Schlussphase vom Feld nahm und mit Potzmann einen Defensivspieler brachte – musste die Admira in dieser Phase doch aufmachen, was wohl weitere Räume für den Neuner im Dress der Grazer bedeutet hätte. Bis zu seiner Auswechslung konnte der Deni Alardings des Öfteren seine Qualitäten –  vor allem seine enorme Ruhe am Ball, wie beispielsweise beim 1:0 durch Atik, bei dem  auch er seine Beine im Spiel hatte – aufblitzen lassen. Beim letzten Saisonspiel kommenden Sonntag in Wolfsberg hat der schwoaze Goalgetter jedoch alles in eigener Hand, da Kayode gegen die Admira gesperrt ist. Bahn frei also für Deni Alar.

Christian Schulz – Note: 3,52

Schulz, dem aufgrund seiner weitreichenden Erfahrung in der deutschen Bundesliga Woche für Woche wohl ein wenig kritischer auf die Beine geschaut wird, als man es logischerweise etwa bei den jungen Maresic oder Schoissengeyr tut, wirkte gestern zumindest um einiges stabiler, als in den letzten Spielen. Konstant bleibt allerdings die Kritik an seiner Art und Weise, das Spiel zu eröffnen. Der Ausputzer ins Nirgendwo sollte bei einem Verein wie Sturm Graz lediglich in absoluten Notsituationen zu Hilfe gezogen werden. Bei den Ballaktionen des Deutschen folgen diese aber wie das Amen im Gebet und sind zudem weitestgehend schlecht platziert, wie auch gestern wieder zu oft gesehen. Defensiv diesmal relativ stabil und einigermaßen fehlerfrei, aber „Spiel schnellmachen“ funktioniert anders.

 

Wechselspieler:

Philipp Zulechner – Note: 2,25

In der 64. Spielminute für Atik eingewechselt, konnte Zulechner absolut für neuen Schwung im Spiel der Grazer sorgen. Zeigte sich enorm einsatzfreudig – auch wenn bei weitem nicht alles gelang -, eroberte Bälle, gewann Zweikämpfe und – wohl das wichtigste an diesem Nachmittag – besorgte den Siegtreffer, nach einer kurzen, etwas komisch aussehenden Pirouette, aber dennoch, im zweiten Versuch, nach der  Schmerböck-Vorarbeit. Sein Leistungstrend zeigt stark nach oben, in der Form ist er eine absolute Bereicherung im Spiel der Grazer, auch schon im Hinblick auf die kommenden, internationalen Aufgaben.

Sascha Horvath – Note: 2,48

Brachte bei seinem letzten Auftritt in Liebenau – er kam in Minute 80 – nochmal gehörig Schwung ins Geschehen und war auch unmittelbar am Siegtreffer von Zulechner beteiligt, bei dem er in absoluter Horvath-Manier einer eigentlich verloren geglaubten Kugel nachtigerte, diese auch eroberte und den Pass auf Koch spielte, dessen Flanke in weiterer Folge nach Europa führen sollte. Der kleine Dribblanski mit dem großen Kämpferherz wird fehlen – der nächste steht aber mit Romano Schmid schon habt Acht, bei dem man sich bereits jetzt mehr Einsätze erhofft, als es bei Sascha Horvath der Fall war.

Marvin Potzmann – Note: 3,07

Kam in Minute 90 für Deni Alar und durfte immerhin ganze sechs Minuten Nachspielzeit absolvieren. Konnte den einen oder anderen Ball erobern, dem Spiel jetzt aber nicht mehr groß seinen Stempel aufdrücken.

Das SturmNetz.at – Team bedankt sich für 220 eingegangene Bewertungen und widmet Man Of The Match Fabian Koch folgenden Song:

1 Kommentar

  1. Jocole sagt:

    Der beste Spielercheck des Jahres! Genau so habe Ich die einzelnen 14 Akteure genen die Admira gesehen!

    Piesinger wie immer mindestens eine Note zu schlecht bewertet! Ist aber eine andere Geschichte…der war bärenstark!

    Kompliment an Stefan Wilfing, kannst dich auch bei Sky oder beim ORF bewerben!

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