Auf den Spuren von Basti Prödl

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der letzten Partie SK Sturm Graz vs. SKN St. Pölten sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man of the Match

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Dario Maresic – Note: 1,49

Es ist einfach unglaublich. Dieser Teenager spielt ein derart abgeklärtes Spiel, dass man seinen Augen kaum trauen kann. Immer wieder rettete der Youngster, grätschte seinen Gegenspielern wie ein Weltmeister die Bälle von den Füßen und trieb damit so manchen St. Pöltner zur Verzweiflung. Auch in der Spieleröffnung wirkt Dario sehr abgeklärt, weiß wann es besser ist, einen sicheren Rückpass zu spielen und sieht die Möglichkeiten, wann sich ein riskanterer Pass in die Spitze lohnen könnte. Leichtsinnige Situationen sucht man in seinem Spiel vergeblich. Maresic wurde somit von unseren Lesern in dieser erst vier Pflichtspiele alten Saison bereits zum dritten Mal zum Man of the Match gekürt. Mit solchen Leistungen hat der Youngstar seine Ambitionen, den derzeitigen Stammplatz auch nach Wiedergenesung seiner Innenverteidiger-Kollegen weiter inne zu haben, bereits mehr als unterstrichen. Seit Sebastian Prödl hat es kein Verteidiger aus dem eigenen Nachwuchs mehr geschafft, sich derartig schnell in die schwarz-weißen Herzen zu spielen. Auch von den Leistungen her kann man durchaus Vergleiche zum Watford-Legionär ziehen. Chapeau!

Peter Zulj – Note: 1,69

Der Neuzugang kennt seine Rolle in dieser Mannschaft noch nicht so richtig. Zwar übernahm er im Vergleich zu Jeggo den deutlich offensiveren Part der Doppelsechs, aber die Entscheidungsfindung ist nicht immer die Richtige. Das sagt sich retrospektiv natürlich einfach, lässt sich aber auch recht einfach erklären, wenn man bedenkt, wie kurz Zulj erst in dieser Mannschaft spielt. Mit mehr Routine funktionieren auch Passrouten und Laufwege besser und dann kann Peter ein sehr wertvoller Kreativspieler aus der zweiten Reihe werden, der definitiv die Qualitäten für den letzten Pass besitzt. Bei seinem ersten Tor im Sturm-Trikot, einem Elfmeter-Treffer in der 92. Spielminute, behielt der Neo-Blacky die Nerven, übernahm für die Mannschaft die Verantwortung und knallte die Kugel wuchtig in die Maschen. Somit setzte Zulj den Schlusspunkt in einer Partie, an die man sich in Graz-Liebenau noch länger erinnern wird können.

Stefan Hierländer – Note: 1,93

Krönte seine starke Leistung mit dem zwischenzeitlichen Ausgleich, den er mit Konsequenz im Strafraum erarbeitete und wuchtig, aber überlegt, abschloss. „Hierli“ ist immer für eine Überraschung gut, er zieht nach innen, besetzt den Strafraum, tauscht mit Zulechner oder Alar die Rolle und ist quasi am ganzen Spielfeld zu finden. Ein enormes Laufpensum und viele Zweikämpfe sind die Folge dieses aufopfernden Spielstils, der im Moment für Sturm so wichtig ist. Der gebürtige Kärntner ist am Platz vielleicht nicht so präsent, wie es zum Beispiel ein Peter Zulj ist, aber Hierländer ist aufgrund seiner guten Laufwege stets ein Gefahrenherd für die gegnerische Defensive.

Jimmy Jeggo – Note: 2,07

Der Staubsauger der Grazer ackerte enorm viel, ließ sich im Spielaufbau zwischen die beiden Innenverteidiger fallen, um den Spielaufbau von der letzten Reihe aus zu übernehmen. Fälschte Thürauers Schuss zum 0:2 unglücklich ab. Wirkliche Schuld traf ihn dabei natürlich nicht, auch wenn er schon von Anfang an näher am Sechzehner stehen könnte, um auf abgeblockte Bälle zu warten und die Gegenspieler dann schneller stellen zu können. Gegen Ende der Partie entwickelte er sich zu einem wahren Zweikampfmonster, verlor kaum noch einen solchen und trieb die Gäste damit zur Verzweiflung.

Fabian Koch – Note: 2,13

Ungewöhnlich viele Abspielfehler schlichen sich in das Spiel des sonst so souveränen Außenspielers. Bekam von seinen Gegenspielern etwas mehr Platz als noch im Spiel gegen Podgorica und diesen wusste Koch auch zu nutzen. Immer wieder rückte er ins Zentrum, ging in die Spitze, hinterlief Hierländer oder Zulechner. Versuchte ständig in Bewegung zu bleiben und auch das Spieltempo möglichst hoch zu halten, hierbei unterliefen ihm aber zu viele Fehler.

Marvin Potzmann – Note: 2,18

Ein polyvalenter Spieler wie Potzmann ist für jedes Team ein enormer Gewinn. Wenn dieser dann auch noch so gut kicken kann, dann ist er der perfekte 12. Mann, den man ohne Bedenken auf jeder Defensivposition bringen kann, wenn ein personeller Engpass besteht. Auch in diesem Spiel bewies Potzmann wieder, dass er ein wirklich guter Verteidiger ist. Ließ über seine linke Seite kaum etwas anbrennen und konnte sich besonders im Spiel nach vorne einbauen. Zog immer wieder bis in den Strafraum und entwich damit seinen Bewachern auf der linken Seite. Bitte mehr davon!

Jörg Siebenhandl – Note: 2,20

Ein bitterer Abend für Siebenhandl. Sehr früh musste er zwei Mal hinter sich greifen und konnte bei beiden Gegentreffern nichts mehr retten. Schuld traf Jörg bei keinem dieser Tore, jedoch bewahrte er Sturm mit einer überragenden Reaktion vor dem 3:1. Wenn er sonst gefordert war, dann war er stehts zur Stelle. Es zeigt sich schon, dass Siebenhandl eine sinnvolle Verstärkung für die Mannschaft ist, auch in Hinsicht auf sein Alter, da er noch einige Jahre Topleistungen bringen kann.

Thorsten Röcher – Note: 2,36

Ging leicht angeschlagen in das Spiel, konnte jedoch immer wieder mit Dribblings überzeugen. Auch das Zusammenspiel mit Potzmann klappte bereits sehr gut. Zwingende Torchancen konnte sich Röcher zwar keine erarbeiten, aber er bewies sich als ständiger Antreiber und Unruhestifter auf der linken Seite. In den Eins gegen Eins-Duellen lässt er seine Qualitäten schon erahnen, besonders wenn er nach außen zieht und knapp an der Torlinie in den Strafraum dribbelt.

Charalampos Lykogiannis – Note: 2,49

Erneut eine sehr solide Vorstellung des Außengriechen in der Innenverteidigung! Versuchte sein Glück wieder bei Standards, aber noch ist das Visier von Lykoboom nicht richtig eingestellt. Konnte aber bei Eckbällen immer wieder für Gefahr mit seiner körperlichen Präsenz sorgen. Die Rolle in der Innenverteidigung tut ihm ganz gut: Hier muss er wesentlich mehr auf sein Passspiel bedacht sein, denn hinter ihm sichert niemand mehr ab. Seine Passstatistik aus dem letzten Jahr liest sich teilweise verheerend, hoffentlich kann er von dieser Erfahrung als Innenverteidiger zehren und am Flügel klügere Entscheidungen treffen.

Philipp Zulechner – Note: 2,53

Wieder konnte sich Zulechner in die Torschützenliste eintragen! Nach einem Eckball stand er goldrichtig und staubte zum zwischenzeitlichen 1:2 ab. Auch im Kopfballspiel zeigte sich Zulechner sehr präsent, konnte sich immer wieder sogar gegen zwei Gegenspieler durchsetzen. Wich zu Beginn öfters auf den Flügel aus, ging weite Wege und stellte sich in den Dienst der Mannschaft. Eine klare Torchance hatte er zwar nie wirklich, jedoch hätte er einmal aus spitzem Winkel den Abschluss suchen müssen, anstatt nochmal quer zu legen. Mit ein bisschen mehr „Torgeilheit“ macht Zulechner dieses Tor auch noch.

Deni Alar – Note: 2,81

Der Zwischenraumspieler der Grazer hat diese Saison eine völlig neue Rolle inne. Mit Zulechner als Spitze gibt es weniger Räume für Alar, die er besetzen kann, deswegen versucht er sich konsequenter auf sein Spiel zwischen den Abwehrreihen zu fokussieren und nicht mehr auf jenes direkt im Strafraum. Dafür rückt der Obersteierer weit nach hinten, holt sich die Bälle schon im Mittelfeld und ist auch am Flügel anzutreffen. Alles zum Leidwesen seiner Torgefahr, wenngleich sich der 27-jährige Goalgetter seine Chancen weiterhin erarbeitet. Wenn das Werkl noch besser ins Laufen kommt, wird Alar seine Rolle noch klarer interpretieren und für seine Gegenspieler kaum ausrechenbar sein.

Kurzeinsatz:

Philipp Huspek – Note: 2,65

Ersetzte Röcher, der noch immer ein wenig angeschlagen war. Konnte seinen Speed das ein oder andere Mal auf den Rasen bringen, auch wenn nicht immer Zählbares dabei raussprang. Mit seiner Geschwindigkeit öffnete er in der Schlussphase Räume, die Spieler hinter ihm, wie Alar oder Hierländer, nutzen konnten.

Fabian Schubert: – Note: 2,53

Foda wollte mit Schubert die physische Präsenz im Zentrum erhöhen, doch die Flanken, die ein Sturmtank wie Schubert braucht, kamen nicht. Auch wenn er Bälle sichern musste, agierte er eher unglücklich. Jedoch kann man dem Neuzugang sein Bemühen nicht absprechen. Letztendlich ging alles gut, Schubert wird sich in den nächsten Partien sicher wieder beweisen können.

Romano Schmid: – Note: 1,74

Was will man von einem Wechselspieler, der kurz vor Schluss in die Partie kommt und gerade einmal zarte siebzehn Jahre alt ist, denn bitte mehr erwarten? Der kleine Wirbelwind legte los wie die Feuerwehr und wurde zum Symbol dieses Sieges. Rotzfrech und mit einem perfekten ersten Kontakt legte er sich den Ball in den Strafraum, zog an Diallo vorbei und war nur noch mit einem Foul zu stoppen.

Das SturmNetz-Team bedankt sich bei 351 eingegangenen Bewertungen und widmet dem Man of the Match, Dario Maresic, folgenden Song:

10 Kommentare

  1. Ritter2016 sagt:

    Die Schlussphase war echt gut. Sturm hat gekämpft. Wenn Zulj und Jeggo immer so spielen wird es für Lovric aber auch dieses Jahr eng. Ovenstad dürfte kein Land sehen und war wohl gleich wie Chabbi ein Winter-Flop. Die Verpflichtung von Puchegger versteht derzeit auch kein Mensch. Zuerst als Backup zur IV und LV angekündigt, wissend, dass Potzmann der Backup für RV und LV ist, und das auch noch perfekt, wird jetzt noch ein IV geholt …oder man rechnet noch mit einem Abgang….

     

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    • graz4ever sagt:

      Wird auf die Systemeinstellung ankommen! Wenn er nur mit einer 6 spielt wie gg Mladost, wird Lovric spielen.. Hoff zumindest er hat sich für diese Saison mehrere Systeme ausgedacht, aber schaut bis jez alles gut aus! A die „Jungspieler“-Einsatzzeiten schauen gut aus..

      Maresic den Stammplatz zu geben, darf die einzig logische Konsequenz sein..macht seit seim Slzb-Debüt nen konstant top fehlerfrei starken Eindruck (allein, wieviele VTs hatten überhaupt schon mal 100% Quote???..ehrliche Frage, weiß das wer?)

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  2. Lyko ist im Herbst weg –> Puchegger

    Ovenstad muss ich dir glaub ich recht geben!

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  3. RAM6I sagt:

    Den einzigen Wunsch den ich habe, sollte es zu einem Wechsel kommen. Dass er ins Ausland geht und nicht in Salzburg od. Wien landet.

    Den sportlich kann er mit Sturm genau so viel erreichen nur Finanziell können wir nicht mithalten.

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  4. black_aficionado sagt:

    Ich persönlich habe in der Partie zwar Jeggo als BOTM gesehen, aber seis drum…
    Den Burschen so spielen zu sehen, da geht einem das Herz auf! Es wird eine absolut Mammutaufgabe für die sportliche Leitung, dass wir mit Junior und Maresic verlängern, aber sollte das gelingen, dann bist auf der IV-Position entweder a) die nächsten Jahre sauber abgesichert oder b) lukrierst einiges an Transfereinnahmen (was für uns jetzt auch nicht ganz unerlässlich ist).

    Wenn wir noch irgendwie einen Stürmer verpflichten können, der Speed und Spiel in die Tiefe mitbringt, das wäre optimal. Dann wären wir auf jeder Position doppelt und gut besetzt!

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  5. Bozo Bazooka sagt:

    Es gibt eh nur 2 Möglichkeiten. Entweder Dario gleich verkaufen, oder sofort verlängern mit einem finanziellen Angebot, das er nicht ablehnen kann. Dann zahlt man eben ein Jahr lang mehr Gehalt, kann ihn aber, wenn er so weiterspielt, nächstes Jahr teuer verkaufen. Zu halten wird er nämlich, realistisch gesehen, nicht sein.

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Ich glaube mit so ner Klausel wie ein Lovric sie hat könnte man ihn eher locken als mit Geld…das wird er noch genug bekommen wenn er sich bei uns beweist…

      Nur wenn man halt auf eben jener Position mehr als überbesetzt ist bringt sich der Verein halt in ne schwierige Ausgangslage bei Vertragsgesprächen. Wenn alle fit ist ist das Dilemma perfekt. Schulz wird Foda nicht sein Letztes Jahr auf der Bank sitzen lassen, Spendi und Schoissi werden auch auf einen Stammplatz schielen und Puchegger und Luan werden auch versuchen Spielzeit zu bekommen…irgendwer wird immer unzufrieden sein. Aber wenn keiner mehr geht werdens mehr als einer sein…

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    • Bozo Bazooka sagt:

      Ich denk halt, wenn der auch nur annähernd so eine Saison spielt, wie in den ersten Spielen jetzt und mit 17 schon so abgebrüht ist wie ein 30-Jähriger, dann wird, wenn sein Vertrag ausläuft, Salzburg oder irgendein anderer potenter Verein ihm so viel bieten, dass er weg sein wird, und sturm durch die finger schauen wird. Und das wäre nur mit oben genannten 2 Möglichkeiten zu verhindern, glaub ich. Aber wie ist denn die Klausel vom Lovric? Die ändert ja auch nix an der Vertragslänge, oder?

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    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Garantierte Spielzeit kann Maresic eben kein größerer Verein bieten…

      Und das wir das können (Pisi, Offi…) ist auch kein Geheimnis.

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    • flo1909 sagt:

      Ich würde sagen wenn er, und sein Berater, klug sind, unterschreibt er für 3 Jahre, wenn alles gut läuft ist er dann ein fertiger IV für Deutschland oder England, jetzt weg gehen, um dann in Salzburg oder Deutschland in der 2en Manschaft zu spielen, davon ist im sehr abzuraten!!!

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