Auf den Spuren Flash Gordons

Spielercheck: RB Salzburg vs. SK Sturm Graz

Die SturmNetz-Leserbewertungen der einzelnen Spieler der Bundesliga-Begegnung RB Salzburg vs. SK Sturm Graz sind abgeschlossen und alle Einsendungen sind ausgewertet. Wir haben den Durchschnitt aus allen eingegangenen Benotungen zu jedem Spieler berechnet, sowie eine (subjektive) schriftliche Beurteilung hinzugefügt. Nach jedem Match wollen wir nicht nur Noten, sondern auch den ehrenvollen Titel „Man of the Match“ an den Spieler mit der besten durchschnittlichen Gesamtbenotung vergeben.

Man Of The Match:

© Martin Hirtenfellner Fotografie

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Anastasios Avlonitis – Note 1,81:
Wieder einmal war Avlonitis einer der besten Akteure am Platz, dies sollte unbestritten sein. Ebenso wie die Tatsache, dass ein gewisser Michi Madl in Graz zumindest ein wenig in Vergessenheit gerät.  Kaum einer hätte es für möglich gehalten, aber der Grieche ersetzt den Neo-Teamspieler in der Defensive auf jeden Fall ebenbürtig. Beeindruckend ist vor allem Avlos körperliche Präsenz und Robustheit, die ihn trotzdem weder behäbig noch langsam erscheinen lassen. Gelingt es Sturm, den Griechen langfristig zu binden, dürfte das am Ende des Tages eine mehr als beträchtliche Ablösesumme dabei herausspringen. Nebenbei könnte der sympathische Innenverteidiger auch in puncto Popularität in die Fußstapfen des großen Flash Gordon treten.

 

Michael Esser – Note 1,86:
Obgleich dem Sturmkapitän einige Hobby-Experten den Gegentreffer zum zwischenzeitlichen 1:0 ankreiden wollen, trifft Esser hier definitiv keine Schuld. Klar stand er etwas zu weit vor seinem Kasten, aber dies zählt zum guten Ton eines modernen Torhüters und ist keineswegs verwerflich. Berishas Abschluss war ganz großes Kino und mit ein bisschen Glück hätte Bruno ihn sogar parieren können. Summa summarum eine solide und abgebrühte Leistung Essers, der durch seine enorme Sicherheit im Strafraum besticht. Gegen die starke Offensive von Salzburg haben sich andere Torhüter der Liga schon ganz anders angestellt.

 

Bright Edomwonyi – Note 1,95:
Keinem der aktuellen Kaderspieler war der Ausgleich gegen das Marketing-Projekt von Mateschitz mehr vergönnt, als dem nigerianischen Stürmer. Die derzeitige Entwicklung Edomwonyis ist sehr positiv zu bewerten und hält hoffentlich weiter an. Auffallend waren vor allem seine enorme Laufarbeit, sowie die Kaltschnäuzigkeit, die er gegen die Brausekicker an den Tag legte. Natürlich gibt es noch einiges, das der 21-Jährige verbessern muss, aber man muss konstatieren, dass Edi sich auf dem richtigen Weg befindet.

 

Charalampos Lykogiannis – Note 2,50:
Der zweite Grieche im Bunde der Grazer spielte eine ebenso solide Partie, auch wenn er einmal in Halbzeit eins gegen Christian Schwegler nicht gerade gut aussah. Dies sollte jedoch keine größeren Konsequenzen haben, da sein Landsmann die Situation bereinigen konnte. Defensiv kann man Lyko ansonsten nicht viel vorwerfen, offensiv hingegen gelang es ihm leider nicht, viele Akzente zu setzen. Dass er die gegnerischen Abwehrreihen mit seinen scharfen Flanken in Gefahr bringen kann, hat er in dieser Saison schon oft genug bewiesen und steht außer Frage.

 

Sascha Horvath – Note 2,55:
Dem Wiener gelang es leider gegen die kompakte Defensive der Bullen kaum, Akzente zu setzen. Er versuchte zwar immer wieder mit Dribblings und Diagonalläufen, die gegnerische Abwehr in Verlegenheit zu bringen, doch dies klappte leider nicht. Weiterhin auffallend ist seine beachtliche Robustheit, welche er trotz seiner geringen Körpergröße an den Tag legt. Immer wieder konnte er sich gegen bullige Salzburger in den Zweikämpfen durchsetzen. Als Highlight kann man den Schussversuch in der 72. Spielminute anführen. Zusammenfassend muss man sagen, dass Horvath eine solide Bundesligapartie gespielt hat. Eine positive Pass- und Zweikampfquote unterstreichen dies.

 

Lukas Spendlhofer – Note 2,68:
Vielleicht die einzige nicht ganz nachvollziehbare Bewertung unserer treuen SturmNetz-Leser, denn der zweite Innenverteidiger der Grazer wirkte ungewohnt verunsichert. Er glänzte zwar immer wieder mit einer guten Spieleröffnung, produzierte gleichzeitig aber auch eine Reihe an waghalsigen Defensivmanövern, speziell in der ersten Halbzeit. Man wurde das Gefühl nicht los, Spendlhofer manövrierte sich absichtlich in die ein oder andere kompliziert zu lösende Situation, als den einfachen Pass zu bevorzugen. Positiv hervorheben muss man aber, dass der Innenverteidiger über die beste Pass- und Zweikampfquote auf Seiten der Grazer verfügt, trotz Risiko!

 

Wilson Kamavuaka – Note 3,01:
Der Kongolese spielte einmal mehr eine unaufgeregte Partie im zentralen Mittelfeld. Mit seiner ruhigen Spielweise gelingt es ihm immer wieder, das Spiel zu ordnen und wenn nötig, auch Tempo herauszunehmen. Zudem sind seine Zweikampfwerte wie immer sehr zufriedenstellend (9 von 15 Zweikämpfen gewonnen). Leider verfügt Sturm nicht über einen Sechser, dem es gelingt, auch in der Offensive Akzente zu setzen. Ein solcher als Pendant zu Kamavuaka wäre Gold wert und stellt vielleicht die fehlende Komponente im Spiel der Grazer dar. Foda versuchte Kamavuaka wesentlich höher zu positionieren als Offenbacher, wohl auch um vermehrt zweite Bälle in der Offensive erobern zu können.

 

Kristijan Dobras – Note 3,32:
Dobras hatte in den Anfangsminuten ein paar gute Ansätze, jedoch war das dann aber auch schon wieder alles. Gewohnt unauffällig und schwaches Spiel des Außenbahnspielers, der wohl als größte Enttäuschung aller Neueinkäufe abgestempelt werden kann. Mit seinem Potential könnte er für Sturm ein immens wichtiger Spieler werden; mit der Rückkehr Schmerböcks in der nächsten Saison wird der Kampf um einen Startplatz für ihn nicht einfacher werden.

 

Daniel Offenbacher – Note 3,53:
Offenbachers Hauptproblem liegt in der Umschaltbewegung; er agiert oft zu langsam und verursacht aufgrund dessen oftmals brandgefährliche Ballverluste. Seine gute Passquote (88 Prozent angekommene Pässe) täuscht etwas, denn zu meist sind diese Abspiele mit wenig Risiko verbunden. Auch ein leichter Formanstieg in Halbzeit zwei und eine überraschend gute Freistoßflanke in der Anfangsphase kaschieren eine mehr als dürftige Leistung nicht.

 

Thorsten Schick – Note 3,62:
Man kann Thorsten Schick den Einsatz keinesfalls absprechen, aber unterm Strich schaute in den vergangenen Spielen zu wenig Ertrag dabei heraus. Nur wegen großer Laufbereitschaft ist man nämlich noch lange kein guter Fußballer. Seine Situation gleicht jener von Avdijaj: Auch der rechte Mittelfeldspieler dürfte noch etwas von seiner Verletzung gehandicapt sein. Mit solchen Leistungen wird es für ihn schwer werden, mit einem Sommertransfer den Sprung ins Ausland zu schaffen.

 

Tanju Kayhan – Note 3,64:
Kayhan verzeichnete mit 86 Ballkontakten die zweitmeisten hinter Lykogiannis. Das war es aber auch schon wieder mit den positiven Erkenntnissen, denn der Verteidiger war völlig von der Rolle. Fehlpässe aus der Hölle, garniert mit schlechtem Stellungsspiel prägten die Partie des ehemaligen Nationalspielers. Von einem Mann mit seiner Erfahrung muss viel mehr kommen. Man wird das Gefühl nicht los, dass Kayhan leider nicht mehr viel Luft nach oben hat, trotz der zuletzt ansteigenden Fitness.

 

Einwechslungen:

Donis Avdijaj – Note 3,13:
In den vergangenen Spielen gelang es Donis leider nicht, für frischen Wind in der Offensive zu sorgen. Er wirkte verkrampft und war wahrscheinlich noch immer etwas eingeschränkt aufgrund seiner Verletzung. Dies könnte auch seine desolate Zweikampfbilanz erklären (1 von 6 gewonnen). Es scheint sich beim Deutsch-Albaner also nicht nur um ein mentales Problem zu handeln. Es bleibt zu hoffen, dass Avdijaj in den letzten beiden Spielen noch zu seiner Form findet und mit seinem fußballerischen Können unser schwarz-weißes Herz erwärmt.

 

Andreas Gruber – Note 3,56:
„The Finger“ kam in der 82. Spielminute für Sascha Horvath in das Spiel und konnte keine nennenswerte Aktion zeigen.

 

Das SturmNetz.at – Team bedankt sich für 303 eingegangene Bewertungen und widmet Tasos Avlonitis diesen Song:

 

2 Kommentare

  1. sks1909 sagt:

    @KR :

    Eure Beschreibungen zu den Spielern in Ehren, aber mam muss kein „Hobby-Experte“ sein, um Esser das 1:0 anzukreiden. Ich sag ja nix, wenn er am 5er steht, aber am 11!!!!er??? Das gehört definitiv nicht zum guten Ton, als Goalie am 11er zu stehen. Diese Hütte geht ganz klar auf seine Kappe.

    Wenn er nur am 5er steht, hat er die Kugel…

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    • black_aficionado sagt:

      Also bitte. Schau das Video noch einmal an!!!!!!

      Bei 1:23 siehst exakt, dass der Esser genau am 5er steht! Ganz abgesehen davon, der Kayhan verliert 50 Meter vorm Tor den Ball, da steht jeder Tormann noch weiter vorm Tor. Dann zieht der Berisha aus ca 30 Meter ab und der Ball senkt sich exakt hinter dem Langen ins Tor. Nichts zu halten, Punkt-Aus-Ende!

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