Aris Saloniki und zwei deutsche Klubs an Tasos Avlonitis dran

Die Leistungen von Sturms Innenverteidiger Tasos Avlonitis haben offenbar die Begehrlichkeiten so mancher Klubverantwortlicher aus Avlos Heimat beziehungsweise aus Deutschland geweckt. Wie der 30-Jährige kürzlich in einem Interview für Novasport.gr verriet, gibt es drei für ihn relevante Klubs. „Aris ist an mir interessiert, auch zwei deutsche Vereine, am Ende des Tages wird entscheidend sein, welcher Schritt der Beste für meine weitere Karriere ist“, so Avlonitis.

Traum von der Ethniki

Wir haben daher seinen Berater Kostas Kilikidis um ein Update gebeten. Der Spielervermittler, zu dessen Klienten unter anderem Rapid-Stürmer Taxis Fountas gehört und der einst auch Michael Esser oder Wilson Kamavuaka an die Mur lotste, bestätigte uns gegenüber dieses Interesse. „Tasos will unbedingt noch in die griechische Nationalmannschaft und ihm ist klar, dass dies für ihn bei einem Klub, der international vertreten ist, einfacher wird. Nationaltrainer Johnny van`t Ship hat uns dies auch so bereits deutlich signalisiert. Wir wollten abwarten, wie realistisch es ist, dass Sturm sich in dieser Saison für einen internationalen Bewerb qualifiziert.“ Schon im Winter soll es konkrete Offerte zweier deutscher Zweitligisten gegeben haben, doch aus einem Wechsel von Avlonitis wurde durch die von Sturm geforderte Ablösesumme vorerst nichts. Auch nicht aus einer Rückkehr in die Heimat zu Aris Saloniki. „Wir haben eine sehr gute Gesprächsbasis mit Günter Kreissl. Tasos fühlt sich in Graz überaus wohl. Durch die ganze Corona-Sache ist plötzlich jedoch vieles in der Schwebe. Tasos ist jetzt 30 und hat noch fünf gute Jahre vor sich. Da ist ganz klar, dass man sich umschauen muss.“ Wie Sturm hat sich Aris Saloniki vor Ausbruch der Pandemie für die Meisterrunde der besten Sechs qualifiziert. Wie in Österreich steht auch in Griechenland der Fußball seitdem still.  „Wir werden in den kommenden Tagen alles genau abwägen, uns die Frage stellen, wo es für Avlo leichter wird, noch mehr in den Fokus des griechischen Nationalteams zu rücken. Geld ist dabei zwar ein Faktor, aber nicht der einzig ausschlaggebende“, so Kilikidis. 

Avlo beim Sturm-Netz Interview im vergangenen Dezember (c) SturmNetz

Vertrag verlängert sich wohl automatisch

Da – Stand jetzt – nicht ausgeschlossen werden kann, dass in Österreich die Meisterrunde bei Ablauf des Arbeitspapiers von Avlonitis noch nicht zu Ende gespielt ist, haben wir auch diesbezüglich bei seinem Spielerberater nachgefragt: „Derzeit deutet alles darauf hin, dass sich in so einem Fall der Vertrag automatisch verlängert und die Spieler ihr Gehalt eben noch ein, zwei Monate darüberhinaus erhalten. Das ist aber nicht Sache der Fußballklubs oder nationalen Ligen, sondern diverser Gremien der UEFA beziehungsweise FIFA“, so der Spielerberater. Eigentlich endet ja Avlonitis Vertrag am 30. Juni dieses Jahres.

Kreissl: „An oberster Stelle steht derzeit das Überleben des Vereins“

Natürlich haben wir auch beim in 28 Stunden scheidenden Sportdirektor Günter Kreissl bezüglich des derzeitigen Status Quo in der Causa Avlonitis durchgeklingelt. Dem 46-Jährigen war es dabei wichtig zu betonen, dass sein Nachfolger Andi Schicker in sämtlichen Transferfragen der letzten Wochen bereits eingebunden war. „Tasos wurde vor der Krise von uns ein Angebot vorgelegt, ob der dramatischen Lage, mussten wir dieses zurückziehen. Zu vieles steht derzeit noch in den Sternen. Es wäre fahrlässig, jetzt hohe Angebote zu unterbreiten. Andi und ich waren in den letzten Wochen nicht untätig, haben tagtäglich Szenarien durchgespielt, uns auf gewissen Positionen Alternativen aus dem eigenen Nachwuchs überlegt, jedoch sind noch zu viele Frage offen“.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Demnach ist man sich in Messendorf derzeit einig, dass es absurd wäre, in der aktuellen Situation hohe Gehälter zuzusagen. Zu unklar sei noch die Frage, wie lange es keine Einnahmen aus dem Ticketing geben wird, zu unklar noch die wirtschaftliche Lage diverser Sponsoren. Noch offen zudem, ob es für Sturm Gelder eines möglichen Rettungsschirms der UEFA geben wird und ob ein Hilfsfonds der Bundesregierung auch für Profiklubs geschaffen wird. Hauptprämisse sei es derzeit die sportliche Gier unterzuordnen: „An oberster Stelle steht derzeit das Überleben des Vereins“, so Kreissl. 

 

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