Als Tabellenführer in die Länderspielpause

Spielbericht: SK Sturm Graz vs. Rapid Wien (0:0)

Für seinen ersten Auftritt nach der Bestellung zum neuen ÖFB-Teamchef hätte sich Noch-Blackys-Coach Franco Foda wohl keinen würdigeren Rahmen vorstellen können. Das Spiel zwischen SK Sturm Graz und Rapid Wien war seit Dienstag restlos ausverkauft und auch die Ausgangssituation hätte wohl kaum spannender sein können: Es war das Spiel des Tabellenführers gegen den Dritten der Österreichischen Bundesliga, das ewige Duell der wohl stimmungsvollsten Anhänge. Überdies befinden sich beide Mannschaften in Topform: Sturm konnte die letzten fünf Pflichtspiele für sich entscheiden, die Hütteldorfer waren gar seit zehn Spielen ungeschlagen. Die letzte Niederlage setzte es ausgerechnet gegen die Grazer. Für genug Brisanz vor dem Anpfiff war also gesorgt.

Franco Foda nahm in der Startelf im Vergleich zum Spiel gegen den Wolfsberger AC eine nominelle Änderung vor. Kapitän Christian Schulz musste aufgrund von Magen-Darm-Problemen auf der Ersatzbank Platz nehmen, für ihn rückte Peter Zulj in die erste Elf. Dieser wurde allerdings nicht in der Abwehr, sondern im defensiven Mittelfeld aufgeboten. Defensiv wollte Sturm mit einer Fünfer-Abwehrkette auftreten, offensiv sollten die beiden Außenverteidiger Marvin Potzmann und Stefan Hierländer durchaus auch für Akzente sorgen. So der Plan vor Anpfiff, die Wahrheit lag wie bei jedem Spiel aber wieder einmal auf dem Platz.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Temporeicher Beginn

Für das erste Highlight an diesem 14. Spieltag sorgten allerdings andere, und zwar noch bevor Schiedsrichter Dieter Muckenhammer die Partie anpfiff. Die stimmungsgewaltige Nordkurve hatte eine Choreo über das gesamte Stadion organsiert und sorgte so das erste Mal an diesem Nachmittag für Gänsehautstimmung in Liebenau. Dies schien die Sturm-Spieler noch mehr zu motivieren und so verwunderte es nicht, dass sie in der vierten Minute die erste Chance vorfinden konnten. Charalampos Lykogiannis scheiterte mit seinem Freistoß jedoch an Gäste-Keeper Richard Strebinger. Allerdings starteten auch die Wiener gut in die Partie, konnten eine Minute später aber einen Fehler von Mittelfeldmotor James Jeggo nicht entscheidend ausnutzen. Schnell entwickelte sich ein offener Schlagabtausch, Rapid war aus dem Spiel heraus jedoch etwas gefährlicher. Dies änderte sich jedoch nach gut zehn Minuten. Sturm wurde aktiver und konnte nach Eckbällen auch zwei Halbchancen kreieren. Die Blackys blieben auch in den folgenden Spielminuten weiter am Drücker, konnten aber ebenso wenig wie der Tabellendritte eine zwingende Torchance herausspielen.

Sturm wird gefährlich

Es war das erwartet offene Spiel. Beide Mannschaften versuchten, im Mittelfeld ein Übergewicht herzustellen, was aufgrund der hervorragenden taktischen Diszipliniertheit keinem der beiden Teams so wirklich gelang. Die erste Topchance ließ bis zur 30. Minute auf sich warten, hatte es jedoch in sich. Nach einer hervorragenden Kombination von Deni Alar und Thorsten Röcher fand der Goalgetter jedoch in Strebinger seinen Meister. Sturm war nun sehr gut im Spiel und hatte in der 33. Minute erneut Pech, als ein Schuss von Potzmann nach super Ballstafette knapp am Tor vorbei strich. Nur zwei Minuten später blieb den Sturm-Fans kurz der Atem stehen, ein Treffer von Boli Bolingoli-Mbombo wurde aufgrund einer Abseitsstellung aber völlig zurecht aberkannt. Kurze Zeit später lag das Schiedsrichterteam mit einer Entscheidung allerdings nicht mehr richtig. Maximilian Hofmann grätschte Deni Alar im Mittelfeld brutal nieder und war mit der gelben Karte mehr als nur gut bedient. In der Nachspielzeit der ersten Spielhälfte fand Sturm noch eine letzte gute Torchance vor. Philipp Huspek setzte sich auf der rechten Seite super durch, seine Hereingabe wurde vor Stefan Hierländer in der letzten Sekunde geklärt. So ging es nach einer spannenden und hochklassigen ersten Hälfte mit einem 0:0 in die Pause.

© Martin Hirtenfellner Fotografie

Weiterhin alles offen

Beide Mannschaften starteten unverändert in die zweite Hälfte und auch am Spielgeschehen änderte sich zunächst wenig. Ein Feuerwerk entbrannte anfangs der zweiten 45 Minuten nur auf den Rängen, die Nordkurve sorgte mit ihren mitgebrachten Bengalos und zahlreichen Schlachtgesängen für eine Stimmung, die dieses Spitzenspiels würdig war. Die erste Chance hatten die Grazer, Potzmanns Schuss in der 53. Minute fiel jedoch zu zentral aus. Nach wie vor konnte sich kein Team einen entscheidenden Vorteil verschaffen, gute Chancen blieben Mangelware. Bei Sturm scheiterte es oft am letzten Pass, für Rapid verzog Stephan Auer in der 60. Minute aus rund 25 Metern. Zwei Minuten danach herrschte in Graz helle Aufregung, Huspek und Alar waren im Strafraum zu Fall gekommen. Der Unparteiische Muckenhammer gab jedoch zurecht keinen Elfmeter und ließ weiterlaufen.

Sturm scheitert knapp

Sturm war jetzt klar die bessere Mannschaft und hatte in der 68. Minute das 1:0 am Kopf. Alar scheiterte aus kurzer Distanz aber an Keeper Strebinger. Einige Sekunden später war Alars‘ Abschluss dann im Tor, der vermeintliche Führungstreffer wurde allerdings wegen einer knappen Abseitsstellung des Assistgebers Huspek aberkannt. Gäste-Trainer Goran Djuricin schien die Entwicklung des Spielgeschehens nicht zu gefallen und hatte daher bereits in der 72. Minute sein Wechselkontingent aufgebraucht. Franco Foda sah sich erst in der 78. Spielminute genötigt, einen seiner Spieler auszutauschen. Deni Alar, der eine unglückliche Partie abgeliefert hatte, musste für Philipp Zulechner weichen. Am Spiel selber änderte sich durch die Wechsel relativ wenig, man hatte immer das Gefühl, dass Sturm dem so wichtigen 1:0 näher war als die Hütteldorfer. Dennoch blieb auch Rapid stets gefährlich, hatten sie in dieser Saison doch in jeder Partie zumindest ein Tor erzielt. Das schien sich in diesem Spiel nicht fortzusetzen, die Grazer waren auch in den folgenden Momenten der Taktgeber. Mehr als einige schwache Hereingaben und Halbchancen hatten die Blackys allerdings nicht vorzuweisen. Auch Rapid konnte nichts Entscheidendes mehr kreieren, zwei Eckbälle wurden kläglich verschenkt und so blieb es am Ende beim 0:0. Im Endeffekt war es eine durchaus gerechte Punkteteilung, mit der Rapid vielleicht ein bisschen besser leben kann als Sturm. Eines steht durch dieses Remis damit auch fest: Sturm bleibt zumindest bis nach der Länderspielpause Tabellenführer der Bundesliga. Dann geht es ja bekanntlich gegen den Verfolger RB Salzburg.

Spieldaten

 

Galerie:

16 Kommentare

  1. glockgame sagt:

    Hoffe der neue Trainer lässt vermehrt Eckbälle trainieren….da brauchen wir gefühlte 178 bis wir zu einer Torchance kommen!

    Wie befürchtet ein typisches Spiel zweier guter Mannschaften, die heute beide versucht haben in erster Linie hinten die 0 zu halten.

    Sturm gesamt gesehen etwas stärker, aber klassisches 0:0 wenn man sich gegenseitig neutralisiert.

    Im großen und ganzen aber ganz ok, ein Punkt mit dem man leben kann.

    0

  2. Ritter2016 sagt:

    1) Danke für den schönen Artiekel und die Statistik. Halbe Stunde nach Stadionausgang fertig! Top!

    2) auch wenn es freut, dass mal wieder ausverkauft war. Aber was ist da los? Es wurde angegeben, dass 15.400 Zuschauer im Stadion waren??? Ich war bei 15.400 schon mal im Stadion. Der ganze Fansektor war wieder verstellt. Die Stiege voll. Keine Chance aufs Klo oder sonst wo hin zu kommen.

    Leute, wenn da mal was passiert, haben wir eine Massenpanik. Bauordnung – auf der Stiege darf niemand stehen !!!!

    0

  3. graz4ever sagt:

    Rapid hat das heute aber leider auch ziemlich clever gespielt.. bisschen mit unserer Taktik, den Gegner kommen+spielen lassen, aber von ner perfekt eingestellten Abwehr aus nach vorn operieren..unsere Spieler teilweise gut kalt gestellt..

    Dennoch, man hatte bei uns trotzdem immer das Gefühl, das wir alles unter Kontrolle haben, uns net stressen lassen u unser Spiel weiter ruhig+konsequent durchziehen..

    Vor noch gar nicht allzu langer Zeit, hätte no die Gefahr genau solche Spiele trotz besser zu sein, dennoch zu verlieren! Was Reife angeht, wieder a richtig guter Schritt (bedenkt man auch die Öfb-Unruhe..)

    0

  4. another sagt:

    Spiel war, wenn auch Torchancen arm, doch auf Niveau. Stimmung war gut, wenn Alar nen Rechten hätte oder Potzmann etwas glücklicher im Abschluss ist, kann es schon mal offener werden, die ganze Sache.

     

    Geistige Nackerpatzerl des Abends mit Sicherheit die 50 roten möchtegern Hooligans, die für einen Großeinsatz aller grazer Polizisten Sorgten, weil sie per Bus noch zum Stadion fahren mussten.

    1+

  5. django sagt:

    war ein Toller Fight , man gab keinen Ball verloren , und es gab hohes Tempo , es wurden angeblich 16300 Karten verkauft , es waren aber nur 15600 im Stadion , warum bleiben 700 dem Spiel fern ? in den Sektoren 10 , 11 und 12 wurden je 300 Karten mehr aufgelegt, die Stiegen  total verstellt , passieren darf da nichts , schön langsam sollte mal kapieren das die zwischen Stufen benutzt werden können . sehr fragwürdig warum man das ganze Spiel zündeln muss , die Gesänge und der Lärmpegel ging bei jedem Nebel deutlich zurück , Stimmungskiller , dient eher der Selbstdarstellung , sonst war die Stimmung Geil , der Besuch der Roten am Stadionvorplatz ohne Worte , angeblich wurde der Busfahrer dazu gezwungen am Stadionvorplatz halt zu machen , soll auch verletzt worden sein , zum Glück waren noch Hardcore Sturmfans Vorort , ich der Zuschauerschnitt steigt weiter , AUF DIE SCHWOAZN

     

    0

    • another sagt:

      Busfahrer war auf jeden Fall verletzt und musste behandelt werden – ist aber nie aus dem Bus ausgestiegen. Also wenn ihn wer verletzt hat, kann das mM. nach nur einer der Roten gewesen sein (ist aber reine Mutmaßung meinerseits).

       

      Bengalen waren eindeutig übertrieben, man sah von der gegenüberliegenden Seite genau gar nichts (war ausnahmsweise im „Familiensektor“ oder wie auch immer der Sektor neben dem Auswärtssektor heißen mag..), zweite Halbzeit hab ich demnach eig. genau 20 Minuten gesehen.

      0

  6. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Sturm klar die bessere Mannschaft übers gesamte Spiel. Zum Schluss hätte ich mir mehr Mut gewünscht. Huspek hätte sich schon verdient gehabt nach gefühlt 50 gelaufenen Kilometern durch Eze oder Filip ersetzt zu werden. Warum man nur Zulechner bringt ist mir schleierhaft. Ab dem Zeitpunkt war klar das wir nicht auf Sieg spielen. Nichts gegen Zulechner aber nach einem Jahr war selbst Jeggo schon angekommen. Eze hätte vielleicht noch den Lucky Punch geschafft. Er kann den Ball viel besser abschirmen als Zulechner (weil er einfach einen bulligen Körper hat).

    Warum man nur 2x wechselt und einmal davon in der 92. wird mir immer ein Rätsel bleiben. Aber mit einem Remis gegen Rapid kannst immer zufrieden sein, auch wenn mehr möglich war. Besonders bei so einer Leistung.

    Zündeln sollte man nach dem Spiel oder in der Pause. Versteh nicht warum man soviel zündeln muss…Damit die Hälfte des Stadions nichts sieht? Im TV hat man einige Zeit nur eine Feldhälfte gesehen. Sollte man die Fansklubs mal aufmerksam machen das man Pyros mit Maß einsetzen sollte, und nicht aus der UPC Arena eine 16k fassende Raucherlounge machen, weil „heit zag ma die Grünen wie man zündelt“.

     

    Zum Vorfall mit die Roten: Eigenen Busfahrer dreschn und dann no aufn Vorplatz Schlägern gehen…Hergott do host a poor Hirne zu weng verteilt. Und mir is lieber die Polizei schlägert de „Hirnlosen“ nieder wie unsere Hardcore Fans…weil sonst redet man gach wieder von beidseitigen Aggressionen.

     

    0

  7. GazzaII sagt:

    Wenn man einige Kommentare liest muss man sagen „Zum Glück geht Foda“…

    Da ist man das Ganze Match überlegen, dominiert Rapid wie lange nicht (ich hätte gar nicht gewechselt;-)…) und doch gibt es Leute die den Trainer kritisieren, 2 verlorene Punkte aber Vorwurf würd ich da niemandem machen, sondern mal überlegen wann wir zuletzt konstant so gespielt haben und mich darüber freuen.

    Und wenn ich mich über den Platz im Fansektor beschwere sollte ich einen Sitzplatz nehmen! kA wieviele Jahre ich im 25er auf den Stiegen gesprungen bin weil sonst kein Platz war (ahja passiert ist nie was;-)…) andererseits ein gutes Zeichen, wenn man schon so weit gehen muss, dass man was zum Jammern findet…

    1+

    • graz4ever sagt:

      100% agree!!!

      Dem gibts net mehr wirklich was hinzuzufügen 😉

      0

    • Ritter2016 sagt:

      Ma, oida du bist a coole Sockn! Über die Leute aufregen die sich aufregen. „Jo, wenn da wos ned passt, schleich di“. Super! Bist echt da Burner he!

      0

    • jorge72 sagt:

      @Ritter – deine argumentation hinkt gewaltig und dein „schleich di“ passt da ja super dazu – der echte „burner“ bist hier du!!!

      0

    • Schworza99 Schworza99 sagt:

      Foda hat nicht alles für den Sieg getan: Sehr unwahrscheinlich

      Cup-Auslosung Manipulation: Fix.

      Okaaaaaaaaaaaaay….

      0

    • Ritter2016 sagt:

      @Jorge: dass das „Schleich di“ unter Anführungszeichen stand und es sich damit um ein Zitat handelt ist dir bewusst?

      0

    • jorge72 sagt:

      war mir bislang nicht bewusst, dass inhalte unter „…“ ihre bedeutung verlieren

      0

  8. django sagt:

    die Cupauslosung reiner Fake , alle Bundeligavereine haben Heimrecht so ein unrealer Zufall  , die Chance in %te sind dafür sehr sehr sehr sehr gering , und die Vereine der dritten Liga haben kein Heimrecht , sorry aber was soll der Schei…… , was ist das für eine Fake Auslosung ?????

    0

Schreibe einen Kommentar