(Almost) The same procedure as every year

Spielbericht: SV Mattersburg vs. SK Sturm Graz

Endlich ist es da, das Spiel, auf das Fußball-Graz so lange gewartet hat! Dass es sich dabei um ein Auswärtsspiel gegen den SV Mattersburg handeln sollte, mag etwas komisch, gar lächerlich anmuten, in der Tat dreht es sich bei der Partie gegen die Burgenländer jedoch um die wohl wichtigste der noch ausstehenden vier Runden im Grunddurchgang. Mit einem Sieg gegen den Angstgegner zum Frühjahrsauftakt (rein bilanziell, natürlich) könnte sich der SK Sturm bei günstigem Spielausgang des zeitgleich angesetzten Matches TSV Hartberg vs. SKN St. Pölten sogar auf Rang 3 vorschieben, da sowohl der WAC als auch die Wiener Austria in der 19. Runde der Österreichischen Bundesliga Punkte liegen ließen. Tausende schwarz-weiße Anhänger werden die in den selben Farben spielenden Steirer pushen, um die Negativserie gegen die Grün-Weißen im kalten Februar zu beenden. Ein Auflauf an Fans, so groß und großartig wie sonst nur Omas köstlicher Nudelauflauf, macht wieder Heißhunger auf heimische Bundesligakost!

Der SK Sturm wird heuer 110 Jahre alt – (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Fast genauso sehnsüchtig wie das Spiel selbst, durften viele Aficionados wohl die erste Aufstellung ihres SK Sturm nach der Wintervorbereitung erwartet haben. Trainer Roman Mählich hat sich für eine der defensiver ausgerichteten Varianten entschieden, mit der man auch schon in einigen Testspielen aufgewartet hat. Im 3-4-3 wollen die Blackys gegen physisch starke Mattersburger bestehen, die ihrerseits mit einem Sieg gegen die Steirer bis auf vier Punkte an den SK Sturm und Rang 6 heranrücken könnte. Die Doppelsechs im Mittelfeld bilden Sandi Lovric und der im Winter von Hartberg retour geholte Ivan Ljubic, offensiv soll es mit Hilfe von Jakob Jantscher und Otar Kiteishvili Neuzugang Arnel Jakupovic richten, der in den Vorbereitungsspielen mit zwei Hattricks aufzeigen konnte.

Zug und Unglück

Kurz nachdem wie durch Magie ein Zug der ÖBB über das Stadiondach schwebte, pfeift Schiedsrichter Manuel Schüttengruber bei toller Choreografie der Sturm-Fans die Partie an. Die in Puntigamer-Blau spielenden Blackys kommen zu Beginn nicht ins Spiel, die Burgenländer haben nach einer Flanke die erste gute Möglichkeit (7.). Nur wenige Minuten später kommt eine Flanke von der anderen Seite in den Strafraum, Martin Pusic wird überhaupt nicht gedeckt, setzt zum Glück für Sturm seinen Flugkopfball aber neben den Kasten. Während Sturm noch vergeblich versucht, das Spiel zu kontrollieren, bleibt Mattersburg die gefährlichere Mannschaft. Nach einem Freistoß aus dem Halbfeld trifft Florian Hart nur das Außennetz. Dann aber plötzlich die Riesenchance für Jakupovic! Der Leihspieler vom FC Empoli kommt nach einem Patzer in der grün-weißen Defensive an der Strafraumgrenze zum Ball und zieht sofort ab, Markus Kuster muss sich erstmals richtig strecken und spart sich die abendliche Yoga-Session.

Sandi Lovric gelang mit Ausnahme eines Traumpasses nicht viel – (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Lange passiert dann gar nichts, bis Jano eine zu kurz geklärte Hereingabe volley übernimmt und Pusic den Fuß dazwischen hält. Jörg Siebenhandl ist machtlos und Sturm im Rückstand. In der Halbzeitpause wird es von Roman Mählich wohl eine Kabinenansprache geben, die mindestens so saftig ist, wie die Schnitzelsemmerln im Pressebereich (von denen der Autor dieses Spielberichts nichts mehr abbekommen hat, weil er diese Zeilen verfasst hat). Sturm ist bemüht, das Spiel zu machen, schafft es aber de facto nie, offensiv zwingend zu werden. Die einzige Chance durch Jakupovic war ein Zufallsprodukt resultierend aus einem Abwehr-Schnitzer. Auf der anderen Seite spielt sich Mattersburg immer wieder in die gefährliche Zone, bei Standardsituationen wähnt sich der gemeine Sturm-Fan ohnehin nahe des Schweißausbruchs. Im zweiten Durchgang muss sich etwas ändern, um dieses Spiel bestenfalls noch zu drehen, Optionen für die Offensive sitzen zur Genüge auf der Bank.

Heut‘ erlema kein Happy End

Nach Wiederanpfiff sorgt Kiteishvili für Problembehebung und setzt Jantscher toll in Szene, der den Ball knapp an der Stange vorbeiköpft. Es war die erste selbst herausgespielte gefährliche Aktion der Grazer. Und Kiteishvili ist es auch, der in der 55. Minute die schwarz-weiße Stahlrohrtribüne zum Beben bringt! Sandi Lovric spielt aus dem rechten Halbfeld eine Weltklasse-Hereingabe und der Georgier spritzt zu seinem zweiten Saisontreffer zwischen Verteidiger und Torhüter in den Ball. Mählichs Pausenansprache hat sichtlich gefruchtet! Jakupovic probiert es per Kopf, Kuster lenkt den Ball über das Gebälk. Zuvor hatten die Mattersburger nach einem Eckball eine Halbchance, der Ball landete aber unter dem im Pappelstadion hinter dem Tor nicht vorhandenen Stadiondach. In der Zwischenzeit ist auch der TSV aus Hartberg in Führung gegangen. Mählich will es jetzt wissen, bringt mit Emeka Friday Eze und Michael John Lema frische Kräfte für die Offensive, wechselt aber nur positionsgetreu für Jakupovic und Jantscher.

Brachte die Hoffnung zurück: Otar Kiteishvili – (c) Martin Hirtenfellner Fotografie

Eine Viertelstunde vor Schluss prüft Eze Kuster aus spitzem Winkel, der Goalie kann den Ball aber problemlos wegfausten. In der Oststeiermark gleicht St. Pölten per Elfmeter aus, Lovric köpft den Ball im Burgenland neben den Kasten. Auf der Gegenseite ist Siebenhandl nach einem Eckball reaktionsschnell und fängt die von Marko Kvasina geschossene Wuchtel aus kürzester Distanz. Und als schon jeder mit der Punkteteilung rechnete, kriegt Lema mit dem letzten Spielzug die Kugel von Kiteishvili perfekt auf den Kopf serviert, köpft aus 3 Metern entgegen der Laufrichtung von Kuster aber am Tor vorbei! So bleibt es bei einem leistungsgerechten Remis, das den SK Sturm vorbei an der Austria auf Platz 5 hievt. Dadurch, dass sich auch der TSV Hartberg mit einem 1:1 begnügen muss, bleibt der Abstand von drei Punkten auf Rang 7 aufrecht erhalten. Trotz allem – auch der bilanziell schlechten Vorzeichen und der niedrig gehaltenen Erwartungshaltung – hätte man sich unter den Pappeln wohl mehr erwartet. An den zahlreich mitgereisten Grazer Fans, die der Heimmannschaft einen Zuschauerzuspruch von über 6.000 verschaffen haben, lag es mit Sicherheit nicht, dass man nicht mit drei Punkten die Heimreise antritt. Den einen nimmt man aber trotzdem gerne mit, wohlwissend, dass die kommenden Aufgaben nicht leichter werden.

Spieldaten

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17 Kommentare

  1. flo1909 sagt:

    Versteh halt auch nicht warum man in so einem Spiel zum Schluss nicht den erfahrenen Hosiner, statt den unerfahrenen Lema bringt. so wichtige Spiele bei 1:1 ist nicht der richtige Zeitpunkt für ganz junge Spieler!

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    • Schwarzes Blut sagt:

      Frage mich eher warum nicht mit 2 Stürmern gespielt wird. Aber es ist ja wichtiger, dass die 0 steht.

      Hoppla  – steht ja gar nicht. Heute mache ich den Spielern weniger Vorwurf.

      Meiner Meinung nach mit zu viel Vorsicht vercoacht…

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  2. schmitzi82 sagt:

    Hat die Wiener MAFIA wieder zugeschlagen

    War mir so was von sicher das die Grünen heute Gewinnen

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    • XeweX sagt:

      Na, Rapid hat’s heute gut gemacht, die Salzburger ihre Chancen vernebelt und der Ramaljo besonders blöd rausgeflogen. Eher Salzburger als Wiener Mafia

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    • schmitzi82 sagt:

      Gee Bitte hast nicht gesehen wie Ramalho die Rote bekommen hat , da brauch mir keiner sagen das die Grünen so gut waren,  und das es keine gschobenes Spiel war . Und die Dosen hatten auch Nix zu verlieren.

      Ich bleib bei meiner Meinung,  die Bundesliga kann es sich nicht leisten das Rapid nicht unter den Top 6 sind . Ganz einfach is das .

       

      1+
  3. blackfoxx sagt:

    Na bravo…anscheinend hat weder Mannschaft noch sportliche Führung erkannt, um was es geht…vier endspiele um das obere playoff und einen Neustart um die EC plätze. So in Mattersburg in HZ1 aufzutreten ist unerklärlich…Rapid ist uns mental um einiges voraus, die nutzen ihr „Endspiel“, bei uns wird somit nächste woche die nackte Angst regieren. Aber egal, nach wie vor MÜSSEN die beiden Heimspiele gewonnen werden, dann sind wir durch. Das muss halt dann auf dem Platz auch gezeigt werden, mit „Warten was passiert, dann schau ma scho“ wie heute, wird nix gehn…

    5+
    • Rockstar Rockstar sagt:

      Berichten zufolge gab es Spieler die das ganze Spiel nur rumgestanden sind. Unerhört finde ich auch, die „schau ma so Taktik“ gehört abgestellt.

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  4. gepi20 sagt:

    Rapid hat mit Cup und Inter 3 Bewerbsspiele. Mattersburg zum Auftakt ist eben unangenehm. Glaube aber, dass uns LASK zuhause eher liegt. Dann sollten wir durch sein. Wird wohl eher noch die Austria gegen Rapid ablehren.

    Bitter wäre aber ein Endspiel gegen die Violas daheim!

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  5. XeweX sagt:

    Ohne Bewerbsspiel auf einer Sauwiese 45 Minuten lang einfach schlecht. Mattersburg war fast ausschließlich über Links gefährlich, Koch schon seit Herbst in einer Unform mMn. Auch wenn er offensiv die meisten Flanken macht, hinten machte er heute zumindest 2-3 schwere Stellungsfehler. Jantscher auf rechts ist natürlich für Koch keine große Hilfe und überhaupt etwas seltsam, wenn man einen fitten Huspek hat.

    2. Hz war besser, lema würd ich keinen Vorwurf machen wegen der vergebenen Chance am Schluss, der ist noch jung. Auch hier die Frage, warum für JJ nicht Huspek kam.

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  6. Rene90 sagt:

    Angsthasenfussball in der 1. HZ / Auftreten in der 2. HZ verbessert / jetzt steht man gehörig unter Druck, ein Dreier gegen den LASK ist fast Pflicht

    2+
  7. el fenomeno sagt:

    Erste HZ brauchte man etwas um wieder auf Touren zu kommen im Frühjahr. Die zweite HZ war schon sehr viel versprechend. Was ich hier nicht verstehe ist die Bild unterschrft: Sandi Lovric gelang mit Ausnahme eines Traumpasses nicht viel. Irgendwie ist Sturmnetz das einzige Medium welches das so gesehen hat. Vielleicht hat der Autot ein anderes Spiel gesehen??? Lovric definitiv einer der Besten von unseren Jungs gestern aber okeeeee….
    Wenn man so wie in HZ 2 gegen den LASK auftritt wird das sicher eine gute Partie und im eigenen Stadion mit uns im Rücken wird das dann schon klappen mit den 3 Punkten. Natürlich war viel Licht und Schatten aber man ist mit einem Punkt auswärts gestartet auf dem man Aufbauen kann….Gemma Schwoaze

    2+
  8. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Koch und Jantscher würde ich nächstes mal lieber auf der Bank sehen. 90% von Kochs Bällen gehen zurück zum IV und Jantscher auf der rechten Seite ist für nix. Warum man Oti nicht auf die 10 stellt, Jantscher links und Huspek rechts…Jaku vorne alleine auch verloren. 4er Kette, Lovric Abräumer, Ljubic 8er und Oti 10er. Flügelspieler haben wir genug und vorne Jaku und Eze. Wir werden uns nicht durch die Meistergruppe durchmauern können. Wenn uns Mattersburg schon eine HZ so herspielen kann…

    Wir könnten noch leicht 3. werden, evtl. sogar ohne einen Wiener Verein in der oberen Gruppe. Gegen den Lask erwarte ich mir volle 90 Minuten Leistung, eine fixe EC Teilnahme einfach so wegzuschmeißen kann nicht unser Anspruch sein. Mir egal wer unsere kommenden Gegner sind, wenn wirs nichtmal Top 6 schaffen muss man anfangen die Probleme abseits des Trainerstuhls zu suchen.

    3+
    • stipo sagt:

      4er kette

      lovric, ljubic und Oti im mittelfed

      jantscher und huspek auf den flügeln

      vorne Jaku und Eze

      also das gute alte 4-3-2-2 system mit 12 spielern auf dem platz

      ja, stimmt. damit wäre man wahrscheinlich besser als jetzt …

      oder hab ich was falsch verstanden?

      5+
  9. Schworza99 Schworza99 sagt:

    Hab eher gemeint 4er Kette mit Lovric als Rammbock davor

    Ljubic als Ballfänger

    Oti als Offensivachse

    und die Flügel im Verbund mit einem Stürmer. Eze kommt eh immer von der Seite da brauchst ihn gar nicht als 2. Stürmer aufstellen. 2 Stürmer kannst bei uns eh vergessen, dann lieber Eze im Flügel und evtl. Grozurek und vorne Jaku…

     

    1+
  10. Erzschwoarza sagt:

    Mählich muss sich diesen nichtSieg ankreiden lassen! Total Vercoacht!

    2+

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